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Schwangerschaftsdiabetes

  • Elfe

    Rang: Gast
    am 29.08.2016 19:10:18 | IP (Hash): 2046177090
    EH schrieb:
    hjt_Jürgen schrieb:
    Wo alle Nährstoffe von der Mutter zum Baby durchgereicht werden, kommen auch z.B. 200mg/dl der Mutter beim Baby an und müssen da vom kleinen Pankreas beständig auf die für das Baby normalen 60-80 gesenkt werden. Also nicht missverstehen: Nur für den Anteil des mütterlichen Kreislaufs, der zum Umlauf durch das Baby abzweigt, wird vom Baby-Pankreas ggf. entsprechend mehr Insulin gefordert.überhöht ist oder in denen zu viel Insulin von außen zugeführt wird.
    ...
    Kurze Unter- oder Überschreitungen von irgendwelchen Allgemeingrößen sind bei Neugeborenen eher normal und geben sich in den ersten Lebenstagen mit zunehmender Gewöhnung an die komplette Selbstversorgung :)



    Naja Jürgen. Wenn das Baby aber selbst die Glucose im mütterlichen Blutanteil senkt, dann dürfte es eigentlich bei der Geburt keine "Übergröße" haben.



    Doch EH, nicht der gesenkte Glucose-Wert im Blut des Babys ist für die Gewichtszunahme ausschlaggebend, sondern daß das 'Überangebot' an Mutter-Blutzucker vom kindlichen Organismus verstoffwechselt wird mittels Insulin und sich dann im Wachstum zeigt.

    siehe auch "Sehr vereinfacht gesagt enthält bei einem Schwangerschaftsdiabetes das Blut der Frau zu viel Zucker, der direkt an das Baby weitergegeben wird. Der Fötus speichert den Zucker, was unter anderem zu einem überproportionierten Wachstum vor allem von insulinempflindlichem Gewebe wie dem Rumpf- und Schulterbereich führt. Das erzeugt bereits bei der Geburt Probleme."
    unterhttp://www.t-online.de/eltern/gesundheit/uebergewicht/id_56575046/uebergewicht-bei-kindern-werden-unsere-babys-immer-dicker-.html

    Bei den heutigen Ultraschalluntersuchungen würde sich das aber zeigen.

    Liebe EH,
    habe selber kein Kind geboren und sehr lange damit gehadert.

    Aufgrund der Erbanlagen, hat das 'die Natur' aber richtig entschieden.
    Neben Autoimmunerkrankungen wäre auch mein Blutfaktor für das Kind gefährlich geworden.

    Elfe


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    am 29.08.2016 20:05:19 | IP (Hash): 1682951148
    Elfe schrieb:
    EH schrieb:
    hjt_Jürgen schrieb:
    Wo alle Nährstoffe von der Mutter zum Baby durchgereicht werden, kommen auch z.B. 200mg/dl der Mutter beim Baby an und müssen da vom kleinen Pankreas beständig auf die für das Baby normalen 60-80 gesenkt werden. Also nicht missverstehen: Nur für den Anteil des mütterlichen Kreislaufs, der zum Umlauf durch das Baby abzweigt, wird vom Baby-Pankreas ggf. entsprechend mehr Insulin gefordert.überhöht ist oder in denen zu viel Insulin von außen zugeführt wird.
    ...
    Kurze Unter- oder Überschreitungen von irgendwelchen Allgemeingrößen sind bei Neugeborenen eher normal und geben sich in den ersten Lebenstagen mit zunehmender Gewöhnung an die komplette Selbstversorgung :)



    Naja Jürgen. Wenn das Baby aber selbst die Glucose im mütterlichen Blutanteil senkt, dann dürfte es eigentlich bei der Geburt keine "Übergröße" haben.



    Doch EH, nicht der gesenkte Glucose-Wert im Blut des Babys ist für die Gewichtszunahme ausschlaggebend, sondern daß das 'Überangebot' an Mutter-Blutzucker vom kindlichen Organismus verstoffwechselt wird mittels Insulin und sich dann im Wachstum zeigt.

    siehe auch "Sehr vereinfacht gesagt enthält bei einem Schwangerschaftsdiabetes das Blut der Frau zu viel Zucker, der direkt an das Baby weitergegeben wird. Der Fötus speichert den Zucker, was unter anderem zu einem überproportionierten Wachstum vor allem von insulinempflindlichem Gewebe wie dem Rumpf- und Schulterbereich führt. Das erzeugt bereits bei der Geburt Probleme."
    unterhttp://www.t-online.de/eltern/gesundheit/uebergewicht/id_56575046/uebergewicht-bei-kindern-werden-unsere-babys-immer-dicker-.html

    Bei den heutigen Ultraschalluntersuchungen würde sich das aber zeigen.

