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Nichtdiabetischer reaktiver Unterzucker / Glucagon
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am 25.04.2016 17:08:28 | IP (Hash): 269898713
Hallo zusammen,
ich hoffe, dass ich auch als Nicht-Diabetiker eine Frage stellen darf. Mein Thema (s.Titel) hat ja auch mit Blutzucker zu tun. Ich scheine nur irgendwie das genaue Gegenteil zu sein.
Ich habe mehrmals den oGTT gemacht und das Ergebnis ist immer das Gleiche. Erst geht der BZ ungebremst nach oben (einmal bis 220), und nach einer Stunde kracht er dann innerhalb von kurzer Zeit ins Bodenlose runter. Einmal bis 51 und einmal sogar bis 30 (!!!) Dementsprechend ging es mir dann auch fürchterlich schlecht, sowohl körperlich als auch psychisch. Es dauert 1-1,5 Stunden, bis der BZ von alleine wieder wenigstens bis 70 wieder hochkrabbelt.
Der Diabetologe konnte sich das nicht erklären, hat aber immerhin anhand der Insulin-Werte ein Insulinom ausgeschlossen. Mehr als die Emfpehlung, möglichst Zucker und Weißbrot (u.ä.) zu vermeiden, konnte er mir auch nicht auf den Weg geben.
Eine weitere Beobachtung: beim Sport habe ich ohne Zucker absolut keine Energie. Es ist nicht so, dass ich außer Atem wäre oder das mir die Oberschenkel brennen würden. Ich komme einfach nicht von der Stelle und komme mir vor als ob ich einen 50kg Rucksack an hätte. Wenn ich so ca. 15 Minuten vorher ein Glas Cola trinke und nach einer Stunde nochmal eins, dann kann ich 2 Stunden ordentlich Gas geben. Aber ohne geht einfach gar nichts.
Außerdem kämpfe ich schon seit Jahren mit Übergewicht. Ok, nun sagt jeder Übergewichtige, dass er ja isst wie ein Spätzchen und das ja nur an den Drüsen liegen kann. Aber sagen wir mal so: ich kenne einige in meinem direkten Umfeld, die mindestens das esse wie ich (und erheblich mehr) und überhaupt keinen Sport machen, aber dünn wie eine Bohnenstange sind. Ich muss mit die Kilos ganz extrem hart runterarbeiten um sie dann in Nullkommanix zurück zu haben, sobald ich ein bisschen nachlasse.
Jetzt frage ich mich, ob das evtl. etwas mit vermindertem Glucagon-Spiegel (bzw. dessen Hemmung) zu tun haben könnte. Das würde sowohl die reatkive Unterzuckerung, die mangelnde Energie und das Übergewicht erklären.
Frage:
1. Kann man Glucagon im Blut messen ?
2. Kann man Glucagon irgendwie "einnehmen" ? Wäre ja wenigstens mal einen Versuch wert.
Habt Ihr vielleicht noch irgendwelche Tipps für mich ?
VG
Frank
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am 25.04.2016 18:08:51 | IP (Hash): 1543834465
Ein Stoffwechselgesunder startet den oGTT mit so um um 70-90, misst in der Spitze nach um ner Stunde so um 120-140 und noch ne Stunde weiter wieder so um 70-90.
Wenn der BZ wie bei Dir nach dem Glukose-Input erheblich darüber hinaus ansteigt, kommt eigentlich regelmäßig vor, dass er praktisch als Reaktion darauf auf 50 und weniger mg/dl absinkt. Ein normaler Diabetologe nennt das Absinken alimentäre oder reaktive Hypoglykämie.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.04.2016 18:16:39 | IP (Hash): 269898713
hjt_Jürgen schrieb:
Ein normaler Diabetologe nennt das Absinken alimentäre oder reaktive Hypoglykämie.
Ja, das ist schon klar. Aber die Fragen dazu sind:
- wodurch kommt das ? Was ist hier überhaupt die Störung ? Könnte es mit Glucagon zusammenhängen ?
- was kann ich dagegen tun ? (Außer Zucker und schnelle KH zu meiden)
- kann dadurch Übergewicht bedingt sein ?
VG
Frank
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Michael74
Rang: Gastam 25.04.2016 18:54:22 | IP (Hash): 981767124
Frank_183 schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
Ein normaler Diabetologe nennt das Absinken alimentäre oder reaktive Hypoglykämie.
Ja, das ist schon klar. Aber die Fragen dazu sind:
- wodurch kommt das ? Was ist hier überhaupt die Störung ? Könnte es mit Glucagon zusammenhängen ?
- was kann ich dagegen tun ? (Außer Zucker und schnelle KH zu meiden)
- kann dadurch Übergewicht bedingt sein ?
VG
Frank
Insulinresistenz? Wie hoch liegt der hba1c? -
am 25.04.2016 19:07:14 | IP (Hash): 908916033
Nein, der Wert ist in Ordnung, ist sogar eher am unteren Ende. Das hätte Der Diabetologe wohl schon gemerkt ... -
am 25.04.2016 19:26:07 | IP (Hash): 102920271
Frank_183 schrieb:
Frage:
1. Kann man Glucagon im Blut messen ?
2. Kann man Glucagon irgendwie "einnehmen" ? Wäre ja wenigstens mal einen Versuch wert.
Hallo Frank,
so eine alimentäre Hypoglykämie hat in der Hauptsache mit Insulin zu tun, als verspätete und dann überschießende Insulinantwort auf Glukose. Es ist möglich, dass Glukagon auch ein Rolle spielt, das wird aber nicht mehr als eine untergeordnete Rolle sein.
