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Diabetes Typ2 als Krankheit missverständlich?

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 07.12.2017
    am 09.12.2017 20:14:50 | IP (Hash): 1160828741
    Ich kann Werner und Jürgen (letzter Absatz vor allem, habe jetzt meinen nachwuchs -über 40- endlich soweit, dass er jetzt mal regelmäßig mißt!) nur zustimmen.
    Ich bin jetzt 74 , mache low carb von mal ca 80-100 kh/tag bis jetzt ketogen unter 20 g kh/tag plus intermittierendes fasten (14-15 std/tag Karenz) seit 2011. (nebenbei: gruß an Jürgen und Rainer, von denen ich im Logi-forum damals viel gelernt habe -damals als Henry 70 :)
    Mein langzeitwert liegt im Bereich von 4.9 bis 5.5. die nüchternwerte im 80er und 90er Bereich.
    Mein Ausgangspunkt damals war nüchtern um die 140 und Langzeit 6.0 Also, wie ich heute weiß, habe ich noch einigermaßen rechtzeitig intervenieren können. Ich nehme keinerlei meidkament, auch kein Metformin.
    Ich sehe das so ähnlich wie Werner. Nur beim Sport ist da wohl ein individueller unterschied. Ich mache eher ausdauer"sport§ (2-4 std Fußmarsch mit den hunden täglich plus 50 Minuten Gymnastik nach dem aufstehen täglich) An eine grenze geht das nicht. Auch die Wirkung auf den Blutzucker ist etwas anders. Der marsch läßt den BZ absinken, aber nie dramatisch und auf die Gymnastik reagiert er unterschiedlich. Mal sinkt, mal steigt er davon. Sowas muß man wohl bei sich austesten. Bei mir ist es Bewegung allgemein, die wirkt. Mobiler alltag!! (eher wo wie im Beispiel von Jürgen von der alten Dame) Ich habe es ausgetestet: bis zu 15 Minuten nach dem essen sitzenbleiben geht, dann steigt der BZ deutlich. Das war aber eher in der zeit von (gemäßigterem) low-carb von Bedeutung. Bei heute ca 15-18 kh/tag =ca 4-6 pro Mahlzeit kann da nicht mehr viel passieren. auch wenn das Protein mal hoch war.
    Die Ergebnisse wären vielleicht auch mit höherer kh-zufuhr erreichbar. Ich fand es nur schwieriger durchzuhalten, weil dann die Gefahr von kh-hungerattacken z.b Weihnachten jetzt! sehr groß ist und damit das Risiko der retina-schädigenden Schwankungen. Mit keto jetzt geht die schwankungsbreite kaum über 40 -.50 hinaus! (also morgens etwa 90, höchster wert so 130-135 etwa)
    Ich sage das nicht, weil ich lobend auf die schulter geklopft bekommen möchte, sondern weil ich überall dafür werbe, auf jeden fall selbst "was zu tun" In einer Diabetes-Selbsthilfe-gruppe war ich jetzt erstaunt, bzw entsetzt, wie wenig das getan wird. Man "spritzt" , ja, so ein bißchen paßt man beim essen auf, aber... Dass man evt. wesentlich weniger spritzen könnte, wenn.... Und kaum ein Arzt, auch wenige diabetologen sagen das den leuten klar und deutlich: Ernährung und Bewegung!!
    Ich sag immer folgendes Beispiel: Hättet Ihr einen Herzfehler und der Kardiologe hat gesagt: nicht über 2000 m Höhenlage, das ist gefährlich. Würdet Ihr dann Urlaub in Zugspitzenhöhe machen und dafür besonders starke medis nehmen? Jeder würde das für verrückt halten. Aber bei Diabetes?
    In dem sinne: ausprobieren, was geht.
    Henry-74


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    am 10.12.2017 10:30:45 | IP (Hash): 1460241479
    Sehe ich auch so!
    Um vor zu sorgen wenn meine Diabetes sich doch verschlimmern sollte, testete ich schon mal 3 Diabetologen aus. Nur einer gab mir recht mit den doch sehr wenigen KH. Die anderen 2 Ärzte machten mich auf Mangelerscheinung aufmerksam,wie die tolle Ernährungsberaterin und es gäbe ja die langsamen.Ist mir Wurst,auch die wollen Insulin.
    Das muss man sich mal geben ,in der jetzigen Zeit, wo man meint, jeder Arzt weiß der Körper regelt das anders wenn die KH aus bleiben!!!
    Also ich merke nix, auch wenn ich mal an 2Tagen die KH ganz weg lasse.
    Ja, ich könnte mir auch mal so "n Kilo Baumkuchen oder 2Kilo Dominosteine mit 1Kilo Plätzchen einverleiben ,,,,aber ich weiß was ich damit anrichte und lasse es folglich .
    Vielleicht denkt so mancher jetzt ""der kastriert sich ja selber""" ! Aber ehrlich,mir war Essen noch nie so wichtig,"""auch wenn mich die Gelüste manchmal überkommen ,siehe oben""""
    Nicht mal früher als ich noch 23Kg.mehr wog.

    Sonne muss dabei sein!
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    am 10.12.2017 15:35:11 | IP (Hash): 288207791
    @ Henry und Werner
    Super, wie Ihr beide Eure Remission lebt! Daumendrück für noch möglichst viele Jahre weiterso - auch wenn’s wie grad hier ohne Sonne schneit ;)

    @Chracktos
    Die Studie werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weder Ernährungs- noch Sportmediziner oder Psychologen begleiten, sondern eher nur Fachärzte für Inneres und Diabetes und manch ein Allgemeinarzt und die üblichen Diabetes-BeraterInnen.

