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Wie den Diabetes "gestehen"?
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Tom
Rang: Gastam 04.02.2011 01:42:29
Hallo. Ich bin 30, seit 20 Jahren Typ 1 Diabetiker (188cm, 100kg), davon 15 Jahre Pumpenträger. Mein Zucker ist recht gut eingestellt (HbA1 immer um die 6), jedoch habe ich bisher kaum etwas dafür getan - aber ich korrigiere Spitzen immer konsequent nach unten und habe ein recht gutes Gefühl, wie mein BZ ungefähr ist, so dass ich fehlerhafte Werte von selbst erkenne. Ich muss dazu sagen, dass ich so ziemlich alles essen kann (hauptsächlich, weil ich oft das Gleiche esse und weiß, wie dafür jeweils zu spritzen ist, rechnen und exakt schätzen tue ich gar nicht).
Ich habe sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass es nicht gut ist, offen über seinen Diabetes zu reden. Frauen wollen doch lieber gesunde Männer und auch vielen Arbeitgeber mögen die Krankheit nicht wirklich. Irgendwann hatte ich begonnen, nichts mehr zu sagen. So bin ich bisher auch immer am besten gefahren. Okay, es ist nur eine Frage der Zeit, bis man auffällt. Das passiert bei mir eigentlich immer durch einen Zuckerschock (dazu zähle ich auch niedrige BZ um 60 mg/dl, da ich ab da schon anders reagiere und "gereizt" auch mal was falsches sage). Also verheimlichen kann man (nur ich?) die Krankheit nicht. Andererseits ist sie mir auch peinlich und ich mag nicht darüber reden, weil ich dann immer in eine Rechtfertigungsposition gedrängt werde und viele dann von oben herab auf mich einzureden scheinen (das kommt mir zumindest so vor). Im Fall der Fälle reagieren die meisten Leute auch mit Instruktionen falsch... ("hab mir nicht getraut, Dir die Spritze zu geben").
Nun habe ich ein Mädchen kennen gelernt, wo ich mir mehr vorstellen kann. Also Heirat. Ich passe auf, nichts zu offenbaren, jedoch weiß ich auch, dass es nicht ewig gelingen kann. Eigentlich weiß sie es schon und kann es nur noch nicht einordnen - Ich selbst hatte nicht mal bemerkt, dass etwas mit mir anders war als sonst....!! Könnte ihr mir bitte einen Rat geben, wie man es ihr beibringen kann, ohne dass man als Mann als Ehe-ungeeignet eingestuft wird? Oder mache ich mir da zu viele Gedanken? Was denken Frauen, speziell Nicht-Betroffene darüber?
Tom -
BARBRA
Rang: Gastam 04.02.2011 09:04:36
HalloTom!
Ich würde ihr schnellsten sagen was los ist!
Und zwar ganz ohne Drama ,und auf ihre Fragen eingehen -und laß ihr Zeit .
Ich würde es als Vetrauensbruch empfinden ,wenn mir mein Partner nicht von seinem Diabetes erzählt.
lg
BARBRA -
Breva
Rang: Gastam 06.05.2011 18:19:57
Hi,
ich bin selbst eine junge Diabetikerin Anfang 20, habe die Krankheit seit 10 Jahren und kenne sehr gut, wie du dich fühlst.
Ich bin mir selbst erst vor einiger Zeit auf die Schliche gekommen, wie sehr es mir selbst und meinen Beziehungen schadet, dass ich es immer bis zur letzten Möglichketi aufschiebe, meine Krankheit zu offenbaren, da auch ich als Frau es als Schwäche und vor allem als Rechtfertigungsanlass jeglicher Form ("Darfst du denn überhaupt Wein trinken wenn du Diabetikerin bist?" "Echt? Du nimmst Zucker in den Tee?") aufgefasst hatte und es vor allem - da ich mir selbst so wenig wie möglich eingestehen wollte, dass ich eine Krankheit habe und nicht exakt so leben kann wie meine Mitmenschen - hasste, darauf angesprochen und damit in Verbindung gebracht zu werden.
Das lief darauf hinaus, dass ich mich immer nur versteckt gemessen und gespritzt habe, dass ich trotz UNterzucker in einer Gruppe weiter mitgelaufen bin und mir einfach währenddessen Traubenzucker eingeschmissen habe, auch wenn ich eine Pause gebraucht hätte, usw.
Ich lerne selbst erst ganz allmählich, offener damit umzugehen und merke, was ich eigentlich schon davor geahnt habe, dass das Problem niemals auf der Seite meiner Mitmenschen, sondern immer bei mir gelegen hat. Meine Freunde blicken mich keinen Deut anders an, seit sie wissen, dass ich diese Krankheit habe, sie gehen auch nicht anders mit mir um. Ich selbst lebe aber besser seitdem, da ich weiß, dass es nicht dieses Tabuthema gibt, und dass ich nicht mehr mit Angst reagieren muss, wenn mich jemand auf meine Pumpe anspricht oder ähnliches.
Noch viel mehr als im Bereich der Freundschaft gilt das naütrlich für den Bereich der Parnterschfat. Erstens bin ich selbst als Frau mehr als hundertprozentig davon überzeugt, dass eine Krankheit wie Diabetes nicht die geringste Auswirkung auf die Attraktivität eines Partners hat, und zweitens wird es dir und ihr bestimmt viel besser gehen, wenn du ihr ehrlich von der Krankheit erzählst und auch von deinen Ängsten, darüber zu sprechen. Dieses Vertrauen wird eure Beziehung bestimmt viel mehr stärken, als dass das "Geständnis" (so sollten wir es natürlich nicht nennen) sie irgendwie schwächen könnte.
Alles Gute!
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am 08.04.2013 09:35:30
Ich würde ihr schnellsten sagen was los ist!
Und zwar total ohne Dilemma ,und auf ihre Fragen eingehen -und laß ihr Zeit .
Ich würde es als Vetrauensbruch empfinden ,wenn mir mein Associate nicht von seinem Diabetic issues erzählt. -
Gast
Rang: Gastam 08.04.2013 12:42:17
Die Frage ist zwei Jahre alt - wahrscheinlich ist das Problem längst gelöst - wie auch immer, positiv oder negativ, das wissen wir nicht - aber eine Antwort wird sicherlich heute nicht mehr gebraucht.