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Beginn mit Insulin längst notwendig?

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    Mitglied seit: 30.11.2019
    am 15.12.2019 10:36:21 | IP (Hash): 1961399320
    Hallo,

    ich (männlich, allein lebend, 58 Jahre, 74 kg) bin seit 2005 diagnostizierter Typ 2 (seitdem nur Metformin 500 / 0 / 1000mg; Januvia habe ich nicht vertragen) und meine Zuckerwerte klettern jeweils um ca 20 % vor (!) dem Frühstück, obwohl ich nach dem Erwachen bis dahin nur Tee mit Stevia und Zitrone trinke.

    Meine Nüchternwerte lagen schon lang nicht mehr unter 150 (meist so um 180) und nach dem Frühstück (morgens und abends max 2 Schb. belegtes Brot, zu dem ich mich wegen fehlendem Appetit i.V. mit der Angst vor zu hohen Werten aber zwingen muss = 3 kg Gewicht verloren in den letzten drei Wochen) steigt der Wert auf minimal 260, manchmal auch über 300. Normale Werte (um die 100 bis 125) habe ich eigentlich nur in der Mittagszeit, dann aber regelmäßig, nur geht’s mir dabei manchmal nicht gut. Ca. eine halbe bis 1 Stunde nach dem Frühstück werde ich oft sehr müde und schlafe dann eine Stunde lang ziemlich tief.

    Dieser Zustand dauert nun schon Jahre an, weshalb ich ne PNP und in beiden Beinen auch noch eine fortgeschrittene PaVK ab der Beckenachse entwickelt habe, die meine Mobilität stark einschränken. Schmerzfrei laufen kann ich nur noch 400 Schritte und das auch nur in Socken oder Sandalen, mit festen Schuhen werden meine Zehen schnell milchweiß, eiskalt und taub. Wenn ich beim Treppensteigen (mehr als 2 Etagen) den Schmerz ignoriere, fällt mir der Fußheber und das komplette rechte Bein schon mal aus, weshalb ich mich nur in meiner Wohnung hinreichend sicher fühle für das täglich 4 – 6 Mal durchgeführte Gefäßtraining bis zum Schmerzeintritt. Dabei schaffe ich 2 – 3 tausend Schritte im Trainingsmodus und insgesamt 5000 am Tag. Wenn das in meinen Beinen so aussähe, dann wäre das anderswo im Körper sicher nicht anders, sagt der Angiologe. Für eine OP wäre es längst zu spät! Die Autobahnen könnten die Gefäßchirurgen freikatzen, die Nebenstraßen aber nicht. Meine Augen sind noch ok, die Nierenwerte auch. Am Herzen gäbe es nach einem EKG bereits Hinweise auf Veränderungen und Wasserlassen muss ich bis zum Mittag ca. 10 mal, danach bis zur Nacht kaum noch. Der „andere Verdauungsweg“ funktioniert auch nicht mehr richtig (chronische Pankreatitis seit 2014).

    Zur Zeit habe ich keinen Hausarzt und Diabetologen mehr, da mein langjähriger Diabetologe und Hausarzt (seit 2012) mich im Oktober endlich erfolgreich weggeekelt hat. Dieser hatte mir bereits mehrfach angedroht, dass ich bald spritzen müsse, wollte dann aber auf Nachfragen nichts mehr davon wissen. Mein aktueller Langzeitwert beträgt 7,5 %, ich bin also wohl nicht insulinbedürftig.

    Zum Problem des „ZuhochausderNachtkommens“ hatte er mir empfohlen das Metformin 1000 ganz spät vor dem Einschlafen zu nehmen, was ich jedoch zu oft vergessen habe. Ich bin dann also dazu übergegangen, die Pille wieder mit dem Abendessen zu nehmen. Da ich aber immer früh schlafen gehe, passt das mit dem Dawn-Syndrom nicht.

    Alkohol trinke ich seit einiger Zeit fast gar nicht mehr (vorher 2 x die Woche eine halbe Flasche „adernputzender“ trockener Rotwein wegen der auch vorliegenden Fettstoffwechselstörung, da ich Cholesterinsenker seit einer Bauchspeicheldrüsenkrise in 2014 nicht mehr vertrage), das Rauchen habe ich im letzten halben Jahr in Etappen drastisch eingeschränkt (von 50 auf 6), ganz aufzuhören schaffe ich aber auch noch nicht.

