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DMP Programm
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Cracktros
Rang: Gastam 01.05.2018 14:46:25 | IP (Hash): 902761050
Die schwere Hypoglykämie in Verbindung mit Führerscheinstelle ist ein gutes Beispiel um den Datenschutzgedanken zu Diskutieren. Gelangen medizinische Daten, die einer Personen zum Nachteil gereichen können, an die Führerscheinstelle spielt es keine Rolle ob die Informationen einen legalen Weg genommen haben oder Illegal erlangt wurden: Sie durften verwendet werden.
Wissensbasiert argumentierend erhöht sich das Risiko einer weiteren schweren Hypoglykämie, wenn es schon mal eine schwere Hypoglykämie gegeben hat. Diese Argumentation basiert auf Beobachtungen von Gruppen. Individuell kann es aber sein, dass jemand eine schwere Hypoglykämie erlitten hat und keine weiteren Folgen.
Für die Argumentation der Behörde spielt das Individuelle kaum eine Rolle, sie könnte, auf Grund einer Risikoprognose, Auflagen erteilen.
Zu bedenken ist auch weiteres:
Bei der Einführung des Risikostrukturausgleiches, der weiter oben im Zusammenhang mit dem DMP gestellt wurde, existierte der politische Wunsch, dass die gesetzlichen KVs , durch Konkurrenz untereinander, bessere Leistungen für Versicherte anbieten. Aber, die ges. KV´s sollten nicht um Lukrative Versicherte (jung, gesund, gutes Einkommen) werben sondern unabhängig davon alle Versicherungspflichtige anziehen. Deswegen wurde ein Mechanismus geschaffen, der Krankenkassen in die Lage versetz um jeden zu werben; und zwar nur durch die Leistungen die, die jeweilige ges. KV anbietet. Politische wünsche können sich leicht verändern.
Bearbeitet von User am 01.05.2018 15:14:47. Grund: - -
am 01.05.2018 16:33:13 | IP (Hash): 918236587
Übrigens, auch ein HbA1c , der nicht in das Weltbild der Damen und Herren passt, hat schon zumindest zu Diskussionen geführt. -
am 01.05.2018 17:46:45 | IP (Hash): 1866416515
Nicht für die Werbung wurde der Risikostrukturausgleich eingeführt, sondern für den gerechteren Kostenausgleich zwischen den alten und den neuen Kassen. Die alten hatten den älteren Kundenstamm mit den vielen Beschwerden und immer mehr Rente=weniger Geld, während die jungen vor allem Betriebskassen den jungen Stamm hatten mit wenigen Beschwerden und guten Einkommen.
Inzwischen läuft der Ausgleich längst über den Gemeinschaftstopf, aus dem jede Kasse sich so viel nehmen kann, wie sie an Risiken ihrer Versicherten anmelden kann.
Persönlich hab ich bei der Einführung der Diabetes DMPs in der Selbsthilfe dafür geworben, weil sie so verkauft wurden, als würde sich der Behandlungsstandard damit erhöhen. Tatsächlich hat er aber nicht nennenswert, und ich weiß auch von keinen Mehrfach-Untersuchungen, die damit unterblieben wären. So weiß ich von Ärzten aus meinen Bekannten-Umfeldern, die alle argumentieren, dass sie eine Blutuntersuchung, die ein Kollege vor 14 Tagen eingetragen hat, selbstverständlich bei der Übernahme des Patienten wiederholen. Denn seitdem kann sich ja vieles geändert haben.
Eine ernsthafte behandlungsspezifische Funktion haben die DMPs nie gehabt, denn sie waren immer freiwillig, und das Spiel musste gesetzlich vorgeschrieben garantieren, dass niemand einen Nachteil dadurch erfahren sollte, dass er nicht daran teilnahm. Also gesetzlich verschrieben kein Unterschied in Behandlung und Medis!
Und ich kann auch bis heute keinen Sinn in der Sammlung der Daten entdecken außer dem, dass eine Reihe von Stellen mit ihrer Erhebung und Pflege beschäftigt werden. Denn für behandlungsrelevante Erkenntnisse sind sie viel zu grob. Und für das Gängeln der Ärzte nutzen die KVen längst sowas wie Benchmark-Systeme: Aus Hausnummer 100 wie auch immer vergleichbaren Fällen werden die mit der kostengünstigsten Behandlung als Vorbilder vor und hoch gehalten, während für die mit den ungünstigsten Rechenschaften eingefordert werden.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
Cracktros
Rang: Gastam 01.05.2018 18:20:19 | IP (Hash): 532289040
hjt_Jürgen schrieb:
Nicht für die Werbung wurde der Risikostrukturausgleich eingeführt, sondern für den gerechteren Kostenausgleich zwischen den alten und den neuen Kassen. Die alten hatten den älteren Kundenstamm mit den vielen Beschwerden und immer mehr Rente=weniger Geld, während die jungen vor allem Betriebskassen den jungen Stamm hatten mit wenigen Beschwerden und guten Einkommen.