    Liebe EH,
    habe selber kein Kind geboren und sehr lange damit gehadert.

    Aufgrund der Erbanlagen, hat das 'die Natur' aber richtig entschieden.
    Neben Autoimmunerkrankungen wäre auch mein Blutfaktor für das Kind gefährlich geworden.

    Elfe





    Wenn ich damals gewußt hätte, was ich heute weiß. hätte vielleicht auch kein Kind bekommen. Aber damals, Anfang der Siebziger Jahre hat kein Mensch wirklich etwas von Typ2 gewußt, geschweige denn wurde man ernst genommen. Im Nachhinein bin ich sicher, daß wir (Muttter, Schwester und ich) einen sog, Mody haben. Testen wird das natürlich niemand mehr, aber auch mein Diabetologe meint, daß vieles dafür spricht. Testen wäre zu teuer und bringt ja nichts.

    Sohn kam 1981 zur Welt, hat nach der Geburt sehr schnell abgenommen und hatte dann Normalgewicht. Die Töchter meiner Schwester sind älter, aber auch die haben keine Probleme. Diabetes hat keines von ihnen. Von meiner Schwester weiß ich es nicht, aber bei mir gab es schon Ultraschalluntersuchungen, daher wußte ich auch wie groß das Baby war und habe auf einem Kaiserschnitt bestanden.

    Nun, wir sind glücklich unseren Sohn zu haben und manchmal ist es vielleicht gut nicht allzuviel zu wissen. Ich denke, wir hatten Glück.
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    am 04.09.2016 08:58:53 | IP (Hash): 492696425
    Diese Doku wollte ich euch mal da lassen, damit ihr seht, dass ich nicht nur Blödsinn von mir gebe.

    http://www.ardmediathek.de/tv/tag7/Das-Baby-kommt-Zwischen-Trauma-und-Tra/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=7543394&documentId=37417216

    Diese Doku hat zwar nix mit Diabetes zu tun aber zeigt die allgemeine Problematik auf.
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    am 25.09.2016 07:34:18 | IP (Hash): 492696425
    Guten morgen, jetzt bin ich es mal wieder mit einer Frage ;)

    Der HbA1c-Wert. Am Anfang diesen Threads wurde dieser kritisch bewertet. Ist der in der ss nicht Aussage kräftig und wenn ja, warum?
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    am 25.09.2016 09:33:20 | IP (Hash): 1194398568
    Hallo Rose,

    das HbA1c ist aus meheren Gründen bei Gestationsdiabetes nicht von Bedeutung.

    1. So ein SS-Diabetes verschärft sich häufig innerhalb kurzer Zeit. Am HbA1c, das den durchsschnittlichen BZ der letzen 8 ... 10 Wochen widerspiegelt, würde man den aktuellen Stand nicht erkennen.

    2. Bei den niedrigen Grenzwerten, die bei SS-Diabetes angestrebt werden, ist der HbA1c-Wert oft noch gut. Man würde SS-Diabetes daran gar nicht erkennen können.

    Nach der SS bekommt dieser Wert auch für dich eine Bedeutung. Du kannst dann damit prüfen lassen, ob du den Diabetes wieder losgeworden bist oder nicht. Das macht aber frühestens ein halbes Jahr nach der Entbindung Sinn.

    Geht es dir und deinem Baby gut und kannst du deinen BZ noch ausreichend zähmen?

    LG Rainer
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    am 26.09.2016 10:53:26 | IP (Hash): 1867080128
    Habe mich jetzt durch den ganzen Thread gelesen.

    Ich habe Erfahrungen mit Diabetes in der Schwangerschaft. Ich war dreimal schwanger, drei Mal insulinpflichtig. Erste Schwangerschaft nur die letzten acht Wochen, die anderen beiden von Anfang an. Mein mittleres Kind lag auf der Säuglingsintensivstation, 14 Tage, weil er seinen Zucker nicht hoch halten konnte und dauerhaft an der Glucosepumpe lag.


