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Neu mit Diabetes und frustriert

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 19.11.2016
    am 19.11.2016 08:44:38 | IP (Hash): 1679934276
    Hallo zusammen,

    Vielleicht kann mir von euch jemand einen Rat geben. Bin grad ein bisschen frustriert.

    Vor 5 Wochen war ich im Krankenhaus wegen meinem Blinddarm. Alles ging reibungslos. Nur irgendwie ist ein nüchtern Blutzucker von 140 aufgefallen. Dann hat man weiter untersucht und mir gesagt ich habe einen Diabetes. Mein langzeitwert war bei 7,2.

    Dazu muss ich sagen ich bin 1,75 groß und wiege 72 kg. Bin also eher dürr und nicht übergewichtig.

    Also haben die mir metformin gegeben. 500 morgens und 500 abends. Und ich hatte durchfall und starke Übelkeit. Hab mit meinem Hausarzt gesprochen und der meinte ich soll die Dinger nochmal teilen. Also 250 morgens und abends und später steigern. Also ich muss sagen den Durchfall habe ich im Griff. Auch bei jeweils 500. Aber mir ist dauerhaft spei übel. Sitze oft vorm essen und denke mir ist so schlecht das ich es nicht essen kann. Und was noch frustrierender ist, ich habe öfter gemessen und habe auch nicht das Gefühl das der Blutzucker besser wird.
    So. Bin jetzt letzten Donnerstag wieder zum Hausarzt. Der hat mir jetzt wieder was neues verschrieben. Das nennt sich xylevia. Da steht jetzt drin das man sich davon eine Bauchspeicheldrüsenentzündung holen kann. Und wie oft das vorkommt steht noch nicht einmal drin. Da bekomme ich ehrlich gesagt leichte Panik. Ein Kumpel von mir kämpft mit einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Und dem gehts ehrlich dreckig.

    1. Was könnt ihr mir Raten? Soll ich jetzt das xylevia versuchen. Habt ihr hier schon mal davon gehört das jemand davon eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommen hat? Oder ist das nur sowas was nur einen von 1 Mio betrifft.

    2. ist das etwas das ich vielleicht mit Ernährung halbwegs hinbekomme? Also vielleicht ohne Tabletten? Ich habe mir ein Messgerät geholt und festgestellt das ich werte zwischen 160 und 230 messe. Also ich denke schon das ich so im Schnitt werte um die 170 mit Ernährung hinbekommen würde. Würde denn das reichen? Also keine Nudeln mehr und statt weizensemmel Vollkorn. Sport kommt für mich eigentlich nicht in Frage aus Zeitmangel. Ich habe einen Bürojob und arbeite sehr viel.

    Wäre nett wenn mir jemand mit Erfahrung Scheiben könnte.
    Danke

    Gruß Michael
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 19.11.2016 09:35:51 | IP (Hash): 1086662771
    Hallo Michael,

    also deine Panik ist ziemlich unbegründet. Die Vermutung, dass Xelevia und die anderen DPP4-Hemmer bei langfristiger Einnahme BSD-Entzündungen auslöst, ist vom Tisch und konnte durch Studien widerlegt werden. Bei den BSD-Entzündungen handelt es sich um sehr selten auftretende Nebenwirkung. Es sollte dich nicht davon abhalten, deinen Diabetes mit diesem Medikament in den Griff zu bekommen. Medikamente ganz ohne Nebenwirkungen gibt es nicht.

    Es wäre schon denkbar, dass du einen Diabetes mit einer entsprechenden KH-armen Ernährung im Griff behalten kannst. Dazu reichen deine 170 aber bei weitem nicht aus, damit könntest du die Verschärfung allenfalls etwas verzögern. Du müsstest dein BZ dann schon annähern gesund hinbekommen. Eine gute Anleitung dafür kannst du hier finden. Wenn du es probieren willst, dann würde ich an deiner Stelle trotzdem zunächst die Unterstützung mit dem Medikament zur Hilfe nehmen und dann später versuchen, ob es ohne das Medikament auch noch funktioniert.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 19.11.2016 13:32:10. Grund: .
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    Mitglied seit: 19.11.2016
    am 19.11.2016 09:57:37 | IP (Hash): 1679934276
    Danke Rainer,

    Hast mir sehr geholfen. Dann versuche ich es jetzt mit dem xylevia und hoffe das geht besser als metformin.
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    Mitglied seit: 17.04.2016
    am 19.11.2016 17:13:15 | IP (Hash): 1659951938
    Hallo Michaelmichael,

    nichts gegen deinen Hausarzt, aber an deiner Stelle würde ich mir einen Diabetologen suchen und zuerst mal abklären lassen welchen Typ Diabetes Du hast. Bevor Du weiterhin irgendwelche Medikamente nimmst und sich deine Werte und Gesundheitszustand verschlechtern. Schließlich sind das die Fachärzte und haben überwiegend mit Diabetes zu tun. Da Du noch Berufstätig bist, vermute ich, dass Du noch nicht so alt bist. Ich habe die gleiche Größe und Gewicht wie Du und ich war damals 47 Jahre als bei mir Diabetes Typ 1 festgestellt wurde.
    LG
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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 20.11.2016 01:54:50 | IP (Hash): 30001922
    Mit 47 Jahren als 1er diagnostiziert zu werden ist wohl der modernen Analytik zu verdanken, jenseits der Gewichts-/Alters-Vorurteils-Meinungen.
    Dachte mich bisher als Grenzfall bzgl. Alter 40, aber lt. weiterer Untersuchungen auch 1er - auch beim Diabetologen festgestellt - wohin mich meine Hausärztin lieber abgegeben hat, als Notfall wegen gemessener Werte.

