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Notarzt - Krankenhaus - 23,7 mmol und jetzt hier :-(
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am 20.04.2020 12:51:15 | IP (Hash): 1175030434
Vielleicht n bissel doof formuliert,
Gute Kohlenhydrate sind halt die, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen. (Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte)
Schlechte sind die die der Körper sofort verstoffwechseln kann (Bananen, Trauben, Ananas ...)
Mich wundert halt der exorbitante Anstieg.
Beispiel Donnerstag
18:00 Uhr vorm Essen 6,8mmol
Essen 2 Teller Weißkohl mit Rinderhack 40g Kohlenhydrate+ grüner Tee
19:46 Uhr 6,6mmol derweilen 400ml Wasser getrunken
22:15 Uhr 6,5mmol nochmal 400ml Wasser getrunken
am nächsten morgen, nüchtern 7,2mmol
und da isst man ein kleines Roggen Brötchen (1 Brötchen 70g, 1,2g Fett, 35g Kohlenhydrate davon 2,6g Zucker) und schiesst gleich auf 12? Die letzten Tage waren so zwischen 5,1 bis maximal 8,9 und dann hat man da einmal Hafer (11,1 mmol) und einmal das Brötchen (12,5) das versaut einen irgendwie den Schnitt. -
am 20.04.2020 14:14:03 | IP (Hash): 363003333
moep0815 schrieb:
Also ein Basaltest mache ich in jedem Fall, kostet nichts und vielleicht bringt mich das ein wenig weiter.
Hallo Ulf,
ich kann mir nicht vorstellen, wie dich der Basalratentest - gedacht für die Überprüfung der Dosis des Basalinsulins - weiter bringen soll oder wie dein Arzt etwas daraus entnehmen kann. Den Aufwand und die Teststreifen kannst du dir sparen und für etwas sinnvolleres verwenden. Dein Arzt kann wahrscheinlich mit einem 4-Punkte Tagesprofil - nüchtern und 2 Stunden nach jeder Mahlzeit - am meisten anfangen. Wenn du es für dich genauer haben willst, dann nimm das 7-Punkte-Tagesprofil, wie es in dieser Anleitung beschrieben wird:
https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_b02597c39b5c4f6e9b6f2291ca6c9d08.pdf
Mit diese Anleitung kannst du auch sehr gut sehen, was für dich persönlich gute KH oder schlechte KH sind und in welcher Menge sie schlecht sind. Die allgemeinen Empfehlungen sind für einen ersten Anhaltspunkt gut zu gebrauchen. Du kannst dich aber nicht darauf verlassen, dass das bei dir alles genau so wirkt.
Reiner15 schrieb:
Aus meinem Umfeld kann ich noch sagen, dass ein HbA1c von ca. 11 mmol/l nicht von ungefähr kommen kann und sich nur allein mit Anpassung der Nahrungsaufnahme und Bewegung nicht wieder in den normalen Bereich bringen lässt.
Dieser Beobachtung von Reiner15 kann ich nicht zustimmen. Im Gegenteil, ich konnte schon mehrfach beobachten, dass Neudiabtiker, bei denen der BZ in kurzer Zeit stark angestiegen ist, besonders große Erfolge mit Ernährungsumstellung und Bewegung erzielen konnten. Die zügige Absenkung des BZ, wie du sie bei dir beobachten kannst, spricht dafür, dass du auch zu den Diabetikern gehörst, die noch eine ganze Weile, vielleicht sogar für immer, ohne Medikamente den BZ gut im Griff behalten können. Ich drück dir dafür die Daumen.
Viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 20.04.2020 14:25:38. Grund: . -
am 20.04.2020 16:00:43 | IP (Hash): 866153201
Schließe mich Rainer voll und ganz an.
Zum Hintergrund noch mal ein bisschen ausführlicher
KH, die den BZ direkt antreiben, sind Zucker und Stärke. Und die werden im Brei, den der Magen mit seinen Säften knetet, schon zu Einfach-/Traubenzucker=Glukose zerlegt und auf den ersten Zentimetern im Dünndarm durch die Darmwand aufgenommen und von vielen winzigen Pipelines in die Pfortader geleitet. In der Pfortader sammelt sich fortlaufend ALLES, was zum Verstoffwechseln gebraucht wird, u.a. auch das Insulin, das für diese Glukose gebraucht wird. Das bestellen nämlich beim Übergang durch die Darmwand Hormone fortlaufend just passend.
