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Schwangerschaftsdiabetes

  • Elfe

    Rang: Gast
    am 16.08.2016 02:07:39 | IP (Hash): 1329236406
    Elfe schrieb:

    Aber sich nur auf Zahlenwerte deines Blutzuckermessgerätes zu verlassen, darf nicht sein !
    Übrigens, hast du noch dein 'altes' von der ersten Schwangerschaft ?
    Auch bei den Messgeräten gibt es technische Fortschritte, lasse dir vom Arzt bitte eines der neuen Generation geben.



    Hallo Rose,
    möchte meinen gestrigen Beitrag bzgl. Blutzuckermessgerät ergänzen.

    Ich musste mein Blutzuckermessgerät austauschen, aufgrund der Information, daß die Herstellung der Sensoren zu meinem 'alten' in absehbarer Zeit eingestellt wird.
    Aber solange ich beide Geräte mit entsprechenden Sensoren zur Verfügung hatte, habe ich eine Testreihe vorgenommen zwischen neu und alt.
    Eine Abweichung bis zu 35 habe ich dabei feststellen können, allerdings zu niedrig vom alten.
    In meinem persönlichen Fall hieß es, daß mein Unterzuckerproblem (kleiner 60) dann doch nicht so dramatisch war.

    Eine eigene Blutzuckerwertbestimmung auf genaue Werte auf 91 oder 94 halte ich aufgrund eines Patienten-Blutzuckermessgerätes als nicht möglich.

    Gruß Elfe
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 10.08.2016
    am 16.08.2016 07:52:13 | IP (Hash): 997145539
    Elfe schrieb:
    Hallo Rose,
    wenn ich deine Beiträge so lese, meine ich, daß die Umstände der Geburt deines ersten Kindes wohl traumatisch gewesen sein müssen.

    Du möchtest jetzt alles richtig machen.
    Aber sich nur auf Zahlenwerte deines Blutzuckermessgerätes zu verlassen, darf nicht sein !
    Übrigens, hast du noch dein 'altes' von der ersten Schwangerschaft ?
    Auch bei den Messgeräten gibt es technische Fortschritte, lasse dir vom Arzt bitte eines der neuen Generation geben.

    Aufgrund deiner Erfahrung und Wissen kannst du über Ernährung die Blutzuckerwerte ev. im Bereich halten. Ob du wirklich Insulin brauchst, ist doch noch gar nicht klar.
    Selbst wenn, damit wird nur die Menge aufgefüllt, zu der, die auch dein Körper selbst produziert.

    Auch möchte ich dir abraten, irgendwelche Foren/Statistiken zu Geburten/Kaiserschnitten/usw Deutschland-/Europa-/Welt-weit zu durchforsten, wird dich nur weiter verunsichern.

    Konkret geht es doch darum, daß du in deiner Wohngegend eine Klinik deines Vertrauens findest. Viele bieten Führungen/Informationen an, die du wahrnehmen kannst. (Dabei Kopf- und Bauchgefühl zur Beurteilung mit einbeziehen.)
    Das blödeste wäre, wenn tatsächlich bei deiner gewünschten Hausgeburt die Hebamme einen Arzt/Krankenwagen rufen müsste, und du dann in das nächste Krankenhaus eingeliefert würdest, wo du eigentlich gar nicht hin wolltest. Also 'Plan B' sollte in deiner Vorbereitung durchaus eine Rolle spielen.

    Deine Skepsis gegenüber der Ärzte/Krankenhäuser bzgl. 'Geldmacherei zu unnötigen Behandlungen', sollte aber jetzt nicht deine Sorge sein.
    Du darfst und sollst jetzt egoistisch sein für dein erwartestes Kind + dein erstgeborenes Kind + deinen Mann/Vater der Kinder + Dich = Deine Familie.

    Alles Gute !
    Elfe




    Ja, es ist noch das Gerät von vor ca 2 Jahren.

    Auch wenn das Insulin nur ausfüllt interessiert das die Ärzte Hebammen Versicherungen und Krankenkassen wenig. Sie sehen Insulin in ss als extreme Gefahr vermitteln das auch indem die am liebsten noch vor ET einleiten.

    Das heißt, es macht keinen Unterschied für das Kind oder mich ob ich ss Diabetes mit Ernährung einstellen kann oder mit Insulin noch ein klein wenig nachhelfe?

    Das Wissen aneignen zum Thema Geburt habe ich schob lange vor dieser ss getan, um einmal die letzte Geburt zu verarbeiten und auch bei einer weiteren besser aufgestellt zu sein.

