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Grundsätzliches - Anfängerprobleme

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 28.05.2016
    am 28.05.2016 22:22:21 | IP (Hash): 982875449
    Hallo,

    ich hoffe die Erfahrenen unter euch können mir etwas weiterhelfen.

    Und zwar ist es so, dass mittlerweile vor einem Jahr bei meinem Mann Diabetes festgestellt wurde. Er hatte sehr viel Durst, an die 5 Liter Wasser getrunken, und auch 10 kg Gewicht abgenommen.
    Als der Diabetes erkannt wurde, war sein Blutzuckerwert bei über 500.
    Zunächst musste er Insulin spritzen, um auf einigermaßen vernünftige Werte zu kommen. Das ging relativ schnell und jetzt nimmt er Metformin und Januvea, kein Insulin mehr. Der Langzeitwert lag zuletzt bei 6,6.
    Er hat wohl einen Typ2 Diabetes, wobei Der Diabetologe meinte, es wäre kein typischer Typ 2.
    Mein Mann ist nicht übergewichtig, raucht nicht. Allerdings hat er viel Stress im Job und kaum Zeit und Motivation zum Sport.

    Bei einer Ernährungsschulung waren wir schon. Da komme ich zu meinem Problem

    - die Ernährung
    Mein Mann isst leider überhaupt kein Obst und von Kartoffeln, Spinat und passierten Tomaten abgesehen, kein Gemüse.
    Sein Speiseplan besteht Großteils aus eher ungeeigneten Lebensmitteln wie Nudeln, Pizza, Pommes, Chips.
    Eine ganze Zeitlang ging das mit den Zuckerwerten auch sehr gut. Aber momentan geht es ihm nicht so gut. Der Zuckerwert springt teilweise unerklärlich um 100 Punkte hin und her. Z. b heute früh nüchtern 150 und abends (vor dem Essen) 241. An einem anderen Tag hat er dann vor dem Mittagessen einen Blutzuckerwert von (unerwartet niedrigen) 90.
    Oft fühlt er sich nicht gut, ist gereizt und hat Bauchschmerzen. Er wird deswegen auch so bald wie möglich zum Arzt gehen.

    Wie kann man so etwas in den Griff kriegen? Muss man nicht die BE oder Kalorien zählen? Von Seiten des Arztes war das bisher kein Thema. In der Ernährungsschulung hieß es immer nur KH reduzieren. Aber zu dem Zeitpunkt hatte mein Mann top Werte - und seine Ernährung ist eigentlich immer die gleiche und war zu der Zeit nicht anders als jetzt. Die Schulungsleiterin war optimistisch, dass er es gut in den Gruff kriegt und evtl sogar irgendwann auf die Tabletten verzichten kann..

    Ich würde ihn gern unterstützen und geeignete Gerichte kochen. Das ist aber sehr schwer, da er das meiste Gesunde einfach nicht isst. Hat jemand einen Trick/Tipp oder ähnliche Erfahrung?
    Wie "wichtig" ist die Ernährung? Ist das die größte Stellschraube?

    Kann man außer der Ernährung und Sport (für den mit dem stressigen Job und zwei kleinen Kindern kaum Zeit ist) noch irgendetwas machen?

    Puh, irgendwie bin ich grad total überfordert, obwohl wir uns jetzt schon ein Jahr so durchgewurschtelt haben.

    Vielen Dank, wer bis hierhin gelesen hat und evtl weiterhelfen kann.

    VG
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    am 29.05.2016 07:35:11 | IP (Hash): 2057440249
    Moin, Moin Emsato,

    wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Dein Mann muss schlicht seine Krankheit akzeptieren,
    sich mit dieser Erkrankung auseinandersetzen und handeln. Die Vorgehensweise ist wie im geschäftlichen Bereich und unterscheidet sich durch nichts. Entweder kriegt er die Erkrankung in den Griff oder die Erkrankung kriegt ihn in den Griff.

