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"Diabetes-Symptome" ohne Diabetes??

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    Mitglied seit: 23.05.2020
    am 23.05.2020 13:12:50 | IP (Hash): 670734458
    Moin,

    ich habe seit Jahren extrem regelmäßig und viel Zucker konsumiert, Süßkram und Süßgetränke. Da ich aber nie Gewichtsprobleme hatte wurde mit von mehreren Ärzten gesagt dass ich kein Diabetes bekommen könne da ich ja schlank bin (was wie ich jetzt weiss natürlich Unfug ist).
    Das wurde mir vor etwa einem Jahr so mitgeteilt, daher habe ich mit dem starken Zuckerkonsum weitergemacht.
    Nun stellte ich aber in den letzten Wochen vermehrt körperliche Symptome fest: Herzrasen/Herzrythmusstörungen, vermehrtes Wasserlassen, nächtliches Aufwachen mit einem "stark ausgetrocknet sein" Gefühl und kaum stillbarem Durst, Hautjucken, manchmal Magenbeschwerden und zudem ein durchgehendes Augenflimmern mit einem leichten Tinnitus + Rauschen. Das Augenflimmern habe ich seit Monaten, wenn nicht sogar nem Jahr, war aber 2x beim Augenarzt und dort ist alles ok! Es hieß das könne von niedrigem/hohem Blutdruck kommen (der ist bei mir wohl etwas niedriger als Durchschnitt, aber nicht sehr stark).
    Konzentrationsstörungen hatte ich schon länger, diese scheinen aber in den letzten Wochen stärker geworden zu sein.
    Nun kommt der Punkt: Ich hatte diese Symptome (abgesehen von den Augen) wie ich nach mehreren Tests festgestellt habe immer Abends an Tagen an denen ich viel/sehr viel Zucker konsumiert habe.
    Als mir das klar wurde informierte ich mich ein bisschen und stellte testweise die Ernährung um: Keine Süßigkeiten/Süßgetränke, mehr Vollkorn, wenig Obst über den Tag verteilt. Und dann waren den Symptome stark abgeschwächt oder sogar weg! Wenn ich am nächsten Tag wieder mehr Zucker konsumierte kamen die Symptome wieder.
    Auch ohne Süßkram hatte ich die Symptome, wenn ich z.B. viel (normalen) Reis gegessen habe. Da aber schwächer.
    Also bin ich nun zum Arzt und habe nen Bluttest machen lassen (und Langzeit-EKG):
    HbA1c: 5,4
    HbA1clFCC: 35,7
    Beides in Ordnung = kein Diabetes.
    Langzeit-EKG sei unauffällig gewesen. Ich habe Rythmusstörungen, die seien aber normal und unauffällig (habe nen Herzklappenfehler, daher kommt das wohl).
    Nun sagt das EKG an sich ja nur: Herz ist soweit ok. Aber dass der Puls schneller wird fällt ja unter den Tisch, ist ja normal dass das mal passiert.
    Erhöht war nur der TSH-Wert (3,80), das wohl seit min. 2,5 Jahren (damaliger Bluttest zeigte auch erhöhtes TSH), kann das im Zusammenhang stehen?

    Meine Ärztin sagte dass es wohlmöglich "Diabetes Insipidus" sein könne, das müsse man testen. Nur sind die Symptome ja an meine Ernährung gekoppelt, und nicht durchgehend (in diesem Fall auf das Wasserlassen/Ausgetrocknet-sein bezogen).

    Meine Frage: Kann der Bluttest fehlerhaft sein? Oder kann der Körper mit der Zeit anders auf einen erhöhten Blutzucker reagieren? Gibt es ähnliche Erkrankungen?
    Ich kenne mich nicht gut aus damit, aber meine Ärztin (wohl durch die momentanige Situation etwas überlastet) schien das jetzt einfach abgetan zu haben und meinte "ich solle das mal im Auge behalten". Daher wollte ich mal ne 2.-Meinung einholen.