    Warum Klinik eine Gefahr bei insulinpflichtig Müttern sehen? Stell dir vor du spritzt Insulin, du beißt in dein Brötchen, du bekommst die Wehen, nicht langsam, sondern sofort auf Alarm. Egal wie, du vergisst das Essen, weil dein Körper gerade mit was ganz anderem beschäftigt ist.
    So dramatisch muss es aber ganicht laufen. Selbst wenn nach dem Essen deine Wehen anfangen. So eine Geburt ist anstrengend. Das Insulin wirkt, du läufst Gefahr zu unterzuckern. Dann hat nicht nur dein Baby ein Problem, sondern in erster Linie du.

    Babys können aus genau dem gleichen Grund sehr wohl unter der Geburt unterzuckern. Da aber auch in diesem Fall sämtliche Hormone deinen Körper Fluten, ist eine Unterzuckerung nicht immer sofort erkennbar. Mitunter nicht mal messbar, weil der BZ Abfall auch sehr schnell passieren kann. Richtig blöd wird es, wenn die Geburt schon so weit fortgeschritten ist, dass ein schnelles Eingreifen durch einen Kaiserschnitt (der definitiv nicht schön ist, aber manchmal eben notwendig) nicht möglich ist. Die Geburt läuft, aber es droht die Gefahr, dass du sie nicht schaffst, weil deine Werte absacken und damit auch deine Kräfte.
    Schwangerschaftsdiabetes verläuft nicht wie normale Diabetes. Du unterliegst unter Umständen permanenten Schwankungen. Regelmäßiges kontrollieren ist Pflicht! Kurzzeitige Spitzen sind nicht schlimm, aber wenn die auf Dauer auftreten sind sie sehr wohl zu beachten.
    Schwangerschaftsdiabetes kann auch schon in der ersten Hälfte auftreten und ist nicht minder ungefährlich.
    Mein Kind, welches auf der Säuglingsintensivstation lag, hatte fast 5 kg und das, obwohl er in der 36. Woche geholt wurde.

    Meine Werte damals waren quasi leicht erhöht. Werte bei denen heute bei einem nicht Schwangeren wahrscheinlich ein Arzt das ganze nur vage im Auge behalten würde. Aber bei einer Schwangerschaft ist es eben was anderes. Warum warten, bis alles zu spät ist? Lieber von Anfang an alles im grünen Bereich halten.
    Ich würde an deiner Stelle mindestens genauso viel Energie in die Suche nach einer kompetenten Klinik wo du dich wohl fühlt stecken, wie in die Planung deiner Hausgeburt.
    Die Entfernung sollte zum Wohle deines Kindes wohl keine Rolle spielen.
    Hausgeburt kannst du machen, wenn es gut geht. Sollte sich aber dein Zuckerwert nur mit Mühe und Not ohne Insulin halten lassen, würde ich den Gedanken ganz schnell verwerfen. Auch in den letzten Tagen erst kann dein Zucker total entgleisen und auch ohne Insulin stark abfallen. Es ist dann eben alles durcheinander. Klar kann das immer passieren, aber sei dankbar, wenn du vorher weißt, dass du was zu beachten hast.
    Diabetes in der Schwangerschaft ist nicht einfach, aber auch kein Drama, wenn man sich dem stellt und zu lässt, dass man lieber eher Eventualitäten ausschließen will, als hinterher.
    Bearbeitet von User am 26.09.2016 10:56:28. Grund: Mein selbst korrigieren des Handy
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    am 26.09.2016 15:43:45 | IP (Hash): 199394826
    Rainer schrieb:
    Hallo Rose,

    das HbA1c ist aus meheren Gründen bei Gestationsdiabetes nicht von Bedeutung.

    1. So ein SS-Diabetes verschärft sich häufig innerhalb kurzer Zeit. Am HbA1c, das den durchsschnittlichen BZ der letzen 8 ... 10 Wochen widerspiegelt, würde man den aktuellen Stand nicht erkennen.

    2. Bei den niedrigen Grenzwerten, die bei SS-Diabetes angestrebt werden, ist der HbA1c-Wert oft noch gut. Man würde SS-Diabetes daran gar nicht erkennen können.

    Nach der SS bekommt dieser Wert auch für dich eine Bedeutung. Du kannst dann damit prüfen lassen, ob du den Diabetes wieder losgeworden bist oder nicht. Das macht aber frühestens ein halbes Jahr nach der Entbindung Sinn.

