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Ergebnisse sind da :-(
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am 18.03.2016 10:12:29 | IP (Hash): 1880804154
Hallo, ich habe letzte Woche schon mal hier gepostet, da ich einen Nüchternblutzucker von 160 hatte.
Der Diabetologe hat Blut abgenommen, heute kam das Ergebnis: Noch habe ich eine körpereigene Insulinproduktion, allerdings liegt diese im unteren Bereich.
Er hat mir jetzt Tabletten verschrieben: Januvia. Er meinte, dass es helfen sollte, um die Zerstörung der Zellen weiter aufzuhalten.
Ich war nach der Diagnose so fertig, jetzt fallen mir zig Fragen ein.
Mein hba1c lag zuletzt bei 6,4. In 6 Wochen muss er nochmal kontrolliert werden.
Ihr kennt bestimmt diese Tabletten. Was kann ich noch machen, um noch lange Zeit ohne Insulin von außen auszukommen?
Ich bin grad fix und fertig :-(
LG
Nadine
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am 18.03.2016 11:00:39 | IP (Hash): 792536566
Zu Januvia kann ich dir leider nichts sagen, da ich es nicht wirklich kenne. Zu meiner Zeit (als sich mein Diabetes manifestiert hat) gab es das noch nicht.
Ich möchte dich aber auf eine Sache aufmerksam machen. Du solltest auf keinen Fall versuchen, die Anwendung von Insulin hinauszuzögern. Wenn die körpereigene Insulinproduktion schon im unteren Bereich liegt, solltest du alles tun, um die Bauchspeicheldrüse zu schonen und das erreicht man am besten mit zugeführtem Insulin.
Sprich mal mit deinem Diabetologen darüber.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.03.2016 12:45:44 | IP (Hash): 1467947037
Januvia verstärkt die erste Insulin-Ausgabe unmittelbar nach dem Essen vor allem von Kohlenhydraten und hat seine beste Wirkung bei Menschen, bei denen eine insgesamt stark überhöhte Insulin-Ausgabe auffällt. Da steigt dann der Blutzucker nach dem Essen nicht so hoch wie ohne die Tabletten an. Und bei diesen Betroffenen scheint es in einigen Studien zur besseren Erhaltung von Beta-Zellen gekommen sein. Das wird seit Jahren so verbreitet, aber wirklich belastbare Ergebnisse habe ich dazu noch nirgendwo gesehen.
Den eigenen Blutzucker "manuell" steuern, wenn die Automatik nicht mehr ausreichend funktioniert, gehört zu den leichteren Übungen. Mit Insulin geht das mit etwas Übung am besten und mit den wenigsten Nebenwirkungen. Und wenn man schon auffällig weniger eigene Insulinproduktion hat, wie Dein Dok gefunden hat, lohnt sich der zeitige Anfang damit besonders deswegen, weil die restliche Eigenproduktion damit länger erhalten bleibt und hilft, das passende Dosieren in aller Ruhe zu lernen.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.03.2016 14:22:00 | IP (Hash): 1887092058
Danke schon mal für eure Antworten.
Sind Tabletten also der falsche Weg?
Ich habe in den letzten Tagen oft Zucker gemessen. Er war nüchtern, also vor dem Essen perfekt. 2 Stunden danach war er - bis auf einmal - immer im Normbereich.
Wie kann das sein, wenn meine eigene Insulinproduktion fast nicht mehr vorhanden ist?
Und muss ich mich drauf einstellen, dass ich bald überhaupt keine Insulinproduktion mehr hab?
Die Blutentnahme erfolgte morgens nüchtern. Dass ich aber 12 Stunden nüchtern sein musste, hat mir niemand gesagt. Das waren nur ca. 8 bis 9. Spielt das ne Rolle?
Mich schockt die Diagnose gerade etwas :-( -
am 18.03.2016 15:12:37 | IP (Hash): 1467947037
vielleicht vergleichst Du erst noch mal Deine Werte mit dieser durchschnittlich gesunden Verlaufskurve https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg ?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 18.03.2016 22:47:43 | IP (Hash): 1880804154
Gut, meine Werte sind nicht immer im gesunden Bereich, aber das sagt ja schon der Hba1c von 6,4.
Aber wie kann es sein, dass er teilweise noch relativ schnell sinkt (auch nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit), wenn ich doch fast keine körpereigene Insulinproduktion mehr habe? -
am 19.03.2016 10:47:31 | IP (Hash): 1898177756
Hallo Nadine,
ich versuche mal, auf ein paar deiner Fragen zu antworten, die du hier und im Onmeda-Forum gestellt hast. Es sind einfach nur mal einige Gedanken von mir dazu.
- Aus ein Nüchern-c-Peptid im "unteren Normalereich" kannst du nichts weiter schließen, als dass du eher keine Insulinresitenz hat, also keinen typischen Typ2-Diabetes hast. Ob es nun LADA (Typ1), MODY oder sonst eine Sonderform ist, lässt sich daraus nicht ersehen,
- Die gute, aber bei hoher Belastung nicht mehr ausreichende BZ-Reaktion ist ganz normal bei Nachlassen der Leistung der Betazellen. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Reaktion mit ein wenig Vorsicht beim Essen noch gut ist.
- Die Tabletten (DPP4-Hemmer) können durchaus gut wirken. Ein einfacher Versuch, ein paar Tage mit und ein paar Tage ohne die Tabletten, kann es dir zeigen. Der Unterschied müsste am meisten nach den Mahlzeiten zu sehen sein.
- Das hohe HbA1c ist teilweise entstanden, als dein BZ so hoch verlaufen ist. Wenn dein BZ-Werte jetzt einen niedrigeren Wert vermuten lassen, dann ist das stimmig.
- GAD-Antikörper treten nicht nur bei Typ1-Diabetes auf. Wenn andere Insulinantikörper nicht nachweisbar sind, dann kannst du aus GAD-Antikörpern nicht eindeutig auf LADA schließen.
Und nun noch eine Antwort auf deine Frage, wie du lange Insulin (ICT) vermeiden kannst. Die Antwort sieht auf den ersten Blick unsinnig aus, ist es aber nicht: mit Insulin, mit einer frühzeitige basale Unsterstützung mit einem Langzeitinsulin. Zusammen mit einer geeigneten Ernährung mit moderater KH-Reduzierung kannst du damit deine BZ wahrscheinlich sehr lange im gesunden Bereich halten ohne den hohen Aufwand und das Hyporisikon von einer ICT zu haben. Das ist übrigens die beste Thearapie, egal ob LADA, MODY oder sonst etwas. Die größten Chancen auf Insulin wirst du bei deinem Arzt haben, wenn du auf LADA plädierst.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 19.03.2016 10:48:35. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.