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Vorstellung - Diagnose - Nicht eindeutig - Ketoazidose?
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am 23.12.2019 18:45:49 | IP (Hash): 971275756
Hallo Zusammen,
ich bin Ric 35 Jahre alt männlich. Bin sehr froh den Weg hierher ins Forum gefunden zu haben. Habe schon viele hilfreiche Posts und Kommentare gelesen.
Bei mir wurde vor vier Tagen ein Blutzuckerwert von 256 mg/dl vom Hausartzt festgestellt. Er hat nicht lange gezögert und mich gleich zu einem Diabetologen überweisen.
Heute war ich bei dem besagten Termin und wurde umfänglich Untersucht. Mit der Diagnose auf Diabetes hatte ich schon gerechnet und gleichzeitig gehofft entgültig Klarheit über mein Leiden zu erfahren (evtl auch auf die Hoffnung Diabetes Typ 2 zu haben, den u.a auch meine Mutter hat).
Nun kam es während den Untersuchung zu einem Nachweis von Ketonkörpern im Urin/Blut und eine genaue Diagnose zum Typ der Diabetes konnte nicht mehr eindeutig getroffen werden. Die nötigen Laborwerte dafür sind heute und über die Feiertage nicht mehr zu erwarten.
Zwischenzeitlich liegt mein BZ zwischen 125 mg/dl vor dem Essen und 158 mg/dl nach dem Essen. Recherchen im Internet haben mich auf die sog. Ketoazidose aufmerksam gemacht. Aufgrund meines erst neu erkannten Diabetes Typ?, meiner generellen Unerfahrenheit mache ich mir große Sorgen über eine Übersäuerung bzw. als ein solchen Notfall.
Der Artzt hat mir Isulin verordnet, dass ich in der Nacht ( einmal 4BE) nehmen soll.
Was würdet Ihr tun, wenn Ihr eine Ketoazidose befürchten würdet? Ist es u.A ratsam sich auf den Ammoniak Geruch in der Atemluft zu verlassen? Welchen ich derzeit auch nicht an mir wahrnehmen kann. Leider sind die anderen Hinweise auf eine Keoazidose recht unspezifisch und mehrdeutig.
Eine Andere Baustelle ist zurzeit mein "leicht" erhöhter BZ der nicht allzuweit von der magischen Grenze Überzucker entfernt ist. Sollte man da gleich mit Isulin draufhämmern? Ich glaube nämlich dass der noch weiter sinken wird v.a in der Nacht.
Gibt es evtl. eine 24/7 Beratungsstelle für solche Fälle? Mein Artzt ist leider nicht mehr zu erreichen, ich bin gerade ziemlich skeptisch und verunsichert, was meine Situation angeht.
Als dieser Post erstellt wurde hatte der Verfasser einen Blutzuckerwert von 125 mg/dl
Bearbeitet von User am 23.12.2019 19:33:08. Grund: Konkretisierung -
am 23.12.2019 19:36:00 | IP (Hash): 773230620
Hallo Ric,
die Gefahr einer Ketoazidose besteht bei:
- absolutem Insulinmangel und
- hohem BZ.
Da du jetzt Basalinsulin spritzt und dein BZ nicht mehr viel zu hoch ist, brauchst du dich vor einer Ketoazidose nicht zu fürchten.
Warte erst mal das Ergebnis ab, welchen Typ du hast. Leicht erhöhter BZ ist nur schädlich, wenn er lange Zeit zu hoch ist. Die paar Wochen bis zur exakten Diagnose und zur entsprechenden Behandlung machen keine irreversiblen Schäden. Versuche lieber, ohne Hypo über die Feiertage und den Jahreswechsel zu kommen. Um das Perfektionieren der BZ-Führung kannst du dich dann später ganz in Ruhe kümmern.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 23.12.2019 19:37:10. Grund: . -
am 23.12.2019 20:01:03 | IP (Hash): 971275756
Rainer schrieb:
Da du jetzt Basalinsulin spritzt und dein BZ nicht mehr viel zu hoch ist, brauchst du dich vor einer Ketoazidose nicht zu fürchten.
Warte erst mal das Ergebnis ab, welchen Typ du hast. Leicht erhöhter BZ ist nur schädlich, wenn er lange Zeit zu hoch ist. Die paar Wochen bis zur exakten Diagnose und zur entsprechenden Behandlung machen keine irreversiblen Schäden. Versuche lieber, ohne Hypo über die Feiertage und den Jahreswechsel zu kommen. Um das Perfektionieren der BZ-Führung kannst du dich dann später ganz in Ruhe kümmern.
