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Langsam weiss ich nicht mehr weiter
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am 24.04.2018 07:24:43 | IP (Hash): 1588216461
Rainer schrieb:
Hallo Chrissy,
deine Geschichte hört sich sehr danach an, als hättest du dich mit deinem Diabetes bisher eher rumschubsen lassen.
Ich empfehle dir, eine diabetologischen Schwerpunktpraxis in deiner Umgebung zu suchen, dort ist häufig am meisten Sachverstand vorhanden. Wenn du bereit bist, für einen kompetenten Diabetologen auch ein bisschen weiter zu fahren, dann findest du bestimmt eine geeignete Praxis.
Du solltest mit deinem neuen Arzt unbedingt den Umstieg auf ICT vereinbaren.
Deine Diabetesentwicklung, so wie du sie beschrieben hast, deutet ziemlich sicher auf einen Typ2-Diabetes hin.
Außerdem ist die Frage, ob nicht doch ein Typ1-Diabetes oder LADA dahinter steckt, besonders dafür wichtig, weil diese Formen von Anfang an mit Insulin behandelt werden müssen.
Ich drück dir die Daumen, dass du möglichst schnell einen guten Diabetologen findest und mit ihm zusammen deinen BZ wieder in einen vernünftigen Bereich bekommst.
Alles Gute, Rainer
Naja man denkt ja schon, dass Ärzte - vor allem Fachärzte eine gewisse Ahnung haben sollten.
Klar bin ich bereit. Das Problem ist nur, dass ich immer auf Öffis angewiesen bin, da ich keinen Führerschein besitze.
Sorry für die blöde Frage aber was ist:
ICT und LADA (ich vermute, dass es dabei nicht um die Automarke geht)
Hoffe ich auch. Da die ersten Folgeschäden schon da sind, kann man wohl nur noch "Schadens Eindämmung" betreiben...
Liebe Grüße
Chrissy -
am 24.04.2018 12:12:42 | IP (Hash): 991063678
Fettnäpfchen schrieb:
Sorry für die blöde Frage aber was ist:
ICT und LADA
LADA ist eine besondere Form von Typ1-Diabetes, die du aber sehr wahrscheinlich nicht hast.
ICT ist die Abkürzung für "Intensivierte konventionelle Therapie" und meint genau das, was du dringend brauchst:
- die Spritzmenge nach dem Essen (nach BE oder KE = Broteinheiten bzw. KH-Einheiten) ausrichten und
- selbstständig anpassen, wenn sich Veränderungen ergeben.
Nur so kannst du deine BZ-Werte wirklich gut genug im Griff behalten. Die selbständige Dosisanpassung ist auch sehr wichtig, wenn du etwas wirkungsvolles unternimmst, um dein Gewicht trotz Insulin nach unten zu bekommen. Es gibt dafür Möglichkeiten, die aber bei dir schnell zu schweren Hypos führen würden. Sprich mit deinem neuen Arzt unbedingt über ICT, das ist für dich wirklich sehr wichtig.
Alles Gute, Rainer1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 24.04.2018 17:54:22 | IP (Hash): 289348296
Hallo Chrissy,
ich selber finde es wichtig herauszufinden, welchen Diabetes-Typ du hast.
Bin selber LADA (wie geschrieben).
https://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes-Typ-1/LADA-Latent-Autoimmune-Diabetes-in-Adults-27730.html
Halte LADA durchaus für möglich, aufgrund der Insuline als junge Erwachsene.
Die Haupttypen Diabetes unterscheiden sich grundsätzlich:
Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit, bedeutet, das eigene Immunsystem zerstört per Fehlsteuerung die eigenen insulinbildenden Zellen - körpereigenes Insulin muss im Laufe der Zeit durch steigend äußerlich zugeführte Insulinspritzen ersetzt werden
Bei Typ 2 ist noch genügend oder sogar mehr körpereigenes Insulin verfügbar, aber die Wirkung ist herabgesetzt.
Gewichtsabnahme und angepasste Ernährung können ausreichen, ggf. mit Tabletten unterschiedlicher Wirkungsansätzen.
