Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Essen was man will?

  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 11
    Mitglied seit: 10.11.2019
    am 17.11.2019 10:51:12 | IP (Hash): 933653778
    Hallo,
    schon wieder eine Frage. Ich lese und suche im Internet viel Informationen und bin jetzt auf die Seite "diabsite" gestoßen.
    Da ist ein Artikel über Ernährung von einem Prof.Dr. Hirsch aus Hamburg. Der sagt, dass Diabetiker eigentlich essen können was sie wollen (ausdrücklich auch Zucker), nur müssten sie sich halt die entsprechende Menge Tabletten oder Insulin verabreichen.
    Es heißt da auch, dass es keine wissenschaftliche Studie gibt, die nachweist, dass Low Carb Ernährung besser für Diabetiker ist.
    Also ich bin jetzt schon verwirrt. Was ist das denn? Jetzt versuche ich meine Ernährung umzustellen und dann lese ich, dass das sinnlos sein soll.
    Aber eure Erfahrung ist doch, dass das Achten auf die Ernährung hilft den BZ im Rahmen zu halten?
    Was mein ihr dazu?
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 3119
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 17.11.2019 11:56:31 | IP (Hash): 45543496
    Sahra schrieb:
    Jetzt versuche ich meine Ernährung umzustellen und dann lese ich, dass das sinnlos sein soll.

    Wenn du mehrere Versuche frei hättest, dann könntest du ja mal zehn Jahre nach der Methode von Prof. Hirsch und dann zehn Jahre mit Low Carb ausprobieren.

    Das hast du aber nicht, wenn deine restlichen Betazellen abgestorben sind, dann sind sie unwiederbringlich verloren. Also musst du dich für einen Weg entscheiden. Gute Argumente für den LC-Weg einschließlich eigenen Erfahrungen kann ich dir gerne liefern, falls du Interesse daran hast. Schlechte Argumente für den Hirsch-Weg kannst du bestimmt leicht in deinem Umfeld beobachten. Wenn du diesen Weg wählst, dann wird sich dein Diabetes über die Jahre immer mehr verschärfen und du wirst ihn irgendwann nur noch mit Basal- und Mahlzeitinsulin behandeln können. Wie schnell das geht, ist individuell verschieden, man spricht normal von etwa 10 Jahren bis zur Insulinpflicht von Typ2-Diabetikern. Mit einer diabetesgeeignteten Ernährung kannst du diesen Zeitpunkt auf jeden Fall gut nach hinten schieben. Wie weit du ihn hinausschieben kannst, ist auch wieder individuell verschieden. Einzelerfahrungen deuten darauf hin, dass das sogar für immer möglich sein kann.

    Dir werden aber auch noch Aussagen über den Weg laufen, dass du mit einer Low Carb angeblich sogar deine Gesundheit gefährdest. Glücklicher Weise hat die DDG hier eine brandaktuelle Stellungnahme, in der sie Low Carb für Diabetiker als sinnvoll und für die Gesamtgesundheit für unbedenklich erklärt. Zitat aus der Stellungnahme:
    "Die größte Evidenz für die Senkung der Blutglukosespiegel bei Menschen mit Diabetes mellitus liegt für die Reduktion der Kohlenhydrataufnahme vor. Diese kann unter Berücksichtigung von persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben in Form verschiedener Ernährungsmuster eingesetzt werden."
    (Quelle: https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Gremien/Ausschuss_Ern%C3%A4hrung_DDG_Stellungnahme_zu_den_ADA_Ern%C3%A4hrungsempfehlungen.pdf )