Beste Grüße, Rainer
Hallo Rainer, vielen Dank für deine beruhigende Antwort. Ich kann dir sehr gut folgen bzw. habe mir auch schon das gleiche wegen den Feiertagen usw. gedacht.
Das einzige was ich noch hervorheben sollte wäre, dass ich bisher noch gar kein Insulin zu mir genommen habe. Erst heute Abend um ca 21 evtl 22 Uhr steht mein erstes Mal bevor.
Beste Grüße Ric
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am 23.12.2019 20:13:21 | IP (Hash): 1431118239
Einfach mal zur Blutzucker-Einordnung:
Mit einer guten Diabetes-Behandlung ist der Blutzucker nüchtern und vor den Mahlzeiten bei 100-140 mg/dl und in deń Spitzen nach dem Essen bei 200-300 und höher - ohne(!) Ketoazidose.
Sagt erst einmal ganz eindeutig, dass weder Deine 125 noch Deine 265 in irgend einer Weise akut gefährlich waren oder sind!
Wenn Du z.B. wg Deiner 256 in den vier Tagen bis zur Untersuchung weniger KHs gegessen hast, kann Deine Leber schon dazu über gegangen sein, sich auf ne KH-arme Versorgung einzustellen, bei der statt Glukose Ketone (Fett) als Energielieferant für die meisten Zellen genutzt wird. Das ist ein völlig normaler, gesunder, natürlicher Vorgang, den man mit Diabetes auch toll BZ-schonend nutzen kann. Nur wenn der infolge außergewöhnlichster Umstände extrem übertrieben stattfindet, kann der in eine Ketoazidose münden.
Wichtigste Voraussetzung für’s Übertreiben: praktisch kein eigenes Insulin. - Kann bei Dir nicht zutreffen, denn dann hättest Du statt Deiner 125 vor dem Essen schon über 300!
Also lass es in Ruhe angehen und auf Dich zukommen. Die 4 IE (InsulinEinheiten) zur Nacht werden wahrscheinlich nicht viel an Deinem Morgenzucker machen, wollen aber ein paar Tage ausprobiert werden. Wenn Du also morgen um die selbe Zeit 100 misst, um die Du sonst 125 gemessen hast, ist das vielleicht nur ein Zufall. Wenn alle Tage bis Freitag um 100, dann war’s eher das Insulin. Welches eigentlich?
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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am 23.12.2019 20:51:32 | IP (Hash): 971275756
hjt_Jürgen schrieb:
Einfach mal zur Blutzucker-Einordnung:
Mit einer guten Diabetes-Behandlung ist der Blutzucker nüchtern und vor den Mahlzeiten bei 100-140 mg/dl und in deń Spitzen nach dem Essen bei 200-300 und höher - ohne(!) Ketoazidose.
Sagt erst einmal ganz eindeutig, dass weder Deine 125 noch Deine 265 in irgend einer Weise akut gefährlich waren oder sind!
Also ich habe in der letzten Zeit (ca. zwei Monate) eine extrem Zuckerreiche Nahrung zu mir genommen und war bei Fastfod Restaurants Stammgast. Letzendlich dürfte der damalige Nüchternwert von 256 schon viel zu gering gewesen sein, im Vergleich was ich mir am Vorabend der ersten Blutabnahme, leider zwanghaft reingespachtelt habe. Es dürfte eine Vollmilchschokoladentafel mit Nüssen und eine Tafel Schogetten sowie etwas Cola Mix (ca. 0,5L) gewsen sein.
hjt_Jürgen schrieb:
Wenn Du z.B. wg Deiner 256 in den vier Tagen bis zur Untersuchung weniger KHs gegessen hast, kann Deine Leber schon dazu über gegangen sein, sich auf ne KH-arme Versorgung einzustellen, bei der statt Glukose Ketone (Fett) als Energielieferant für die meisten Zellen genutzt wird. Das ist ein völlig normaler, gesunder, natürlicher Vorgang, den man mit Diabetes auch toll BZ-schonend nutzen kann. Nur wenn der infolge außergewöhnlichster Umstände extrem übertrieben stattfindet, kann der in eine Ketoazidose münden.