    Geht es dir und deinem Baby gut und kannst du deinen BZ noch ausreichend zähmen?

    LG Rainer



    Hallo Rainer,

    vielen Dank für die auf den Punkt gebrachte Antwort. Das hört sich logisch an.

    Aber warum wird dann empfohlen SPÄTESTENS 8 Wochen nach Geburt zu prüfen, ob der Diabetes weiter fort besteht? Ahh da wird wahrscheinlich wieder so ein OGOTT Test gemacht?

    Mein BZ sieht momentan echt gut aus. 84, 85 Nüchternwerte. Der süße Nachgeschmack ist weiterhin nicht vorhanden. Ich denke, bei mir sind tatsächlich die ersten drei Monate, durch Hormonumstellung usw. verzwickt gewesen und wahrscheinlich werde ich auch die letzten drei Monate zu kämpfen haben. Aber das mit dem Radl fahren haut schon gut hin. Auch wenn ich nur 2-3 mal die Woche fahre, reicht das aus. Übern Winter muss ich mir was überlegen, also bei Schnee und Glatteis will ich nicht durch die gegen schlittern. Aber unsere Winter haben ja maximal 2 Wochen Schnee und dann is er ja eh schon wieder vorbei ... ;)

    Hausgeburtshebamme habe ich auch gefunden. Die ist da recht entspannt, wie Hebammen halt so sind (oder sein sollten). Schau ma moi, dann seng mas scho. Sie hat natürlich ihre Vorschriften, so ist es nicht, aber das ist mal was anderes, als die Panik herrschende Umwelt, die einen am liebsten in Watte packen würde unter Vollbeobachtung.... Gut, momentan setzte ich mich dieser Panik herrschenden Umwelt nicht aus, daher hält sich das in Grenzen. Aber das wird noch früh genug kommen. :O

    Leider nicht ganz so kompakt, wie deine Antwort... Fazit: uns geht's gut :)
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    Mitglied seit: 10.08.2016
    am 26.09.2016 16:26:32 | IP (Hash): 199394826
    Steffi1980 schrieb:
    Habe mich jetzt durch den ganzen Thread gelesen.

    Ich habe Erfahrungen mit Diabetes in der Schwangerschaft. Ich war dreimal schwanger, drei Mal insulinpflichtig. Erste Schwangerschaft nur die letzten acht Wochen, die anderen beiden von Anfang an. Mein mittleres Kind lag auf der Säuglingsintensivstation, 14 Tage, weil er seinen Zucker nicht hoch halten konnte und dauerhaft an der Glucosepumpe lag.


    Warum Klinik eine Gefahr bei insulinpflichtig Müttern sehen? Stell dir vor du spritzt Insulin, du beißt in dein Brötchen, du bekommst die Wehen, nicht langsam, sondern sofort auf Alarm. Egal wie, du vergisst das Essen, weil dein Körper gerade mit was ganz anderem beschäftigt ist.
    So dramatisch muss es aber ganicht laufen. Selbst wenn nach dem Essen deine Wehen anfangen. So eine Geburt ist anstrengend. Das Insulin wirkt, du läufst Gefahr zu unterzuckern. Dann hat nicht nur dein Baby ein Problem, sondern in erster Linie du.

    Babys können aus genau dem gleichen Grund sehr wohl unter der Geburt unterzuckern. Da aber auch in diesem Fall sämtliche Hormone deinen Körper Fluten, ist eine Unterzuckerung nicht immer sofort erkennbar. Mitunter nicht mal messbar, weil der BZ Abfall auch sehr schnell passieren kann. Richtig blöd wird es, wenn die Geburt schon so weit fortgeschritten ist, dass ein schnelles Eingreifen durch einen Kaiserschnitt (der definitiv nicht schön ist, aber manchmal eben notwendig) nicht möglich ist. Die Geburt läuft, aber es droht die Gefahr, dass du sie nicht schaffst, weil deine Werte absacken und damit auch deine Kräfte.
    Schwangerschaftsdiabetes verläuft nicht wie normale Diabetes. Du unterliegst unter Umständen permanenten Schwankungen. Regelmäßiges kontrollieren ist Pflicht! Kurzzeitige Spitzen sind nicht schlimm, aber wenn die auf Dauer auftreten sind sie sehr wohl zu beachten.
    Schwangerschaftsdiabetes kann auch schon in der ersten Hälfte auftreten und ist nicht minder ungefährlich.
    Mein Kind, welches auf der Säuglingsintensivstation lag, hatte fast 5 kg und das, obwohl er in der 36. Woche geholt wurde.