    Ja das mit den Führungen ist mehr Schein als sein, das habe ich schon beim letzten mal erlebt. In dem KH hatte ich auch ein tolles Gefühl, alle waren nett und sympathisch, die Räume sahen schön aus und das Spektrum an geburtspositionen war auch mehr als ausreichend. Das Problem ist einfach, für die Geburtshelfer ist es einfach bequemer wenn Frau auf Rücken liegt. Die denkbar schlechteste geburtsposition die man wählen könnte und wohl keine Frau instinktiv tun würde.

    Viele wissen nicht wie es eigentlich bei einer hausgeburt zugeht. Da ist es nicht so das aus dem nichts Probleme entstehen und dann ganz schnell gehandelt werden muss. Nein, eine erfahrene Hebamme beobachtet dich und erkennt schon frühzeitig dass etwas nicht stimmt und dann entscheidet man sich ggf fürs verlegen, ohne hetz und Not. Ganz normal im Auto mit vorheriger Anmeldung im KH.

    Was mir eher dann sorgen bereitet ist nach der Geburt, sollte doch der ggf unterzucker nicht so leicht einstellbar sein.

    Alles was in der Geburtshilfe schief läuft betrifft mich aber primär. Denn da stecke ich ja mitten drin. Ob nun in der ss oder zur Geburt oder danach ist es ja auch nicht viel besser. Das einzige was mir hilft ist eben Wissen um argumentieren zu können, angst habe ich davor, wenn etwas ist worüber ich mich gar nicht informiert habe. Man könnte es fast als mündliche Prüfung betrachten :D

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 45
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    am 16.08.2016 08:05:12 | IP (Hash): 997145539
    Elfe schrieb:
    Elfe schrieb:

    Aber sich nur auf Zahlenwerte deines Blutzuckermessgerätes zu verlassen, darf nicht sein !
    Übrigens, hast du noch dein 'altes' von der ersten Schwangerschaft ?
    Auch bei den Messgeräten gibt es technische Fortschritte, lasse dir vom Arzt bitte eines der neuen Generation geben.



    Hallo Rose,
    möchte meinen gestrigen Beitrag bzgl. Blutzuckermessgerät ergänzen.

    Ich musste mein Blutzuckermessgerät austauschen, aufgrund der Information, daß die Herstellung der Sensoren zu meinem 'alten' in absehbarer Zeit eingestellt wird.
    Aber solange ich beide Geräte mit entsprechenden Sensoren zur Verfügung hatte, habe ich eine Testreihe vorgenommen zwischen neu und alt.
    Eine Abweichung bis zu 35 habe ich dabei feststellen können, allerdings zu niedrig vom alten.
    In meinem persönlichen Fall hieß es, daß mein Unterzuckerproblem (kleiner 60) dann doch nicht so dramatisch war.

    Eine eigene Blutzuckerwertbestimmung auf genaue Werte auf 91 oder 94 halte ich aufgrund eines Patienten-Blutzuckermessgerätes als nicht möglich.

    Gruß Elfe



    Aber wie alt war dein altes Messgerät? Ist das auch schon bei 2 Jahre?

    Wenn diese genaue Bestimmung nicht möglich ist, dann wäre es doch vom Arzt sehr unprofessionell aufgrund solcher Werte Insulin anzuordnen oder?
    Wie läuft es denn normalerweise ab? Wenn der Diabetes aufgrund der eigenen Messwerte schlechter wird und man mehr Insulin bräuchte, wird dann auch nur nach den Messwerten gegangen oder blutmessungen vorgenommen?

    Jetzt noch eine andere Frage:
    Mir wurde hier erklärt das nüchtern Werte nicht durch Nahrung beeinflussbar sind. Mit meinem Gerät hatte ich jetzt schon den Eindruck dass wenn ich abends kein Getreide esse meine Nüchternwerte besser sind als mit. Jetzt vorgestern war ein schlechter Tag ich hatte seit dem Frühstück nix gegessen und brauchte ein schnelles essen am Abend. Da sind mir nur die Tiefkühl Pizza Baguettes in die Hände gefallen die ich einfach essen musste. Am Morgen hatte ich dann einen Wert von 85. Nach dem Essen 143. Wenn wir jetzt mal da von ausgehen die Werte würden Stimmen, kann mir das bitte jemand genauer erklären wie das mit dem Nüchternwert ist, damit ich das verstehe?
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    am 16.08.2016 08:33:02 | IP (Hash): 1327987
    Selbst beim echten Labortest ist der einzelne BZ-Wert nicht besonders viel wert. Wenn es dabei auf eine bestimmte Höhe ankommt und eine Messung um plusminus 10% davon abweicht, gilt die nur mit dem Durchschnitt aus einer Reihe von mehreren Messungen unter vergleichbaren Umständen als bestätigt oder eben auch nicht. Ansonsten aus einem mehrstündigen Messzusammenhang wie z.B. beim oGTT.