    Beruflich kürzer treten, Stress abbauen durch die Delegierung von Aufgaben, sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen, eine Kurmaßnahme beantragen.

    LG Rolf der ihm wünscht die richtigen Entscheidungen zu treffen.


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    am 29.05.2016 08:14:36 | IP (Hash): 982875449
    Puh...

    Erstmal vielen Dank für deine Antwort.
    Das klingt ja ganz schön hart.

    Kannst du mir sagen, wie wichtig es ist, BE zu zählen? Woher weiß man, wieviel man essen darf? Beim Arzt war das bisher kein Thema. Danach darf mein Mann alles essen, worauf er sich beruft und es dann mit den KH nicht so genau nimmt..
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    am 29.05.2016 10:26:19 | IP (Hash): 2096420446
    Emsato schrieb:
    Puh...

    Erstmal vielen Dank für deine Antwort.
    Das klingt ja ganz schön hart.

    Kannst du mir sagen, wie wichtig es ist, BE zu zählen? Woher weiß man, wieviel man essen darf? Beim Arzt war das bisher kein Thema. Danach darf mein Mann alles essen, worauf er sich beruft und es dann mit den KH nicht so genau nimmt..



    Auf die Gefahr hin, hier wieder mal von einigen Usern angepöbelt zu werden, muß ich sagen, daß BE zählen nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Versteh mich nicht falsch, es ist sicherlich richtig, daß man sich als Diabetiker nicht mit Kohlehydraten vollstopfen soll, aber tatsächlich ist es so, daß - wie der Arzt schon sagte - man auch als Diabetiker alles essen kann. Im Lauf der Zeit bemerkt man, welche Lebensmittel den BZ besonders hochtreiben und auf die verzichtet man dann halt. Aber als "Medikament" taugen irgendwelche low-carb-Diäten nicht.
    Der Arzt sagte, es sei kein "richtiger" Typ 2. Hat er gesagt, was es dann für ein Typ ist. Eigentlich kommen mir die Symptome eher vor wie bei einem Typ 1er, oder aber es ist ein Mody. Das ist die genetisch bedingte Form des Diabetes. Das genau festzustellen ist sehr aufwendig, daher wird es nicht gerne gemacht.
    Aber mit Metformin alleine wird und kann dein Mann seinen Diabetes nicht in den Griff bekommen. Meiner Meinung nach müßte er mit Insulin behandelt werden. Diese "Sprünge", die sein BZ macht, lassen sich sonst nicht in den Griff kriegen.
    Ich weiß nicht, wie gut dein Diabetologe ist, aber ich würde hinsichtlich der Medikation auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen. In dieser HInsicht liegt leider sehr viel im Argen, auch bei Ärzten, die sich Diabetologe nennen. Typ2 ist nämlich weitaus komplizierter als viele glauben, dank der Medien, die auf geradezu fahrlässige Art Desinformation betreiben. Leider sind auch viele Ärzte noch nicht auf dem neuesten Stand der Forschung.
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    am 29.05.2016 16:54:46 | IP (Hash): 1994533579
    Hallo Emsato, ich würde Dir ev. empfehlen mit 2 Insuline zu arbeiten d.h.ITC , damit kann man den Zucker besser in Griff bekommen . Also zum Essen das schnellwirkende Insulin und dann zum abdcken ein
    Verzögerungs Insulin . Das fängt ungefähr in etwa 3 Std. an und wirkt dann 6-8 Std.
    Das istdie einzige Möglichkeit einen gleichmäßigen Zucker zu bekommen. Als Faustregel mußt Du
    Dir merken , der Zucker steigt und fällt nur mit dem KH Also eine Pizza hat ca. 10-12 Be und dann muß man dafür spritzen. Aber mit der ITc Methode mußt Du unbedingt in eine Schulung.
    Also ich wünsche Dir viel Erfolg
    B:S
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    am 29.05.2016 20:26:37 | IP (Hash): 982875449
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Vor allem dir EH. Vieles von dem was du geschrieben hast deckt sich mit den Infos vom Diabetologen.

