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Zu hohe Werte
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klausdn
Rang: Gastam 27.11.2008 18:46:47
hast du wirklich richtig gerechnet?
maggi tomatenffix für pasta hat gut 5be davon 3 als zucker., eine orange (eßorange also gößer als saftorange hat 1,5be mind.
das sind rund 7 be, und wieviele nudeln hast du gegessen? -
Jürgen
Rang: Gastam 27.11.2008 22:36:01
Moin Anja,
super, dass Du anfängst, Dich selbst schlau zu machen :-)
zur Hypo:
Die fängt offiziell erst ab 50 mg/dl abwärts an. ABER wer sich häufiger und länger mit höheren BZs aufhält (bei HBA1c über 7 über 12 Stunden am Tag über 200!), hat oft schon bei gesund normalem BZ zwischen 70 und 90 mg/dl deutliche Hypoanzeichen.
zu Protaphane:
Bei 2maliger Gabe hat man einen langen Wirkanlauf und einen langen Wirkauslauf über jeweils 2-3 Stunden und in der Mitte einen deutlichen Wirkgipfel. Wenn man dann auf dem Wirkgipfel isst und dafür spritzt, misst man anschließend eine sehr viel größere BZ-Senkung, als wenn man im An- oder Auslauf für die selbe Menge BEs die selbe Menge IEs spritzt.
Wer sich eine gleichmäßige Protaphane-Wirkung machen will, spritzt möglichst genau (Wecker stellen) alle 8 Stunden 1/3 der 24-Stunden-Menge. Die Menge würde ich zu Anfang so wählen, dass der BZ ohne Essen im Bereich bei z.B. 100-150 bleibt. Bis auf morgens nüchtern, denn zu der Zeit gibt die Leber bei Typ2 fehlgesteuert sehr viel Zucker aus, und kein Insulin passt dafür, es sei denn, man würde sich den Wecker stellen und z.B. um 4 oder 5 Uhr extra einen Bolus dafür spritzen. - Mit insgesamt gesünderem BZ-Verlauf sinkt meistens auch der morgentliche Nüchternwert.
zum SEA:
Der passt, wenn man dann zu essen beginnt, wenn der BZ gerade deutlich zu sinken beginnt, also Hausnummernbeispiel von 130 auf 100 mg/dl.
zum Humalog:
Auf dem Waschzettel steht, dass es schnell wirkt. Tatsächlich beginnt seine Wirkung bei vielen Typ2 erst nach einer halben oder einer Stunde und noch später, wenn ihre Basalversorgung nicht ausreicht. Und auf dem Waschzettel steht, dass seine Wirkung nach 2-3 Stunden durch ist. Tatsächlich zieht sich die Wirkung bei vielen Typ2 bei größeren Mengen auf über 5 Stunden hin, bei vielen besonders morgens und häufig dann auch wieder auf die Nacht.
zu BEs:
In fast allen INSULINER-Schulungen lernen auch Typ2, dass es nur auf den richtigen BE-Faktor ankomme. In fast keiner solchen Schulung wird vermittelt, dass die Wirkung mit mehr IEs meistens keineswegs linear höher ansteigt, sondern sich vor allem auch länger zieht.
Schon wenn ich z.B. für 4 BEs spritze, wird bei mir nur ein Teil der 20 IEs dafür in der ersten Stunde wirksam, in der die 4 BEs meinen BZ auf die Spitze treiben. Der andere Teil wirkt erst ein oder 2 oder 3 Stunden später. Wenn ich also wirklich einen ausgeglichenen BZ haben will, kann ich nicht nur einfach rechnen und spritzen, sondern muss mich zudem noch mit dem Essen nach der Wirkung der IEs bei mir richten.
