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Lange nichts gegessen - im Anschluss hoher BZ?

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    am 18.05.2018 12:57:00 | IP (Hash): 63883386
    Guten Tag erstmal,

    ich bin 32 und habe seit 18 Jahren Zucker (Typ-1). Soviel zunächst einmal zu mir. Jetzt zu meinem Problem: Es kommt vor, dass ich den ganzen Tag nichts esse, mir dann abends eine Mahlzeit mache und der Zucker extrem in die Höhe schießt, obwohl er in der Zeit, in der ich nichts gegessen habe, auf Normalniveau war und ich normal spritze. Kennt ihr dieses Problem? Oder rede ich mir da nur was ein?

    Z.B.: Ich frühstücke morgens, esse dann bis zum Abend nichts. Die Werte pendeln tagsüber zwischen 100 u. 140. Dann esse ich abends und 1 Stunde später ist der Wert bei 300, obwohl ich genauso viel spritze, wie normal (also, wenn ich kein Mittagessen ausfallen lasse).

    Über Rückmeldungen von euch wäre ich sehr dankbar.
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    am 18.05.2018 13:37:15 | IP (Hash): 1360644486
    Was misst Du denn sonst immer ne Stunde nach dem Essen?

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    Dieser Beitrag ist kein Ersatz für eine persönliche ärztliche Diagnose oder/und Behandlung.
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    am 18.05.2018 14:01:10 | IP (Hash): 63883386
    Also normalerweise nicht höher als 200
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    am 18.05.2018 14:09:15 | IP (Hash): 1360644486
    Vielleicht schaust Du morgen ne Stunde nach dem Frühstück - wenn's kein Low Carb isst?

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    am 18.05.2018 15:08:54 | IP (Hash): 466319422
    Hallo
    habe noch nicht so lange T1, aber etwas ähnliches fällt mir manchmal auch auf. Die erste Mahlzeit des Tages hat tendenziell höhere Werte nach dem essen.

    "Oder rede ich mir da nur was ein? "
    Wenn man beim messen immer die Werte markiert ("nüchtern" usw) wäre es eigentlich sinnvoll erstmal zu gucken ob der eigene Eindruck sich wirklich in den neutralen Daten wiederspiegelt. Manchmal prägen sich ja einzelne Erlebnisse besonders ein auch, oder besonders, wenn sie Ausnahmen sind.

    Mögliche Erklärungen sind mMn:

    1) Das Basal passt nicht so ganz. Es passt zwar gut genug um den BZ gerade zu halten, trotzdem herscht aber schon etwas Insulinmangel und Resistenz bildet sich. (Manche "Hardliner" vertreten die Meinung dass Resistenzen sich auch schon bei 140 mg/dl bilden können.) Der Mittags-Bolus "überbrückt" diese Basallücke.

    2) Wie kommt es überhaupt dazu dass man längere Zeit nichts isst?
    Bei liegt es fast immer daran dass ich entweder:
    2a) Gestresst bin. Stress kann ja auch insulinresistent machen. Auf jeden Fall bewege ich mich an solchen Tagen weniger als sonst, sitze mehr am Schreibtisch, weniger Freizeit.
    2b) Es geht mir nicht gut. Wahrscheinlich bewege ich mich dann auch weniger.

    3) Wenn der Magen leer ist dann wird die Mahlzeit vielleicht schneller aufgenommen, geht schneller ins Blut?
    Weil die Mahlzeit nicht mit anderem "Mageninhaltsbrei" verdünnt wird? Vielleicht sollte man also darauf achten dass die erste Mahlzeit nicht aus vielen/schnellen Kohlenhydraten besteht.

    4) Vor dem oralen Glukosetoleranztest ( https://de.wikipedia.org/wiki/Oraler_Glukosetoleranztest ) soll man nicht fasten, weil es das Ergebnis verfälscht. Ich hatte auch mal BZ-Verläufe von Gesunden gesehen die fasten: Der BZ ging runter aber nach der ersten Mahlzeit stieg er dann stärker als normal an.
    Keine Ahnung was genau da im Körper passiert aber das fasten scheint Auswirkungen zu haben.
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    am 20.05.2018 02:20:55 | IP (Hash): 587854662
    Hallo.
    denke auch, wie von Pelzlöffel unter 1) geschrieben, daß die Basalversorgung nicht passt.
    Basalinsulin soll den Grundstoffwechsel abdecken, ohne Essen.

    Da das passende Insulin zu finden und zu dosieren, ist für mich eine größere Herausforderung als Umgang mit Mahlzeiteninsulin.

    Für mich passend ist Levemir mit zwei Gaben morgens und abends.
    Hatte zwischenzeitlich sogar mittags als Minimenge eine Einheit.
    Hatte Blutzuckeranstieg vor Autofahrt nach Hause (Mahlzeiteninsulin schon längst aufgebraucht).
    Korrigieren mit Mahlzeiteninsulin war mir per Hypo-Risiko zu gefährlich - Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.
    Die Empfehlung Basal mit einer Einheit mittags hat mir mein Diabetologe gegeben.


    @Pelzlöffel
    Du schreibst, daß du noch nicht so lange 1er bist.
    Insulinresistenz ist m. E. für 1er nicht das Problem.
    Bin selber 'nur als 1er einsortiert', LADA plus 3c.