    Auch für die eigene Steuerung ist der Messzusammenhang über einen Verlauf ausschlaggebend und nicht der einzelne Wert. Wenn ich 70mg/dl messe, muss ich für meine passende Reaktion wissen, ob der letzte Bolus zu der Zeit noch eifrig wirkt oder ob er schon ausgewirkt hat.
    Wenn während der Wirkzeit des Bolus könnte BEI MIR 1BE in den meisten aller Fälle völlig zum Bremsen vor dem Beginn von ner Hypo reichen.
    Wenn nach Wirkauslauf, wäre das ja zwar unten aber in meinem Zielbereich und 1BE würde MICH wieder deutlich über MEINE angestrebte Nüchternwert-Obergrenze von 90 bringen, und ich würde ne Stunde bis 2 weiter wahrscheinlich wieder auf unter 90 korrigieren wollen. Also praktisch mehr Insulin spritzen und mehr essen, als ich eigentlich will.

    Um beurteilen zu können, in welcher Situation man einen Wert misst/gemessen hat, muss man wissen, in welchem Verlaufsbereich in der eigenen Wirkkurve(n) man gemessen hat. Altmodisch kann man die persönlichen (nicht die im Internet!) Wirkkurven von den verschiedenen Nahrungsmitteln und vom jeweils gebrauchten Insulin mit eigenen systematischen Testreihen rausfinden. Neumodisch kann man sich dafür beim Diabetologen ein CGM leihen.


    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 16.08.2016 09:05:36. Grund: Ergänzung
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 17.08.2016 02:23:33 | IP (Hash): 1329236406
    Rose14 schrieb:

    Aber wie alt war dein altes Messgerät? Ist das auch schon bei 2 Jahre?

    Wenn diese genaue Bestimmung nicht möglich ist, dann wäre es doch vom Arzt sehr unprofessionell aufgrund solcher Werte Insulin anzuordnen oder?
    Wie läuft es denn normalerweise ab? Wenn der Diabetes aufgrund der eigenen Messwerte schlechter wird und man mehr Insulin bräuchte, wird dann auch nur nach den Messwerten gegangen oder blutmessungen vorgenommen?

    Jetzt noch eine andere Frage:
    Mir wurde hier erklärt das nüchtern Werte nicht durch Nahrung beeinflussbar sind. Mit meinem Gerät hatte ich jetzt schon den Eindruck dass wenn ich abends kein Getreide esse meine Nüchternwerte besser sind als mit. Jetzt vorgestern war ein schlechter Tag ich hatte seit dem Frühstück nix gegessen und brauchte ein schnelles essen am Abend. Da sind mir nur die Tiefkühl Pizza Baguettes in die Hände gefallen die ich einfach essen musste. Am Morgen hatte ich dann einen Wert von 85. Nach dem Essen 143. Wenn wir jetzt mal da von ausgehen die Werte würden Stimmen, kann mir das bitte jemand genauer erklären wie das mit dem Nüchternwert ist, damit ich das verstehe?



    Hallo Rose,
    mein 'altes' Messgerät war wesentlich älter.
    Wie gesagt, die Herstellung der Sensoren wurde angekündigt eingestellt, und brauchte ein neueres.

    Ich brauche schon lange Insulin, weil meine Bauchspeicheldrüse schleichend den Geist aufgibt, Insulingaben höher werden, der Arzt auf den HbA1c-Wert schaut, ist mit runden 6,5 soweit o.k.
    Die Blutuntersuchungen finden alle 3 Monate statt, die Überprüfung des Messgerätes in der Praxis - wie beschrieben - war so einigermaßen o.k., aber nur ein paar mal und auch nur auf Wunsch von mir bei der MFA.
    Auch habe ich eher ein Unterzuckerproblem, mit ein/zwei Einheiten zuviel geht's schon heftig nach unten, da liegt dann auch das Augenmerk des Arztes drauf.

