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Insulinresistenz - Leberschaden durch Tabletten - Und jetzt?

  • Elfe

    Rang: Gast
    am 27.03.2019 19:50:45 | IP (Hash): 824047619
    hjt_Jürgen schrieb:

    Für meinen gesunden Abweg von meistens um 200 auf meistens um 100 hatte ich einen gnadenlosen T1 als Coach. Unter seiner Anleitung dürfte ich erst BEs essen, wenn mein BZ bei 120-100 war, besser 100. Also nix auf 200 noch ausgiebig frühstücken :(
    Aber ich hatte schließlich nach der Anleitung gefragt und hab bisher auch noch keine zielführendere gefunden.


    Hallo Jürgen,
    wie viele Jahrzehnte ist das her ?
    Als oller LADA-1er bin ich in den Schulungen tatsächlich mit langjährigen 'wirklichen' 1ern zusammengekommen, die doch noch etwas Nachhilfe brauchten, trotz jahrzehntelanger Erfahrung.

    Besonders die Einschätzung des schnell wirkenden Mahlzeiteninsulins ist nicht so ganz einfach.
    Die Carbs müssen in Gesamtzustellung der Mahlzeit mit verlangsamenden Bestandteilen passen, sich treffen ~ m.E. so rund 3-4 h.
    Dauert die Verdauung der Mahlzeit zu lange an (Pizza mit 7 h war Schulungsbeispiel), ist schnelles Insulin in Wirkung schon verbraucht und dann kommen sehr viel später doch noch Kohlenhydrate als Blutzucker messbar an (LCHF ev. kontraproduktiv).

    Im übrigen bietet das Mahlzeiteninsulin eine Super-Möglichkeit, per Korrektur-Einheit den Eingangsblutzucker zu berücksichtigen.
    Als vorsichtigen Ausgangswert wird angenommen, daß eine Einheit Mahlzeiteninsulin den Blutzucker um 50 mg/dl senkt - bei mir ist die Korrekturregel mit 40 mg/dl stabil.
    Die 2te Rechnungsgröße ist der sogenannte IE/BE-Faktor.
    Beschreibt die natürliche Insulinempfindlichkeit über 24 h - morgens/abends mehr Insulin nötig als mittags/nachts ~ gerundet bei ca. 2 zu 1.
    In praktischer Anwendung bedeutet dies, daß die Scheibe Brot (dein Testobjekt) zum Frühstück und Abendbrot 2 x soviel Insulineinheiten benötigt als mittags.

    Mit so einfachen Grundlagen lässt sich Blutzuckerwirkung einer Scheibe Brot durchaus erklären, ohne ständig auf das Libre zu gucken.
    Solltest Du eigentlich alles wissen, da du per Schreibe schon in Hypo-Schulung warst.

    Basalinsulindosis ist nicht ganz so schwierig.
    Bevorzuge dabei Gabe 2 x morgens und abends, da versprochene gleichmäßige über 24 h bei mir eben nicht so ist, brauche tagsüber mehr Basal als nachts (nicht verwunderlich, eigentlich).
    Auch vor Schlafengehen dann ggfs. Korrektureinheiten und dann Basal.
    Ob's passt, sehe ich dann morgens am Nüchternblutzucker.

    Wichtig ist mir, wirklich über sinnvolle Anwendung des Insulins nachzudenken, egal ob 1er oder 2er.
    Im persönlichen Umfeld habe ich 2er, die mit Insulin nicht wirklich wissen, was sie tun.
    Nur Mischinsulin nach Einheiten-Vorgabe, und dann Mandarinen als 'so gesund' vorm TV zu schnubbeln.
    Eine andere heult und jammert - darf nix mehr essen.
    Hören mir real auch nicht zu ~ weil Arzt hat gesagt ~
    Bearbeitet von User am 27.03.2019 19:56:51. Grund: +
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8852
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 27.03.2019 21:45:55 | IP (Hash): 521351027
    War so 1-2 Jahre vor der Jahrtausendwende. Wer erst essen darf, wenn der BZ im Zielbereich ist, findet mit systematischem Protokollieren sehr schnell heraus, was beim letzten Spritzen & Essen bzw Basal zu wenig gewesen ist und in welcher Menge dann wirklich passt. Damit werden die Zeiten mit höher als gesundem BZ in Phasen der Einstellung bzw. Anpassung sehr effizient auf das jeweils mögliche Minimum gesetzt.