Bisdann, Jürgen -
thomas2002
Rang: Gastam 27.11.2008 22:41:56
hallo anja,
1. unterscheidung zwischen großen insulinmengen und mahlzeiten mit "fetbremse"
man sagt, daß eine verdreifachung der insulinmenge eine verdoppelung der wirkzeit bewikt. deswegen wird eine aufsplittung des mahlzeiteninsulins auf portionen zu je 10 ie empfohlen. diese portionen sind gleichzeitig an verschiedenen stellen zu verabreichen. dadurch verbessert sich das verhältnis von volumen und oberfläche.
bei mahlzeiten mit "fettbremse" dauert die verdauung länger, wobei fett gleichbedeutend mit eiweiß ist. dabei wird die nötige menge an insulin zeitlich gestreckt verabreicht.
t1 und t2 ohne restfunktion müssen zusätzlich noch berücksichtigen, daß je 200 kcal zusätzliches fett oder eiweiß etwa gleichbedeutend sind, wie die zusätzliche einnahme von 1 be über 9h.
2. sea beachten und warum
der sea muß beachtet werden, da die ausreißer ein zusätzliches riesikofaktor sind. das problem bei dem sea ist, daß er sehr individuell ist. bei einem insulinanaloga zur mahlzeit ist im median 15 min vor einer mahlzeit eine injektion angebracht. in einzelfällen kann es aber auch tageszeitabhängig auch 30 min sein. daher auch mein rat, während der testphase alle 10 bis 15 min zu testen. dadurch kann man sehr gut den sea ableiten. das engmaschige testen ist also kein dauerzustand, sondern eine maßnahme zur findung einer verantwortungsvollen therapieform.
meine ziehle sind nüchtern 80 - 100mg und nach der mahlzeit 1h/2h/3h unter 140/120/100 und das schaffe ich recht gut.
allerdings: niemals in den wirkverlauf einer bestehenden insulindosis korrigieren. nachher kannst du nicht nachvollziehen, was du machen kannst, um es in zukunft zu vermeiden. außerdem rutscht du da fast automatisch in den resonanzfall herein (jojo).
3. echte und gefühlte hypos
afaik zählt man echte hypos ab einen wert von 60 mg. ich spüre sie ab ca 50mg. wenn man für längere zeit hohe werte hatte, gewöhnt sich der körper an hohe werte(aber nicht an ihre gefährlichkeit), und schüttet adrenalin bei höheren werten auß, zb bei einem wert von ca 140mg.
die symptome, die du berichtet hast, wie zittern und schweißausbrüche sind adrenalinbedingt, und gelten im algemeinen auch als symptome einer leichten hypo. eine schwere hypo fängt mit bewustseinstrübung an, und hat ihre ursache in einer unterversorgung des gehirns mt kh.
btw mußt du berücksichtigen, daß
1. deine ärzte auch jede menge von dm'lern hat, die einen hba1c von über 8 haben, mit den dementsprechenden werten. jeder darunter verbessert die statistik.
2. deine ärztin sich nicht nachsagen lassen will, dich zu eng eingestellt zu haben(die ist ja schon wieder im kranken haus,wg schwerer hypo)
3. deine ärtztin kann dir nur den einstig bereiten. das beste aus deinem dm kannst nur du machen, da nur du den begleiter dm ständig am hals hast.
4. nicht jeder kann nach dem essen spazieren gehen, und in der chemischen(?) industrie ist eine notration tatsächlich nicht ratsam. ich stelle mir gerade ein mittagsessen auf einem fass na-o-h vor von thomas2002 -
Tom
Rang: Gastam 28.11.2008 13:51:37
Hast du mal so ein Patschehändchen voll Nudeln gewogen, um beim nächsten Mal abschätzen zu können, wieviel Bes die hat?
Die Tomatensoße......mhhh, da würd ich genauer drauf gucken. ...war die fertig oder selbstgebaut?
Ich weiß, das ist alles manchmal mühsam, aber, wenn du die Werte so nach und nach in den Kopf tackert, wird datt schon.
Und ja, auch die Apppelsine muss berücksichtigt werden.
Und was gabs gleich noch mal zu trinken?
