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unklarheiten zu blutzucker werten
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am 07.10.2016 21:17:34 | IP (Hash): 692889022
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn es etwas gäbe, was sich im Falle eines Testergebnisses, das einen angefangenen Diabetes nahelegen könnte, zur Abwendung/Heilung tun ließe, würde ich jede Untersuchung befürworten. Wo es bislang aber da Nullkommanix gibt, sehe ich für solche Untersuchungen bei gesundem HBA1c keinen Sinn.
meinst du damit, dass es keine tests gibt die auf eine insulinresistenz hindeuten können oder dass es anhand meiner werte keinen sinn macht diese tests zu machen?
ich verstehen schon, dass du einfach generell empfiehlst dich gesund zu ernähren und sich zu bewegen. aber auch da gibt es ja große unterschiede. es wäre halt super einen test zu haben, mit dem man sehen kann ob man strenger sein muss oder ob dass alles so passt.
wie gesagt, klar a1c und nüchtern bz.. aber wie du selbst schreibst, wenn die sich bemerkbar machen, ist die krankheit schon in vollem gange. wenn es warnzeichen geben würde, die man früher erkennen könnte, wäre das halt super. -
Elfe
Rang: Gastam 08.10.2016 01:32:25 | IP (Hash): 1132797398
hjt_Jürgen schrieb:
Besonders interessant finde ich in solchen wie Sammlungen wie dem Link immer die Ansage, dass komplexe KHs den BZ gleichmäßiger ansteigen lassen als Einfach- und Zweifach-Zucker.
Hab noch nirgendwo gefunden, was gleichmäßiger heißen soll. Die CGM-Kurven, die ich bislang im Rahmen von Selbshilfe Gruppen von Typ2 (keine Studien!) dazu gesehen habe, sind bei jeweils den selben Personen mit gleichen KH-Mengen in den verschieden langen Ketten praktisch deckungsgleich. Entspricht meinen eigenen Messreihen nach dem Essen.
Hallo Tom und Jürgen,
das sagt eigentlich schon die Bezeichnung. Ein Einfach-Zucker ist sofort für den Körper verfügbar. Ein Zweifachzucker muss schon aufgespalten werden, ein Mehrfachzucker = Stärke sowieso.
http://www.onmeda.de/naehrstoffe/kohlenhydrate-einteilung-der-kohlenhydrate-3803-2.html
Soweit die Chemie, die Theorie.
Aber so isoliert nimmt natürlich niemand seine Nahrung auf, sondern kombiniert mit Fetten und Eiweiß, die eben auch für einen 'bremsenden' gleichmäßigeren Blutzuckerverlauf sorgen.
KH-Mengen sind also gar nicht so relevant, sondern wie sehr sind diese in Kombination (pur) für Blutzuckerspitzen verantwortlich.
Beispiel: Weißes Brötchen, dünn Margarine, Marmelade - nicht gut
Gleiches weißes Brötchen, dünn Margarine, Käse + Vollkornbrot - gut
Einzelne Lebensmittel zu verbannen, ist gar nicht nötig.
Tom, bei dem Link http://www.gesund.at/f/praediabetes hast du ganz bestimmt ganz viele Haken setzen können, Risikofaktoren wie Gewicht etc. betreffen dich nicht. Auch deine Werte sind o.k.. Du musst dir wirklich keine Sorgen machen. Wenn du den HbA1c jährlich überprüfen lassen lässt, beruhigt dich das im Arztgespräch hoffentlich.
Info - 'Verschiedene Ansichten' hast du super gut bezeichnet. Ein großer Unterschied ist, ob man sich als 2er allmählich in eine Diabetes-Behandlung vertraut machen kann, oder ich als 1er von heute auf morgen mit Insulinpen und Ernährung konfrontiert wurde, mit Crashkurs Ernährung mit KH/Insulinberechnung und weiterer Schulung, die 2er nicht unbedingt 'verschrieben' bekommen.
Die Einigkeit bzgl. Blutzuckerwerten lässt sich vermutlich nur über ein solches Forum mit Betroffenen erkennen, jenseits der recherchierbaren Websites.
Lieber Tom, du brauchst dich wirklich nicht weiter sorgen. Alles gut !
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 08.10.2016 01:39:49. Grund: - -
am 08.10.2016 08:19:58 | IP (Hash): 837475139
tom36_ schrieb:
was mich irritiert hat, war der OGTT zuhause. bisher hab ich immer gelesen, dass das diagnose-kriterium zwar der wert nach zwei stunden ist, aber der wert nach einer stunde auch nicht so hoch sein sollte.. der "crash" auf 64 nach 3 stunden sieht auch irgendwie merkwürdig aus. mein normaler blutzucker ist ja immer ca 95.
