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Seltsamer BZ-Anstieg 6-8 Stunden nach warmem Essen - wer weiß Rat???

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    am 01.01.2019 10:49:13 | IP (Hash): 1088076447
    Hallo Elfe, nein, bin nicht in den Wechseljahren. Auch das wurde schon untersucht...
    Hmm....
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    am 01.01.2019 16:00:53 | IP (Hash): 517673
    Obwohl Du ja ein Basalproblem ausschließt, stelle ich dennoch die Frage, ob Du wirklich Basal in 12h Abstand spritzt. Oder aus praktischen Erwägungen eher beim Zubett gehen und nach dem Aufstehen. Je nach Dosis könnte dann die Basaldecke am frühen Abend doch dünner werden.

    Gruss Jonathan
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    am 02.01.2019 16:26:24 | IP (Hash): 1098190707
    Hallo Jonathan,
    nein, es gibt wirklich kein Basalratenproblem.
    Ich bin just nochmals in einem Diabeteszentrum überprüft worden.
    Und ich spritze das Lantus NICHT in einem 12 Stunden Rhytmus, sondern morgens um 8 Uhr und abends um 23.30 Uhr. Das hat aber keine "bequemen" Gründe, sondern ist extra so eingestellt worde, weil ich sonst nachts extreme Hypo-Probleme habe.
    Und nochmals: Wenn ich abends was kaltes esse, habe ich diese Probleme nicht. Die sind NUR bei warmem Essen vorhanden !!!
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    am 02.01.2019 16:49:07 | IP (Hash): 1116918149
    Du hast mir zu Anfang schon mal geschrieben, dass der Anstieg zwar immer deutlich, aber nicht wirklich berechenbar erfolgt und sich deswegen eben nicht berechnen und per Bolus passend ausgleichen lässt.

    Weil Deine skizzierte Schwankungsbreite meinen Toleranzrahmen deutlich übersteigt, wäre das ein Grund für mich, in der Regel am Abend auf warmes Essen oder da wenigstens auf KHs zu verzichten und in der Ausnahme die Bolusmenge zu spritzen, die für den niedrigeren zu erwartenden Anstieg ausreichen würde. Dann würde die Spitze beim ggf. tatsächlich eintretenden höheren wenigstens nicht gar so hoch ausfallen.

    Edit: Würde mit deutlich kleineren Bolus anfangen, als ich normal für die kleinere Spitze bräuchte, denn möglich ist, dass weniger Insulin die fehlgesteuerte Glukose-Ausschüttung verhindert, als dafür notwendig ist, sie abzuarbeiten und zu stoppen, wenn sie erst richtig eingesetzt hat. Daumendrück
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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
    Bearbeitet von User am 02.01.2019 19:24:26. Grund: Ergänzung
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    am 02.01.2019 18:43:09 | IP (Hash): 517673
    Nun, ich möchte nicht auf dem Thema Basalrate rumreiten. In jedem Fall fehlt Insulin. Neben der Vermeidungsstrategie von Jürgen, werden nur Tests mit gleichem Essen und unterschiedlichen Insulinabdeckungen oder umgekehrt helfen können.

    Ich habe mir im Laufe der Zeit abgewöhnt für alles klare Ursachen entdecken zu wollen, manches ist halt nicht nachvollziehbar, aber meistens verbesserbar.

    LG
    Jonathan
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 02.01.2019 18:48:14 | IP (Hash): 172902360
    Mira schrieb:
    Hallo. Ich bin seit 35 Jahren Typ 1 Diabetiker, bin jetzt 45 Jahre alt, und kenne mich eigentlich gut aus, die Werte sind okay. Ich spritze Lantus und Humalog.
    Basalratentests sind okay.
    Jetzt habe ich seit einiger Zeit folgendes Problem.
    Wenn ich nachmittags oder abends warmes Essen esse (also richtige Mahlzeiten), ist mein BZ in den ersten 6 Stunden danach okay . (Bei normalem Essen spritze ich direkt zur Mahlzeit, bei fettigem Essen teile ich die Dosis: Hälfte direkt nach der Mahlzeit, Hälfte 2 Stunden später). Die IE's sind also richtig berechnet.
    Ab der 6. Stunde nach (!) dem Essen steigt der BZ dann über die Dauer von bis zu 5 Stunden massiv an, teilweise über 300.
    Warum????
    Dabei ist es egal, was ich esse. Alles was KH hat, verursacht das. Aber eben nur bei warmen Mahlzeiten. Danei ist es auch egal, wieviele KH im Essen drin sind. Das tritt auf ab 3 BE.
    Wenn ich mittags essen, habe ich das Phänomen nicht.
    Weiss jemand, womit das zu tun haben könnte? Und wie bekomme ich das in den Griff ?


