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Langsam weiss ich nicht mehr weiter
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am 20.04.2018 05:57:29 | IP (Hash): 1932029225
Hallo, ich bin 36 und angeblich Typ 2 Diabetikerin.
Weiss grad gar nicht, wo ich anfangen soll...
Ich hoffe, es wird nicht zu wirr.
Diagnostiziert wurde ich 2001, da gab man mir Glucopharge 1000er, ich wurde nicht aufgeklärt, man sagte mir lediglich: "Nehmen Sie Morgens und Abends eine Tablette, dann können Sie essen, was sie wollen".
Nun ja, wirklich geholfen haben die nicht - Wie auch, wenn man keine Ahnung hat, ich habe aber auf den Arzt vertraut.
2003 gabs dann Glimiperid dazu, was die Werte etwas senkte, bin aber Morgens immer noch mit Werten um die 400 aufgewacht.
Bin langsam skeptisch geworden und habe mir 2005 einen Diabetologen gesucht.
Dieser schlug die Hände über dem Kopf zusammen, wegen dem Glimiperid.
Ich wurde das erste Mal auf Insulin eingestellt. Damals Rapid und Basal (glaub ich mich zu erinnern, man musste es schütteln).
Ich nahm innerhalb von ca 3 Monaten ca 30 kg zu, ohne dabei mehr zu essen, als vorher. Schlank war ich noch nie, aber von 116kg rauf auf 145 kg war echt heftig...
Mir wurde unterstellt, heimlich zu essen bis hin zu einer Essstörung.
Ich kam in eine Psychosomatische Klinik...
Dort wurde mir das Insulin wieder "weggenommen". Begründung: Als Typ 2 benötige man keines. Ich wurde wieder auf Metformin umgestellt, welches ich komischer Weise nicht vertragen habe, also wieder Glucopharge.
Ich bekam Diät Essen und habe bei verschiedenen Sport Therapien mitgemacht (Walken, schwimmen). Meine Werte waren katastrophal. Man unterstellte mir wieder, ich würde heimlich "naschen".
Nach 6 Wochen rumgedoktor und fröhlichen 6 kg mehr auf der Waage, habe ich dann abgebrochen.
Bin zu einem anderen Diabetologen.
Der stellte mich dann auf Apidra und Lantus ein.
Und Oh Wunder meine Werte gingen zurück und ich konnte auf 124 kg abnehmen.
Die Werte wurden so gut, das ich fast ohne Insulin auskam.
2007 habe ich mit meinem Diabetologen das Insulin abgesetzt, keine Verschlechterung.
Ich war richtig glücklich.
2013 dann der Supergau. Ich kam, nachdem ich auf offener Straße zusammen geklappt war ins KH . Wert mit normalem Gerät nicht mehr messbar, HI. Wert im Labor ermittelt. Irgendwas mit 700.
War 10 Tage im Krankenhaus und wurde wieder auf Insulin gesetzt. Apidra und Levemir. Dort bekam ich meine erste Schulung.
Die Werte wurden einigermaßen Stabil.
Ich wurde entlassen und bekam einen neuen Diabetologen.
Das selbe Spiel von vorn... meine Werte waren so gut, das er das Apidra weggenommen hat und ich wieder auf Glucopharge eingestellt wurde, allerdings zusammen mit dem Levemir, welches auf eine Morgen und Abend Dosis aufgeteilt wurde.
2016 explodierten meine Werte wieder. Ich hatte mir eine Wundrose zugezogen. Ich musste ins KH.
Im KH kam ich dann an eine Insulin Pumpe für 6 Tage, dann bekam ich wieder Apidra und wurde von Levemir auf Toujeo umgestellt.
Mein letzter Hb1c Wert war bei 9,4.