Hallo Tom,
ich she es so, dass du vielleicht eine leichte Störung der BZ-Automatik hast. Wenn man die überhaupt schon als Prädibetes einordnen kann, dann wirklich nur ganz am unteren Ende. Dein selbstgebastelter oGTT hat eventuell gar keine Störung, sondern eine Überreaktion auf die Glukoselösung gezeigt. So etwas passiert, wenn man nicht mindestens 3 Tage vorher eine Menge KH gegessen hat. Weil du berichtest, dass du die KH teilweise moderat reduzierst, könnte das so gewesen sein.
Wenn nicht, sehe ich in deinen Werten auch kein riesiges Problem. Sehr wahrscheinlich laufen viele Erwachsene mit solchen leichten Störungen rum und nur wenige davon bekommen Diabetes. Sieh dir mal diese Graphik auf den Seiten von Jenny Ruhl zum normalen BZ-Verlauf an und betrachte nicht nur die dicke Mittellinie für den BZ-Verlauf, sondern die Grenzen, in denen sich in der Praxis der BZ bei den meisten gesunden Testpersonen aufgehalten hat. Da liegen sogar deine oGTT-Werte mit der besonders hohen Belastung voll drin.
Du isst allerdings nicht jeden Tag zum Frühstück 75g Traubenzucker pur. Bei deinen normalen Mahlzeiten sollte der BZ schon in den gesunden Grenzen bleiben, was bei dir keine große Herausforderung sein dürfte. Ich weiß nicht, ob dir Elfes Frühstücksempfehlung mit dem Brötchen, dünn Margarine und dann noch eine Scheibe Vollkorntoast drauf gefallen hat. Ich würde dir für einen guten BZ eher ein kleines Brötchen, schön lecker und knusprig, mit reichlich gesunder Butter und Belag, dazu ein oder zwei Frühstückseier empfehlen. Du wirst am besten wissen, auf was du mehr Appetit hast. Vielleicht schmeckt dir ja auch die gekratzte Margarine besser. Elfe wird in ihrer charmanten Art vielleicht behaupten, dass ich nur so rede, weil ich mir ihre "gute" Margarine nicht leisten kann :lol:.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 08.10.2016 12:50:12. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 08.10.2016 10:06:43 | IP (Hash): 1071482728
Als Insulinresistenz wird einmal Blutzucker im Prädiabetes-Bereich bezeichnet, also messbar.
Und dann bei einem beliebigen Blutzucker mehr als bei Gesunden an Insulin. Die namensgebende Idee dabei: Das Mehr an Insulin ist notwendig, weil die peripheren (Muskel-) Zellen infolge krankhafter Veränderung der Aufnahme von Insulin und folglich auch Glukose Widerstand=Resistenz leisten.
ABER schon ne Woche nach Magenverkleinerungen oder -umgehungen oder dem Beginn von deren diätischem Nachbau mit Very Low Caloric Diet (600-800 kcal/Tag) normalisiert sich das Glukose-Insulin-Verhältnis in den weitaus meisten Fällen, und damit deutlich bevor daraus irgendwelche Auswirkungen irgendwas an den Muskelzellen verändern könnten. Bedeutet im naheliegenden Umkehrschluss schlicht und ergreifend, dass irgendwie krankhaft sich dem Insulin widersetzende Muskelzellen eigentlich sofort aus dem Kreis der Verdächtigen für das Phänomen gestrichen werden können, das nach ihnen benannt ist. Eigentlich, denn die Medizin ist bekannt dafür, dass sie lange braucht, bis neue Erkenntnisse in alltägliche Diagnosen und Behandlungen finden.
Und dann bleibt ja auch immer noch zu klären, was denn warum unter welchen Bedingungen zu dem irreführend Insulinresistenz genannten Missverhältnis von Glukose und Insulin geführt hat/führt. Am einfachsten natürlich das, was mit der einen Woche an nahezu Fasten auffällig verringert wird, und das sind Fetteinlagerungen in Leber und Pankreas.
ABER stopp! Die Normalisierung von Glukose und Insulin gelingt bei den verschiedensten Graden von Verfettung in Leber und Pankreas. Also beim einen schon bei der Verringerung von 80 auf 60% und bei der anderen erst auf 20%. Und dann laufen wahrscheinlich jede Menge Mitmenschen mit 100% und völlig gesundem Glukose-Insulin-Verhältnis rum.
Bedeutet vielleicht, dass man Fettmengen-Typen einrichten müsste - oder aber annehmen, dass die Fettmenge über der jeweiligen Schwelle der gesunden Regulierung von irgendwas gefördert wird, was die Medizin noch nicht als Diabetes-Generator im Visier hat.
