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Warum sind die Messwerte so unterschiedlich?
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am 07.06.2017 15:30:46 | IP (Hash): 861085875
Ich weiß erst seit rund 2,5 Monaten von meinem Diabetes.
Im Moment kann ich es über die Ernährung regeln.
Nachdem beim 1. Labortest ein hba1c-Wert von 6,5 festgestellt wurde, war dieser beim 2. Labortest vor einer Woche nur noch bei 5,7.
Dennoch beschäftigt mich eine Frage:
Wie ist es erklärbar, dass man beim Genuß völlig gleicher Mahlzeiten, einen erheblichen Unterschied in den Messwerten hat?
Z. B. war am letzten Mittwoch (ich messe nur noch 1 x wöchentlich) mein BZ-Wert 2 Std. nach dem Mittagessen bei 125 und heute erschrak ich fast, da der Wert bei 199 lag.
Schon die BZ-Messung heute 2 Std. nach dem Frühstück zeigte einen Wert von 156 (sonst auch eher um die 120).
Wie gesagt, habe ich heute Mittag genau das gleiche gegessen, wie letzten Mittwoch und ebenso heute Morgen das gleiche Essen, wie letzten Mittwoch.
LG
imebro
Bearbeitet von User am 07.06.2017 15:32:39. Grund: Schreibfehler -
am 07.06.2017 16:40:00 | IP (Hash): 1331185
Die Unterschiede rühren halt daher, dass mit dem Diabetes die vollautomatisch gesunde Regelung des Blutzuckers hin ist. Die gleicht nämlich alle möglichen Unterschiede super aus.
Wahrscheinlich hättest Du in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen noch größere Zahlen und größere Schwankungen ablesen können.
Aber tatsächlich sind die Differenzen gar nicht sooo riesig. Bei 125mg/dl hast Du 1,25 Gramm Glukose in jedem Liter Deines Blutes, bei 199 halt 1,99g. Also trotz der großen Zahlen nicht mal 1g Unterschied.
Nur, die gesunde Regelung sorgt für 1,4-1,6g in der Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen. Und wenn die Regelung nicht mehr funktioniert, kann man z.B. schauen, wie viel weniger an KHs man sich in 1 Portion einverleiben kann, wenn man seinen Blutzucker noch in diesem gesunden Rahmen halten will.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
am 07.06.2017 17:50:28 | IP (Hash): 112857182
Danke für den Beitrag.
Aber mein Problem ist ja, dass ich anfangs gleich 5 kg abgenommen hatte in sehr kurzer Zeit. Ich bin kein typischer Diabetes Typ 2 Mensch. Ich bin schlank, sehr sportlich und daher waren die 5 kg viel zu viel, die ich verloren hatte.
Ich kann also im Grunde nicht weiter runter gehen mit den KH. Jetzt halte ich wenigstens mein Gewicht, obwohl ich eigentlich wieder ein bisschen zunehmen sollte.
Daher schockieren mich solche Werte ja auch dann so. Dann denke ich "oh Gott... noch weniger essen geht ja kaum noch" und dann ist halt Frust angesagt ;-(
LG
imebro -
am 07.06.2017 18:06:13 | IP (Hash): 1833023952
Hallo Imebro,
ich nehme an, dass du weiblich bist. Da reichen schon die Hormonschwankungen, um den BZ höher verlaufen zu lassen. Eine Erkäültung oder Entzündungen können ebenfalls so etwas verursachen.
Wenn du dein Gewicht halten musst, dann höre auf, KH und Eiweiß und Fett zu sparen. Mit Eiweiß und Fett kannst du mit relativ geringem Einfluss auf deinen BZ die Kalorienbilanz ausgleichen.
Nicht jeder Diabetes kann durch abnehmen verbessert werden. So wie du es beschreibst, wird weiteres Abnehmen bei dir vermutlich nichts bringen. Umso wichtiger ist es, dass du deinen BZ im Auge behältst - die regelmäßigen Tagesprofile sind gut dafür geeignet - und rechtzeitig Medikamente dazu nimmst, falls das erforderlich wird. Eine gute Option ist oft ein Langzeitinsulin zur basalen Unterstützung der Betazellen.
