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Insulin Einstellung Probleme/Fragen

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    am 30.04.2019 20:47:21 | IP (Hash): 1614893240
    Elfe schrieb:

    Auweia - Unterzucker hinterm Steuer und hatte Angst, irgendjemand zu verletzen per Anfahren.
    Damals gab es das Libre noch nicht, konnte mich nur auf körperliche Symptome verlassen - im Zweifelsfall dann 1 BE Traubenzucker einwerfen (die unverpackten Dextro-Minis dabei, anstatt diese Täfelchen, die einen per Auspacken vom Straßenverkehr ablenken).
    Erst Traubenzucker und dann messen, wurde mir so eingeschärft.



    Besser: Warnblinker, anhalten (irgendeine Möglichkeit findet sich immer) dann essen und dann messen.
    So wird es auch Führerscheinneulingen mit Typ1 eingeschärft...

    Ich weiß, wie schwer das sein kann und beim ersten Mal ist man damit wahrscheinlich auch total überfordert...Mein Diabetes ist deutlich älter als mein Führerschein, konnte als vorher schon üben ;)
    Aber es ist mit Sicherheit schlimmer, für Verletzungen oder den Tod eines anderen Menschen verantwortlich zu sein!

    Da es in einer Hypo eventuell mit der Vernunft nicht mehr so ganz klappt, habe ich für mich feste Regeln:
    Fällt der Wert auf dem CGMS unter 80-90 mg/dl, Zucker einschmeißen (liegt i.A. in Reichweite), ab unter 70mg/dl, nach Möglichkeit zum Anhalten umsehen. Unter 60mg/dl Warnblinker, anhalten. Bei Hyposymptomen, die nicht zum Wert/Verlauf oder passen oder keine CGMS-Werte, so schnell wie möglich anhalten!
    Bearbeitet von User am 30.04.2019 20:53:36. Grund: Ergänzung
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    am 01.05.2019 19:29:12 | IP (Hash): 1352790943
    Hallo Heike,
    du hast ja sooo recht !

    Mich hat man mit Anfangseinstellung jedenfalls viel zu früh auf die Menschheit (Arbeit) losgelassen.
    'Grüne Welle' ausnahmsweise, war nix mit anhalten …
    Ist mir auch wirklich nur einmal passiert, hab' mich so erschrocken, Passanten am Rand nur noch als Schemen wahrzunehmen.
    Deshalb ab da die unverpackten Minis an Board, die kann man auch so gut einwerfen.
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    am 01.05.2019 20:03:44 | IP (Hash): 688434943
    Es gibt immer eine Möglichkeit. Punkt!
    Man handelt sich vielleicht ein Hupkonzert ein oder die Damen/Herren in grün (heute blau) stellen komische Fragen. Aber das ist alles halb so schlimm!

    Ich habe schon mitten auf der Straße gestanden (vor CGMS und bei 40°C die Hypo erst gemerkt, als ich kaum noch was gesehen habe). Egal, ich habe gestanden und niemanden mehr gefährdet - höchstens verärgert und damit kann ich gut leben.

    Das Problem ist ja, dass wir in einer Hypo nicht mehr unbedingt vernünftig und logisch handeln - neben den falschen/ nicht mehr vorhandenen Sinneswahrnehmungen... Und bis der Traubenzucker wirkt, dauert es ja auch ein paar Minuten... Aber klar, besser Traubenzucker einwerfen, als gar nichts zu unternehmen.

    Und das sollten wir uns immer wieder bewusst machen!
    Bearbeitet von User am 01.05.2019 20:13:01. Grund: Ergänzung
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    am 02.05.2019 18:01:17 | IP (Hash): 1352790943
    Um wieder den Dreh zum Fragesteller Nibius hinzubekommen:
    Umschulung ist nicht notwendig aufgrund der neuen Behandlung mit zwei Insulinen,
    da ansonsten Verlängerung des LKW-Führerscheins mit 50 Jahren* per Gesundheitsprüfung geklappt hat.

    Gewusst wie - die Insuline gut dosieren - körperliche Unterzuckersymptome wahrnehmen ! und gegensteuern. Libre unterstützend nutzen.
    Dokumentieren, dann sollte die Krankschreibung bzw. Tauglichkeitsprüfung zum LKW-Fahren positiv ausfallen.