    Meinen kleinen Test mit Restsensoren mit 'altem' im Vergleich zum neuem Testgerät hat selbst meinen Arzt erstaunt ;-).

    Dein Nüchternwert von 85 ist doch super !
    Nach welcher Zeitspanne nach den Baguettes hast du die 143 gemessen ?
    Dieses Essen ist eigentlich o.k., das Weißmehl (schnell) wird durch Käse (Fett, langsam) gebremst, geht also nicht so schnell ins Blut.
    Eine Mahlzeit braucht Zeit, um sich als Blutzucker messbar bemerkbar zu machen.
    Die Stärke aus dem Baguette muss sich während der Verdauung in Zuckermoleküle aufspalten. Da Fett des Belages schwer verdaulich ist, verzögert sich die Verdauung.
    Eine normale Mahlzeit (Fleisch, Beilage, Gemüse) wird mit ca. 3 h geschätzt, eine 'richtige' Pizza mit bis zu 7 h (heißt bei schnellem Insulin die Menge aufteilen in zwei Portionen - 'Parade'-Beispiel in der Diabetes Schulung).

    Nach einer Mahlzeit also die Verdauungszeit beim Messen berücksichtigen - ev. sogar zweimal messen im zeitlichen Abstand, wenn dir das lieber ist.
    'Abends' keine Kohlenhydrate ist übrigens auch nicht so genau. Wenn du am frühen Abend dein Abendbrot isst, ca. 3 - 4 h vorm Schlafengehen, müsste die Mahlzeit verdaut sein und sollte keinen Einfluss auf den Nüchternwert haben.
    Ein ev. Anstieg am Morgen hat andere Gründe (hormonelle), zeigt sich aber nicht bei jedem Menschen, vielleicht meinte deine Praxis in der Erklärung dieses Phänomen.

    :-) Gruß
    Elfe


    Bearbeitet von User am 17.08.2016 02:27:26. Grund: .
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.08.2016 11:13:57 | IP (Hash): 1897583369
    @Elfe

    1. auch bei 100 völlig neuen Geräten der selben Marke und des selben Modells würdest Du aus der selben Teststreifen-Packung aus dem selben großen Blutstropfen bei labormäßig 90mg/dl nur einen Teil 90ger Anzeigen bekommen und den großen Rest über einen weiten Bereich von um 75 bis um 105 verstreut.
    Messe selbst mit einem 4 Jahre alten Gerät. Wollte das nicht zuletzt wg des moderneren Designs vor 1 Jahr mit einem neuen ersetzten. Das liegt seitdem hier sehr wenig gebraucht im Schub, weil es bei vergleichenden Testreihen recht regelmäßig 10% weniger (Korrektur: hier hate ich fälschlich mehr geschrieben) als das alte Gerät angezeigt hat.

    2. die Verstoffwechselung von gegessenen KHs bis zur Übergabe der Glukose daraus ins Blut hat ihre mengenmäßige Spitze bis um etwa 1 Stunde nach dem Essen erreicht und ist 2 bis in seltenen Fällen allerspätestens 3 Stunden nach dem Essen vollständig durch.
    Dabei gelangt nur ein Bruchteil der aufgenommen Glukose sofort über die Leber hinaus in den Ganzkörper-Kreislauf und der Rest gesund nach Bedarf bis zum persönlichen Nüchtern-BZ und diabetisch gestört eben praktisch beliebig hoch darüber hinaus.

    3. die Glukose für die Aufrechterhaltung eines gesunden Blutzuckerverlaufs auch während mehrstündiger bis mehrtägiger Fastenzeiten kommt vorwiegend aus der Aufbereitung von Eiweiß im Rahmen der Glukoneogenese in Leber und Nieren https://de.wikipedia.org/wiki/Gluconeogenese
    Bei gesunder Leistung werden so in 24 Stunden 160-200g Glukose hergestellt, diabetisch fehlgesteuert locker das Doppelte und noch mehr.