    Danke für die Aufmerksamkeit, Sorry für den langen Text :/
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    am 23.05.2020 13:43:19 | IP (Hash): 1703586077
    Hallo,

    Wenn seit Wochen diese Beschwerden auftreten, dann müsste der BZ massiv erhöht sein und dann wäre auch der HbA1C höher.
    Jedoch ist der HbA1C auch ein Durchschnittswert der letzten 8-12 Wochen. Kann in seltenen Fällen (Eisenmangel, etc.) verfälscht sein. Kurze BZ Spitzen werden darin auch nicht erfasst nur das Dirchschnittsniveai, jedoch machen kurze BZ Spitzen i.d.R. auch keinen wahrnehmbaren vermehrten Harndrang und unstillbaren Durst.
    Wie viel trinkst du denn am Tag?

    Um es wirklich auszuschließen, dass es vom BZ kommt, müsstest du in dieser Situation mit Symptomen entweder den BZ messen oder einfach mal Urinsticks kaufen und dann testen. Kommt das vermehrte Wasserlassen vom BZ, hättest du im Urin Harnzucker. Weil dieser Harnzucker ist verantwortlich für das Wasserlassen.

    Du schreibst von erhöhten TSH, eine Schilddrüsenunterfunktion könnte z.B. für Konzentrationsprobleme verantwortlich sein
    Auch für den Juckreiz. Es können ja prinzipiell mehrere Dinge gleichzeitig sein.

    Nur soviel: Diabetes hat nix direkt mit Zuckerkonsum zu tun.
    Typ 1: Autoimmunerkrankung hat gar nix mit der Ernährung zu tun
    Typ 2: nur indirekt, wenn du durch den vielen Zucker zunimmst, dann kann das natürlich zu Diabetes führen. Aber viel Zucker ohne Gewichtszunahme = Diabetes, ist nicht richtig.
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    am 23.05.2020 14:45:17 | IP (Hash): 670734458
    Hi, danke für die Antwort!

    Also ich trinke insgesamt wohl zu wenig, öfters unter 1l, fast immer unter 2l. An vereinzelten Tagen auch mal unter 500ml. Das wollte ich die Tage mal testen, min. 2l trinken und dann Ernährung variieren.
    Mir fiel manchmal morgens ein starker Urin-Geruch auf. Ob das jetzt an den Tagen mit mehr Zuckerkonsum folgte kann ich nicht sicher sagen, habe da nicht drauf geachtet. Das kannte ich von vorher aber auch nicht, egal wie wenig ich getrunken hatte. Das trat auch zeitgleich zu den anderen Beschwerden auf.
    Das mit den Sticks werde ich mal versuchen!

    "Typ 2: nur indirekt, wenn du durch den vielen Zucker zunimmst, dann kann das natürlich zu Diabetes führen. Aber viel Zucker ohne Gewichtszunahme = Diabetes, ist nicht richtig. "
    Ok, da hatte ich in letzter Zeit viel wiedersprüchliches gehört. Einerseits dass der Zuckerkonsum auch ohne Gewichtszunahme Diabetes auslösen könne, dass das nicht möglich wäre und dass natürlich durch den Zuckerkonsum die Bauchspeicheldrüse irgendwann "nope" sagt und kaum noch Insulin produziert.
    Hatte in letzter Zeit vermehrt schlechte Erfahrungen mit Ärzten und glaubte daher die Aussage "ich kann kein Diabetes bekommen" erstmal nicht ganz, gestützt durch die Aussagen einer Krankenpflegerin und einer Freundin aus dem Gesundheitswesen welche beide das Gegenteil behaupteten ("Zu viel Zucker kann zu weniger Insulinproduktion führen = Diabetes")

    "Du schreibst von erhöhten TSH, eine Schilddrüsenunterfunktion könnte z.B. für Konzentrationsprobleme verantwortlich sein
    Auch für den Juckreiz. Es können ja prinzipiell mehrere Dinge gleichzeitig sein."
    Ja, das kann von sehr vielem kommen. Konzentrationsstörungen durch psychische Erkrankung (Depression), Juckreiz durch Medikamente usw..
    Ich wurde erst darauf aufmerksam als ich sah dass viele der Symptome die von allem möglichen kommen aber auch alle auf Diabetes schließen könnten! Aber da ich mich damit nicht auskenne konnte ich mich nur auf Symptomlisten aus dem Internet verlassen... sicher nicht die beste Quelle ^^
    Ich habe auch meine Psychiaterin gefragt, sie schloss Nebenwirkungen durch mein Antidepressivum (Mirtazapin) aus. Nebenwirkungen durch mein Herz/Gefäßmedikament "Candesartan" empfand meine Hausärztin aus unwahrscheinlich.