Bestimmt kann man ganz bestimmt auch das Glukagon wie das Insulin auch im Blut messen. Das ist aber keine normal angefragte Messung, deshalb wirst du für so eine Messung sicher viel Geld hinblättern müssen. Frage doch einfach mal in einem Labor nach. Einnehmen kannst du Glucagon nur als Spritze, was auch nicht sehr billig sein dürfte.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dir das viel bringt. Gerade beim Sport muss die Glukose aus den Glycogenspeichern der Muskeln kommen, nicht mit Hilfe von Glukagon aus der Leber. Die Glykogenspeicher der Leber sind vorwiegend für die Sicherstellung der Glukoseversorgung des Gehirn verantwortlich. Ich wüsste keine andere Lösung, als möglichst auf schnell ins Blut gehende KH zu verzichten. Gegen die Insulinresistenz, die du vermutlich hast, hilft neben Sport eine moderate KH-Reduzierung mit Ausgleich durch mehr Eiweiß und Fett. Die Insulinresistenz kannst du nicht an BZ-Werten wie NBZ oder HbA1c erkennen, sondern nur durch Insulinmessung, nüchtern für den HOMA-Index oder besser noch beim oGTT. Der Diabetologe ist auch nicht der richtige Fachmann für alimentäre Hypoglykämien, du solltest dir dafür eine guten Endokrinologen suchen.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 25.04.2016 19:30:52. Grund: . -
am 25.04.2016 20:50:27 | IP (Hash): 1543834465
Vielleicht machst Du's mal ein bisschen konkreter? Wenn Du hier einträgst, was Du wiegst und wie lange welchem Sport machst http://www.ernaehrung.de/berechnungen/energieverbrauch-sport.php , hast Du den Kalorienbedarf dafür. Der geteilt durch 4 sagt uns ungefähr, wie viele Gramm Glukose Du dafür brauchst. Damit lässt sich dann überlegen, wie viel davon Deine Muskeln normal gespeichert haben und wie viele Du für Deinen Sport dann zusätzlich vorher einverleiben solltest.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Michael74
Rang: Gastam 25.04.2016 21:39:14 | IP (Hash): 981767124
und sollte der Arzt zu einer anderen Erkenntnis kommen dann verweise ihn bitte an die experten von diabetesforum, die genau ausrechnen können wie du ernährungsmässig dich weiter verhalten sollst :) :) :) -
am 25.04.2016 22:23:47 | IP (Hash): 1543834465
ach ja, und wie viele Liter Cola sind wohl in den 2 Gläsern, die Du für ein gutes Durchstehen Deiner 2 Sportstunden brauchst?
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 26.04.2016 10:16:20 | IP (Hash): 269898713
Habt erstmal ganz herzlichen Dank für Eure Beiträge !!!
Also, hier die Werte meines letzten oGTT vor ca. 2 Jahren:
Minute Blutzucker(mg/dl) Insulin (mU/l)
0 90 7,3
15
30 165 47,8
45
60 173 80,0
75
90 104 39,5
105
120 57 10,2
135 51 7,7
150 58 8,2
165
180 75 4,8
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Schon bei Minute 90 ging es mir schlecht. Da hatte ich schon die ganzen Unterzucker-Symptome, auch psychisch ging es mir sehr mies, ich hätte einfach so losheulen können, ohne jeden Grund.
Was ich mich dazu frage:
1. Ist es normal, dass der BZ schon innerhalb von 30 Minuten so hochgeschossen ist ?
2. Die Insulinantwort ist ja nach 30 Minuten schon da. (Ist dieser Wert normal oder sollte er höher sein ?) Dennoch steigt der BZ weiter an.
3. Dann crasht der BZ runter. Der Insulinwert geht auch wieder auf einen Normalwert runter. Dennoch rauscht der BZ weiter runter.
4. Es dauert ganze 60 Minuten bis der BZ-Wert einigermassen wieder ein bisschen hochgekrabbelt ist. Obwohl Insulin die ganze Zeit auf Normalwert steht. Und da frage ich mich, ob hier es nicht evtl. eine mangelnde Glucagon-Antwort gibt ?
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Mein HOMA-Index ist dementsprechend
%B = 92,0
%S = 105,4
IR = 0,95
Was bedeutet das ?
Ansonsten: in den letzten 10 Jahren oder so war mein Nüchtern-BZ immer sehr niedrig, Wann immer mal bei mir ein Blutbild gemacht worden ist, war der NBZ immer bei 60-90. Jeder Arzt sagt dann "oh wie fein, schön niedrig, keine Diabetes", aber dass der *zu*niedrig sein könnte, da kommt niemand drauf ...
Bearbeitet von User am 26.04.2016 10:25:48. Grund: Inf. hinzugefügt