    Hallo Mira,

    habe deine Ausgangsfrage noch mal rein kopiert.
    BZ-Anstieg nach 6 h spricht dafür, daß dein Mahlzeiteninsulin nicht zu deinem Essen passt - ev. zu schwer verdaulich. Wirkt in der Spitze so um die 3 - 4 h, Insulin futsch, wenn dann doch die Kohlenhydrate langsam im Blut zu messen sind, deshalb Anstieg nach 6 h.

    Dabei kommen dann die FPEs ins Spiel, die ab 4 FPE zusätzliche Insulineinheiten brauchen (kennst du, hast du geschrieben, nur wie genau?).
    Insulin splitten ist bei fettigem Essen nicht: Hälfte nach der Mahlzeit und zweite Hälfte nach 2 h.
    Sondern zweite Hälfte wird zur Verdauungs-Halbwertszeit ! gegeben, kann je nach Menge durchaus nach 3 bis 4 h sein.

    Warmes Essen per se bedeutet ja nicht, daß Erhitztes anders wirkt als ungekochtes. Im Gegenteil, kann besser aufgeschlossen werden.
    Aber die Zusammensetzung verschiedenster Art der warmen Mahlzeit ist eine ganz andere als kaltes Abendbrot.

    Mir ist diese FPE-Rechnerei viel zu lästig und nachhalten über viele Stunden zur zweiten Spritze.
    Sehe deshalb zu, daß auch warme Mahlzeiten (auch abends) die 3-4 FPEs nicht überschreiten. Dann kann ich nach der Mahlzeit spritzen.
    Kartoffel (bis zu 4 BE) ist so meins - mit Kräuterquark z.B. (+ ggfs. Fisch).
    Eintöpfe jeglicher Art abends sind auch ganz prima (schnell zu erwärmen in Mikrowelle).
    Nudelgerichte eher weniger - viele KHs und nicht wirklich sättigend (eher Ausnahme).
    Und Brot ist sowieso mein bester Freund - gut zur BE-Berechnung, und abends gerne mit Spiegelei drauf. Heißer Kräutertee dazu, auch zum sonst kalten Abendbrot.

    Besonders Fleisch macht mir mit Mahlzeiteninsulin große Probleme.
    Hatte da so ein Erlebnis mit Restaurant-Essen Steak mit Pommes.
    Insulin für Pommes nach der Mahlzeit gespritzt - gerade noch so per Unterzucker bis ins Hotelzimmer geschafft - viel Traubenzucker nehmen müssen und im Verlauf der Nacht gegen Morgen die hohen BZ-Werte mit Korrekturinsulin herunterspritzen zu müssen.

    An Basal als Grund kann ich auch nicht glauben.
    Habe selbst rein rechnerisch auch eine Basallücke (wenige Einheiten Levemir morgens und wirklich erst vor Schlafengehen). Macht sich aber kaum bemerkbar und passt so, wie selbst getestet.

    Du warst gerade in einem Diabeteszentrum zur Überprüfung.
    Frage: Wie lange warst du dort und wie oft findet dies statt ?

    Ich selber werde von Anfang an in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis betreut - muss da alle 3 Monate zum Rapport, also sehr engmaschig.
    Zu Anfang noch sehr unsicher, brav gewartet mit allen Faktoren, dann gerüffelt: Das hätten Sie sehen müssen.
    Na denn, schraube an allen möglichen Faktoren herum - IE/BE Tageszeit, jahreszeitlich im Sommer weniger Insulin als im Winter, Essenzusammenstellung und Spritzzeitpunkt.
    Weiß Bescheid über wann was zu überprüfen ist (Messzeitpunkte und Basalratentest), FPEs wurden mir erst nach 12 Jahren mit ICT erklärt !

    Learning by doing.
    Passt's o.k., ansonsten quartalsmäßig Hinweise,
    Strichliste mit Über/Unterzucker-Werten vom Arzt irgendein logisches Muster zu erkennen, ist da eher wenig hilfreich.

    Gruß Elfe