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Trulicity
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am 02.01.2020 19:19:06 | IP (Hash): 1861567422
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/arzneistoffe/daten/2015/dulaglutidtrulicityr122015/
Dulaglutid ist ein lang wirksamer GLP-1-Agonist. Glukagon-like peptide-1 (GLP)-Analoga wirken als Agonisten am GLP-1- Rezeptor. Sie erhöhen in den Betazellen des Pankreas intrazellulär die Konzentration von cyclischem AMP (cAMP), was eine gesteigerte Glucose-abhängige Insulinsekretion zur Folge hat. Zudem unterdrücken sie die Glukagon-Sekretion; infolgedessen wird weniger Glucose in der Leber freigesetzt. Des Weiteren verlangsamen sie die Magenentleerung.
Dulaglutid ist ein rekombinantes GLP-1-Fusionsprotein. Es besteht aus zwei identischen, über Disulfid-Brücken verbundenen Ketten. Jede von ihnen enthält eine modifizierte GLP-1-Analogon-Sequenz, die kovalent an eine modifizierte Immunglobulin G4-Fc-Domäne gebunden ist. Im Gegensatz zu nativem GLP-1 ist Dulaglutid resistent gegenüber dem Abbau durch die körpereigene Dipeptidyl-Peptidase 4 (DPP-4). Zudem ist aufgrund seiner Größe die Absorption verlangsamt und die renale Clearance verringert. Daraus resultiert eine Halbwertszeit von 4,7 Tagen, was die einmal wöchentliche Injektion ermöglicht.
Ist also nach Deiner Fachkenntnis unzutreffend?
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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Elfe
Rang: Gastam 02.01.2020 23:18:55 | IP (Hash): 952145774
Amy ist die Fragestellerin !
Und ihr gegenüber habe ich geantwortet.
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am 03.01.2020 09:41:46 | IP (Hash): 845949210
Elfe schrieb:
Nebenbei:
Habe auch berufliche Kenntnisse zur Pharmakokinetik
https://de.wikipedia.org/wiki/Pharmakokinetik
Da lässt sich schon direkt so manches Beworbenes als Unsinn bewerten.
hattest Du schon mir geschrieben, und jetzt kneifst Du?
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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Elfe
Rang: Gastam 03.01.2020 19:01:13 | IP (Hash): 1500459707
Hallo Jürgen,
habe mir schon gedacht, daß du nachfragst ;-)
Du willst von mir eine klare Antwort: Ja oder Nein = schwarz oder weiß
Antwort: Jein = grau
Kommt darauf an, ob's zum Patienten insgesamt passt.
Amy hatte geschrieben, daß sie Metformin nicht verträgt per Durchfall, also bekannte Nebenwirkung.
Zwar hat ihr Arzt das Metformin in Dosis halbiert mit dem angefragten Trulicity, da werden aber auch so Verdauungsprobleme beschrieben °~°
Würde das zumindest beim Arzt hinterfragen, zumal es andere Substanzklassen gibt
https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/typ-2-diabetes/medikamente-gegen-typ-2-diabetes.html
Die ausführlichsten Daten, zu denen wir öffentlich Zugang haben ist die Zulassungsbehörde - europäisch = EMA ~ und auch dieses ist nur eine Zusammenfassung.
Ab Seite 9 unten wird der Wirkmechanismus beschrieben - greift m. E. sehr tief 'künstlich' in den Stoffwechsel ein.
Bei beschriebener Halbwertszeit kommt mir schon das Gruseln und bei 'Verzögerung der Magenentleerung erst recht s. Seite 10 - Nebenwirkungen ab Seite 6 zu sehen.
https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/trulicity-epar-product-information_de.pdf
Dein Link ist bereits eine Interpretation und eine Zusammenfassung einer Zusammenfassung
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 03.01.2020 23:29:39. Grund: - -
am 03.01.2020 23:30:05 | IP (Hash): 2111913135
Euch allen ein gesundes neues Jahr.
Hätte da noch eine Frage. Ich spritze 1x wöchentlich Trulicity und habe dann immer paar Tage einen stark juckenden Fleck an der Einstichstelle. Was kann ich denn dagegen tun?