Langer Schreibe kurzer Sinn: Es gibt bislang keinen bekannten Anfangspunkt und damit Auslöser von dem Prozess, in dessen Verlauf der Blutzucker immer weiter schwankend immer höher verläuft, der mit dem Überschreiten der gesunden Grenzwerte Prädiabetes und mit dem Überschreiten der diabetischen Grenzwerte dann eben Diabetes genannt wird.
Es gibt mithin auch keinen einzementierten Pflock=irgend einen messbaren Wert, mit dem man die Frage nach zukünftig Diabetes oder nicht eindeutig festmachen könnte. Deswegen orientieren sich pro-aktive Prädiabetiker in meinem Bekanntenkreis schlicht an ihrem Blutzucker und verhalten sich mit Essen & Bewegen so, dass ihr Blutzucker von Ausnahmen abgesehen 24/7 im gesunden Rahmen verläuft. Nach einer mehr oder weniger langen Test- und Eingewöhnungs-Phase nach Anleitungen wie der von Jenny reicht vielen heute/seit Jahren zu ihrer Bestätigung/Versicherung, wenn sie 1 oder 2 Tage im viertel, meistens im halben Jahr mal etwas systematischer nachschauen, ob sich an ihrem Blutzucker-Verlauf etwas geändert hat. - Und wenn sie sehr neugierig sind, auch schon mal nach einem seeehr KH-reichen Essen.
Und so lange nur Dein morgendlicher Nüchternwert ein bisschen höher auffällt und nicht nennenswert weiter ansteigt, wäre das für mich an Deiner Stelle die passende Perspektive. Daumendrück :)
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Elfe
Rang: Gastam 08.10.2016 17:20:44 | IP (Hash): 1132797398
Rainer schrieb:
Ich würde dir für einen guten BZ eher ein kleines Brötchen, schön lecker und knusprig, mit reichlich gesunder Butter und Belag, dazu ein oder zwei Frühstückseier empfehlen.
So etwas als tägliches Frühstück anzupreisen mit reichlich tierischen gesättigten Fetten, unfassbar !
Was sagen denn deine Blutgefäße dazu ?
Adern dicht, aber der BZ war o.k. !?
http://gesund.co.at/gute-fette-schlechte-fette-12491/
Bearbeitet von User am 08.10.2016 17:22:17. Grund: . -
am 08.10.2016 19:35:20 | IP (Hash): 692889022
Danke, Rainer
Rainer schrieb:
Dein selbstgebastelter oGTT hat eventuell gar keine Störung, sondern eine Überreaktion auf die Glukoselösung gezeigt. So etwas passiert, wenn man nicht mindestens 3 Tage vorher eine Menge KH gegessen hat. Weil du berichtest, dass du die KH teilweise moderat reduzierst, könnte das so gewesen sein.
Ich hab extra die 3 Tage davor 150-200g KH gegessen.
Rainer schrieb:
Sieh dir mal diese Graphik auf den Seiten von Jenny Ruhl zum normalen BZ-Verlauf an und betrachte nicht nur die dicke Mittellinie für den BZ-Verlauf, sondern die Grenzen, in denen sich in der Praxis der BZ bei den meisten gesunden Testpersonen aufgehalten hat. Da liegen sogar deine oGTT-Werte mit der besonders hohen Belastung voll drin.
Sicher dass ich da voll drin liege? Ich hatte nach bei dem OGTT nach einer stunde 178.. in der Graphik hat keiner mehr als ca 160.
Rainer schrieb:
Du isst allerdings nicht jeden Tag zum Frühstück 75g Traubenzucker pur. Bei deinen normalen Mahlzeiten sollte der BZ schon in den gesunden Grenzen bleiben, was bei dir keine große Herausforderung sein dürfte.
Ja, ich ernähre mich eigentlich nicht so schlecht. Zumindest in den letzten 2 oder 3 Jahren. Zuhause eigentlich hauptsächlich Fisch, Fleisch, Eier, Gemüse, Quark, Nüsse, Salat.. Nur wenn ich ausserhalb esse, was so 3 oder 4 mal pro Woche vorkommt, kann es halt mal ganz anders aussehen.
Cholesterin ist okay bei mir: 176, HDL: 87, LDL: 60, TRYGL: 65
Hältst du es für sinnvoll einmal (oder alle 2 Jahre) einen OGTT zu machen, um sicherzustellen, dass die leichte Störung nicht schlimmer wird? Oder einfach nur einmal im Jahr A1C und nüchtern Blutzucker? Wie sieht es mit C-Peptid aus?
Danke