    Erst Parameter messen, einschätzen durch Diabetologen, Medikamente erst dann verwenden.

    Bei mir war das Insulin von heut auf morgen.

    @tecumseh: DANKE !

  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 20.11.2016 10:38:26 | IP (Hash): 1086662771
    Hallo Michael,

    das ist lediglich für die Leute eine Frage von entweder - oder, die die Welt nur eindimensional sehen können. Ich würde dir zu beidem raten.

    Wenn du beim Diabetologen warst und der keine Antikörper gefunden hat, wird auch er dir Metformin anbieten und wenn du das nicht verträgst, einen DPP4-Hemmer oder die Pinkelpille, einen SGTL2-Hemmer verschreiben. Insulin bekommst du sehr wahrscheilich auch vom Diabetologen nicht, dazu sind deine Werte noch zu gut. Im Gegensatz zu dem, was manche Diabetiker mangels anderer Erfahrungen gerne behaupten, ist Insulin ebenfalls nicht frei von Risiken. Und auch die anderen Diabetesmedikamente haben gegenüber Insulin Vorteile, jedes für sich andere, die du mit den bei dir persönlich auftretenden Nebenwirkungen abwägen musst. Also lege keine Scheuklappen an und informiere dich über alle AntiDiabetika, die theoretisch für dich in Frage kommen. Übrigens ist die Chance, dass du einen Typ1-Diabetes (LADA) hast umso geringer, je besser Metformin oder Xelevia bei dir wirken. Wie gut es wirkt, kannst du ja mit deinem Messgerät recht schnell rausfinden.

    Alles Gute, Rainer

    Bearbeitet von User am 20.11.2016 11:32:24. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    Mitglied seit: 19.11.2016
    am 20.11.2016 14:51:22 | IP (Hash): 86278352
    Hallo zusammen,

    Vielen Dank für die Antworten. Also erst einmal muss ich euch sagen dass ich erst 35 Jahre alt bin. Fängt schon früh an und wer weiß wie lange das schon unbemerkt geht...

    Im Krankenhaus haben die mir gesagt das man meinen Typ irgendwie nicht genau bestimmen konnte. Aber am ehesten Typ 2 oder MODY. So steht's auch im Bericht.

    Als ich jetzt die 4 Wochen das metformin genommen hab hat sich mein Blutzucker eigentlich überhaupt nicht verbessert. Hatte also nur Nebenwirkungen...

    Heute hab ich das erste mal das xylevia genommen. Bis jetzt keine Nebenwirkungen. Und hab heute Mittag gemessen weil mein Hausarzt meinte das soll sofort wirken. Hatte 164. hab Rindsrolladen mit Spätzle gegessen. Also schon was wo ich normal 200 messe. Mal schauen. Jeder Tag ist nicht gleich. Werde die nächsten Tage messen und dann sehen ob ich was verbessert.

    Mein Hausarzt ist noch sehr jung. Mein früherer Hausarzt ist in Rente gegangen und der hat das übernommen. Ich schätze der ist so um die 40. bei seiner Berufsbezeichnung steht allgemeinarzt, Internist, diabetologe. Das heißt doch eigentlich das er sogar spezialisiert ist auf sowas. Oder?

    Gruß Michael
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 20.11.2016 15:16:32 | IP (Hash): 1086662771
    Hallo Michael,

    ja, dann ist dein Hausarzt ein Diabetologe, Die Bezeichnung sagt aber nichts darüber aus, ob es ein kompetenter oder ein nicht so kompetenter Fachmann ist. Sprich ihn doch einfach auf die Antikörperbestimmung zur Überprüfung auf Typ1-Diabetes (LADA) an. Wenn er das ohne ordentliche Begründung ablehnt, dann solltest du vielleicht einen anderen Diabetologen suchen. Gute Kompetenz ist häufig in diabetologischen Schwerpunktpraxen zu finden.

    Um MODY nachzuweisen, sind teure Genuntersuchungen erforderlich. Die bringen dir am Ende nicht allzu viel, weil MODY nicht anders als Typ 2 behandelt werden muss. Wenn er sich dagegen sträubt, kannst du das aus meiner Sicht akzeptieren.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 21.11.2016 08:41:25. Grund: .
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 21.11.2016 02:17:48 | IP (Hash): 30001922
    Hallo Michael,
    du warst im Krankenhaus nun nicht wirklich in der Fachabteilung für Diabetes.

    Diabetes 2 wäre ungewöhnlich, aufgrund Alter und Gewicht.
    Bin von meiner Allgemein-/Hausärztin an eine Schwerpunktpraxis Diabetes verwiesen worden. Mit Internisten und ständigen Fortbildungen zu Diabetes, die Zertifikate hängen sichtbar in der Praxis aus. Das gilt auch für das Team, MFAs und Diabetesassistentinnen.
    Mein Diabetes-Arzt ist inzwischen auch mein Hausarzt.

    Also eigentlich Berufsbezeichnungen, die auch deinen jetzigen Arzt betreffen.
    Jung heißt eigentlich auch, auf neuestem Wissensstand zu sein.

    Krankenhausaufenthalte haben mich eher zurückgeworfen, die eher über meinen Internisten/Diabetologen ausgebügelt werden mussten.

    Zusätzlich zum LADA auch als 3cler (Bauchspeicheldrüseschwäche gesamt) diagnostiziert (Praxis, nicht Klinik) brauche ich zum Insulin auch Enzyme zur Fettverdauung (was eher deinen Kumpel betrifft - passt in Summe).

    Gruß Elfe