Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Pumpenträger als Diabetologe
-
am 04.03.2019 19:15:15 | IP (Hash): 8096781
Hallo in die Runde,
Ich bin neu hier registriert und weiß nicht, ob eine solche Frage bereits aktuell besprochen wurde: Hat jemand einen Diabetologen, der selbst Pumpenträger ist? Würde gerne einen solchen kontaktieren. Ort innerhalb Deutschlands ist mir erstmal egal! Vielen Dank für die Info -
am 18.02.2020 14:31:36 | IP (Hash): 1840318949
Schau dir das Video an:
https://www.youtube.com/watch?v=teHRoEpbHVI
Arzt Typ 1 hat selbst die 670G getragen -
Elfe
Rang: Gastam 18.02.2020 19:07:19 | IP (Hash): 157877759
Auch Hallo,
ja, schon gut, wenn der Arzt selbst sich mit der Pumpe auskennt.
Bei mir war's nicht Der Diabetologe selbst, sondern eine Diabetesassistentin als Pumpenträgerin, die mir geholfen hatte, meine Anfangsfragen zu Typ 1 & Pen und Ernährung zu beantworten.
Besonders kompetent, wenn sich jemand in der Beratung als Betroffener selbst damit auskennt.
Manche Dinge hat sie sehr gut erklärt, bzgl. Orangensaft z.B. und sagte: Warum essen Sie die Apfelsine nicht !? - Ja klar, da gibt's immerhin noch ein paar Zellhäutchen, die den BZ-Übergang hemmen.
Manches wusste sie hingegen nicht, als ich sie darauf aufmerksam machte, daß die KH-Angaben in der Kalorien-mundgerecht-Tabelle bzgl. per externem Insulin zu berücksichtigen, nicht richtig sind (lt. Zutatenangaben in Fertiggerichten und Gemüsekonserven per Abtropfgewicht z.B.) - lt. Theorie.
Die Technik nimmt einem das vermeintlich ab - BZ-Wert lässt sich überwachen und mit kleinen Dosen Insulin korrigieren.
Kann selbst nicht darauf vertrauen, daß ein programmiertes Dingens wirklich alle Aspekte dem persönlichen Organismus einrechnen können.
Bei mir eben auch anderes relevant bzgl. Verdauung + 'Adsorptions-Störung' allgemein.
Bin da schon eine Herausforderung für meinen internistischen Diabetologen bzgl. Insulinauswahl + Dosierung.
Der Organismus ist nun mal keine Apparatur, womit Substanzen beurteilt werden.
So mein Beruf, wenn da dann die Biologie dazu kommt, wird's schwierig.
Meine Gesundheitsdaten were ich niemals nie aus der Hand geben, wenn ich das nicht selbst nachvollziehen kann.
Fängt schon beim Taschenrechner an. Habe noch so knapp den Übergang von Rechenschieber (+ Mengenlehre) mitbekommen.
Überschlagsrechnung per Stellen per BE immer noch ;-) ob plausibel ob 1 oder 0,1 ~ um mich nicht mit 1 Einheit in den UZ zu hauen.
Sorry, Ganger, habe mir nur in Abschnitten deinen Film angeschaut.
Gruß Elfe -
am 19.02.2020 10:26:21 | IP (Hash): 2144821226
Schon interessant, son Video, in dem es nur am Rande um den Blutzucker geht und in allererster Linie um die Steuerung von Loop-Systemen. Sollten die sich nicht selbst steuern???
Und ok, der Vorträger ist Diabetologe und Looper und erzählt die ganze Zeit von sehr viel mehr Aufwand als für Einfach Pumpe und Fingerpieks für den Loop, den er selbst nicht nutzt. Und dann holt er zum Ende seines Vortrags sein Handy aus der Hosentasche, und dann nimmt er den Schal ab, der ihm die ganze Zeit nicht zu warm gewesen ist, und dann macht er den Kragen auf, und dann wird er sehr deutlich sehr viel kürzer in seinen Antworten auf Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum, und … geloopte Hypo?
----------------------------------------------
Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
-
Elfe
Rang: Gastam 19.02.2020 17:38:38 | IP (Hash): 157877759
Hallo Jürgen,
da hattest du mehr Geduld als ich, dir dieses Video bis zum Ende anzuschauen :-)
In meiner Hypo-Schulung war ein Patient dabei, auch mit Pumpe.
Musste sich genauso wie die ICTler das komplette Programm antun, bzgl. KH-Schätzen, berücksichtigen Sport, nicht übereinander spritzen etc. pp..
Der Pumpenträger wurde auf möglichen Einzeltermin verwiesen, um an aktuelles Update zu kommen.
In 'meiner' Schwerpunktpraxis in NRW durchaus möglich, die vor Ort alles anbieten kann bis zu Fragen zum Umgang mit einer Pumpe und technischen Fragen.
Besonders ausgebildete Mitarbeiter, Ärzte haben per Zeitdruck dafür eher keine Zeit.