    Es wurde tatsächlich schon getestet - aber ein Mody ist es nicht.
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    am 29.05.2016 22:09:10 | IP (Hash): 1684888366
    Emsato schrieb:
    Kannst du mir sagen, wie wichtig es ist, BE zu zählen? Woher weiß man, wieviel man essen darf? Beim Arzt war das bisher kein Thema. Danach darf mein Mann alles essen, worauf er sich beruft und es dann mit den KH nicht so genau nimmt..


    Hallo Emsato,

    schade, dass dein Mann sich nicht mehr um seinen Diabetes kümmert und du dir für ihn Sorgen machen musst. Eigentlich ist das fast unmöglich. Ein bisschen Einfluss hast du aber dadurch, dass du das Essen besorgst und zubereitest. Wenn du es geschickt anstellst, dann kannst du diesen Einfluss gut nutzen.

    Ich persönlich kenne keinen Mann, der seine Ernährung wegen der Gesundheit gerne auf Salat und Gemüse, ich nenne es mal "Karnickelfutter", umstellt. Wenn er die KH für einen besseren und gleichmäßigeren BZ-Verlauf moderat reduzieren soll. dann kann er das doch wenigstens durch Sachen ersetzen, die gut schmecken. Gut schmecken tut nun mal ein Steak, gut schmecken tut nun mal der Blumenkohl, die Möhren oder Erbsen mit viel gesunder Butter. Wenn er von dir so etwas vorgesetzt bekommt, dann fällt es bestimmt nicht allzu schwer, die Kartoffelportion zu halbieren. Zum Frühstück machen z.B. sehr gesunde Eier schön satt und sind ein guter Grund, die Brötchenration zu halbieren.

    Natürlich ist auch das eine Umstellung für deinen Mann, bei der er mitmachen muss. Aber so fällt es ihm bestimmt viel leichter, sich passend für seinen Diabetes gesund zu ernähren. Bei der Bewegung helfen übrigens auch kleine Schritte. Schon wenn du ihn öfter mal zu einem entspannenden Abendspaziergag überreden kannst, wäre dasbereits hilfreich. Moderate KH-Reduzierung und Bewegung sind übrigens bei jeder Form von Diabetes sinnvoll, weil sie dabei helfen, den BZ möglichst gesund zu führen. Die passenden Medikamente sind natürlich auch sehr wichtig, sie kommen aber erst an zweiter Stelle. Ich vemute mal, dass dein Mann noch eine Weile sehr gut mit Metformin und dem DPP4-Hemmer Januvia auskommen kann, wenn er auf seine Ernährung und auf die Bewegung achtet.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 30.05.2016 13:51:19 | IP (Hash): 982875449
    Hallo Rainer, vielen Dank für deine Antwort. Deine Anregungen werde ich umsetzen!

    VG
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    am 30.05.2016 16:24:06 | IP (Hash): 1552051516
    Emsato schrieb:
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Vor allem dir EH. Vieles von dem was du geschrieben hast deckt sich mit den Infos vom Diabetologen.

    Es wurde tatsächlich schon getestet - aber ein Mody ist es nicht.