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    am 23.05.2020 15:33:49 | IP (Hash): 1169572397
    Lamda01 schrieb:
    Einerseits dass der Zuckerkonsum auch ohne Gewichtszunahme Diabetes auslösen könne, dass das nicht möglich wäre und dass natürlich durch den Zuckerkonsum die Bauchspeicheldrüse irgendwann "nope" sagt und kaum noch Insulin produziert.
    Hatte in letzter Zeit vermehrt schlechte Erfahrungen mit Ärzten und glaubte daher die Aussage "ich kann kein Diabetes bekommen" erstmal nicht ganz, gestützt durch die Aussagen einer Krankenpflegerin und einer Freundin aus dem Gesundheitswesen welche beide das Gegenteil behaupteten ("Zu viel Zucker kann zu weniger Insulinproduktion führen = Diabetes")

    Hallo Lambda,

    natürlich kann starker Zuckerkonsum (und Konsum von vielen "leeren KH") auch bei schlanken Menschen zu einer nichtalkoholischen Fettleber und Insulinresistenz führen und auch bei schlanken Menschen kann daraus Diabetes entstehen. Diese schlanken werden dann übrigens von den Medizinern TOFIs (thin outside fat inside) genannt. Insofern lohnt es sich auch für dich, in dieser Beziehung mehr auf eine bessere Ernährung zu achten. Zumal du ja festgestellt hast, dass dadurch deine Probleme fast verschwinden.

    Mit dem HbA1c von 5,4% (der andere Wert ist nur die Umrechnung in mmol/mol) hast du sehr wahrscheinlich noch keinen Diabetes. Die Vorstufe Prädiabetes wäre aber nicht ausgeschlossen. Versuche mal, deine Ärztin zu einem oGTT zu überreden. Dann weißt du genau, wo du stehst.

    Unabhängig vom Ergebnis des Tests solltest du deine Ernährung ändern, um einer möglichen Diabetesentwicklung so gut wie möglich entgegen zu wirken.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 23.05.2020 15:36:44. Grund: .
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    am 23.05.2020 15:45:24 | IP (Hash): 1703586077
    Lamda01 schrieb:
    Hi, danke für die Antwort!

    Also ich trinke insgesamt wohl zu wenig, öfters unter 1l, fast immer unter 2l. An vereinzelten Tagen auch mal unter 500ml. Das wollte ich die Tage mal testen, min. 2l trinken und dann Ernährung variieren.
    Mir fiel manchmal morgens ein starker Urin-Geruch auf. Ob das jetzt an den Tagen mit mehr Zuckerkonsum folgte kann ich nicht sicher sagen, habe da nicht drauf geachtet. Das kannte ich von vorher aber auch nicht, egal wie wenig ich getrunken hatte. Das trat auch zeitgleich zu den anderen Beschwerden auf.
    Das mit den Sticks werde ich mal versuchen!




    Ich vermute nicht, dass deine Beschwerden Harndrang/Durst mit Diabetes in Zusammenhang stehen. Du trinkst viel zu wenig, das weißt du ja auch. Und irgendwann hat der Körper zu wenig Flüssigkeit und dann äußert es sich natürlich in Durst. Wenn man mehrere Tage zu wenig trinkt, dann konzentriert sich auch der Urin.
    Ich habe vor/bei meiner Diabetesdiagnose so Durst gehabt, dass ich 500ml Wasser reingekippt habe, weiter Durst gehabt habe, dann wieder 500ml Wasser in einem Zug,... Zudem war ich innerhalb von 2 Stunden zum Teil 5 Mal am Klo. Ich denke nicht, dass du das hast? Meine Tageshöchstmenge lag z.T. bei 5 Litern und selbst dann hatte ich noch Durst... ich hatte nur noch leere Wasserflaschen um mich herum..