L.g.Amy -
am 03.01.2020 23:47:44 | IP (Hash): 2111913135
Ich habe erst jetzt Eure Antworten gelesen.
Bitte feindet Euch nicht wegen meiner Fragen so an. Ich hatte u.a. auch 10 Diabetes -schulungen . Also, etwas kenne ich mich aus, bloß mit den verschiedenen Medikamenten nicht. Beim Typ 1 ( wo kein eigenes Insulin mehr produziert wird) muss ja Insulin gespritzt werden. Wie ist das mit den NW von Trulicity gemeint? Dir kommt das Gruseln bei der Halbwertszeit und greift tief in den Stoffwechsel ein???? Sorry, aber das verstehe ich nicht, liebe Elfe. Kannst du mir das näher erklären, ich muss ja schon aufpassen was ich einnehme, bei mir steht ja eine schwerwiegendere Krankheit an erster Stelle.
Danke schon mal.
L.g.Amy -
am 04.01.2020 10:55:52 | IP (Hash): 295470388
ALLES, was den Stoffwechsel in irgendeiner Weise nennenswert beeinflussen kann, muss dafür tief darin eingreifen. Auch das Insulin, das wir INSULINER spritzen. Selbst dann, wenn es völlig natürliches wäre und wir es über einen Port in die Pfortader geben würden, also da hin, wo es auch direkt zuerst aus dem Pankreas kommt. Dieses tiefe Eingreifen ist lebensnotwendig.
Und es ist ein Hormon, was das Zellwachstum fördert, auch das ganz natürliche. Und auch diese Eigenschaft ist lebensnotwendig
und kann aber natürlich auch die Entwicklung von Krebs anstoßen und fördern.
Fazit: Wir müssen bei jedem für den Stoffwechsel wirksamen Medikament die gewünschte Wirkung und die wahrscheinlichen bis möglichen weiteren Wirkungen gegeneinander abwägen.
Die hauptsächliche gewünschte Wirkung beim Trulicity ist die gezielte Mehrausgabe an eigenem Insulin, wenn neue Glukose einverleibt wird.
Das Mittel, mit dem ich vor über 20 Jahren angefangen hab, hat schlicht so lange für eine Mehrausgabe an Insulin gesorgt, wie es eben wirkte, also wenigstens nen halben Tag. Und zwar völlig unabhängig davon, ob und wie viel ich gegessen hab. Wenn man nicht genug dafür gegessen hat, gab’s Unterzucker und damit Hunger, auch wenn man eigentlich piefsatt war. Klar wurde damit eifrig zugenommen. Ein Fortschritt waren damals Mittel, die die Insulinausgabe immer nur für kürzere Zeiten angetrieben haben. Aber auch die haben sich nicht nach der Glukose gerichtet, sondern einfach stur vor sich hin gewirkt, und man musste auch da praktisch für das jeweilige Mittel passend essen.
Anders mit Byetta, dem Anfang der Medis wie Trulicity. Die verstärken die eigene Insulinausgabe nur dann, wenn Glukose aus dem Darm in den Blutkreislauf übergeben wird. Das schont die eigene Insulinausgabe, weil die damit ja nur gezielt zu liefern braucht und nicht ständig auf vollen Touren laufen muss. Und damit ist Unterzucker praktisch ausgeschlossen, denn ohne Glukoseübergabe keine Wirkung.
Byetta hat allerdings den Nachteil der sehr kurzen Halbwertzeit/Wirkzeit und muss mehrmals am Tag gespritzt werden. Und die beabsichtigte Wirkung gibt’s dann nur immer in recht kurzen Zeitfenstern, also mit dem passenden Spritzen zwar zu den Mahlzeiten, aber nicht für das Obst oder den Kuchen oder ... dazwischen.
Ziel der weiteren Entwicklung war die Verlängerung der Halbwertzeit, und da war der erste Erfolg ein Mittel wie Victoza, das nur einmal am Tag gespritzt werden muss. Mit dem über den ganzen Tag offenen Wirkzeitfenster steht die Wirkung immer bereit, wenn neue Glukose einverleibt wird. Und praktisch die Verlängerung davon ist nun Trulicity mit der Spritze einmal die Woche.