So, aktuell ist es so, meine Werte spinnen so vor sich hin, mein Diabetologe ist ratlos, ich noch mehr. Ich traue mich schon nichts mehr essen, da ich zur Zeit für eine Mahlzeit ca 75 Einheiten Apidra benötige. (Frühstück: ein Vollkornbrötchen (oder Eiweiß Brötchen) oder 2 Scheiben Vollkornbrot (oder Eiweiß Brot) mit Schinken oder Käse. Mittag fällt meistens aus, Abend dann meistens etwas Gemüse und Fleisch. Mehr traue ich mich schon gar nicht mehr).
Sorry für den langen Text. -
Elfe
Rang: Gastam 21.04.2018 01:38:28 | IP (Hash): 289348296
Hallo,
dein HbA1c-Wert ist viel zu hoch und mit BZ 700 mg/dl im KH zu landen zeigt, daß du die Insuline brauchst. (Mit 8 und 400 war bei mir schon 'Drama' angesagt.)
Insulin ist dazu da, um den Zucker im Blut in Maßen zu halten, rein symptomatisch - allerdings schwieriger zu händeln als Tabletten.
Bemerkenswert finde ich deine Jugend - 2001 warst du noch keine 20 !
Wurden denn jemals Antikörper bestimmt ?
Oder einfach in Schublade gesteckt, per Körpergewicht.
Wäre gut, wenn du eine Schulung besuchen könntest, um die Insuline richtig einzuschätzen.
Basal ist wirklich nur für den Grundstoffwechsel, unabhängig vom Essen - Levemir passt bei mir besser per Wirkungsprofil in zwei unterschiedlichen Mengen morgens und abends als so ein sogen. 24 h-Insulin.
Dein Essensbeispiel Frühstück zeigt ganz unterschiedliche KE-Werte an.
Nimmst du nur KH an oder wiegst/rechnest du aus ?
Brötchen/Brotscheiben sind nicht unbedingt per Augenschein zu schätzen.
70/80 g per Brötchen sind durchaus gegeben = 4,5 - 5 KE - nicht 2, wie mir im KH die Ernährungsdame erzählen wollte ~ 20 g = 1 KE (Vollkorn weniger - siehe Inhaltsangaben).
Gar nichts essen zu trauen, ist nicht gut., sondern was/wann.
Zu berücksichtigen sind auch BE/IE-Faktoren - morgens und abends wird mehr Mahlzeiteninsulin benötigt als mittags um 12 Uhr.
Abendessen 3 h mit Kohlenhydratanteil vor Zubettgehen sind auch kein Problem.
Körpergewicht beruht auf Energiebilanz - Kalorien Input und Verbrauch.
Bearbeitet von User am 21.04.2018 01:43:33. Grund: Format -
am 21.04.2018 21:07:12 | IP (Hash): 218460663
Der letzte Satz ist natürlich Quatsch, solltest Du selber wissen, selbst wenn Dir die Genetik das Dasein einer "Elfe" geschenkt hat.
Der Bauer muss signifikant weniger füttern, wenn er seinen Schweinen Insulin gibt. Diabetes- und Adipositasforschung der letzten Jahre setzt sich immer mehr mit dem Mikrobiom und insgesamt dem Darm auseinander. Es gibt massive Unterschiede, was Menschen aus ihrer Nahrung "rausholen".
Zur Fragestellerin: ich würde Dir gerne meine diabetologische Praxis empfehlen. Ich weiß nicht, ob man dies hier darf. Wenn Du magst, kannst Du mir gern eine private Nachricht schreiben. Du bist sehr schwer krank und brauchst schnell Hilfe!
2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 22.04.2018 01:28:11 | IP (Hash): 289348296
@Vicky
So so, du hast eine 'diabetologische Praxis'.
So Heilpraktiker-mäßig mit Darmsanierung im Angebot mit Mittelchen ? ~ gibt ja deren viele - angeblich - von Flohsamen über Kräuter bis zu sogen. Probiotika.
Über Veterinär-, geschweige denn Human-Biologie, hast du keine Ahnung.