Persönlich ist mir der Mehr-Zeit-Aufwand für die Technik viel zu groß, die man sowieso schon berücksichtigen muss im Alltag.
Gruß Elfe -
am 19.02.2020 19:39:28 | IP (Hash): 2144821226
Mich interessiert halt die Technik und auch, was da wie als entsprechende Algorithmen verkauft wird.
Als ich kurz vor der Jahrtausendwende die ICT lernte, waren die Pumpis mit ihren Schulungen aus meiner Sicht seeehr weit im Vorteil. Die kannten z.B. 1-BE-Äpfel, die kleinen, die’s in der Saison in den preisgünstigen Mehrkilotüten gibt. Und die lernten damals auch, dass bei bei erstaunlich vielen mit Diabetes 1 BE Apfel und 1 BE Kartoffel seeehr verschiedene BZ-Anstiege machen können. Die lernten tatsächlich, ihren BZ nicht nur zu den Mahlzeiten zu beobachten und zu berücksichtigen, sondern auch nach und zwischen den Mahlzeiten, also sowohl postprandial wie auch postabsorptiv. Und je nach Schulungsadresse musste ein größerer Bolus an der einen Stelle über 5 und an der anderen über 7 IE auf Pumpe und Pen aufgeteilt werden. Mit diesen Schulungen hatten die Pumpis ihren alltäglichen BZ-Verlauf sehr viel deutlicher auf ihren inneren Schirmen, als normal geschulte ICT-ler.
Die Apparatur war außerhalb meiner Reichweite, aber die interessanten Einzelheiten zur Steuerung konnte ich alle auch ohne Pumpe sehr gut für meine BZ-Steuerung gebrauchen :)
Nach allem, was ich so aus der Berater-Szene mitbekomme, hat die Präsenz des aktuellen BZ-Verlaufs auf dem inneren Schirm auch bei Pumpis in den letzten Jahren extrem nachgelassen. So nach dem Motto: Ich will nicht wissen, was ich alles wann wofür berücksichtigen muss, sondern ich will wissen: Was soll ich JETZT vor dem Teller hier konkret tun?
Die Frage wird in Zukunft praktisch nur noch mit ner BZ-Navi-App auf dem Handy zu beantworten sein. Denn immer weniger Ärzte und Berater müssen immer mehr Betroffene schulen/informieren…, und immer weniger Betroffene sind bereit, sich die volle Schulung bis dahin anzutum, dass sie sich die Frage vor dem Teller selbst einigermaßen passend beantworten können. Also Handykamera mit der BZ-Navi-App auf den Teller halten und den nächsten Schritt ablesen :)
----------------------------------------------
Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
-
am 19.02.2020 21:13:26 | IP (Hash): 299638257
Elfe schrieb:
Die Technik nimmt einem das vermeintlich ab - BZ-Wert lässt sich überwachen und mit kleinen Dosen Insulin korrigieren.
Kann selbst nicht darauf vertrauen, daß ein programmiertes Dingens wirklich alle Aspekte dem persönlichen Organismus einrechnen können.
Bei mir eben auch anderes relevant bzgl. Verdauung + 'Adsorptions-Störung' allgemein.
Bin da schon eine Herausforderung für meinen internistischen Diabetologen bzgl. Insulinauswahl + Dosierung.
Der Organismus ist nun mal keine Apparatur, womit Substanzen beurteilt werden.
So mein Beruf, wenn da dann die Biologie dazu kommt, wird's schwierig.
Ich gebe auch mal meinen Senf dazu, nachdem das Video komplett angeschaut habe und auch ein wenig über DIY-Loop und besonders der 670G gelesen habe.
Es gibt einfach ein paar Punkte, die einem bewusst sein müssen
1. Ein Loop kann nicht alles, weder DIY noch 670G, auch Über- u. Unterzuckerung kann das System nicht 100%ig verhindern.
2. Ein DIY-Loop ist nur so intelligent, wie derjenige, der in programmiert bzw. mit Daten füttert, da geht es um exakte Wirkverläufe von KH und ganz besonders um Insulinwirkkurven.
3. Sollte sich jeder Diabetiker nicht 100%ig auf die Technik verlassen, sondern trotzdem mal den BZ kontrollieren insb. in ungewöhnlichen Situationen, z.B. krank, nur geschätzte KEs, unbekannte Mahlzeit, ungewöhnlich viel Sport, etc.
Das zuallererst.
@Elfe, wenn du ohne Pumpe gut klar kommst, gibt es ja keinen Grund, eine Pumpe zu beantragen. Manche Diabetiker sind ohne Pumpe schwer einstellbar obwohl sie viel probieren. Zudem hat die Pumpe ein paar schöne Zusatzfunktionen, die eine viel genauere BZ-Einstellung ermöglichen. Auch für dich wäre wahrscheinlich ein dualer bzw. verzögerter Bolus sicher von Vorteil. Zudem die Möglichkeit Basalmengen rasch zu erhöhen oder zu senken. Bei Levemir ist das vielleicht noch einigermaßen möglich, aber bei Toujeo und Tresiba sieht das ganze dann schon anders aus..