Inzwischen läuft der Ausgleich längst über den Gemeinschaftstopf, aus dem jede Kasse sich so viel nehmen kann, wie sie an Risiken ihrer Versicherten anmelden kann.
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Es existiert keine Grund, außer einem politischen Willen, auch strukturschwache Krankenkassen -mit überalterter Versichertenstruktur, mit Versicherten die kränker sind als Versicherte anderer Krankenversicherung oder weniger Einkommen haben als bei anderen KV´s - zu unterstützen. Hätte es den politischen Wusch gegeben darauf keine Rücksicht zu nehmen, sondern jene zu stützen die Kosteneffizient und Beitragsstark sind hätte es diesen Ausgleich nicht gegeben. Dann würden die KV´s auch alles daran setzen andere Versichertenstrukturen anzulocken. Ob es dann z.B. das Libre, als freiwillige Leistung, gebe ist fraglich. Und einer Überzeugung,/Ideolgie, dass ausreichend Konkurrenz zu Innovation und Verbesserungen für die Versicherten führt lässt eine gewisse Anzahl an ges. KVs aufrecht erhalten. Aber wie gesagt, diese Vorstellungen ist nicht auf Stein gemeißelt: Vorstielbar ist auch, das ein Faktor geändert werden könnte der teure Versicherte unliebsam macht. Dann könnten Menschen mit Diabetes durchaus Probleme bekommen. Es genügt ein öffentlich wirksames Bild, vom Patienten der selbst Schuld an seiner Krankheit ist, zu Zeichnen, als "Schmarotzer" darzustellen und die Kosten der Erkrankung aus der Versicherungsleistung zu nehmen.
Ergänzung:
Dass, das Prinzip -erzeugen des Gefühles, selber Schuld, funktioniert und Krankenkassen eine Leistung runterfahren oder rausnehmen sieht man am Beispiel Zahnersatz. Wer sagt, dass es nicht irgendwann auch auf Diabetes angewendet werden kann? Und dann sind alle Daten vorhanden ein vermeintlich zu niedriger HbA1C, korreliert mit hohem UZ Risiko und Spätfolgen wie Demenz und Herzerkrankungen, könnte dann Konsequenzen haben. Das selbe gilt für einen zu hohen HbA1C. Und was ist mit dem Gewicht? Schon wieder nicht abgenommen ..."Ne, das können wir anderen versicherten nicht auch noch aufdrücken."
Bearbeitet von User am 01.05.2018 18:47:02. Grund: - -
Elfe
Rang: Gastam 01.05.2018 18:48:53 | IP (Hash): 1194202144
hjt_Jürgen schrieb:
http://www.aok-gesundheitspartner.de/imperia/md/gpp/nds/dmp/diabetes2/2017_ausf%C3%BCllanleitung_dm1_dm2.pdf
Mit welchen dieser Daten befürchtest Du welches Schindluder?
Hallo Jürgen,
sehr vielen Dank für deinen Link.
Beschreibt schon anschaulich, was eben auch per Arzt an Untersuchungen erfolgen muss, also Qualitätskontrolle auch der Praxis.
Finde Weitergabe der beschriebenen Daten an Krankenkasse nicht so schlimm.
Daß wir Diabetiker sind, können die schon anhand der Medikamentenverschreibung sehen.
Datenweitergabe scheint allerdings nicht so zu sein, wie vermutet.
Meiner KK war trotz DMP nicht bekannt, daß ein Unterzuckerproblem besteht und wollten Kosten für Hyposchulung nicht erstatten.
Hätte Begründung des Arztes vorher einreichen müssen, wusste ich nicht.
Mein Arzt hat dies dann eingestanden und habe das nachgereicht, mit Erfolg - Kosten wurden erstattet.
Soweit meine Erfahrung, um auf Ondras Frage ausführlicher zu antworten.