    Meine Libre-Sensoren haben zur Zeit Pause, weil ich noch die reizenden Klebestellen von Dezember sehen und die von vor 14 Tagen und vor 4 Wochen noch jeden Tag kratzen mag :(
    Hab meine alte Pieks-Routine wieder mit unregelmäßigen Stichproben, die mir sagen, wie der BZ in meinen Rahmen (nach Möglichkeit 20 von 24 Stunden im Bereich von 70-140) passt. Da können mir 3-4 Piekse am Tag reichen, heute z.B. bislang 3. Aber es können auch schon mal doppelt bis dreimal so viele werden, wenn so eine Stichprobe einen Wert weit außerhalb meines Rahmens zeigt.

    Um zu wissen, wie mein BZ wann verläuft, hab ich mir vor Jahren mal Tagesschablonen mit 24 Stunden im A5 Format gedruckt und da immer in die jeweiligen Zeiten eingetragen, was wann gespritzt und gegessen und gemacht und gemessen. Hat mir sehr deutlich gemacht, dass die Zeit gleich in mehrfacher Hinsicht ne wichtige Rolle zum Verstehen des BZ-Verlaufs spielt und war ne super Grundlage für systematisches Austesten und gesunde Optimieren. Kann ich nur wärmstens weiter empfehlen :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 02.04.2019 00:18:31 | IP (Hash): 419473483
    Hallo Jürgen,
    wir sind per Diabetes-Diagnose eigentlich nur paar Jahre auseinander.
    Dennoch liegen wir per Umgang manches mal gegensätzlich (Du Typ 2, ich LADA Typ 1 und untergewichtig, war bei dir auch anders)-

    Zielwert ist bei mir 100 mg/dl, allerdings mit Bereich 70 - ?, wobei mein Unbehagen so ab 180 anfängt = Nierenschwelle, mein Arzt sieht selbst bei weit höheren Werten kein Problem °~°.
    Da Insulinkorrektur mit bei normal zusammengestellten Hauptmahlzeiten sich bei ca. 3 h befindet, ist dies so mein Kontrollzeitpunkt zur Überprüfung ~ mal o.k., mal + Gummibärchen, mal Korrektureinheit Insulin ~ trotz gleichem Frühstück z.B..
    Was auch immer da innerlich da zusätzlich stattfindet ~ am Essen alleine liegt's nicht.
    Versuche so gut wie möglich (auch per Wiegewaage) KHs zu ermitteln x IE/BE-Faktor = Einheiten Mahlzeiteninsulin,
    Was wann gespritzt täglich im Papier-BZ-Tagebuch ~ mit anderen Notizen jeweils.
    In Summe Erkenntnisse auch zu Spritzzeitpunkt: Normal vor der Mahlzeit, bei schwer verdaulich mit viel Fett/Eiweiß nach der Mahlzeit = Puffer ca. 0,5 h ~ ggfs. teilen ist mir übrigens zu lästig ~

    Nutze das Libre nicht ~ meine Haut spinnt sowieso - bei ganz normaler Hautpflege, geschweige denn der Kleber von dem Ding.
    Mein Arzt will mir dieses Dings als Unterzucker-'Wächter' andrehen, zumindest.
    Ach nee - unsympathisch: Vertrieb, Kosten, ungenau u.a.m..

    BZ-Messung per Handgerät unterliegt durchaus nachvollziehbaren Regeln - s.o..
    Morgens vor Frühstück und abends vor Zubettgehen = Pflicht.
    Weitere Kontrolle notwendig per Anzahl der Mahlzeiten und Vorhaben plus (vor Autofahren!, Sport z.B.).
    4 - 6 x bei mir so pro Tag nötig.

    Übersichtstabellen habe ich bzgl. Daten zu Insulinen per Einheiten und IE/BE-Faktoren - Insulinwechsel und erhöhen. Im Quartal nur minimal, im Jahrzehnte-Überblick dennoch deutlich.
    Ansonsten auch mal nur einfach Textnotizen - wie eben Verdaulichkeit von Mahlzeiten zur Insulinanwendung oder auch so jahreszeitlich gesehen, brauche im Sommer weniger Insulin als im Winter.

    Irgendwie die Insuline dosieren, so gut wie möglich.
    Gruß Elfe