    Meine Werte damals waren quasi leicht erhöht. Werte bei denen heute bei einem nicht Schwangeren wahrscheinlich ein Arzt das ganze nur vage im Auge behalten würde. Aber bei einer Schwangerschaft ist es eben was anderes. Warum warten, bis alles zu spät ist? Lieber von Anfang an alles im grünen Bereich halten.
    Ich würde an deiner Stelle mindestens genauso viel Energie in die Suche nach einer kompetenten Klinik wo du dich wohl fühlt stecken, wie in die Planung deiner Hausgeburt.
    Die Entfernung sollte zum Wohle deines Kindes wohl keine Rolle spielen.
    Hausgeburt kannst du machen, wenn es gut geht. Sollte sich aber dein Zuckerwert nur mit Mühe und Not ohne Insulin halten lassen, würde ich den Gedanken ganz schnell verwerfen. Auch in den letzten Tagen erst kann dein Zucker total entgleisen und auch ohne Insulin stark abfallen. Es ist dann eben alles durcheinander. Klar kann das immer passieren, aber sei dankbar, wenn du vorher weißt, dass du was zu beachten hast.
    Diabetes in der Schwangerschaft ist nicht einfach, aber auch kein Drama, wenn man sich dem stellt und zu lässt, dass man lieber eher Eventualitäten ausschließen will, als hinterher.



    Hallo Steffi,

    vielen Dank, dass du hier deine Erfahrungen teilst. Kann sein, dass ich dich nun gleich etwas Löchern werde ;) Du musst natürlich nicht antworten, weder auf persönliche noch unpersönliche Fragen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Zeit recht schrecklich war, grade bei deinem Mittleren Kind. Kannst du mir vielleicht noch etwas genauer schildern, wie es damals abgelaufen ist? Also, wie waren deine Werte, wie viel musstest du spritzen und wie oft? Wie verlief die Geburt? Wie wurdest du behandelt? Durftest du dir deine Geburt selbst aussuchen, wie sie abläuft also stehend, laufend oder im Wasser, oder hattest du strikte Vorgaben, wie Dauer-CTG, nur im Bett liegend ...? Gab es weitere Eingriffe wie Medikamente (wie PDA, Wehentropf oder anderes) oder Kristellern, Kaiserschnitt...) Und dann natürlich das danach... Ist dein Kind sofort unterzuckert oder hat es noch einige Zeit gedauert? Wurde dir dein Kind nach der Geburt gegeben oder sofort weggebracht (wg. Unterzucker oder nur um das auszuschließen)? Hat dein Kind das Kolostrum bekommen?

    Wie ist das bei deinen anderen Kindern gewesen? Wie schlimm war da der Diabetes oder hast du in diesen Schwangerschaften etwas anderes gemacht, bei dem du glaubst, dass ist der Grund, warum die beiden andern nicht Unterzuckert sind? Wie verliefen da die Geburten? Selbstbestimmt oder sehr Bestimmend vom Fachpersonal?

    Ich bin nun grad etwas verwirrt, mein Diabetologe hatte mir damals eindringlich gesagt, Unterzuckern könne ich nicht. War nämlich auch eine Sorge von mir. Liegt das vielleicht daran, dass ich nur Nachtinsulin spritzen musste (6-8 Einheiten)?
    Aber müsste man dann nicht auch da eine Unterscheidung machen zwischen schnell und langsam wirkendes Insulin bzw. wie schlimm eben der Diabetes ist? Oder gibt es bei Nachinsulin ähnliche Gefährdungen?

    Hier wurde mir auch erklärt, dass Hormone nicht zum Kind durchdringen nur in die andere Richtung. Dann dürfte ich ja das Kind mit einem Unterzucker soweit erstmal nicht gefährden. Achso, wenn ich sonst immer Überzucker habe und dann nur noch Unterzucker muss dass Kind dann ja auch nicht mehr so viel mit produzieren... Ok dann ist es klar..

    Hmm meines Wissens nach, wird der Diabetes zum Ende einer SS ja auch wieder besser, konnte ich sogar bei mir beobachten.