Gruß Elfe -
am 01.05.2018 19:01:31 | IP (Hash): 1866416515
@Cracktros
Es geht nicht um ne Unterstützung von armen Kassen, sondern um den möglichst gleichen Ausgleich für gleiche Ausgaben, und der funzt seit dem Gesundheitsfonds wesentlich ganz einfach:
Alle Beiträge aller gesetzlich Versicherten fließen da hinein, und alle Kassen nehmen daraus nach einem festgelegten Schlüssel anteilige Beträge für die bei ihnen versicherten Risiken. Die AOK mit den Hausnummer 1.000 Rentnern mit Typ2 von 2.000 Versicherten muss also nicht mehr neidisch auf die IKK mit 20 Rentnern mit Typ2 von 2.000 Versicherten schielen und um Ausgleich betteln oder den von der Politik zugestanden kriegen, sondern heute zieht die AOK eben 1.000mal den Satz für Typ2 aus dem Gesundheitsfonds und die IKK halt nur 20mal den Satz.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung. -
Cracktros
Rang: Gastam 01.05.2018 19:19:05 | IP (Hash): 902761050
hjt_Jürgen schrieb:
@Cracktros
Es geht nicht um ne Unterstützung von armen Kassen, sondern um den möglichst gleichen Ausgleich für gleiche Ausgaben, und der funzt seit dem Gesundheitsfonds wesentlich ganz einfach:
Alle Beiträge aller gesetzlich Versicherten fließen da hinein, und alle Kassen nehmen daraus nach einem festgelegten Schlüssel anteilige Beträge für die bei ihnen versicherten Risiken. Die AOK mit den Hausnummer 1.000 Rentnern mit Typ2 von 2.000 Versicherten muss also nicht mehr neidisch auf die IKK mit 20 Rentnern mit Typ2 von 2.000 Versicherten schielen und um Ausgleich betteln oder den von der Politik zugestanden kriegen, sondern heute zieht die AOK eben 1.000mal den Satz für Typ2 aus dem Gesundheitsfonds und die IKK halt nur 20mal den Satz.
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Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
Ja, nein....Der Risiko-Struktur -Ausgleich steht seit 2009 in Verbindung mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz und dem morbiditätsorientierten Risiko-Struktur -Ausgleich (morbi -RSA ). Mit der Folge, dass Versicherungen um chronisch Kranke werben. Das einfachste Beispiel ist die Kostenübernahme des Libre. Die Krankenkassen, die sich ausrechneten, dass sie vom morbiditätsorientierten -RSA ein wenig mehr profitieren könnten haben als erste das Libre, freiwillig, finanziert. Hingegen haben jene, die schon gut, vom morbi-RSA, profitieren und keine Steigerungen erwarten können, erst reagiert als die Flucht der Versicherten einsetze.
Genau dieses wollte die Politik als sie die Gesetze erlassen hat. Aber, Gesetze sind veränderbar. Wenn nun der Gesetzgeber die Kostenersparnis zum Hauptziel macht, wird ein anderes Gesetz dafür sorgen, dass KVs alles dran setzen um Kosten einzusparen und teuere Versicherte nicht zu versichern.
Bearbeitet von User am 01.05.2018 19:32:16. Grund: - -
am 01.05.2018 21:04:41 | IP (Hash): 1866416515
Cracktros schrieb:
Genau dieses wollte die Politik als sie die Gesetze erlassen hat. Aber, Gesetze sind veränderbar. Wenn nun der Gesetzgeber die Kostenersparnis zum Hauptziel macht, wird ein anderes Gesetz dafür sorgen, dass KVs alles dran setzen um Kosten einzusparen und teuere Versicherte nicht zu versichern.
Sorry, aber jeder realistische Ausblick in unsere demografische Entwicklung zeigt immer mehr alte Wenigverdiener und immer mehr junge Wenigverdiener mit immer weniger Mittel- und Gutverdienern dazwischen. Also bei gleichbleibendem Sozialversicherungs-Anteil immer weniger Euronen für den Gesundheitsfonds, die auf immer mehr Leistungsfälle aufzuteilen sind.
Ohne Goldesel werden damit auch in D immer mehr Anteile von immer mehr Leistungen von uns Versicherungsnehmern direkt aus der Tasche gezahlt werden müssen. Bekannte von mir in ähnlicher Situation wie ich in USA und GB zahlen für die selben Diabetes-Leistungen, die ich im Rahmen meiner freiwilligen Gesetzlichenmitgliedschaft nutzen kann, unter dem Strich pro Jahr das Doppelte bis Dreifache, und ich sehe keinen Lichtblick/Grund dafür, dass uns diese Steigerung erspart bleiben könnte.
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Cracktros
Rang: Gastam 01.05.2018 21:39:28 | IP (Hash): 902761050
Da hier des DMP Thematisiert wird möchte ich nur noch Darstellen was das DMP mit der Fianzierung der KVen zu tun hat. Also, nach Einführung des morbi-RSA erfolgt die Zuweisung der Finanzmittel nicht mehr nach Patienten die im DMP erfasst werden, wie es vor 2009 der Fall war, sondern werden anhand von 50 - 80 ausgewählten Krankheitsgruppen direkt über gestellte Diagnosen verteilt.
@Jürgen,
Durchaus wichtig auch dieses zu betrachten, es hat nur wenig mit dem DMP zu tun. -
am 01.05.2018 21:59:36 | IP (Hash): 1866416515
Was heute von 50-80 ausgewählten... war der Ursprung vom DMP. Denn damals konnte nicht einfach verteilt werden, sondern dafür war die Unterschrift des Versicherungsnehmers notwendig.
Sorry, aber es ging und geht in dem Bereich immer nur um Euronen - und - Ergänzung - die werden halt immer weniger :(
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Bearbeitet von User am 01.05.2018 22:05:05. Grund: Ergänzung