Denn was sich Insuliner wie ich, die auch locker 10 mal und öfter am Tag spritzen, nicht so recht vorstellen können, ist die allgemeine Abneigung dem Spritzen gegenüber und die Erfahrung aus der Diabetesberatung, dass eine Therapie mit Spritzen umso zuverlässiger befolgt wird, je seltener die gepiekst werden müssen.
Spritzstellen können sich immer mal irgendwie auffällig anfühlen, aber das sollte sich schon nach ein paar Stunden geben. Wenn nicht, nächste Woche beim Dok ansprechen.
Und gutes Gelingen für den Rest von 2020 :)
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 04.01.2020 12:40:28 | IP (Hash): 2111913135
Hallo Jürgen,
danke für Deine sehr ausführliche Antwort.
Meine Werte liegen jetzt meist bei ca. 6,5 mal mehr mal weniger. Ich messe selbst 2-3 x täglich. Ich hoffe, dass ich die nächsten Jahre mit dieser Einstellung gut auskomme. Leider habe ich auch seit Jahren eine große Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen und soviel ich weiss gibt es auch Diabetesmedikamente die sowas auslösen und diese möchte ich gar nicht erst versuchen. Eine Abneigung mir Spritzen zu geben habe ich nicht, da ich auch an Migräne leide, setzte ich mir dagegen auch öffters mal eine Spritze mit einem Triptan.
Alles gute auch für dich im Jahr 2020
L.g.Amy -
am 04.01.2020 15:36:18 | IP (Hash): 295470388
Harnwegsinfekte leben von Nährstoffen im Urin. Normal sind da so wenig drin, dass sich der bei Mangel an sauberem Wasser sogar zum Auswaschen von Wunden eignet. Zwar nicht appetitlich, aber ggf. nützlich.
Zum Hintergrund möglicher Infekte:
Die Nieren filtern unser Blut in 2 Schritten. Im ersten werden über 24 Stunden ca. 180 Liter Plasma(!) ausgeschieden und im zweiten alles darin, was der Organismus noch weiter gebrauchen kann, wieder in den Kreislauf zurückgegeben. Zurück geht also erstmal alles Wasser bis auf um 2 Liter, und alle Glukose bis zu 1,8 Gramm pro Liter. Was da pro Liter mehr an Glukose ist, also bei 280 mg/dl = 2,8 Gramm eben 1 Gramm, kann nicht wieder zurück gefiltert werden und wird in die Blase ausgeschieden. Und auf dem Weg nimmt das 1 Gramm Glukose noch 5 Gramm Wasser mit, weil es die gebunden hält. Wer sich also einen BZ beständig an die 300 leistet, kann über 24 Stunden locker 180 g Glukose und nen extra Liter Wasser ins Klo entsorgen. Natürlich haben alle Bakterien Spaß an der Glukose, wenn es ihnen gelingt, damit in Harnweg oder Blase in Berührung zu kommen, aber sie müssen das dann schon irgendwie stromauf schaffen.
Jetzt gibt es mit den Gliflozinen eine neue Klasse an Medis, die dafür sorgen, dass die Nieren schon alle Glukose über 1,2-1,4 Gramm pro Liter nicht mehr in den Kreislauf zurück filtern. Damit wird dann schon im oberen Normalbereich vom Blutzucker eben Glukose in den Urin entsorgt. Und je mehr Leute mit Zucker im Urin rumlaufen, desto mehr Gelegenheit zu Infekten gibt es. Und in der twittermäßigen Vereinfachung heißt dass dann, dass da Zuckermedis Harnwegsinfekte verursachen.
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
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Elfe
Rang: Gastam 04.01.2020 18:19:56 | IP (Hash): 1500459707
Amy schrieb:
Hätte da noch eine Frage. Ich spritze 1x wöchentlich Trulicity und habe dann immer paar Tage einen stark juckenden Fleck an der Einstichstelle. Was kann ich denn dagegen tun?
Liebe Amy,
gegen das stark Juckende kannst du leider nichts machen.
Dein Körper wehrt sich gegen die Injektionslösung insgesamt (oder ein Bestandteil) und zeigt dies durch das Jucken und Rötung an.