Werde bei deinen Tagesprofilen nicht gleich nervös, wenn deine Werte mal 2...3 Wochen etwas höher verlaufen. So etwas kommt immer mal wieder vor, manchmal auch ohne dass man eine Erklärung findet. Wenn sie danach wieder in Ordnung sind, dann ist das alles keine Problem.
Beste Grüße, Rainer -
am 07.06.2017 19:41:11 | IP (Hash): 112857182
Hallo Rainer,
nein, ich bin männlich :-)
Ich habe meinen Eiweißkonsum auch schon erhöht. Gerade auch deshalb, weil ich ja viel Sport treibe. Ich trainiere im Fitness-Studio und da ich nun über KH nicht mehr so gut zunehmen kann, wollte ich einfach etwas mehr Muskelmasse aufbauen... daher also auch das Mehr an Eiweiß.
Meine Ernährung habe ich über fast 4 Wochen genau aufgeschrieben und berechnet (Kalorien und KH). Das habe ich dann der Diabetes-Assistentin in einer Ernährungsberatung gezeigt und sie meinte, dass das absolut OK so ist, wie ich mich ernähre... ich "könne da ruhig noch etwas mehr essen" meinte sie sogar.
Ebenso auch unsere Ökotrophologin im Fitness-Studio. Auch mit der habe ich meine Ernährung besprochen.
Aber Du hast Recht... ich mache mich gleich verrückt, wenn mal ein Messtag zu hoch ausfällt. Vielleicht muss ich da einfach etwas lockerer werden. Ich will es halt immer perfekt haben und das geht halt jetzt nicht mehr :-)
LG
imebro -
am 07.06.2017 21:54:34 | IP (Hash): 798220328
Hallo imebro,
es gibt zig Möglichkeiten, warum der BZ anders ist als erwartet. Essen ist nur eine davon. Wenn die fragliche Mahlzeit an beiden Tagen exakt dieselbe in derselben Menge war, kann der BZ deutlich höher oder niedriger liegen, weil
- der BZ vor der Mahlzeit anders war
- Du (am Abend vorher) Alkohol getrunken hast
- Du Dich (am Tag zuvor) deutlich mehr oder weniger bewegt hast
- Du eine Erkrankung ausbrütest - Du mußt noch keinerlei Symptome haben!
- Du Streß hattest
- Du einige Stunden vorher sehr eiweißreich gegessen hast
Das war nur eine kleine(!) Auswahl möglicher Gründe. Da Du keine Frau bist, fällt der wichtige Faktor Zyklus weg.
Wenn Du sehr schlank bist und auch vorher schlank warst, kann es sein, daß Du gar keinen Typ-2-Diabetes hast, sondern einen sogenannten LADA (Late Onset Autoimmunity Diabetes in the Adult). Das ist ein spät auftretender Typ-1-Diabetes, der am Anfang langsamer verläuft als der "normale". Soll heißen, daß LADA i.d.R. erst jenseits des 40. Lebensjahrs auftritt und in den ersten Monaten(!) oft wie ein Typ-2-Diabetes mit Ernährungsumstellung und Tabletten behandelt werden kann. Allerdings kommt dann ebenfalls die lebenslange Insulinpflicht, weil der LADA, wie jeder Typ-1-Diabetes, eine Autoimmunerkrankung ist und die insulinproduzierenden Zellen restlos zerstört werden. Es dauert nur länger als bei einem normalen Typ 1.
Alles Gute
Katja
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Ingenieure sind die besseren Diabetologen ;-) -
Elfe
Rang: Gastam 08.06.2017 01:38:00 | IP (Hash): 1789549116
Hallo Imebro,
Nein, halte LADA für unwahrscheinlich mit HbA1c von 5,7.
Mit Hba1c von größer 8 und BZ um 400 bin ich als eine solche aufgeschlagen und kann nur mit Insulin die BZ-Werte senken.
Den Unterschied in den Messwerten bei gleichen Mahlzeiten kenne ich wohl auch, muss aber täglich messen.
Habe mit Spannung übrigens deine Nachricht erwartet, wie eine Diabetes-Beratung und eine Ökotrophologin eine gemeinsame Schnittmenge ergeben. Die haben halt ihre eingeschränkte Sichtweise je nach Fachgebiet.