    *Weiß das nur deshalb, weil ein Familienmitglied seinen LKW-Führerschein verlängern wollte (nicht beruflich genutzt (bei der Bundeswehr erworben), sondern in der großen Familie den Umzugs-LKW kreuz & quer durch das Land fährt).
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    am 02.05.2019 21:26:59 | IP (Hash): 131881676
    Moin Elfe,
    also Unterzucker nenne ich generell alle Werte bei denen es mir nicht gut geht..sprich das übliche, unwohl sein bis hin zum Zittern usw.
    Zu beginn der Einstellung, hatte ich dies schon bei um die 90 bis 100 mg/dl . Heute, nach dem sich mein Köper an das "neue" gewöhnt hat, beginnt es bei 68 bis 65 mg/dl
    Ich trinke kein Alkohol weis aber sehr wohl was ein Kater ist und den habe ich bis zu 1 Std. lang nach einer Unterzuckerung. Ich werde am kommenden Montag bei meiner Ärztin einlaufen und ihr auf den Zahn fühlen. Dieser ständige Kampf mit dem auf und ab und vor allem bei unteren Werten die dann wie aus dem nichts nach 3-5 Std. nach oben jagen, kann was nicht stimmen.
    Ich muss auch ehrlich sagen dass ich derzeit nicht wüsste, wie ich mit was für einen Job auch immer, klar kommen sollte. Es mag blöd klingen, aber zuvor ging es mir besser :-)
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    am 02.05.2019 23:03:53 | IP (Hash): 2124617225
    Bin nicht Elfe

    Demnach hast Du dich schon länger in höheren Zuckerregionen rumgetrieben, also meistens um 200 oder drüber?

    Ok, jetzt schreibst Du, dass leichtes Miesfühlen bei Dir aktuell so knapp unter 70 anfängt. Und das ist das, was Du aufm Bock absolut ausschließen willst. Denn auch wenn Dich an nem Unfall mit som leicht miesen Gefühl keine Schuld treffen würde, weil die übrigen Beteiligten das schon passend erledigt hätten, würdest Du für den Rest Deiner Tage in trüben Zeiten immer wieder denken, dass Du dem großen Krach ohne dieses doofe Gefühl und die damit verbundenen leicht behinderten Reflexe schon spätestens 300m vorher souverän aus dem Weg gefahren wärst. Die andern hätten sich alleine krachen können.

    Also wär für mich an Deiner Stelle für’s erste 90-100 die Untergrenze mit Luft für gelegentliche Ausflüge bis an 70. Jetzt fehlt noch eine für Dich machbare Obergrenze.

    Und was jagt jetzt aus welchem Nichts nach 3-5 Stunden nach oben? Wie hoch ist da oben? Und was hast Du in diesen 3-5 Stunden gemacht?

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 03.05.2019 13:59:38 | IP (Hash): 131881676
    Erst mal sorry^^...Hallo Jürgen
    Mein Hba1 lag bei 11,9 und Tagesschnitt bei 350/400 bis ? (laut Ärztin)
    Ich sehe es genauso wie du, auf keinen Fall werde ich auch nur 1 Tonne auf der Str. bewegen solange ich keine 99% Sicherheit zur Diabetes inne habe. Es geht hierbei nicht um das anhalten, Warnblinker einschalten oder mal eben einen Traubenzucker einwerfen. Wenn ich eines bislang über den Hoch und runter Wert gelernt habe, dann iss es nicht das unwohl sein oder zittern was einem Sorgen macht , sondern die Konzentration die fehlt ! Ob ich nun einen 40 Tonner oder einen Fiat 500 fahre, schon 60 Kmh sind wenn es um Konzentration und Reaktion geht, Lichtgeschwindigkeit.

    Ich wiege mein Essen ab, berechne die BE und spritze laut Plan (15 Minuten vor dem Essen je nach Wert).
    Dann esse ich und messe 2 Std. später einen traumhaften Wert der so bei 130 bis 145 liegt..manchmal auch weniger. Ab der 3-4 ab und an auch später Std. steigt er meist bis in die 240 bis 250.
    Ich führe Buch und stelle fest dass es nicht am Essen liegt, denn die gleiche Mahlzeit einige Tage später zeigt ein völlig anderen Verlauf. Dieses "hoch" gehen ist nicht jeden Tag.
    In diesen 3-5 Std. habe ich nix gemacht. Ich wollte laufen gehen, hat mir jedoch meine Ärztin während der Einstellung nicht erlaubt. Sie nennt es Ruhe-Einstellung.
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    am 03.05.2019 17:47:33 | IP (Hash): 1473148504
    SUPER! Dann hast Du schon ne Menge erreicht, gratuliere :)

    Der "Rest" ist formale Fleißarbeit. Wenn Du so anderthalb Stunden nach dem Essen anfängst, in 20-Minuten-Schritten zu testen, siehst Du etwas genauer, wann Dein BZ vom Sinken wieder zum Steigen umdreht.
    Wenn an diesem Umkehrpunkt so etwa der Wert von vor dem Essen erreicht wird, hat die Spritzmenge zum Essen gepasst. Wenn höher, muss die Spritzmenge in kleinen Schritten größer, bis sie passt. Klar, umgedreht, wenn der Wert niedriger als vor dem Essen.
    Mit der Zeit brauchst Du keine längeren Messreihen mehr, sondern weißt, wann Du Deinen Talwert höchstwahrscheinlich triffst, und kannst damit zuverlässig sehen, wie gut die Dosierung vor dem Essen gepasst hat.