    Viel Erfolg auf deinem weiteren Weg, Rainer
    Bearbeitet von User am 18.11.2019 20:43:45. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 283
    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 17.11.2019 13:55:52 | IP (Hash): 2066371748
    Hallo,
    schwieriges Thema...
    Für mich als Typ1erin mit schon vielen Jahren Diabetes und den unterschiedlichsten "Diät"-Varianten gilt seit über 25 Jahren:
    Ich esse und trinke im Allgemeinen, was ich will und wann ich es will. Ich habe gelernt damit umzugehen, wie unterschiedliche Lebensmittel meinen Blutzucker beeinflussen und handele dementsprechend.
    Aber, wenn ich eh schon höher bin, werde ich sicher nicht spontan `ne Tüte Gummibärchen verdrücken, sondern was kohlenhydratarmes oder gar nichts essen - Die Gummibärchen sind dann erst später dran ;)
    Auch versuche ich möglichst, eine bestimmte Gesamtmenge an Insulin pro Tag nicht zu überschreiten, weil sich das BEI MIR ungünstig aufs Gewicht auswirkt. Ist die verbraucht, ist Schluss mit Kohlenhydraten - und dabei ist es egal, ob die aus Eiweißbrot, Gummibärchen oder Obst kommen.
    Für Typ2erInnen ohne externes Insulin ist das anders, weil die Möglichkeit zur direkten Steuerung stark eingeschränkt ist und mit Insulin, weil die Insulinmengen u.U. sehr groß werden können. Also ist es auf jeden Fall sinnvoll die Menge der Kohlenhydrate zu beschränken und Blutzuckerspitzen durch geeignete Kombination abzumildern.
    Das bedeutet aber eben nicht, dass Zucker verboten ist, sondern mit einberechnet werden muss: Dass bedeutet dann z.B., wie auch in dem Artikel beschrieben, Kartoffeln ODER Schokolade oder von beidem einfach weniger.

    Ich bin wahrlich kein Fan von LowCarb und werde es auch nie werden, aber trotzdem reduziere ich die Kohlenhydrate, die ich futtere, wenn andere Faktoren (Stress, Krankheit, ...) meinem Blutzucker eh schon durcheinanderwürfeln...

    Bearbeitet von User am 17.11.2019 20:14:32. Grund: Präzisierung
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 11
    Mitglied seit: 10.11.2019
    am 18.11.2019 20:19:34 | IP (Hash): 1335235029
    Hallo Rainer,
    danke für deinen ausführlichen Beitrag! Ich habe mich halt sehr gewundert, dass solche Aussagen zu finden sind! Gerade als Neuling fühlt man sich da doch verunsichert.
    Aber klar mache ich jetzt weiter auf dem begonnenen Weg! Danke für deine guten Wünsche!
    Grüße Sahra
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 5
    Mitglied seit: 26.11.2019
    am 26.11.2019 09:00:41 | IP (Hash): 276301772
    Hallo,

    ich finde die Inputs auch sehr spannend!
    Das ist ja gerade das Ding, so viele Versuche hat man bei "einem Leben" nicht!

    LG
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 21
    Mitglied seit: 12.10.2015
    am 14.02.2020 14:03:13 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo,

    also ich, Typ 1, esse alles worauf ich Lust habe.
    Ausnahme mein Zucker ist mal zu hoch, dann wird erst runtergespritzt. Aber dann esse ich wieder normal.
    Wichtig ist einfach, dass man sich an allen ausprobiert und dadurch Erfahrungen sammelt, wie es sich auf den Zucker auswirkt um dann beim nächsten Mal besser damit umzugehen.

    Nur bei Getränke sehe ich das ein bisschen anders und verzichte da auf einiges.

    Wie "normale" Menschen bedeutet das aber, dass ich dennoch auf meine Figur aufpasse und mich gesund (bei mir übrigens vegetarisch) ernähre.

    Du bist nicht krank, sondern musst einfach Insulin von Außen zuführen, so sehe ich das.

    Gruß Zockerin1971
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 13.03.2020
    am 13.03.2020 14:28:56 | IP (Hash): 970531193
    Hallo Rainer

    Ich habe gesehen, dass du dich sehr gut mit dem Thema Ernährung auskennst. Ich habe ein Kochbuch mit 200 Rezepten auf Amazon veröffentlicht. Über deine Meinung würde ich mich sehr freuen!

    HIER der Link für das Diabetiker-Kochbuch = https://xxx

    Verbesserungsvorschläge bei Rezepten etc. nehme ich immer gerne entgegen :)

    Liebe Grüsse
    Sophie
    Bearbeitet von Moderator am 16.03.2020 09:07:09. Grund: Werbung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 4655
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 13.03.2020 19:09:21 | IP (Hash): 86434313
    "Mit den Aussagen bedeutender Ärzte und Wissenschaftler gilt seit 2018 Diabetes als heilbar", lese ich in Deinem Buch.
    Dazu hätte ich gerne konkrete Info. Wärst Du so freundlich?

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!