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Kein Insulin mehr ohne Diabetologenbesuch?

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    Mitglied seit: 29.11.2018
    am 29.11.2018 17:47:50 | IP (Hash): 1932749920
    Es ist etwas seltsam. Ich bin Typ 1 Diabetiker, seit Jahren gut bis blendend eingestellt mit ICT.

    Seit ein-zwei Monaten habe ich ein etwas seltsame Problem mit den Sprechstundenhilfen meines Hausarztes. Diese befanden, ich brauche viel zu viel Insulin. Und sollte deshalb besser zum Diabetologen. Aber der Doktor selbst hat dazu gar nicht geäußert, und ich habe sie halt meinen lassen und nicht weiter nachgefragt.

    Gestern war meine Frau beim Arzt und ihr wurde von einer Sprechstundenhilfe, wieder nicht vom Doktor, gesagt "wir dürfen ohne Diabetologenbesuch nichts mehr verschreiben". Also quasi, ich kriege kein Insulin mehr.

    Ich muss sagen, mir ging nur ein "WAS?!" durch den Kopf, als meine Frau mir diese seltsame Geschichte erzählte. Ich habe es heute leider verschwitzt, plane aber morgen bei meiner Krankenkasse und auch mal beim Hausarzt selbst anzurufen.

    Ist das normal oder irgendwie rechtens? Gibt es außerdem ein Limit für Teststreifen für Quartal?

    Ich frage hier, weil mir mein Vertrauen in meinen Hausarzt und seine Helferinnen nach Jahrzehnten irgendwie verloren geht.
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    am 29.11.2018 20:15:02 | IP (Hash): 491510067
    Bei Differenzen mit dem Personal IMMER erst mal in aller Ruhe mit dem Dok sprechen. Wenn das Gespräch für Dich unbefriedigend verläuft, dann wäre z.B. die kranke Kasse ein möglicher weiterer Gesprächspartner.
    Aber wenn Dein Hausdok Dir z.B. den Diabetologen als nächsten Ansprechpartner empfiehlt, weil der bei "Zucker"-Verordnungen einen größeren Spielraum hat, sollte man das schon respektieren.

    Zu den Teststreifen hier mal unser Forums-Jurist https://www.diabetes-online.de/rechteck/a/teststreifen-keine-obergrenze-bei-insulintherapie-1847642

    ----------------------------------------------
    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 30.11.2018 00:39:52 | IP (Hash): 1501551366
    Und die Sprechstundenhilfe beim Diabetologen fragt dich als erstes, nach Überweisung vom Hausarzt zum Diabetologen, jeweils pro Quartal notwendig.
    Nicht anrufen, sondern persönlich mit deinem Hausarzt besprechen, Termin vereinbaren.
    Als 1er bist du besser beim Diabetologen aufgehoben bzgl. Insuline, Testsensoren für BZ-Messgeräte oder andere Messmethoden wie z.B. das FreeStyle Libre.
    Bearbeitet von User am 30.11.2018 00:43:05. Grund: +
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    am 30.11.2018 10:58:51 | IP (Hash): 1142441521
    Vielen Dank für die Auskünfte.

    Ich werde erstmal telefonieren und dann mit dem Hausarzt sprechen. Ich gehe von einem Konflikt zwischen Arzt und Kasse aus, mit dem Wunsch, mich als Kostenfaktor weiterzugeben.

    Mein HbA1c ist in dem wohl immer noch angestrebten Zielkorridor von 6,5-7,5, Sehkraft (keine Brille, keine Krankheiten) und Füße sind bis auf optisch potthässliche Nägel am kleinen Zeh in Ordnung.

    Insofern frage ich mich schon, was soll das jetzt werden.