Bei Überempfindlichkeit (Allergie) gilt immer, diesen Stoff zu meiden, bevor sich daraus ein Ekzem entwickelt.
Unbedingt mit deinem Arzt besprechen, ob er für dich noch anderes Diabetesmedikament sieht.
https://www.gesundheitsinformation.de/medikamente-bei-typ-2-diabetes.2486.de.html?part=behandlung-2n
Betreffend Harnwegsinfekte fällt jedenfalls die Substanzklasse SGLT-2-Hemmer weg, die die Nierenschwelle herabsetzen und so vermehrt Zucker über Urin ausgeschieden wird.
Und Zucker 'mögen' die Bakterien und vermehren sich dann.
Was auch zu Problemen im Intimbereich führen kann, ist vermeintlich zuviel Hygiene mit Intimwaschlotionen, Duschgel etc.. Weglassen und nur klares warmes Wasser verwenden.
Liebe Amy, tut mir leid, dich mit dem Begriff 'Halbwertszeit' verunsichert zu haben.
Die lange Verweildauer an Ort und Stelle kann bedeuten, daß der Körper dies als fremde Substanz deutet und dagegen ankämpft, mit allem, was das Immunsystem zur Verfügung hat.
(Mir ist das passiert, mit dem neuen sogen. 42 h-Insulin, gegen das sich der Körper gewehrt hat mit starken Schwellungen so ca. DIN 4-Größe und musste das sofort absetzen. Und nutze wieder das nicht so lang wirkende Basalinsulin, das ich 2 x d spritzen muss).
Dein BZ-Wert ist mit um die 6,5 o.k..
Außerdem lässt sich über Zusammenstellung der Mahlzeiten sehr viel positives beeinflussen.
Hauptmahlzeiten so zusammenstellen, daß z.B. Kohlenhydrate durch Eiweiß, Fett und auch Ballaststoffen (Gemüse) in ihrer Geschwindigkeit zum Übergang ins Blut abgebremst werden.
Und Süßes wie Obst oder ev. ein Riegel Schokolade dann als Nachtisch.
Wie sich was auswirkt, könntest ca. 2 h nach der Mahlzeit mit einer BZ-Messung herausfinden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welches dein eigenes Insulin noch bewältigen kann.
Mit Jürgen stimme ich überein, daß von Ärzten allgemein angenommen wird, daß Typ 2-Diabetiker nicht spitzen wollen und mit allem möglichen an Medikamenten (Insulinsekretion fördern bzw. besser wirken lassen (so die Hauptkriterien)) und z.T. mit Insulin dann noch mit einem Spritzplan abgefertigt werden.
Habe allerdings dazu den Verdacht, daß da eine 'großartige' Lobby-Arbeit hinter steckt.
Die Diabetiker-Zahlen steigen und Hersteller können da eine ganze Menge Geld verdienen.
Selber brauche ich nicht jedes 'neue' Insulin (schnelleres Mahlzeiteninsulin oder s.o. bes. langsam wirkendes Basal).
Aktuell sind ja auch die IT-ler dabei, mit den elektronischen Helferleins, die ermöglichen, ständig den BZ messen zu können.
Brauch' und will ich nicht.
Da meine Haut sowieso spinnt, brauche ich das Risiko der Unverträglichkeit der Klebefläche nicht.
Na ja, übergeredet, hat sich dann genau die kreisrunde Fläche rot abgezeichnet und später geschuppt.
Und vor vielen Jahren, gab's das noch nicht.
Da wurde in der 1er-Schulung sehr genau erklärt, wie Ernährung den BZ beeinflusst.
Außerdem muss ich die Wirkung des Mahlzeiteninsulins abwarten und darf vor 3 h eh nicht korrigieren. Trifft sich dann auch so mit Verdauungsgeschwindigkeit der Mahlzeit zeitlich mit der Wirkung des Insulins.
Für mich ist Diabetes/BZ-Kontrolle nur ein Teilaspekt u.a..
Und Hurra - wir leben noch !
Wünsche ein positives neues Jahr 2020
:-) Elfe
Bearbeitet von User am 04.01.2020 18:26:51. Grund: -