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Jürgen
Rang: Gastam 28.11.2008 14:59:25
So lange wie einer zählt und rechnet, is das Ganze sowieso fürn A... . Wenn ich morgens eine Scheibe Brot A essen will, spritze ich X Nummern IE, wenn Brot B, dann Y Nummern. Das weiß ich nicht, weil ich's gerechnet habe, weil sich mein Wanst nicht nach Rechnen richtet. Das weiß ich, weil ich's ein paar mal ausprobiert und gemessen habe. Und genauso mit allem anderen, was ich üblicherweise über den Tag so esse. Bei allem, was mir nicht vertraut ist, spritze ich nach Schätzung und überprüfe die Schätzung etwa ne Stunde nach dem Input. Dann kann ich mit meiner Erfahrung bei mir sehen, ob ich ausreichend, zuviel (dann esse ich nach) oder zuwenig (dann spritze ich nach) gespritzt hab. Wer's nicht systematisch ausprobiert und sich dann darauf einstellt, wird immer wieder in die Verlegenheit kommen, falsch zu schätzen und zu rechnen und viel zu hohe oder viel zu niedrige BZ-Verläufe zu produzieren. von Jürgen -
Anja
Rang: Gastam 28.11.2008 23:04:31
Hallo!
Vielen dank für eure Antworten.
Das mit den Nudeln war ein Test und deswegen habe ich die auch gewogen. Waren also 200gramm und denke mal das sind 4 Einheiten. Die Soße war eine halbe Tüte und das sind 12 gramm KH und das ist 1 Einheit. Dann die Apfelsine und dann sind das 6.
Ich habe morgens auch mal mit spritz eß Abstand versucht und das sieht so aus:
8:45 - 158 –9 Einh. Humalog
9 Uhr - 9 Einh. Humalog – 3,5 BE
11 Uhr - 276
13 Uhr - 102
Was würdet ihr da machen?
Gestern abend war ganz komisch:
18:15 – 148 – 15 Einh. Humalog
18:30 – 15 Einh. Humalog – 5 BE
20 Uhr – 115
21 Uhr – 154
22 Uhr – 204
Kann mir einer sagen, warum das dann so hoch gestiegen ist?
Gruß Anja
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thomas2002
Rang: Gastam 29.11.2008 00:30:52
folgendes gabe ich via cute'n'past aus einer webseite kopiert.
"Wirkeintritt: sofort innerhalb 5 - ( 10 ) Minuten
Wirkdauer: ca. 3 Stunden (unabhängig von Dosis)
Wirkmaximum 30 Min. bis 1 ½ Stunden."
die werte bitte als näherungswerte verstehen, da sie sicherlich individuell und bewegungsabhängig sich unterscheiden. so ist mir ein sea bei analoginsulin von bis zu 30 min bekannt.
versuche doch die beiden injektionen etwas weiter auseinanderzuziehen. von thomas2002 -
Jürgen
Rang: Gastam 29.11.2008 00:59:05
Moin Thomas,
alle Insulin-Wirkangaben basieren ausschließlich auf Erfahrungen mit Typ1. Es gibt erst wenige neuere Untersuchungen mit Typ2, die aber noch nicht allgemein veröffentlicht sind. Trotzdem kannst Du schon immer davon ausgehen, dass der Wirkzeitraum bei Typ2 um 50-100% verlängert ist und dass die Wirkung mit einer Verzögerung bis zu einer Stunde eintreten kann. Zudem kenne ich viele Typ2, bei denen die Wirkdauer mit höherer Dosis eindeutig ähnlich verlängert ist, wie bei mir. Und wie bei mir macht bei manchen anderen auch praktisch keinen Unterschied, auf wie viele Löcher wir die Dosis verteilen.
Hilft also nix: Jeder muss systematisch für sich selbst ausprobieren und dann messen, wenn sich was tut, und so lange, wie sich was tut.
Übrigens beobachten viele Typ2 KEINE verzögerung der KH-Wirkung durch Fettanteile, und bei vielen stellt sich auch keine verspätete BZ-Erhöhung durch Eiweiß ein.
Bisdann, Jürgen