    Zur Sache "Menge Teststreifen": (Kopiert vom Link)

    "Der Arzt ist in einer unangenehmen Situation: Verordnet er zurückhaltend, dann ist der Patient unzufrieden. Verordnet er mehr Teststreifen als notwendig, dann haftet er womöglich mit seinem Privatvermögen."
    und
    "Oft machen Ärzte eine Teststreifenverordnung auch davon abhängig, dass der Patient eine schriftliche Erlaubnis der Krankenkasse für eine Verordnung vorlegt – eine solche kann man aber nicht bekommen, denn die Krankenkasse hat gar nichts zu entscheiden. Diese geben den Ball dann wieder zurück und verweisen zu Recht auf die uneingeschränkte Therapie- und Behandlungsfreiheit des Arztes."

    Ja, dieses gegenseitige Schuldzuschieben auf meinen Schultern kenne ich. Eine sehr unbefriedigende Rechtslage!

    Das Bestreben der Krankenkasse ist wohl, mich in eines ihrer Diabetes-Programm zu forcieren. Ob diese meinen Hausarzt oder dessen Helferinnen dementsprechend triezen werde ich noch erfragen.

    Ich habe ja nicht einmal etwas gegen einen Diabetologen einzuwenden. Nur dürfte ich beim Cui Bono ganz hinten stehen, angesichts meiner Werte geht es hier nicht um mich oder meine Gesundheit. Die Erfüllung von Zielsetzungen (alle Diabetiker in ein Programm stecken) oder Kostenumverteilung von mir als Patient Kostenfaktor (ich koste halt etwas mehr Insulin und mein normaler BE Faktor ist etwas ungewöhnliche 2-2-2, aber wenn das ganze jetzt nur dient mich irgendwie auf 2-1-2 runterzusparen, was ich für eher unwahrscheinlich halte, ... sorry, ich rege mich gerade tierisch auf.) ist hier das Ziel.

    Ich werde demnächst berichten, wie es weitergegangen ist.
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    am 30.11.2018 11:53:09 | IP (Hash): 1533572989
    wie hjt_Jürgen schon geschrieben hat, würde auch ich erst einmal mit
    dem Arzt reden. Falls es auch noch Schwierigkeiten mit den Teststreifen
    geben sollte, hier noch ein Link der Deinen Arzt überzeugen sollte.
    https://www.kvno.de/downloads/verordnungen/orientierung_blutzucker2018.pdf

    Wie bereits beim Link von hjt_Jürgen ist auch hier das Stichwort "Orientierung".

    PS bei Sprechstundenhilfen liegt bestimmt keine Kompetenz in Sachen
    Insulinbedarf oder Insulinverbrauch vor.



    Bearbeitet von User am 30.11.2018 11:57:59. Grund: Zusatz
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    am 30.11.2018 15:47:49 | IP (Hash): 477434730
    Parmenion schrieb:
    Seit ein-zwei Monaten habe ich ein etwas seltsame Problem mit den Sprechstundenhilfen meines Hausarztes. Diese befanden, ich brauche viel zu viel Insulin. [...] Gestern war meine Frau beim Arzt und ihr wurde von einer Sprechstundenhilfe, wieder nicht vom Doktor, gesagt "wir dürfen ohne Diabetologenbesuch nichts mehr verschreiben". Also quasi, ich kriege kein Insulin mehr.


    Soweit ich das Verfahren als Außenstehender, also als Nicht-Arzt kenne: Kürzlich gingen wieder die Ermahnungen an die Praxen raus, die von bestimmten Arzneimitteln auffällig mehr verordnen, als der Durchschnitt. Je kleiner der Patientenstamm, desto größer ist die Gefahr einer Überschreitung. Dein Insulin ist vermutlich dort dabei gewesen. Verordnet der Arzt einfach stumpf weiter, läuft er Gefahr in Regress genommen zu werden. In vermute, dass war der Auslöser des Ganzen.
    Bearbeitet von User am 30.11.2018 15:49:31. Grund: -
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    am 01.12.2018 00:16:10 | IP (Hash): 1501551366
    Parmenion schrieb:

    Ich werde erstmal telefonieren und dann mit dem Hausarzt sprechen. Ich gehe von einem Konflikt zwischen Arzt und Kasse aus, mit dem Wunsch, mich als Kostenfaktor weiterzugeben.

