Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Insulin im Alltag/ in der Öffentlichkeit?

  • Bild User
    Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 19
    Mitglied seit: 27.11.2016
    am 30.11.2016 20:38:18 | IP (Hash): 598403606
    Hallo Leute,

    mag sein, dass die Frage lächerlich klingt aber für mich als Neuling war das heute ein echtes Problem:
    Wie geht Ihr eigentlich damit um, wenn ihr euch in der Öffentlichkeit Insulin spritzen müsst?

    Ich war heute in der Uni und musste in der Mensa überlegen wie ich mir nun das Insulin spritzen soll....sollte ich aufs Klo gehen? Sollte ich es am Tisch machen?...Nach langem hin und her beschloss ich es am Tisch zu machen. Ich stellte meine Einheiten ein und als ich mich unbeobachtet fühlte hab ich mir das Insulin injiziert...

    aber wie geht ihr eigentlich damit um?
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 30.11.2016 20:45:20 | IP (Hash): 428470157
    Hi!

    Da ist nichts lächerlich - schließlich macht sowas nicht jeder und natürlich wird irgendwie immer einer gucken...
    Oder auch nicht! ;)

    Am Tisch oder an der Theke ist genau der richtige Ort. Man muss ja keinen Striptease hinlegen... Ich habe für solche Gelegenheiten den unteren Bauch reserviert. Das geht diskret und fix.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 130
    Mitglied seit: 13.11.2016
    am 30.11.2016 20:47:25 | IP (Hash): 1305255167
    Ich glaube Du machst das richtig, denn als Diabetiker hat man auch
    das Recht zur Krankheit zu stehen und wen das stört oder vielleicht
    blöde Kommentare macht, ist es sowieso nicht wert !
    .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 168
    Mitglied seit: 12.08.2015
    am 30.11.2016 21:14:01 | IP (Hash): 692093039
    Zum einen, überleg dir, ob ein Spritzen durchs Unterhemd nicht eine Option in der Öffentlichkeit ist. Im Sommer spritze ich mir auch in den Oberarm.

    Ansonsten gilt: mach, was für dich OK ist. Am Anfang bin ich auch ab auf die Toilette. Inzwischen mach ich sowas nur noch, wenn ich aus irgendeinem Grund nicht will, daß meine Begleitungen was vom Diabetes wissen. Fremde hingegen sind mir da völlig egal. Natürlich ist diskretes Wegdrehen trotzdem nicht schlecht.

    Aber mach dich darauf gefaßt, daß es auch dumme Bemerkungen gibt:

    War letztens einkaufen. Beim Holen des Einkaufswagens wollte ich mich doch noch mal testen, war mir etwas unsicher mit dem BZ. Also leicht in eine Ecke gegangen, einfach, aber diskret gemessen und auch was gespritzt. Plötzlich fragt mich eine jüngere Frau, ob es mir gutginge. Ich so "nö, brauchte nur ein wenig Insulin". Sie so "na dann ist ja alles gut, ich fragte nur, WEIL MAN MACHT SOWAS JA NORMALERWEISE NICHT SO IN DER ÖFFENTLICHKEIT" *autsch* Danke schön, aber auch. :-/
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Cracktros

    Rang: Gast
    am 30.11.2016 21:54:40 | IP (Hash): 1466186471
    Hallo Zocki,

    Es gab eine Zeit, in der ich meine Krankheit möglichst verstecken wollte.
    In dieser Zeit habe ich nie öffentlich gespritzt. Wenn es Situation gab in der ich Theoretisch öffentlich spritzen sollte , bin ich entweder in ein "Stilles Örtchen" gegangen - etwas was ich hasse. Ich finde diese Örtchen unhygienisch- oder habe das Insulin komplett ausgelassen. Ja, ich habe lieber auf das Insulin verzichtet, und damit hohe Werte in kauf genommen, als mitleidige Blicke oder dumme Sprüche zu ernten. Es war mir ein Graus wenn jemand, dem ich nicht vertauen konnte, zuschaute. Ich hasste Kommentare wie:
    -"da kann ich nicht zuschauen!",
    - "so jung und so schwer krank",
    - "Mein Oma ist auch Zuckerkrank"
    -"Du hast zu viel Süßes gegessen, deswegen hast Du Zucker"
    - u.ä
    Solche Aussagen haben mir weh getan. Ich wollte nicht Krank, schwach oder Alt, wie eine Oma, sein. Ich wollte nicht schuld an meiner Krankheit haben. Ich wollte Leistungsstark, Gesund, und so, sein wie die anderen.

    Mittlerweile gehöre auch ich zu jenen die es oft, aber nicht immer, öffentlich machen. Es ist ein wenig von der Situation, der Umgebung und, den Menschen -mit denen ich unterwegs bin- abhängig. Auch wenn ich besser damit umgehen kann, Ich gebe es zu; auch heute tuen mir, manche dumme Sprüche, weh. Ich würde nur nicht mehr auf Insulin verzichten.