Bei Glucopharge was dir verschrieben wurde
"Der Wirkstoff senkt bei Diabetikern den Blutzuckerspiegel. Der Effekt kommt über drei Mechanismen zustande: aus der Nahrung wird weniger Zucker aufgenommen, die Leber gibt weniger Zucker an die Blutbahn ab und der im Blut transportierte Zucker wird besser in die Körperzellen aufgenommen. Der Wirkstoff beeinflusst nicht die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse."
Das zwischenzeitliche Glimpirid regt die Insulinproduktion die Insulinproduktion weiter an, was dein Arzt damals nicht gut fand und statt dessen Insuline verschrieb.
Du hattest bereits schon 2 x Insuline verschrieben bekommen - Mahlzeiteninsulin und Basalinsulin, die Anleitung dazu wie anzuwenden fehlt noch zur wirklichen ICT (Intensified Conventional Therapie).
https://www.diabetes-ratgeber.net/Insulin/Intensivierte-Insulintherapie-ICT-27680.html
Für Arztsuche am Wohnort kannst du online eine Vorauswahl treffen über Fachgebiet 'Diabetologie'
https://weisse-liste.arzt.apotheken-umschau.de/
http://www.bundesaerztekammer.de/service/arztsuche/
Zu ermitteln sind auch Hausärzte mit Fachgebiet Diabetologie.
Für Schwerpunktpraxis braucht man - jedenfalls aus meiner Erfahrung - eine Überweisung vom Hausarzt.
Wie zeigen sich deine vermuteten Folgeschäden?
Um so wichtiger, die BZ-Werte herunterregeln zu können.
Gruß Elfe -
am 24.04.2018 19:47:25 | IP (Hash): 1588216461
Elfe schrieb:
Hallo Chrissy
Wie zeigen sich deine vermuteten Folgeschäden?
Um so wichtiger, die BZ-Werte herunterregeln zu können.
Gruß Elfe
Nicht vermutet...
Habe eine Neuropathie in den Füßen.
Ständige Schmerzen.
Einblutung im rechtes Auge, wird behandelt, bekomme Spritzen ins Auge.
Augenhintergrund auf beiden Seiten geschädigt, werde bald gelasert. Erst das linke, dann wenn die Spritzen abgeschlossen sind auch das rechte Auge.
Liebe Grüße
Chrissy -
am 25.04.2018 02:18:53 | IP (Hash): 429617085
Hallo Chrissy,
das ließt sich ja alles grauselig. Mich würde das auch alles total fertig machen. Ich würde mir psychische Hilfe holen. Wenn dir der Psychater so nicht passt einfach wechseln, auch mit ÖPNV hast du da etwas auswahl.
Du kannst auch mit der Krankenkasse sprechen oftmals gibt es auch die Möglichkeit die ersten Sitzungen bei dir zu machen, oder das das Taxi bezahlt wird von der Krankenkasse. -
Elfe
Rang: Gastam 25.04.2018 20:07:39 | IP (Hash): 289348296
Fettnäpfchen schrieb:
Habe eine Neuropathie in den Füßen. Ständige Schmerzen.
Einblutung im rechtes Auge, wird behandelt, bekomme Spritzen ins Auge.
Augenhintergrund auf beiden Seiten geschädigt, werde bald gelasert. Erst das linke, dann wenn die Spritzen abgeschlossen sind auch das rechte Auge.
Hallo Chrissy.
oh je.
Hoffe, daß die Neuropathie sich bessern kann, wenn du nicht mehr diese hohen Blutzuckerwerte hast.
Ob die Augenprobleme wirklich auf Diabetes zurückzuführen sind?
Kann auch ohne Retinopathie notwendig sein: Spritzen bei Makula-Degeneration.
Bei mir wurde die Netzhaut auch schon gelasert, 'festgetackert', hatte nichts mit Diabetes zu tun.