    Wenn ich meinen BZ mit messen-spritzen-essen steuern würde, hätte ich vielleicht 4 von 24 Stunden einen völlig gesunden und 6,5-7 beim HBA1c.
    Dass ich mir tatsächlich alltäglich 20 von 24 Stunden im völlig gesunden Rahmen mache, und die restlichen 4 meistens nicht nennenswert weit darüber hinaus, und das völlig ohne nennenswerte Hypo-Anfänge und völlig ohne richtige Hypos mit Schwitzen und Zittern usw. liegt schlicht daran, dass ich nicht vor, sondern nach dem Essen messe, und zwar dann, wenn die meiste Wirkung vom Essen und dem dafür gespritzten Insulin durch ist. DANN kann ich super sehen, ob mein BZ bis in den Unterzuckerbereich absinken will und Zeit ist, dieses Absinken mit einer kleinen Belohnung (Obst oder leckere Süßigkeit) zu stoppen, oder ob er so viel höher über dem angestrebten Bereich verläuft, dass ich für das nächste ähnliche Essen mehr Bolus spritzen müsste. Oder sogar so hoch, dass er ohne etwas Nachspritzen nicht einmal mehr in den Nähe von meinem Zielbereich kommt.

    Für Deinen Geschmack vielleicht ein bisschen ausführlich, aber mein alltäglicher Zielbereich ist genau der, der in der Schwangerschaft mehr oder weniger dringend empfohlen wird.


    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 17.08.2016 18:29:21. Grund: Korrektur
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 18.08.2016 01:25:02 | IP (Hash): 1745904375
    Hallo Jürgen,
    bin mit deinen Thesen nach wie vor überkreuz.

    Mag daran liegen, daß du Typ 2 und ich Typ 1er bin, andere Schulungen hatte und mich eigentlich normal ernähre, nicht nach der deiner Rohkost, KH-armen.
    Deiner Organ-Leber-These mag ich auch nicht folgen.
    Warum sollten Kohlenhydrate den Umweg über die Leber nehmen, wenn schon im Verdauungstrakt Glukose über die Magen-/Darmwand - die ersten sogar über die Mundschleimhaut - in den Blutkreislauf übergehen ?
    Die Zeitangaben zum Übergang von KHs sind definitiv zu kurz.
    Das kennt eigentlich jeder Mensch - über das Sättigungsgefühl. Ein Stück Fleisch mit Pommes oder Vollkornbrot mit Käse brauchen wesentlich länger zur Verdauung als ein weißes Brötchen mit Marmelade, die Diabetiker tunlichst lassen sollen, weil eben die Spitze innerhalb 1 h erfolgt.
    Auch messe ich vor der Mahlzeit den Blutzucker und kann ggf. eine Korrektur zum Mahlzeiteninsulin hinzu geben.
    -----------------
    Liebe Rose,
    jetzt haben wir dich total verwirrt, tut mir sehr leid !
    Mit einem Insulin-Mangel muss ich zu jeder Mahlzeit Kohlenhydrate schätzen und entsprechend schnelles Insulin spritzen. Das schnelle Insulin bedeutet, daß es 3 h (bis zu 4 h) wirkt.
    Und um die Mahlzeiten einschätzen zu können, war in den Schulungen auch die Verdauung Thema.
    Manches Essen dauert deutlich länger als die Wirkungszeit des Insulins. Eine normale Mahlzeit - wie beschrieben - wird mit 3 h geschätzt.

    In diesem Forum siehst du ganz gegensätzliche Ansichten von Diabetikern, die auch noch unterschiedlich sind innerhalb der groben Einteilung Typ 1 (Insulin-Mangel) und Typ 2 (Insulin-Wirkung), wobei die Schwangerschaftsdiabetes auch schon wieder etwas anderes ist.

    Gestern hatte ich dir eine verhältnismäßig frühe Abendessenzeit - mit KHs - geraten.
    Ein guter Sattmacher als Zwischenmahlzeit ist Eiweiß: z.B. als Naturjoghurt mit Einrühren von ein paar Tropfen flüssigen Süßstoff, oder eingeschnibbeltes Obst, oder 1 Teelöffel Marmelade.
    Naturjoghurt mit (gefriergetrocknete) Kräuter einrühren zu Kartoffeln gehört auch zu meinen bevorzugten Essen.
    Kann auch nicht ohne Kohlenhydrate ;-)

    Gruß Elfe
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 18.08.2016 08:15:23 | IP (Hash): 22248384
    Elfe schrieb:
    Deiner Organ-Leber-These mag ich auch nicht folgen.
    Warum sollten Kohlenhydrate den Umweg über die Leber nehmen, wenn schon im Verdauungstrakt Glukose über die Magen-/Darmwand - die ersten sogar über die Mundschleimhaut - in den Blutkreislauf übergehen ?