    Bearbeitet von User am 30.11.2016 22:08:29. Grund: vertippt
  • Bild User
    Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 19
    Mitglied seit: 27.11.2016
    am 01.12.2016 10:32:45 | IP (Hash): 1577661772
    Es ist wirklich erstaunlich wie ignorant manche Leute sind.
    Hat die Frau wirklich gesagt, dass man sowas normal nicht in der Öffentlichkeit macht?
    Ich meine, mir ist es zwar auch unangenehm mir in einer vollen Mensa am Tisch mir ne Nadel in den Bauch zu rammen aber ich bin mir sicher, dass ich mich irgendwann daran gewöhnen werde.
    Aber solche Leute machen es Diabetikern im Leben echt nicht einfach. Man schämt sich regelrecht, wenn man sein Insulin nehmen muss und dadurch ist man in der Lebensqualität stark beeinträchtigt. Gerade jetzt wo die Zeit des Weihnachtsmarktes ist und man sich unterwegs was zu essen holen will, sollte man auf Grund doofer Blicke und Bemerkungen nicht auf EIN WENIG sündige Leckerei verzichten.

    Ein Asthmatiker braucht sein Asthmaspray, Ein Herzpatient braucht seine Herzglykoside und wir brauchen eben unser Insulin =)
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 19
    Mitglied seit: 27.11.2016
    am 01.12.2016 11:30:25 | IP (Hash): 1577661772
    Nachtrag:
    ich hab eben in einem anderen Forum gelesen, dass es manche Leute als PROVOKATION verstehen, wenn man sich in der Öffentlichkeit Insulin spritzt...dazu fällt mir nichts mehr ein...mag sein, dass es für manche unansehlich ist...schön und gut...aber da kann man ja kurz wegsehen. Immerhin ist es für uns lebenswichtig, dass wir vor einer Mahlzeit unsere Einheiten nehmen.

    Zitat eines anderen Forummitglieds:
    " ...Ich persönlich empfinde es als eine Provokation, wenn sich ein Diabetiker in der Öffentlichkeit sein Insulin spritzt. Dafür wurden in allen öffentlichen Lokalen Toiletten gebaut und man sollte nicht gezwungen sein sich sowas ekelhaftes anzusehen..."
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 01.12.2016 11:45:14 | IP (Hash): 2108455638
    Solche Leute gibt's natürlich auch.

    Der dezente Hinweis, man möge sich um seinen eigenen Kram kümmern und ob Gaffen sein größtes Hobby ist reicht normalerweise.

    Wobei man ja gerne über "andersartige" Menschen loslegt, z.B. Rollifahrer oder Menschen ohne Haare wegen Chemo... da wurde einer Bekannte mal vorgehalten, die "Gesinnung so unverschämt zu zeigen"...

    Diese Art Dummheit ist ja seit Erfindung des "anonmyen" postens eine Epidemie geworden.
    Bearbeitet von User am 01.12.2016 11:45:52. Grund: .
  • Bild User
    Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 19
    Mitglied seit: 27.11.2016
    am 01.12.2016 11:58:39 | IP (Hash): 1577661772
    Über solche Arroganz und Ignoranz rege ich mich heftigst auf, Solche Leute sorgen dafür, dass sich kranke Menschen wegen ihrer Krankheit zusätzlich schämen, Man soll Menschen normalerweise keine Krankheiten wünschen...nicht einmal seinen schlimmsten Feind...aber wenn ignorante Menschen nur für einen einzigen Tag solche Krankheiten hätten, würden sie eventuell anders denken.

    Auf einem Gymnasium gab es auch einen Fall, wo der Lehrer seiner Schülerin verboten hat sich im Klassenzimmer Insulin zu spritzen und dafür die Toilette zu benutzen. Die Eltern haben sich beschwert...verständlicherweise...denn wo gibt es mehr Krankheitserreger als auf einer Toilette? Wenn man sich Insulin spritzt bzw. seinen Blutzucker misst fügt man sich kleine Wunden zu, die gerade an so einem Ort leicht zu Infektionen neigen...Man sollte nicht gezwungen sein, sein Insulin dort zu nehmen wo andere Leuten scheißen und pissen (auf gut deutsch gesagt^^)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1905
    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 01.12.2016 12:27:26 | IP (Hash): 2108455638
    Und es wird immer schlimmer...

    Schon der Umstand, dass so gut wie kein Verkehrsteilnehmer weiß, dass eine Rettungsgasse unter Umständen das eigene Leben retten könnte, gibt es immer mehr Chaoten, die (wenn es denn dann mal mit der Gasse klappt), sich über die "neue Spur" freuen und dann gerade noch vor der Unfallstelle anhalten können (weil dann auch Gas gegeben wird.) Man ist dann froh, wenn ein Streifenwagen vor Ort ist und dann auch die Zeit, nach Papieren zu fragen.


    Verbieten lasse ich mir übrigens in Sachen "Insulinspritzen" oder "Zucker einwerfen" gar nichts. Nirgendwo.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 168
    Mitglied seit: 12.08.2015
    am 01.12.2016 13:36:25 | IP (Hash): 692093039
    zoki1984 schrieb:

    Hat die Frau wirklich gesagt, dass man sowas normal nicht in der Öffentlichkeit macht?
    ...
    Ein Asthmatiker braucht sein Asthmaspray, Ein Herzpatient braucht seine Herzglykoside und wir brauchen eben unser Insulin =)



    Yep, wortwörtlich.

    Und Dein Vergleich ist wirklich gut!