    Mein HbA1c ist in dem wohl immer noch angestrebten Zielkorridor von 6,5-7,5, Sehkraft (keine Brille, keine Krankheiten) und Füße sind bis auf optisch potthässliche Nägel am kleinen Zeh in Ordnung.

    Insofern frage ich mich schon, was soll das jetzt werden.

    Zur Sache "Menge Teststreifen": (Kopiert vom Link) ...
    Das Bestreben der Krankenkasse ist wohl, mich in eines ihrer Diabetes-Programm zu forcieren. Ob diese meinen Hausarzt oder dessen Helferinnen dementsprechend triezen werde ich noch erfragen.

    Ich habe ja nicht einmal etwas gegen einen Diabetologen einzuwenden. Nur dürfte ich beim Cui Bono ganz hinten stehen, angesichts meiner Werte geht es hier nicht um mich oder meine Gesundheit. Die Erfüllung von Zielsetzungen (alle Diabetiker in ein Programm stecken) oder Kostenumverteilung von mir als Patient Kostenfaktor (ich koste halt etwas mehr Insulin und mein normaler BE Faktor ist etwas ungewöhnliche 2-2-2, aber wenn das ganze jetzt nur dient mich irgendwie auf 2-1-2 runterzusparen, was ich für eher unwahrscheinlich halte, ... sorry, ich rege mich gerade tierisch auf.) ist hier das Ziel.

    Ich werde demnächst berichten, wie es weitergegangen ist.


    Du bist aus meiner Sicht jedenfalls besser beim Diabetologen aufgehoben - als 1er.

    Dein Zielkorridor mit HbA1c 6,5 - 7,5 ist zu hoch.
    Die Diagnose liegt hoch bei 6,5 - aber bei 5,7 wird schon genauer hingesehen.
    Ich selber liege mit Insulinen um die 6 und mein Diabetologe findet das durchaus in Ordnung (wenn nicht mit zu vielen UZ 'erkauft', lieber höhere BZ-Werte tolerieren).

    Um das Ganze beobachten zu können, brauche ich bis zu 6 Testsensoren pro Tag, manchmal auch mehr. Kein Problem, diese verschrieben zu bekommen.

    Daß bei dir Augen und Füße noch o.k. sind, ist ein großes Glück.

    Deine 'potthässlichen' Nägel der kleinen Zehen würden bei meinem Diabetologen bestimmt angesprochen.
    Denn, dieser schaut sich die Füße jedes Quartal an, u.a. auf Schwielen/Hornhaut/Druckstellen und ermahnt zu passenden Schuhwerk. (Zu schmal geschnittene Schuhe quetschen u.a. den kleinen Zeh ein, auch andere Gründe können vorliegen für Verdickung der Nägel.)

    Bei den Diabetesprogrammen der Krankenkasse/Ärzte handelt es sich durchaus um eine sinnvolle Maßnahme - warum lehnst du ein DMP ab ?
    Da geht es bestimmt nicht darum, deinen Mittags-BE-Faktor zu senken - Kostenersparnis an Insulin wäre wohl minimal.

    Aber trotzdem stimmt natürlich deine Einschätzung, daß DMPs nicht nur dem Patientenwohl dienen, sondern auch per Kosten den Krankenkassen.
    Denn Vorsorge ist besser als Nachsorge bzw. für Folgeschäden des Diabetes wie Blind und Amputation aufkommen zu müssen, was wir persönlich auch nicht wollen.

    Auf jeden Fall bekommen Ärzte aufgrund des DMPs entsprechende Untersuchungen auch bezahlt, Win-win-Situation.

    Kann es sein, daß dir diese Quartalstermine ggfs. unbequem sind und du einfach deine Frau zum Abholen der Rezepte und Apotheke schickst ?

    Ermahnung 1 x im Jahr zum Augenarzt gehen, gehört auch zum DMP-Programm.
    Zur Dokumentation dient da ein spezielles Formular vom Augenarzt, was ich dem Diabetologen dann auch aushändige.
    Da wird die Netzhaut besonders betrachtet auf Retinopathie, hat mit Sehstärke/Brille weniger zu tun.