    Also ich muss ganz klar sagen, ich stelle mich dem Diabetes jetzt viel besser, als in der ersten ss. Ich bin definitv viel informierter, achte besser darauf. In der ersten ss war ich demzufolge wirklich "uneinsichtig", obwohl ich permanent kontrolliert wurde. Jetzt wo ich mich momentan nur selbst kontrolliere, habe ich es viel besser im Griff. Auch wenn das für manche hier nicht so aussieht. Aber permanente Kontrolle durch Arzt oder Fachperson bedeutet nicht gleich, dass alles super toll läuft. Die Psychische Komponente wird nämlich von Ärzten generell komplett vernachlässigt. Ich wurde damals auch von der Psychischen Seite komplett alleine gelassen. Sie haben mir das Handwerkszeug in die Hand gedrückt und gesagt was ich damit tun soll. Meine Ängste oder mein plötzlich aus dem Gleichgewicht geratenes Gesamtbefinden wurde völlig ignoriert bzw. nicht beachtet, sondern noch schön nachgebohrt - Das machen Sie doch für ihr KIND!!!, Es sind doch nur noch ein PAAR Wochen!! -

    Was mich jetzt zum Schluss noch interessieren würde, was ist deiner Meinung nach in deinen drei Schwangerschaften gut/ schlecht gelaufen, was bzw wie hätte es besser sein können? Was hätte bei der Betreuung der Geburten (währenddessen und danach) anders, besser laufen können oder bist und warst du vollsten zufrieden damit? Würdest du generell jetzt im Nachhinein etwas anders tun?
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    am 26.09.2016 20:41:43 | IP (Hash): 1867080128
    Ich versuche es mal...

    Also ich bin ehrlich, ich weiß weder, wie meine Werte waren, noch was und wieviel ich gespritzt habe. Mein Sohn ist mittlerweile 12.

    Ich weiß nur noch, dass Werte um die 250 als sehr hoch eingestuft wurden. Ich habe die geringste Abweichung von gesunden Blutzuckerwerte mit Insulin korrigiert. Ich habe morgens und abends Langzeitinsulin gespritzt und vor jeder Mahlzeit den BZ getestet und meine Mahlzeiten berechnet und danach Einheiten Kurzzeitinsulin gespritzt.

    Die Geburt war ein geplanter Kaiserschnitt, da er in der 36. Woche geholt wurde und da schon fast 5 kg hatte. Ich hatte nur eine PDA. Ich habe im OP ein paar Minuten Kontakt gehabt, danach kam er direkt auf die Intensiv.Unterzuckert hat er drei Stunden nach der Geburt.

    Meine Kinder haben alle keine Milch bekommen, weil ich schlicht keine hatte. Bei allen drei nicht.

    In den andere. Schwangerschaften lief es ähnlich bzw. gleich.

    Als in der 32. Woche der ersten Schwangerschaft Zucker diagnostiziert wurde, musste ich genau so Spritzen, wie oben beschrieben. Geburtsgewicht war 3580 g und die Geburt lief spontan. Allerdings war mein Zucker die letzten zwei Wochen nahezu konstant und ohne Kurzzeitinsulin stabil. Ich konnte mir aussuchen, wie ich die Geburt wollte und war super betreut. Lief alles ohne Komplikationen. Dammriss war da, wurde genäht. Mehr war nicht.

    Bei der dritten hatte man vorher auch ein höheres Geburtsgewicht gemessen. Sie wog dann 4450 g Mitte 38. Woche. Auch Kaiserschnitt, (mit PDA) da zu riskant, weil 1. schon der Kaiserschnitt vorhanden, das Baby erwartenden groß war und die Gefahr der Unterzuckerung bestand.
    Unabhängig vom Zucker hat meine Tochter nur einen Atemzug genommen und die Atmung dann eingestellt. Deswegen war sie auch weg auf der Intensiv. Erholte sich nach der Reanimation aber schnell und Unterzuckert auch nicht.

    Meine Kinder (mittlerweile 14,12,8 Jahre alt) sind alle schlank. Meine Große macht keinen Sport, ist 1,73 m groß und trägt 34. Mein Sohn, der mittlere ist 1,63 und trägt 156 (größer nur, wenn es in der Länge nicht reicht) und macht viel Sport.
    Die kleine ist jetzt 1,33m und trägt 134. Sie ist jetzt Normalgewicht. Bis vor zwei Jahren, war sie im Grenzbereich zum Untergewicht.

    Unterschiede gab es nur bei der Ernährung, da hätte sich in sechs Jahren etwas geändert. Aber da ging es eher um light Produkte.