Aber auch eine Pumpe kann nicht plötzlich hundertprozentig perfekte BZ-Verläufe hinbekommen, dafür sind wir nunmal Diabetiker.
-
am 19.02.2020 21:21:33 | IP (Hash): 299638257
hjt_Jürgen schrieb:
Schon interessant, son Video, in dem es nur am Rande um den Blutzucker geht und in allererster Linie um die Steuerung von Loop-Systemen. Sollten die sich nicht selbst steuern???
Und ok, der Vorträger ist Diabetologe und Looper und erzählt die ganze Zeit von sehr viel mehr Aufwand als für Einfach Pumpe und Fingerpieks für den Loop, den er selbst nicht nutzt. Und dann holt er zum Ende seines Vortrags sein Handy aus der Hosentasche, und dann nimmt er den Schal ab, der ihm die ganze Zeit nicht zu warm gewesen ist, und dann macht er den Kragen auf, und dann wird er sehr deutlich sehr viel kürzer in seinen Antworten auf Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum, und … geloopte Hypo?
Die 670G ist für einige eine Enttäuschung, insb. für sehr engagierte Diabetiker und Looper. Auch die T-Slim, die jetzt dieses Jahr rauskommen soll, wird von einigen kritisch beäugt. Mit dem Dexcom entfällt zwar die Zwangskalibrierungen, jedoch hat auch die T-Slim einen eher hohen Zielbereich. Im Controll-IQ (Automatikmodus, der aber noch nicht von Anfang an vorhanden ist) wird ab 116 oder 118 die Basalrate reduziert!, ab 160 wird die Basalrate erhöht. Dafür kann sie größere Korrekturboli abgeben, wie auch beim DIY-Loop.
Die nächste Generation Medtronic 780G kann dies dann auch.
Bei den Medtronic Pumpen bleibt halt der nervige Sensor, wobei dieser wie bei Libre, Eversence und co ist, bei manchen läuft es bei anderen nicht.
Bzgl. Zeit, es braucht am Anfang viel Zeit bis es mal läuft, aber wenn es läuft, dann läuft es beim DIY-Loop. Bei der 670G kommt es darauf an, manche sind begeistert andere enttäuscht. Es kommt natürlich auch darauf an, wie regelmäßig der Tagesablauf ist und wie gut der Sensor funktioniert.
Er wurde am Ende sehr wahrscheinlich kürzer in den Antworten, weil die Zeit am Ende war. Solche Vorträge sind streng getaktet. -
am 19.02.2020 21:27:14 | IP (Hash): 299638257
Elfe schrieb:
In meiner Hypo-Schulung war ein Patient dabei, auch mit Pumpe.
Musste sich genauso wie die ICTler das komplette Programm antun, bzgl. KH-Schätzen, berücksichtigen Sport, nicht übereinander spritzen etc. pp..
Der Pumpenträger wurde auf möglichen Einzeltermin verwiesen, um an aktuelles Update zu kommen.
Persönlich ist mir der Mehr-Zeit-Aufwand für die Technik viel zu groß, die man sowieso schon berücksichtigen muss im Alltag.
Ich kann dir sagen, dass es natürlich nochmal eine große Umstellung wird. Bin ja gerade dabei. Nächste Woche wird endlich meine DANA angelegt :D
Natürlich müssen auch Pumpis die KH wissen, beim Sport ist man etwas flexibeler, Basalrate runter oder ausstellen, je nachdem, muss man halt auch austesten. Übereinander spritzen ist möglich, wird auch von einigen Pennern mittlerweile praktiziert, dafür helfen auch Bolusrechner die das IOB (Insulin on Board=aktives Insulin) berücksichtigen, z.T. sogar anzeigen.
Nicht jeder ist für eine Pumpe geeignet und wer keine Pumpe möchte, der wird damit auch nicht klarkommen. Ich bin happy, dass bei mir die Genehmigung so schnell geklappt hat und fiebere dem Tag entgegen, wobei ich definitiv nicht erwarte, Pumpe dran alles super. Läuft ja auch mit ICT nicht so, man muss viel lernen. -
am 19.02.2020 22:56:48 | IP (Hash): 2144821226
Schau die letzten 10 Minuten getrost noch mal an: Da ist alles drin, was jemand macht, der ne Hypo hat, aber sich möglichst nichts anmerken lassen will - einschließlich der Bitten des Moderators um Antworten auf die Wortmeldungen aus dem Publikum. Also nix Zeitdruck. Auch die ganze Haltung wechselt von sehr offen zu deutlich mehr geschlossen.
Daumendrück für Dein Pumpending :)
----------------------------------------------
Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!