Im Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag möchte ich noch auf ein Video der sogen. Ernährungsdocs hinweisen:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/Mit-Eraehrung-und-Insulin-Diabetes-einstellen,ernaehrungsdocs382.html
Dabei geht es um einen männlichen Patienten, der 15 Jahre lang als 2er behandelt wurde, obwohl er eigentlich 1er ist.
Die Antikörper wurden nicht bestimmt !
Aussage zu Anfang dieses Films: Vermutete 10 % der 2er Diabetiker werden falsch behandelt !
Im weiteren Verlauf finde ich bemerkenswert:
Kohlenhydratvermeidung (und nicht spritzen) hat sogar eine HbA1c-Erhöhung auf 10 ergeben !!!
Kann also nicht die Lösung sein.
Weil, selbst wenn per Ernährung keine Kohlenhydrate zugeführt werden, werden diese im Organismus gebildet über verschiedene Vorgänge, um Organe mit Glukose versorgen zu können, die diese brauchen. - Basalinsulin ist deshalb für den Grundstoffwechsel notwendig.
So manch andere Aussagen des Ernährungsdocs finde ich aber grenzwertig - u.a. KH-Gehalt von Obst wie Weintrauben in Würfelzucker darzustellen (1 Stück Würfelzucker wiegt 3 g).
Finde die KHE auf 10 g bezogen besser.
Habe damals so ein Papierfaltblatt bekommen - Vorgänger von diesem nun online verfügbar
http://www.merian-apotheke.de/download/kh-tabellen.pdf
Liebe Grüße
Elfe
Bearbeitet von User am 25.04.2018 20:09:25. Grund: Leerzeichen X -
am 25.04.2018 21:20:29 | IP (Hash): 1169565863
Elfe schrieb:
Dabei geht es um einen männlichen Patienten, der 15 Jahre lang als 2er behandelt wurde, obwohl er eigentlich 1er ist.
Die Antikörper wurden nicht bestimmt !
Im weiteren Verlauf finde ich bemerkenswert:
Kohlenhydratvermeidung (und nicht spritzen) hat sogar eine HbA1c-Erhöhung auf 10 ergeben !!!
Was soll der unsinnige Vergleich!?
Chrissy spritzt Insulin und hat sicher nicht vor, sich das Insulin wegnehmen zu lassen. Ein Unterschied würde sich demnach nicht ergeben, falls Antikörper festgestellt werden sollten. Der Typ ist für Chrissy wirklich nicht mehr die wichtigste Frage, zumal die bisherige Entwicklung stark auf Typ2- Diabetes hinweist.
Für Chrissy ist es wichtig, einen Diabetologen zu finden, der ihr dabei hilft.die Insulinresitzenz loszuwerden, um mit vernünftigen Insulinmengen den BZ und das Gewicht in den Griff zu bekommen und die Verschärfung der Folgeerkrankungen zu stoppen. Allgemeine Empfehlungen, die für alle Diabetiker gelten sollen, reichen dazu ganz bestimmt nicht aus.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Elfe
Rang: Gastam 26.04.2018 01:39:51 | IP (Hash): 289348296
@Rainer
In keinster Weise unsinnig, von meiner Seite gesehen.
Äußerlich gegebene Insuline bedürfen genauerer Dosierung.
Sehe keine unbedingten Typ 2-Diabetes, Chrissy ist viel zu jung - sowohl aktuell als auch zu Beginn.
So allgemeine Empfehlungen à la LCHF ist ja eher so dein Ding, KH-Vermeidung ist es eben nicht.
Du weißt noch nicht mal, ob du wirklich Mody bist, dennoch so stolz auf nur Basal und fettlastige/Butter-Zufuhr (Wunderblümchen hast du noch nicht gefunden).
Kannst du gar nicht aus eigener Erfahrung wissen, wie Umgang mit Mahlzeiteninsulin funktioniert. -
am 26.04.2018 11:19:20 | IP (Hash): 1096058883
Hallo Leidensgenossin,
ist bei dir schon mal an MODY, Typ 3 gedacht worden? Ein erblicher Gendefekt, es fehlt das Enzym, das für die Öffnung und Abgabe des Insulins verantwortlich ist.