    Wann die Ärzte entscheiden, wie man spritzt, kann ich dir nicht sagen. Ich wurde zum Diabetologen geschickt, der hat mich sofort eingestellt und gut war. Mehr Infos als mich betreffend interessieren mich auch nicht. Also grundsätzlich.

    Du gefährdest das Kind mit deinem Unterzucker nicht, aber unter der Geburt kann es selbst unterzuckern. Da liegt das Hauptproblem.

    Bis auf die erste Geburt, könnte ich das nicht beobachten. Bei mir war erst nach den Geburten alles wieder im Rahmen.

    Ich muss gestehen, dass ich nicht so sensibel bin, was sie emotionale Seite angeht. Mich hat das nicht umgeworfen. Ja, es war doof, dass ich die Gestationsdiabetes hatte, wer will sowas schon freiwillig, aber alles was ich wissen wollte und mir nicht gesagt wurde habe ich selbst gefragt. Ich habe dann von Termin zu Termin immer Zeit mir Gedanken zu machen und habe mich halt wieder aufklären lassen. Wenn es so ist wie momentan, wo ich keine Aussagen bekomme oder diese mich nicht befriedigen, dann geh ich einen anderen Weg. Aber psychisch belastet hat mich das nicht. Vielleicht, weil die Diabetes damals für mich nichts unbekanntes war.

    Was gut oder schlecht gelaufen ist? Auf die Diabetes bezogen? Da fand ich mich immer gut aufgehoben. Das würde ich sofort wieder machen. Auch die Kaiserschnitte, auch wenn ich jedem davon abraten, der die Wahl hat. Ich hätte spontan geboren und habe das auch so mit meinem Gyn abgesprochen. Aber das Risiko war mir zu hoch. Es ist alles gut gegangen, also würde ich es genau so wieder machen. Und ich sehe in Ärzten auch nur Menschen, die eben das Beste geben, aber nicht alles beeinflussen können.


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    am 26.09.2016 21:05:54 | IP (Hash): 434190391
    Rose14 schrieb:
    Ich bin nun grad etwas verwirrt, mein Diabetologe hatte mir damals eindringlich gesagt, Unterzuckern könne ich nicht. War nämlich auch eine Sorge von mir. Liegt das vielleicht daran, dass ich nur Nachtinsulin spritzen musste (6-8 Einheiten)?
    Hier wurde mir auch erklärt, dass Hormone nicht zum Kind durchdringen nur in die andere Richtung. Dann dürfte ich ja das Kind mit einem Unterzucker soweit erstmal nicht gefährden.

    Hallo Rose,

    ergänzend zu Steffis Antworten, ich möchte dich noch mal bezüglich der Unterzuckerungen etwas beruhigen. Es ist richtig, dass du mit den wenigen Einheiten Basalinsulin so gut wie nicht gefährlich unterzuckern kannst. Bei den 8 Einheiten, die über ca. 12 Stunden wirken, sind das weniger als 1 IE pro Stunde. Selbst wenn das in manchen Situationen etwas zu viel wäre, könnte deine Leber es mit entsprechender Glukoseausgabe gut ausgleichen. Bei Kurzzeitinsulin in einer höheren Dosis ist die Gefahr von Hypos natürlich größer.

    Die andere Frage spannende Frage, inwiefern Unterzuckerungen deinem Baby schaden können, siehst du richtig. Deine Unterzuckerungen, solange es keine schweren Unterzuckerungen mit Wegtreten sind, schaden dem Baby nicht. Das liegt einmal daran, dass das Baby seinen BZ selbst reguliert. Bei zu niedrigem BZ wird die Leber des Babys die gespeicherte Glukose ausgeben und damit seinen eigene BZ so gut wie möglich regulieren.

    Es gibt aber noch eine andere Regelung die dein Baby vor Unterzuckerung schützt. Deine eigenen Zellen werden nämlich in so einem Fall insuliresistent geschaltet, so dass sie nur wenig Glukose aus dem Blut fischen, damit genug davon bei deinem Baby ankommt. Das ist das Standardbeispiel für physiologische Insulinresistenz, die nichts mit der krankhaften, der pathologischen Insulinresistenz zu tun hat. Diese physiologisch Insulinresistenz stellt sicher, dass dein Baby ausreichend mit Glukose versorgt wird, selbst wenn sie bei dir mal etwas knapp werden sollte.

    LG Rainer