    Mit dem Wiederanstieg nach dem Absinken nach dem Essen sagt Dir Dein BZ, dass da zu der Zeit dann Basal fehlt. Klar lässt sich auch das vorsichtig mit mehr davon passend ausgleichen. ABER bitte nicht alles auf einmal, sondern schön nacheinander. Denn Insulin ist Insulin, und wenn Du mehr vom Basal nimmst, wirkt das natürlich auch während des Essens und da zusammen mit dem Insulin, was Du dafür spritzt. - Daumendrück :)

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 03.05.2019 18:25:50 | IP (Hash): 1352790943
    Hallo Nibius,
    denke, daß deine Einstellungsphase durch die Ärztin nicht gut verläuft.
    1) 'Ruheeinstellung'.
    Ich selber wurde auf Arbeitstage eingestellt mit anderen Herausforderungen und brauchte da weniger Insulin als an Ruhetagen (Wochenende, Urlaub). Hatte also zwei unterschiedliche IE/BE-Faktoren über den Tag, hieß aber auch an freien Tagen um 6 Uhr Wecker stellen, messen, ggfs. Gupf wegspritzen.
    Kann also sein, selbst wenn du die Ruheeinstellung hinbekommst, daß das im Arbeitsalltag anders verläuft.
    2) 'Spritzplan, Spritzessabstand, nach 2 h Kontrollmessung'
    Einzelheiten lassen sich kaum per 'Plan' händeln, da gibt es viel zu viele persönliche Einflussgrößen per Stresshormone u.a.. Und auch der persönlich zu ermittelnde Korrekturfaktor des Mahlzeiteninsulins wird da mit eingerührt.
    2 h nach Insulinspritze zu messen ist viel zu früh. Die Wirkdauer liegt bei bis zu 5 h und nach 3 h messe ich und korrigiere ggfs. (dürfte das lt. Arzt erst nach 4 h).
    M.E. passt diese Wirkung auch gut zu normalen Mahlzeiten, da die Kohlenhydrate per Verdauung auch Zeit brauchen, um von Stärke (Mehrfachzucker) sich im messbaren Einfachzucker zu zeigen.
    Lt. Tabelle im Schulungsbuch (Link schon geschickt): Einen Spritzessabstand von 15 min muss ich erst ab einen BZ-Wert ab 250 mg/dl berücksichtigen, ansonsten schätze ich die Mahlzeit per Verdaulichkeit ein - z.B. mit viel Fett/Eiweiß erst nach der Mahlzeit spritzen.
    https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/therapie_bei_diabetes/alles_ueber_insulin/verschiedene_insuline
    ~
    99 % Sicherheit !?!
    Habe ich bis heute nach vielen Jahren nicht erreicht, trotz aller Genauigkeit per Wiegewaage und Rechnerei.
    Auf jeden Fall habe ich mir angewöhnt, vor Unternehmungen (egal welche, ob zu Fuß oder Auto - wirklich Klein-PKW ;-)) nochmal den BZ zu messen und Traubenzucker immer greifbar dabei zu haben.
    Die Symptome Richtung UZ sind diffus, aber bei mir am zuverlässigsten per Augen zu erkennen, wenn Tageslicht auf einmal blendet, weit vor irgendwelcher anderen Schwäche.

    Gruß Elfe
    @Jürgen: Bin nach-wie-vor mit deiner Methode nicht einverstanden. Du berücksichtigt nicht die wichtigen Parameter der Wirkungskurven von Insulin und Nahrungsaufnahme.
    Könnte dir das Leben echt einfacher machen, anstatt dem BZ hinterher essen zu müssen.
    Zumal das für Viele echt nicht Alltagstauglich ist.
    Bearbeitet von User am 03.05.2019 18:33:32. Grund: Korrektur Schreibfehler
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    am 03.05.2019 21:01:59 | IP (Hash): 799796086
    Hallo Nibius,

    ich tippe wie Jürgen darauf, dass dein Basalinsulin erhöht und natürlich dann der Bolus etwas reduziert weden muss. Das ist ein Problem, dass du zusammen mit deiner Ärztin ganz besttimmt in den Griff bekommen wirst. So etwas geht nur nicht von heut auf morgen.

    Wenn deine Ärztin beim nächsten Termin die Insulindosen verändert, dann frage ihr Löcher in den Bauch, wie und warum sie was ändert. Dabei kannst du bestimmt viel lernen und kommst deinem Ziel, die Insulinmengen zukünftig bei Veränderungen selbst anpassen zu können, ein Stück näher.

    Dass deine Ärztin zuerst die passenden Einstellung zunächst ohne große sportliche Aktivitäten finden will, ist voll in Ordnung. Sport und kräftige Bewegung wird dann ein weiteres Problem, das du erst im zweiten Schritt angehen kannst, wenn die Grundeinstellung einigermaßen stimmt.

    Viel Erfolg, Rainer