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    am 23.05.2020 20:02:35 | IP (Hash): 647029900
    Guten Abend
    Reicht denn dann ein hba1c unter 5,7 nicht mehr aus um, um einen Prädiabetes auszuschließen. Dachte ein 5,4 liegt komplett in der Norm.
    In der Ausbildunge heisst es immer, dass erst ab 5,7 ein prädiabetes bzw. Diabetes vorliegen kann und erst dann ein ogtt bezahlt wird.
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    am 23.05.2020 21:04:51 | IP (Hash): 670734458
    Also ich habe gestern 2l, heute an die 3l getrunken. Ich muss alle 10-30min auf die Toilette, und habe trotzdem immernoch ein Gefühl von Durst (aber nicht so stark wie an den Abenden mit viel Zuckerkonsum).
    Habe gerade einen Urin-Teststreifen benutzt (~1h nach einer Mahlzeit (100g Nudeln + Blumenkohl, ne Hand voll Rosinen + Nüsse), 2h nach etwas Süßigkeiten (2 kleine Schokoriegel, ne Hand voll Weingummis) zum testen) und Glukose wurde nicht erkannt, dafür war "Protein" erhöht.
    Das spricht gegen Diabetes, aber normal fühlt sich das auch nicht an... Oder ich habe den Test zu früh gemacht? Muss ich schauen wie es heute Nacht ist, ob ich wieder Beschwerden bekomme/aufwache.
    Ich werde morgen etwas kontrollierter testen, die Menge an Zucker und Kohlenhydraten errechnen und dazu 3l trinken. Peile dann ~300g Kohlenhydrate an.

    Ich bin halt Ratlos, da ich vorher nie Probleme mit Durstgefühlen hatte, und auch nie irgendwelche Beschwerden bei Zuckerkonsum. Und dass alles zeitgleich auftrat, und kontrollierbar/reproduzierbar ist.
    An sich könnte ich die Ernährung ändern und dann würde es mir wohl besser gehen, aber normal ist es nicht dass mein Körper so drauf reagiert, irgendeinen Auslöser muss es ja geben.
    Aber mein Arzt sieht keinen Anlass für weitere Untersuchungen, kann man sich sowas einbilden? Nocebo-Effekt kann stark sein...




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    am 23.05.2020 21:33:50 | IP (Hash): 1703586077
    Prinzipiell reicht der HbA1C aus. Jedoch wenn eindeutige Diabetes-Symptome vorliegen, kann es sein, dass trotz negativen HbA1C ein Diabetes vorliegt. Da ja der HbA1C ein Durchschnittswert der letzten 8-12 Wochen ist, kann der HbA1C noch niedrig sein, der BZ aber schon deutlich höher. Insb. bei einem Typ1 könnte dies sein, da sich dieser ja sehr schnell entwickelt.

    In diesem Fall hier - sollte der Harnzuckertest wiederholt negativ sein - denke ich aber, dass die Beschwerden nicht von einem Diabetes kommen.


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    am 23.05.2020 21:56:26 | IP (Hash): 647029900
    Wie gesagt, wir haben bei der MTA Ausbildung gelernt, dass bei einem Wert unter 5,7 Diabetes ausgeschlossen ist, vielleicht ist es heute ja anders.
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    am 23.05.2020 22:03:33 | IP (Hash): 1169572397
    Lamda01 schrieb:
    An sich könnte ich die Ernährung ändern und dann würde es mir wohl besser gehen, ...

    Diabetis mellitus als Ursache ist mit diesem HbA1c und mehrfachen negativen Test mit den Urinzucker-Streifen ausgeschlossen. Zu Diabetes insipidus oder anderen möglichen Ursachen wirst du hier im Diabetesforum kaum gute Ratschläge bekommen. Ich drück dir die Daumen, dass deine Ärztin doch etwas findet.

    Wobei du es eigentlich sehr gut hast. Du hast durch Beobachtung gerausbekommen, dass dir weniger KH, wahrscheinlich geht es hauptsächlich um die schnell ins Blut gehenden KH, nicht gut tun. Dann meide sie und finde heraus, was für dich gut geht und was nicht. Dazu brauchst du nicht unbedingt eine Diagnose ein Rezept für Pillen. Nimm deine Gesundheit lieber selbst in die Hand - die Verantwortung liegt ganz bei dir.

    Alles Gute, Rainer
    Bearbeitet von User am 24.05.2020 08:30:59. Grund: .