Ich verstehe, nach der Diagnose beim Hausartzt habe ich sofort in den Notfallplan gewechselt und alles gemacht was einem geraten wird. KH arme Kost, Bewegung und jeglichen Zuckerkonsum (sofern ersichtlich) eingestellt.
hjt_Jürgen schrieb:
Wichtigste Voraussetzung für’s Übertreiben: praktisch kein eigenes Insulin. - Kann bei Dir nicht zutreffen, denn dann hättest Du statt Deiner 125 vor dem Essen schon über 300!
Habe gerade nochmals meinen BZ gemessen, vor dem Essen um 19:30 hatte ich einen BZ von 122 eine Stunde später waren es (quasi jetzt um 20:50) 189 mg/dl.
hjt_Jürgen schrieb:
Also lass es in Ruhe angehen und auf Dich zukommen. Die 4 IE (InsulinEinheiten) zur Nacht werden wahrscheinlich nicht viel an Deinem Morgenzucker machen, wollen aber ein paar Tage ausprobiert werden. Wenn Du also morgen um die selbe Zeit 100 misst, um die Du sonst 125 gemessen hast, ist das vielleicht nur ein Zufall. Wenn alle Tage bis Freitag um 100, dann war’s eher das Insulin. Welches eigentlich?
Tresiba 200 Insulin degludec nennt es sich.
Werde dann wohl die 4BE spritzen müssen.
Bearbeitet von User am 23.12.2019 21:13:08. Grund: * -
am 23.12.2019 21:49:52 | IP (Hash): 829916821
Hallo Ric,
kann mich den anderen nur anschließen.
Hättest du eine Ketoazidose und Typ1, wärst du mittlerweile deutlich weiter gestiegen ohne externes Insulin. Zumal die Diabetologen-Praxis dich nie, hätte ein Verdacht auf Ketoazidose bestanden, heimgehen hätte lassen!
Also entspann dich über die Weihnachtsfeiertage. Achte etwas auf deine Ernährung und miss hin und wieder. Aber ein Ketoazidose-Gefahr sehe ich im Moment definitiv nicht bei deinen bisher berichteten Werten.
Zu Tresiba, das ist ein Ultra-Langzeit-Insulin, was seine stabile Dosis über 3-5 Tage aufbaut. Also nicht wundern, wenn sich die ersten Tage überhaupt nichts tut.
LG July -
am 23.12.2019 22:46:25 | IP (Hash): 971275756
Vielen Dank für die beruhigenden Antworten. Hat mir sehr geholfen, meine Ängste einzudämmen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das wäre wie schon erwähnt, gut über die Feiertage zu kommen und natürlich die anschließende Diagnose.
@July: Danke für den Hinweis zu dem Insulin.
Solches Wissen ist Gold wert, zumindest verhindert es weitere Sorgen die ich mir in dem Fall gemacht hätte.
Ich wüsche euch frohe Weihnachten und viel Gesundheit im neuen Jahr.
Natürlich werde ich weiterhin hier mitlesen und fleißig posten.
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am 24.12.2019 09:27:56 | IP (Hash): 766287857
Ric schrieb:
Das einzige was ich noch hervorheben sollte wäre, dass ich bisher noch gar kein Insulin zu mir genommen habe. Erst heute Abend um ca 21 evtl 22 Uhr steht mein erstes Mal bevor.
Hallo Ric,
wenn du deine BZ schon ohne Insulin nur durch Anpassung der Ernährung so gut hinbekommen hast, dann wirst du vermutlich Typ2-Diabetes haben. Bei Typ1 wäre zwar auch eine anfängliche Remission (Honeymoonphase) denkbar, die setzt aber erst nach den ersten Insulingaben ein.
Dein Diabetes, wenn es Typ2-Diabetes ist, wäre dann in einer Anfangsphase, in der er sich noch ziemlich einfach weit zurückdrehen lässt. Die ersten Schritte hast du ja bereits sehr erfolgreich hiter dich gebracht, mach einfach weiter so. Das Basalinsulin in dieser kleinen Dosis würde ich an deiner Stelle am Anfang sehr gerne zur Unterstützung der BSD nutzen. Als "dann werde ich wohl spritzen müssen" würde ich das nicht betrachten. In ein paar Monaten kannst du ja dann mal testen, ob es ohne diese Unterstützung auch noch gut funktioniert. Ein Risiko für eine gefährliche Hypo besteht übrigens bei Basalinsulin in so einer kleinen Dosis so gut wie nicht.
Weiter viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 24.12.2019 09:32:00. Grund: .