    "Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen über die Pfortader (Vena portae) zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt." Hier z.B. zu lesen https://de.wikipedia.org/wiki/Leber Es gibt keinen Weg an der Leber vorbei und keine Autobahn da durch. Sondern ALLE Nahrung wird IN der Leber bearbeitet und VON der Leber in den Ganzkörper-Umlauf gegeben.
    Die Idee, dass Glukose schon in nennenswertem Umfang durch die Mundschleimhaut aufgenommen würde, ist ein alter Mythos, der wie weitere Mythen zwar weiter durch die DDG Schulungen geistert, aber keinen systematischen Nachmessungen standhält.

    ----------------------------------------------
    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
    Bearbeitet von User am 18.08.2016 08:17:10. Grund: Ergänzung
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 19.08.2016 00:39:57 | IP (Hash): 1745904375
    Hallo Jürgen,
    dein Link und fast alles was man zur Kohlenhydrataufnahme im www finden kann, betrifft immer die Aufspaltung einer komplexen Nahrung, die über Enzyme aufgespalten wird.
    Daß eine Aufspaltung von Stärke über das Enzym Amylase schon im Mund stattfindet, zeigt ein kleiner Versuch: Ein Stück weißes Brötchen/Baguette kauen, kauen, kauen - und dann schmeckt 's auf einmal süß.

    Wenn ich aber puren Traubenzucker in einer Unterzuckersituation zerkaue und schlucke, ist innerhalb von ein paar Minuten eine Besserung der Symptome schon spürbar, nach ein paar weiteren auch im Blutzucker selbst messbar, Transport bis in die Fingerkuppe braucht ja auch Zeit.
    Ob nun ein Teil des Traubenzuckers über die Mundschleimhaut aufgenommen wird (da streiten sich die Gelehrten) oder im oberen Teil des Dünndarms, sei dahin gestellt. Ein Umweg über die Leber erscheint mir aus beschriebenen zeitlichen Gründen als nicht wahrscheinlich.

    Hier noch zum Lesen:
    Einfachzucker werden auch schon über die Darmwand aufgenommen -
    http://www.medizin-kompakt.de/anatomie/stoffwechsel/kohlenhydrate/aufnahme-resorption

    Verdauungszeit einer Mahlzeit ca. drei Stunden, als Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag -
    http://www.medizin-fuer-kids.de/bibliothek/koerperfunktionen/verdauungssystem.htm

    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 19.08.2016 00:42:48. Grund: .
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    Mitglied seit: 10.08.2016
    am 19.08.2016 09:22:12 | IP (Hash): 492696425
    hjt_Jürgen schrieb:
    Selbst beim echten Labortest ist der einzelne BZ-Wert nicht besonders viel wert. Wenn es dabei auf eine bestimmte Höhe ankommt und eine Messung um plusminus 10% davon abweicht, gilt die nur mit dem Durchschnitt aus einer Reihe von mehreren Messungen unter vergleichbaren Umständen als bestätigt oder eben auch nicht. Ansonsten aus einem mehrstündigen Messzusammenhang wie z.B. beim oGTT.

    Auch für die eigene Steuerung ist der Messzusammenhang über einen Verlauf ausschlaggebend und nicht der einzelne Wert. Wenn ich 70mg/dl messe, muss ich für meine passende Reaktion wissen, ob der letzte Bolus zu der Zeit noch eifrig wirkt oder ob er schon ausgewirkt hat.
    Wenn während der Wirkzeit des Bolus könnte BEI MIR 1BE in den meisten aller Fälle völlig zum Bremsen vor dem Beginn von ner Hypo reichen.
    Wenn nach Wirkauslauf, wäre das ja zwar unten aber in meinem Zielbereich und 1BE würde MICH wieder deutlich über MEINE angestrebte Nüchternwert-Obergrenze von 90 bringen, und ich würde ne Stunde bis 2 weiter wahrscheinlich wieder auf unter 90 korrigieren wollen. Also praktisch mehr Insulin spritzen und mehr essen, als ich eigentlich will.

    Um beurteilen zu können, in welcher Situation man einen Wert misst/gemessen hat, muss man wissen, in welchem Verlaufsbereich in der eigenen Wirkkurve(n) man gemessen hat. Altmodisch kann man die persönlichen (nicht die im Internet!) Wirkkurven von den verschiedenen Nahrungsmitteln und vom jeweils gebrauchten Insulin mit eigenen systematischen Testreihen rausfinden. Neumodisch kann man sich dafür beim Diabetologen ein CGM leihen.


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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.



    Vielen Dank für die Erklärung, dass war mir tatsächlich nicht klar, dass selbst blutmessungen nicht ganz genau sind.