    Die Arzttermine kosten Zeit.
    Nicht so einfach, je nach dem, wie man im Alltag eingespannt ist.
    Aber nichts ist so wichtig, wie die eigene Gesundheit.
    Denn ohne diese, lassen sich die 'Aufgaben' nicht bewältigen.
    Bearbeitet von User am 01.12.2018 00:46:00. Grund: Ergänzung
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    am 01.12.2018 17:41:13 | IP (Hash): 811655051
    Das war bei mir (Typ I) schon vor ca. 20 Jahren so. Weil Der Diabetologe eigentlich zu weit entfernt war, Samstags nicht geöffnet hatte, (ich auf Montage gearbeitet habe).
    Nach Nachfrage bei der Krankenkasse wurde bestätigt dass die Hausärzte das jetzt mit übernehmen sollten. Die Teststreifen wurden mir damals eher knapp verordnet. Irgenwann waren die Werte während einer Grippe echt schlecht, zu hoch. Da sagte der Hausarzt dass er das nicht verantworten kann und hat mich zum Diabetologen überwiesen. Durch die Behandlung beim Diabetologen brauchte ich keine Überweisungen vom Hausarzt. Bis 2008 hatte der damals neu ansässige Diabetologe auch Samstags 2h Sprechstunde, was super war.

    Danach nur noch wochentags und Freitags bis um 12:00 Uhr.
    In dieser Zeit konnte ich den DiaDoc nur im Urlaub oder bei Krankheit aufsuchen.
    Das Insulin und die Teststreifen hat meine Frau abgeholt, ohne Probleme.


    Reiner
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    am 03.12.2018 00:37:33 | IP (Hash): 369643245
    Hallo Reiner,
    was wir so als Hausarzt bezeichnen ist ein Allgemeinmediziner, auch ein Facharzt.
    Diabetologie ist eine fachliche Zusatzqualifikation - sowohl bei Allgemeinmedizinern als auch Internisten.

    Lassen sich finden über Arztsuche mit Diabetologie über mehrere Websites zum Wohnort.
    Sollte es schon sein, bei Diabetes mit Insulin.

    Irgendwie hast du spezielle Pumpeneinstellung bewältigt, ev. Überweisung zu irgendwem ?
    Folgerezepte zu Insulin und auch Hilfsmaterial lassen sich auch an Vertrauensperson = deine Frau :-) abgeben/abholen.

    Alle naslang ändert sich was in der Gesetzgebung, aktuell wird hier in der Schwerpunktpraxis das Datenschutzformular zum Ausfüllen ausgehändigt. Da muss man schon aufpassen, wo man sein Kreuzchen setzt, daß Partner auch Rezept ausgehändigt werden darf u.a.

    Gruß Elfe
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    am 08.12.2018 12:31:28 | IP (Hash): 1600121386
    Dass mit Hausarzt ein Allgemeinmediziner gemeint ist sollte wohl klar sein. Jedenfalls ist das hier in ländlicher Gegend so. Mein Hausarzt war nur Allgemeinmediziner.
    Dass Diabetologie eine Zusatzqualifikation ist wusste ich auch. Mein Diabetologe ist Internist und besitzt seit 35 Jahren die genannte Zusatzqualifikation. Seit von 1986-1991 war ich auch dort in Behandlung.

    Nach einem anderen Diabetologen muss ich momentan nicht googeln, es gibt hier im Umkreis von ca 30 km nur 2. Problematisch wird es wenn mein Diabetologe in ca. 2 Jahren in Rente geht. Der 2. hier am Ort nimmt jetzt schon keine Patienten mehr an.

    Meine Pumpenschulung war nach Einweisung durch den Diabetologen ins Krankenhaus und der folgenden stationären Reha.
    D. h. die während der Reha festgelegte Medikation wurde vom Diabetologen dann weiter verordnet.
    Das abholen der Rezepte durch meine Frau machte zu keiner Zeit Probleme, weder mit Arzt noch mit Krankenschwestern.

    Reiner
    Bearbeitet von User am 08.12.2018 12:37:39. Grund: Text hinzugefügt