    Die gesunde Remission ist doch auch weder Hexenwerk noch Raketenwissenschaft: Wenn bei ner Untersuchung deutlich höher als gesunder BZ auffällt, kann man doch einfach 3 Varianten zur Wahl stellen,
    a) wie bisher allgemein üblich die Entwicklung weiter im Auge behalten und bitte etwas abnehmen und etwas mehr bewegen und in nem halben Jahr wiederkommen und schauen, ob schon ein Diagnose-Grenzwert überschritten ist und dann halt ggf. Diabetes behandeln, oder
    b) wie schon lange möglich und vielfach von Betroffenen mit gutem Erfolg praktiziert http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf und bei Bedarf - ihren BZ kennen die Leute, denn daran orientieren sie ihr alltägliches Verhalten - Stand besprechen und ggf. überprüfen, oder
    c) mit der Remissions-Kur wie in der Studie und bei Bedarf - ihren BZ kennen die Leute, denn daran orientieren sie ihr alltägliches Verhalten - Stand besprechen und ggf. überprüfen.

    Selbstverständlich würde ich gut finden, wenn b und c auch allen schon diagnostizierten 2ern angeboten würden, denn auch wenn ich’s mit meinem c nicht bis in die vollständige Remission geschafft hab, so hab ich meinen Insulinbedarf nach über 15 INSULINERjahren für meinen praktisch völlig gesunden BZ damit deutlich halbieren können. Und wie die Studie zeigt, kann mehr als die Hälfte der Tabletter noch in den Genuss der vollständigen Remission kommen, also zum alltäglichen BZ-Verlauf besser als mit jeder ärztlichen Einstellung möglich bis hin zum völlig gesunden völlig ohne Medis :)

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 10.12.2017 22:21:52 | IP (Hash): 2074598819
    "Ihr Blutzucker ist ein bisschen hoch, aber das braucht Sie nicht zu beunruhigen, das ist noch lange kein Diabetes. Das müssen wir nur im Auge behalten", ist nach wie vor die Standardmeldung, wenn ne allgemeine Blutuntersuchung den BZ im prädiabetischen Bereich auffallen lässt. Dazu ne Wischiwaschivermahnung zu Gewicht und Bewegung und KEIN fachoffizieller Hinweis - ist auch in keiner Leitlinie zu lesen/vorgesehen"


    Ich habe noch nie ein T2-Patientengespräch oder Schulung miterlebt aber kann mir nicht vorstellen dass es so abläuft. Auf JEDER Diabetes-webseite sind Hinweise zu Ernährung, Bewegung, Gewichtsabnahme, gesunder Lebensstil, wie man 'mehr Bewegung in den Alltag einbaut." Diese ganzen Apotheken & Diabetes Zeitschriften sind auch voll damit, und mit KH-armen Rezepten.

    Doch, das ist in den Leitlinien vorgesehen: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/dm-therapie-1aufl-vers4-kurz.pdf

    Zitat:
    "Erste Stufe: Basistherapie
    (gilt zusätzlich auch für alle weiteren Therapiestufen)
    Schulung, Ernährungstherapie, Steigerung der körperlichen Aktivität, Raucher-
    Entwöhnung "
    ...
    Ein wichtiges Ziel ist die Stärkung des Willens zu einer gesunden Lebensweise (das Rauchen
    einzustellen, diabetesgerechte Ernährung, Bewegung, Einschränkung des Alkoholkonsums)."

    Was ist daran "Wischiwaschi"?
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    am 10.12.2017 22:49:37 | IP (Hash): 288207791
    Und
    “"Erste Stufe: Basistherapie
    (gilt zusätzlich auch für alle weiteren Therapiestufen)
    Schulung, Ernährungstherapie, Steigerung der körperlichen Aktivität, Raucher-
    Entwöhnung "
    ...
    Ein wichtiges Ziel ist die Stärkung des Willens zu einer gesunden Lebensweise (das Rauchen
    einzustellen, diabetesgerechte Ernährung, Bewegung, Einschränkung des Alkoholkonsums)."
    bedeutet für alle Mensen sebstverständlich morgens nüchtern max 100mg/dl und in der Spitze nach jedem Essen&Trinken für ein paar Minuten max 140?

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    am 12.12.2017 17:06:38 | IP (Hash): 1901210369
    hjt_Jürgen schrieb:
    Ein erstes Teilergebnis aus der DiRECT Study in GB http://www.businessinsider.de/eine-extreme-diaet-koennte-86-prozent-der-diabetes-2-patienten-heilen-2017-12



    Was heißt denn hier "heilen"? Was für eine reißerische, uninformierte Überschrift eines unseriösen Boulevardblatts!

    Wenn dann doch eher "Remission"! Ich wette, 100% der 86% "Geheilten" würden ganz flott wieder in den diabetischen Bereich vorrücken, wenn sie ihre geänderten Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten wieder aufgeben und sich wieder wie vorher vollstopfen würden!

    Von "Heilung" zu sprechen ist hier also bestenfalls ein schlechter Scherz.
    Bearbeitet von User am 12.12.2017 17:07:47. Grund: .
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    am 12.12.2017 18:12:58 | IP (Hash): 1499616625
    Überschriften sind meisten reißerisch, und wenn Du den Artikel auch nur angeschaut hättest, wär Dir die Print-Überschrift viel deutlicher aufgefallen,

    "Studie: Eine extreme Diät könnte 86 Prozent der Diabetes-2-Erkrankungen rückgängig machen"

    Daran ist schon nix mehr übertrieben, und im Artikel steht deutlich, dass das Umkehren des T2 auf gesund nur so lange funzt, wie das entsprechende Ess- und Bewegungsverhalten durchgehalten wird.

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