Insulin hat eine ganz bestimmte Aufgabe: Zucker in die Zellen einzuschleusen, der sich letztendlich aus KH-haltigen Lebensmitteln (auch Stärke) bildet.
Da haben Darmbakterien eher weniger mit zu tun, die spalten Nahrung auf, mehr nicht.
Unsäglich, Insulin als 'Masthormon' in der Nutztierhaltung zu beschreiben, so gegoogelt oder was.
Kannst gerne hier offen beschreiben, warum ich deiner Praxis mehr vertrauen sollte, als einer internistischen Diabetes-Schwerpunktpraxis. -
am 22.04.2018 03:39:26 | IP (Hash): 1067788137
@ Elfe
Ich wurde nie getestet. Mein Papa war Typ 2, seine Schwester auch, ob seine 2 Brüder haben, weiß ich nicht, die kenne ich nicht, habe meine Tante erst durch den Tod meines Vaters kennen gelernt.
Ich habe es nicht gelernt auszurechnen. Ich habe die Mengen vom Krankenhaus beibehalten.
Ich wurde nie auf BEs eingestellt.
Gestern Abend habe ich z.B gegessen: ein unpaniertes Hähnchen Schnitzel mit Salat und Pilzsauce (Champignons, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, trockener Weißwein, Brühe und etwas Sahne, Pfeffer) und jetzt einen Wert von 370... Na toll.
Montag gehe ich zu meinem neuen Hausarzt und versuche einen neuen Diabetologen zu bekommen, da ich im Dezember umgezogen bin und bis jetzt alle 3 Monate zu meinem alten gefahren bin/fahre (ca 300 km).
Bearbeitet von User am 22.04.2018 03:41:24. Grund: Anrede vergessen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.04.2018 03:39:34 | IP (Hash): 1067788137
Ich wurde nie getestet. Mein Papa war Typ 2, seine Schwester auch, ob seine 2 Brüder haben, weiß ich nicht, die kenne ich nicht, habe meine Tante erst durch den Tod meines Vaters kennen gelernt.
Ich habe es nicht gelernt auszurechnen. Ich habe die Mengen vom Krankenhaus beibehalten.
Ich wurde nie auf BEs eingestellt.
Gestern Abend habe ich z.B gegessen: ein unpaniertes Hähnchen Schnitzel mit Salat und Pilzsauce (Champignons, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, trockener Weißwein, Brühe und etwas Sahne, Pfeffer) und jetzt einen Wert von 370... Na toll.
Montag gehe ich zu meinem neuen Hausarzt und versuche einen neuen Diabetologen zu bekommen, da ich im Dezember umgezogen bin und bis jetzt alle 3 Monate zu meinem alten gefahren bin/fahre (ca 300 km).
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 22.04.2018 07:33:24 | IP (Hash): 1850378482
Vicky schrieb:
Der Bauer muss signifikant weniger füttern, wenn er seinen Schweinen Insulin gibt.
Dieses Märchen kann man oft im Netz wiederfinden aber;
Insulin ist zu teuer um es an Tiere zu spritzen,
Das spritzen von Insulin an Tieren, die für die Mast bestimmt sind, ist zu Zeitaufwendig um es an der Praxis umzusetzen,
Würde der Bauer mehr Futter benötigen, denn die Wirkung von Insulin, bei gesunden Schweinen, würde auf einer Unterzuckerung beruhen, wodurch die Tiere Hunger bekämmen,
das Beispiel ist also nicht auf Diabetiker, die im allgemeinen Insulin zur Senkung zu hoher BZ -Werte anwenden, nicht anwendbar.