    Habe jedenfalls in den vielen Jahren Behandlung erfahren, daß einzig die Insulindosierung passen muss.
    Den, bei mir ausgeprägten Morgengupf per Mahlzeiteninsulin wegspritzen zu müssen an WE und Urlaub, war der Einstellung auf Arbeitsalltag geschuldet.

    IE/BE-Faktor sollte passen, morgens und abends höher.

    Zwei Mahlzeiten Frühstück und Abendessen habe ich mir werktags mittlerweile auch angewöhnt (aus verschiedenen Gründen).

    'Basallücke' per Theorie fällt bei mir oft in Quartalsbesprechung.
    Die so beworbenen gleichmäßigen 24 h-Insuline (habe so Superlangzeitinsulin zwischenzeitlich getestet) passt nicht (eine Spritze weniger als Werbeaussage nicht so wirkliches Argument zu dem Gepiekse).

    Kann insgesamt nur raten, messen (in sinnvollen Abständen), Protokoll mit behandelndem Arzt besprechen.
    Bearbeitet von User am 20.05.2018 02:21:52. Grund: x
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    am 20.05.2018 08:45:14 | IP (Hash): 765749718
    Elfe schrieb:

    Insulinresistenz ist m. E. für 1er nicht das Problem.



    Hallo,
    ich weiß jetzt nicht genau, ob du mit dem Satz sagen willst, dass es Insulinresistenzen beim Typ1 nicht gibt, oder diese beim Tpy1er leichter zu "durchbrechen" sind.

    Im ersteren Fall muss ich dir entschieden widersprechen. Es gibt diverse Anlässe für Resistenzen beim Typ1, nur sind diese im Allgemeinen nicht von Dauer.

    Insulinresistenz = "Unempfindlichkeit gegen Insulin"

    - es gibt die hormonell bedingten Resistenzen (bei Frauen z.B. ca. alle 28 Tage)
    - heftige Resistenz bei Einnahme von Kortison
    - die "Down"-Regulation ist eine Resistenz
    - Ketoazidosen machen sehr resistent
    - hohe Werte über mehrere Stunden machen insulinresistent
    (wenn man `nen Bolus vergessen hat, braucht man deutlich mehr Insulin als
    den vergessenen Bolus, um das wieder zu korrigieren)
    - Stress kann resistent machen (Adrenalin, Kortisol)
    - ...


    Bearbeitet von User am 20.05.2018 09:12:59. Grund: Ergänzung
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    am 20.05.2018 13:13:45 | IP (Hash): 1993082053
    /Off-Topic
    Heike hat schon einige wichtige Gründe für vorübergehende Resistenzen genannt.
    Ein weiterer Grund für Resistenzen, bei vorhanden sein eines Typ-1-Diabetes, könnte eine leichte Unterzuckerung mit Ausschüttung von Adrenali̱n oder eine mittlere Unterzuckerung, die neben der Sekretion von Adrenalin auch das Hormon Glukagon ausschütten lässt. Um diese Resistenzen zu überwinden muss auch mehr Insulin verabreicht werden als üblich ist. Wobei die UZ unwahrscheinlich ist, wenn die BZ-Werte bei 100 - 140 mg/dl liegen

    /Topic
    Mich würde Interessiere wie groß der Zeitliche Abstand von Mittagessen und Abendessen für Gewöhnlich ist? Beträgt er mehr als 4-5 Stunden oder weniger?
    Mir geht es, bei dieser Frage um die Einbeziehung von noch wirksamen Rest-Insulin, aus der vorhergehenden Mahlzeit, in das Abendessen.


    Bearbeitet von User am 20.05.2018 13:15:30. Grund: -
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    am 20.05.2018 13:48:59 | IP (Hash): 765749718
    Ergänzend zur Frage von Cracktros,
    welches Bolus-Insulin verwendest du?
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    am 21.05.2018 00:54:05 | IP (Hash): 587854662
    Hallo Heike und Cracktros,
    möchte besonders zu euren Beiträgen zu Insulinresistenz bei Typ 1 eingehen.

    Resistenz wörtlich, meint eigentlich lt. Duden Widerstandsfähigkeit.
    Biochemisch: Organismen für sich alleine, werden unempfindlich gegen Wirkstoff.
    Prominetes Beispiel sind da Antibiotika.
    Multiresistente Erreger sind ein großes Problem, gibt kaum noch Mittel dagegen.
    Bakterien haben sich angepasst und sind resistent gegen einzelne Antibiotika.
    Lässt sich nicht umkehren .

    Diabetesbetreffend sind da unsere Körperzellen, die Insulin nicht mehr richtig verarbeiten können
    - bei Typ 2 wird schon eher von einer Insulinresistenz gesprochen
    http://flexikon.doccheck.com/de/Insulinresistenz

    Die Beispiele von euch zwei beiden 1er, betrifft Beschreibung von Gegenhormonen zum Insulin.
    Da schwimmt zusätzlich etwas herum, die Körperzellen haben sich aber nicht verändert.

    Ihr beiden und auch Fragesteller seit schon in jungen Jahren von Typ 1 betroffen.
    'Insulinresistenz' wurde da als Begriff bestimmt öfters genannt.

    Bei mir anders, erst mit Resistenz grundsätzlich befasst,
    Typ 1 (LADA) erst viele Jahre später.
    Tue mich mit dem Begriff im Diabetesbereich schwer.

    Gruß Elfe