Die Glukose und ihr Insulin gelangen so im vergleichsweise gewaltigen Strom der Pfortader gut gemischt in die Leber und werden da drin zum allergrößten Teil verarbeitet. D.h. zum Teil in den Glykogenspeicher aufgenommen (zu Glykogen geht einfach umzuformen und bindet erheblich weniger Wasser als Glukose) für die alsbaldige Ausgabe, und was darüber hinausgeht, wird in Triglyzeride umgewandelt zur Weiterleitung in die Schwimmhilfen zum Speichern für schlechte Zeiten.
Gesund lässt die Leber am anderen Ende immer nur so viel Glukose in den anschließenden Ganzkörper-Umlauf, dass der BZ z.B. nüchtern und zwischen den Mahlzeiten immer bei den einen bei um 3 mmol/l verläuft, anderen bei um 5 und bei ganz vielen irgendwo dazwischen. Und dazu immer nur so viel Insulin, dass die Zellen, die das zur Aufnahme von Glukose brauchen, davon gerade passend für die Menge haben, die sie gerade brauchen.
Zusammengefasst:
BZ-Anstieg vom Essen erreicht seine Spitze normal nach etwa 1 Stunde, auch bei viiielen KHs spätestens nach 2 Stunden. Und ALLES, was an BZ danach gemessen wird, hat nichts mehr mit der direkten Aufnahme und alles mit der Ausgabe der Leber zu tun, die entsprechend dem jeweiligen diabetischen Defekt mehr oder weniger weit vom gesunden Soll abweichen kann.
Zum Abweichen vom gesunden Soll trägt meistens auch die Glukose bei, die Leber und Nieren fortlaufend via Glukoneogenese aus Eiweiß produzieren. Das können über 24 Stunden verteilt locker 100-200g sein. Und Speicher und Eigenproduktion reichen lang zum Erklären der Herkunft bei einem noch so gewaltigen fehlgesteuerten morgendlichen BZ-Anstieg. Vor allem, wenn man sich die Relationen vor Augen führt: 10 mmol/l sagen, dass da in jedem Liter Blut 1,8g Glukose verteilt sind, bei gesunden 5 mmol/l 0,9g. Und wo wir als Erwachsene bei Normalgewicht etwa 5 Liter Blut in Umlauf haben, sind das 4,5-9g insgesamt.
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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Elfe
Rang: Gastam 20.04.2020 18:26:23 | IP (Hash): 2005615831
Hallo Ulf,
Prinzip der Ernährung mit Diabetes ist:
Die Geschwindigkeit der aufgenommenen Kohlenhydrate zu senken, um eben - wie bei dir - die noch eigene vorhandene Insulinproduktion nicht zu überfordern (bei mir mit Mahlzeiteninsulin auch nicht anders).
'Gute' Kohlenhydrate gibt es nicht, irgendwann landen die nach Aufspaltung im Blut.
Haferflocken im Müsli muss ich gegenspritzen (mit Mahlzeiteninsulin & Milch & ggfs. Obst).
Roggenbrötchen °~°: Angeblich sooo gut - die braune Färbung beruht auf Zusatz von Malzzucker !
Smoothies sind überhaupt nicht meins, brauche nix Schluckschluck flüssig, sondern was zu Beißen zwischen den Zähnen.
Sättigung mit KH-Reduzierung sind die Themen, die mich beschäftigen.
Kartoffeln waren bei mir zu Anfang Gesprächsthema mit den Diabetelogen: "Wieviel brauchen Sie …, übrigens Ei-groß entsprechend 65 g = 1 KE.
Brot, Brötchen, Kartoffeln (Nudeln, Reis) hebe ich mir lieber für abends auf - in Ruhe.
Mein Frühstück ist ein Haferflockenmüsli mit über Nacht eingeweichtem Leinsamen und paar Gramm gehobelte Mandeln. Mit Tröpfchen flüssigen Süßstoff in der Milch für 1,40 Min. bei 600 Watt in der Mikrowelle erwärmen, quillt dann noch auf, bis nach Prozedere Messen, Rechnen, Spritzen.
Dieses Müsli ist sättigend (wenn's sein muss, bis abends) und kann mich den täglichen Tätigkeiten widmen.
In Ruhe, nach Erledigung, dann mal schauen ;-)
Gruß Elfe