Das Beispiel ist auch deswegen nicht zu verwenden weil, die Threaderstellerin ein anderes Bild zeichnet. Sie schreibt "Dort wurde mir das Insulin wieder "weggenommen".(...)Nach 6 Wochen rumgedoktor und fröhlichen 6 kg mehr auf der Waage". Das heisst also, dass sie das gegenteil von deinem Bild Zeichnet. Ohne Insulin hatte sie zugenommen. Weiter schreibt sie " Der stellte mich dann auf Apidra und Lantus ein. Und Oh Wunder meine Werte gingen zurück und ich konnte auf 124 kg abnehmen."
Bearbeitet von User am 22.04.2018 08:15:47. Grund: - -
am 22.04.2018 08:32:00 | IP (Hash): 1622766519
Vicky schrieb:
Der Bauer muss signifikant weniger füttern, wenn er seinen Schweinen Insulin gibt.
Überall, wo ich in der Tierzucht Insulinmast dargestellt gefunden habe, ging es nicht um mehr Gewicht mit weniger Futter, sondern um mehr Futter in kürzerer Zeit für mehr Gewicht in kürzerer Zeit. Denn Insulin macht Unterzucker, und Unterzucker macht Hunger und dass Tier dann weiter frisst, wenn es eigentlich längst piefsatt ist. Ist beim Menschen genauso.
Besonderheit bei uns mit Diabetes:
Wenn wir uns an einen höheren BZ mit vielen Stunden am Tag bei 200 und mehr mg/dl gewöhnt haben, entsorgen wir viel von der aufgenommenen Glukose ins Klo. Mit der passenden Menge Insulin wird diese Glukose nicht mehr entsorgt, sondern in der Form von Fett gespeichert. Dann kann mit der selben Futtermenge nur zugenommen werden, mit der das Gewicht zuvor gehalten wurde. Und wer dann noch häufig gegen Unterzucker - egal ob tatsächlich oder befürchtet - anisst, verleibt sich natürlich noch entsprechend mehr Speichermasse ein :(
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.04.2018 16:14:55 | IP (Hash): 218460663
Ja, ich habe eine diabetologische Praxis, die ich als Patientin aufsuche. Womöglich ist Dein "schnell-auf-dem-Baum-sein-und aus der Haut-fahren" ein Schlankheitselixier. Hilfreich für Dich. Für Leute, die Du so anlederst, jedenfalls nicht.
Tatsache ist nun mal, dass nicht alle Menschen gleich viel futtern können und dabei gleich schlank bleiben können. Der eine hält bei 2500kcal und mäßiger Bewegung lebenslänglich einen BMI von 21, der andere kämpft bei 1500kcal/d mit Adipositas. Dass es nicht so simpel ist, wie Du suggerierst (Input = Output), weiß die Medizin schon länger. Die Ursachen sind komplex. Und leider gegen die Aufklärung wirkt der vorurteilsbelastete Gedanke, den Du hier zelebrierst: "Selbst Schuld, Fetti!"2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.04.2018 16:41:40 | IP (Hash): 1622766519
Vicky schrieb:
Tatsache ist nun mal, dass nicht alle Menschen gleich viel futtern können und dabei gleich schlank bleiben können. Der eine hält bei 2500kcal und mäßiger Bewegung lebenslänglich einen BMI von 21, der andere kämpft bei 1500kcal mit Adipositas. Dass es nicht so simpel ist, wie Du suggerierst (Input = Output), weiß die Medizin schon länger. Die Ursachen sind komplex. Und leider gegen die Aufklärung wirkt der vorurteilsbelastete Gedanke, den Du hier zelebrierst: "Selbst Schuld, Fetti!"
DOCH! Input=Output! Wer mit 2500kcal und mäßiger Bewegung BMI 21 hält, mag die inputten. Wer mit 1500kcal zunimmt, muss halt passend nach der Waage für das Erreichen und Halten seines Wunschgewichtes entsprechend weniger kcal essen. Wie schwer das fallen kann, ist mir aus dem alltäglichen eigenem Erleben bestens bekannt. Aber genau das ist Input=Output.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Bearbeitet von User am 22.04.2018 16:45:06. Grund: Ergänzung