    Hallo Emsato,
    erstmal vorweg, ich habe seit ca. 40 Jahren Diabetes und kann dir versichern, die Vorgaben wie sich ein Diabetiker zu ernähren hat, haben sich in dieser Zeit zig-mal geändert und wiederholen sich alle paar Jahre.

    lch finde, daß dein Mann sich gar nicht so schlecht ernährt. Von Obst wird Diabetikern heutzutage abgeraten, weil es viel Fruchtzucker enthält und das scheint Gift für Diabetiker zu sein. (Viele Jahre lang wurde es Diabetikern empfohlen, aber das ist nun offenbar anders). Dein Mann ißt immerhin Kartoffeln, Spinat und Tomaten, das ist doch schon was. Die Nudeln muß er halt einschränken und Pizza sollte Seltenheitswert haben. Aber warum sollte er keine Pommes essen, er hat schließlich kein Übergewicht. Und Fett verlangsamt den Anstieg des BZ. "Essen Sie lieber eine Sahnetorte als ein Stück Obstkuchen" (Originalton eines Diabetologen). Wegen der Chips würde ich mal versuchen ihm die durch Nüsse zu ersetzen, ist viel gesünder. Stell mit ihm zusammen einen Speiseplan zusammen und hör auf ihn. Auf keinen Fall darft du ihm irgendwelche Dinge aufdrängen, dier er nicht mag. Ich würde sauer, wenn man mich mit Rosenkohl oder Möhren füttern wollte. Jeder Mensch sollte das essen dürfen, was ihm schmeckt.

    Dieses auf und ab der BZ Werte wirst du auf keinen Fall mit der Ernährung korrigieren können, das kannst du nur mit Insulin und ich bin keineswegs der Ansicht, daß Ernährung wichtiger ist als Medikamente, das ist einfach Unsinn. Die Zellen brauchen Insulin, das allein ist der Knackpunkt. Es ist wichtig, nach der Ursache zu fragen, an Symptomen zu arbeiten ist ja ganz nett, bringt aber nicht wirklich etwas. Und hoher BZ ist halt ein Symptom und keine Krankheit an sich.

    Mein Mann ist gerade im Begriff sich von einer sehr schweren Krankheit zu erholen. In der Zeit als es nicht klar war, ob er sich jemals davon erholen wird, sind meine Zuckerwert kaum unter 200 gefallen, obwohl ich sehr wenig gegessen habe,
    Auch als ich mit einer Darm-OP im Krankenhaus lag, waren meine Werte die ganze Zeit ebenfalls über 200, obwohl ich natürlich überhaupt nichts gegessen habe.
    Es sind ganz andere Dingen, die den BZ steigen lassen, die Ernährung ist nur eines davon und nicht mal das wichtigste.

    Was den Sport betrifft, der ja momentan wieder mal ganz groß geschrieben wird, Ich hab in den 40 Jahren meiner Diabeteslaufbahn einen Sohn bekommen, eine Familie versorgt, meine demente Mutter gepflegt und einen Mann mit einem schweren Herzinfarkt versorgt. Daneben hab ich auch noch gearbeitet. Glaubst du, ich hätte Zeit für Sport gehabt? Es hat mir nicht geschadet.

    Informiere dich überall, aber laß dir nichts einreden. Letzten Endes ist es dein Mann, der sich wohlfühlen muß und wann er sich wohlfühlt, das kann nur er selbst bestimmen,
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    am 30.05.2016 16:30:12 | IP (Hash): 1552051516
    @Rainer

    "Moderate KH-Reduzierung und Bewegung sind übrigens bei jeder Form von Diabetes sinnvoll, weil sie dabei helfen, den BZ möglichst gesund zu führen. Die passenden Medikamente sind natürlich auch sehr wichtig, sie kommen aber erst an zweiter Stelle. Ich vemute mal, dass dein Mann noch eine Weile sehr gut mit Metformin und dem DPP4-Hemmer Januvia auskommen kann, wenn er auf seine Ernährung und auf die Bewegung achtet." Zitat Rainer

    Bist du wieder mal dabei, Ratschläge zu erteilen, die nur ein Arzt geben kann und sollte?
    Daß du deine Diabetes (oder Prädiabetes) jahrelang mit low-carb "behandelt" hast, mag für dich ok gewesen sein. Für andere ist es das nicht, das nun als alleinseligmachene Therapie zu verkünden, finde ich wirklich völlig daneben.