    Was kann ich noch tun außer dem Gefäßtraining und dem Nikotinverzicht?

    Kann sich meine Mobilität (Grund für derzeitigen Krankengeldbezug) durch das Spritzen verbessern?

    mfG
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    am 15.12.2019 11:17:51 | IP (Hash): 488714246
    oledouble123 schrieb:
    Kann sich meine Mobilität (Grund für derzeitigen Krankengeldbezug) durch das Spritzen verbessern?

    Eventuell, aber nicht sehr viel.

    Aber du könntest eine weitere Verschlimmerung evtl. damit aufhalten und das halte ich auch für sehr wichtig. Suche dir möglichst bald einen kompetenten Diabetologen, der dich dabei ordentlich unterstützt.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 15.12.2019 11:18:01. Grund: .
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    am 15.12.2019 13:16:59 | IP (Hash): 1961399320
    Hallo Rainer,

    danke für Deinen Rat!

    Einen Termin bei einer neuen Diabetologin habe ich für den 22.01.20 schon, ob sie mich nimmt, wird sich zeigen.

    mfG

    PS:

    Gegen die PNP habe ich schon lange milgamma protect 300 im Plan und überlege, nun auch Alpha-Liponsäure hinzuzunehmen.
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    am 15.12.2019 23:29:05 | IP (Hash): 1857443323
    Wie ich Deinen Eingangsbeitrag lese, findest Du Insulin eklig.
    Und mit chronischer Pankreatitis und Deiner Gewichtsentwicklung und Deinem HBA1c sieht mir Dein Diabetes eher nicht nach nem einfachen "normalen" Typ 2 aus. Bin gespannt, was die nächsten Untersuchungen ergeben.

    Und wenn Deine zusätzlichen Beschwerden wie PNP und PaVK von Deinem Diabetes kommen, dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den recht großen BZ-Schwankungen, die Du dir jeden Tag produzierst.

    Die werden aber allein mit Spritzen auch nicht einfach so kleiner, selbst dann, wenn Deine neue Ärztin absolute Spitze sein sollte. Denn die kann Dir nur so viel raten, wie Du annimmst und dann selber machst und für Dich optimierst.
    Zum Beispiel, indem Du deine beiden Scheiben Brot in 2 Raten mit ner Stunde Pause dazwischen isst. Um ne Stunde nach beiden auf einmal wirst Du sehr wahrscheinlich deutlich mehr BZ messen, als ne Stunde nach nur einer und dann ne Stunde nach der zweiten.

    Und vielleicht probierst Du mal aus, wie sich Deine vielen Schritte auf Deinen BZ auswirken, wenn Du wenigstens einen guten Anteil davon in die Zeit zwischen und direkt nach Deinen Broten packst? Vielleicht einfach mal ausprobieren? Mit etwas Übung im Ausprobieren kommst Du dann bestimmt auch gut mit Insulin zurecht, denn das ist für den gesünderen Blutzucker mit den kleineren Schwankungen das Mittel mit der besten Wirkung und den wenigsten Nebenwirkungen. Daumendrück!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 16.12.2019 07:12:17 | IP (Hash): 1961399320
    Moin Jürgen,

    vielen Dank auch Dir für Deine Tipps, die ich gerade bereits umzusetzen beginne!

    Ich finde Insulin nicht eklig, ich hab bloß ne Heidenangst davor, denn auf mich passt niemand auf und wenn ich in eine Unterzuckerung gerate, dann wars das ...


    mfG
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    am 16.12.2019 08:56:38 | IP (Hash): 1854566701
    Moin, Moin,

    das war es dann wirklich. Nichts anderes passiert aber, wenn Du vor ein Auto läufst oder in Dich jemand reinfährt. Dann ist auch Panhas am Schwenkmast.

    Also am besten vorsorgen und sich hierauf unserer irdischen Zwischenstation schon mal verabschieden.

    Liebe Grüße
    Rolf



    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    am 17.12.2019 07:44:02 | IP (Hash): 1961399320
    Moin Jürgen,

    Dein Tipp zum zeitversetzten Frühstücken hat schon mal funktioniert:

    Ausgangwert 186 Maximalwert 237 nach 1 Stunde, dem dann 200 nach Ablauf der 2. Stunde und 212 nach 2,,5 Std folgten.

    Werde ich beibehalten ...

    Danke!

    mfG