Dein guter Langzeitwert ist super :-) !
Einzelblutzuckerwerte unterliegen vielen biologischen Vorgängen, siehe auch Katjas Beitrag.
Sport z.B. wirkt lange nach bis nächsten Tag hinein, Zeit bei Mahlzeit Ruhe oder Chef im Nacken, u.a.m.
Du kannst dich normal vollwertig ernähren und auch dein Fitnessprogramm beibehalten.
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/
Vertraue dem superguten Langzeitwert jenseits der Diabetes-Diagnosegrenze.
Die einzelnen Blutzuckerwerte zeigen nur einen Moment, die dich bzgl. Auswirkung nur unnötig verunsichern.
Gruß Elfe -
am 08.06.2017 08:20:41 | IP (Hash): 2108455638
Elfe schrieb:
Nein, halte LADA für unwahrscheinlich mit HbA1c von 5,7.
Mit Hba1c von größer 8 und BZ um 400 bin ich als eine solche aufgeschlagen und kann nur mit Insulin die BZ-Werte senken.
Klar könnte es LADA sein.
Ändert man bei LADA im absoluten Frühstadium die Ernährung und entlastet die noch (massig) verblieben Betas, dann kann man auch von HbA1c 6,5 auf 5,7 kommen.
Viele LADA haben nach anfänglich auch höheren HbA1c bei der Diagnose und Therapie mit Insulin eine seeeehr lange Honeymoon-Zeit...
All dies mach den LADA eben zum LADA und nicht gleich zum Typ 1.
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DO NOT FEED THE TROLL!!!
http://www.diabetes-online.de/a/die-wichtigsten-werte-ein-ueberblick-1776718 -
am 08.06.2017 09:29:17 | IP (Hash): 861085875
Danke Euch für Eure Posts...
Danke für die beruhigenden Worte @Elfe ;-)
So ähnlich hat es auch Der Diabetologe ausgedrückt und gesagt, dass bei meinen Durchschnitts-Meßwerten und erst recht jetzt mit dem 5,7-er Wert ich ruhig lockerer werden kann in Sachen Ernährung.
Die Diabetes-Assistentin und die Ökotrophologin haben tatsächlich sehr weit übereingestimmt mit ihren Ansichten zu meiner Ernärhung. Erstere hat mich ja eher beraten in Sachen Diabetes-Ernährung und Zweitere eher in Sachen Diabetes-Sport-Ernährung.
Ich habe den Eiweißkonsum angesprochen und z,.B. haben Beide mein Frühstück als perfekt bezeichnet. Ich esse morgens 6 EL Basic-Müsli (Alnatura), 5 EL Joghurt darauf (1,5%), 1 EL Leinöl, dann eine halbe Hand vol Beeren, 1 kl. Stück Banane, 1 kl. Stück Apfel rein schneiden und dann kippe ich meinen Eiweiß-Shake darüber :-))
Übrigens war ich dann gestern Abend sehr erleichtert. Denn mein BZ-Wert 2 Std. nach dem Abendessen (wonach ich pappsatt war) lag dann nur noch bei 101.
Danke und schöne Grüße,
imebro -
Elfe
Rang: Gastam 08.06.2017 20:05:26 | IP (Hash): 1789549116
Hallo Imebro,
da bist du ja in erfreulichen guten Händen mit deinen Beraterinnen :-).
Mehr essen - auf kcal bezogen, wie auch eine Beraterin sagte, mit Berücksichtigung der Diabetes-Ernährung, kannst du in Erwägung ziehen.
Grundumsatz berechnen
http://www.apotheken-umschau.de/kalorienrechner
Kalorienverbrauch je Sportart
http://www.fitforfun.de/sport/fitness-studio/kalorien/kalorienrechner_aid_2032.html
Mein Frühstück basiert auf Haferflocken, Milch, gehobelte Mandeln, Leinsamen - zum Quellen ab in die Mikrowelle.
Obstschnibbeln als Morgenmuffel ist da nicht so meins, Obst dann eher tagsüber.
Immer wieder gerne und :-) Grüße
Elfe
Bearbeitet von User am 08.06.2017 20:07:14. Grund: Ergänzung