Dafür spricht dein junges Alter, vor allem bei Eintritt des Diabetes.
Deine Ansprechen auf Insulin, das zum umfassenden und schnellen Absinken der Werte führt, sodass man verführt ist, das Ganze wieder ad acta zu legen.
Ich selbst habe eine ähnliche Geschichte hinter mir, seit der Pubertät diffuse Probleme mit dem Essen, ind er Schwangerschaft mit 25 J. dann Diabetes festgestellt. Von da an rumgestocher alles Beteiligten im diffusen Nebel, denn in den80ern hatte kein Arzt auch nur annähernd eine Ahnung.
Typ 2 in dem Alter????
Meine Mutter und meine Oma, das gleiche Krankheitsbild.
Heute nehme ich immer noch Glimepirid, denn anders als bei Typ 2 führt das bei T3 nicht zu einer Schwächung der Bausspeicheldrüse, sondern unterstützt das Abgeben des Insulins, das durch einen Gendefekt behindert ist. Zusätzlich Mahlzeiteninsulin, wenn mehr gegessen wurde und zur Nacht Langzeitinsulin.
Auffalend ist immer noch, dass ich bei der Gabe von dem Mahlzeiteninsulin nur etwa 3-4 Einheiten brauch, dann tut sich aber schnell was. Bin immer wieder erstant, über diese rasante Wirkung.
Welchen dieser vielen Unterformen ich habe, weiß ich auch nicht so genau, wurde nicht getestet, weil viel zu teuer, aber seitdem läuft es einfach besser. Danke an meinen DiaArzt, der diese richtige Vermutung hatte und mich entsprechend behandelt. Bis zu ihm war es auch ein weiter Weg und die Behandlung erfolgte wie T2 mit dem Zusatz der 3 D`s: Dick, Dumm. Diabetes. Selber schuld, wenn sie soviel isst. Hätte gern den smilie mit dem Hämmerchen.
MODY : https://de.wikipedia.org/wiki/MODY
Ich will dich nicht noch mehr verunsichern, aber du bist noch jung genug, um den Krankheitsverlauf zu verbessern. Denn im höheren Alter, falsch behandelt, entwickelt sich ein massiver Typ 2 und das war`s.
LG heaven
Bearbeitet von User am 26.04.2018 11:22:35. Grund: Fehler1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.05.2018 15:59:48 | IP (Hash): 740776516
Hallo,
also auch wenn meine Geschichte anders ist, so begann sie ganz ähnlich. Mit Metformin und der Ansage: wird schon! Unabhängig von meinem Verlauf - hier gehts ja um Dich - muss ich Dir sagen ich kenne Dein Problem.
Mit 3 normalen Mahlzeiten (aus meiner Sicht) brauche ich locker 180 - 200 IE Bolus. Ich bin auch ein Typ2. Dazu kommen bei mir aktuell 150 IE Basal. Ob das alles normal weiß ich nicht. Ich habe mich heute hier erst angemeldet um Antworten zu bekommen bzw. mich auszutauschen.
Leider habe ich aufgrund meines Berufes / Lebenswandel keinen festen Hausarzt und die ganzen Diabetesexperten mit denen ich zu tun hatte, wollten mich auch nicht beraten, da ich eben nie vor Ort bin, sondern immer unterwegs.
Ich spritze Lilly Humalog und brauche für Dein beschriebenes Frühstück (allerdings mit 4 Spiegeleiern dazu) auch 30 - 50 Einheiten.
Bei mir kommt hinzu, dass das Basal irgendwie nach 9-11h aufhört zu wirken. Irgendwann geht der Wert einfach nach oben. Wenn ich mal länger schlafe. 8h alles normal mit Werten zwischen 75-90 und dann klettert er ohne Grund auch bis auf 200 wenn ich nicht Korrektur spritze. Alles seltsam. Vielleicht finden sich hier ja andere mit Erfahrung was das Thema angeht.
Auf alle Fälle lass Dir gesagt sein: Du scheinst nicht der einzige Mensch zu sein, der krasse Mengen an Insulin benötigt.
Michi