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"Diabetes-Symptome" ohne Diabetes??
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am 23.05.2020 23:54:49 | IP (Hash): 912338227
DanielaW schrieb:
Guten Abend
Reicht denn dann ein hba1c unter 5,7 nicht mehr aus um, um einen Prädiabetes auszuschließen. Dachte ein 5,4 liegt komplett in der Norm.
In der Ausbildunge heisst es immer, dass erst ab 5,7 ein prädiabetes bzw. Diabetes vorliegen kann und erst dann ein ogtt bezahlt wird.
Der HbA1c ist kein geeigneter Indikator für den Ausschluss von Prädiabetes. Das ist normal, weil ja gerade der Prädiabetes - insbesondere zu Beginn - dadurch gekennzeichnet ist, dass hohe Blutzuckerspitzen durch eine starke Gegenreaktion des Insulinhaushalts "bekämpft" werden. Eine Weile funktioniert das noch ohne Beschwerden, weil die insulinproduzierenden Betazellen mehr produzieren. Dadurch bleibt der Durchschnittswert (HbA1c) logischerweise noch lange unauffällig, während der oGTT zuverlässig bereits die sehr auffälligen Spitzen 1-2 Stunden nach dem Essen aufzeigen würde. Genauso auffällig wäre die Bestimmung des abnormal hohen Insulins im Blut (bzw. c-Peptid als Marker). Wenn Verdacht auf Prädiabetes besteht, und das kann bei einem HbA1c um 5.5% guten Gewissens geprüft werden, bleibt der Zuckerbelastungstest die billigste, zielsicherste und einfachste Methode.
Bei mir lag ein HbA1c von 5.4% vor. Einem wachsamen Arzt war der Nüchternwert von 99 etwas verdächtig vorgekommen. Der Belastungstest ergab dann eine Spitze von über 200 im Zeitfenster um 0,5-1,5h. Damit war dann auch klar, warum der HbA1c so niedrig war und dennoch bereits eine sehr deutliche Störung zu Tage treten konnte.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.05.2020 08:30:14 | IP (Hash): 647029900
Dann hätte ich habe theoretisch, bei meiner Antwort, aus Vorlesungen gelernt, durch die Prüfung fallen müssen.....Glückl gehabt😄 -
am 24.05.2020 08:33:11 | IP (Hash): 647029900
Ab welchem hba1c würdest du einen Gott empfehlen , purea -
am 24.05.2020 12:53:22 | IP (Hash): 1078946117
Moin,
danke erstmal für die vielen Antworten :)
Ich werde das mit dem Blutzucker, bzw. die Symptome im Auge behalten, und den oGGT werde ich auf jeden Fall machen lassen, just in case! Der "Sofortwert" des Blutzuckers war nach 12h nüchtern 71mg.ldl. sehe ich gerade noch. Der war auch unauffällig.
Der Tipp mit dem Urintest war auch gut, denn da scheine ich wohlmöglich einen anderen Auslöser entdeckt zu haben (werde das auch mit meinem Arzt mal besprechen):
Da der Proteinwert scheinbar erhöht ist kann das auf eine (leichte) Überlastung der Niere schließen, auch das sehr häufige Wasserlassen kann in diese Richtung deuten.
Als Auslöser würde mir die einzige Änderung meiner Ernährung der letzten 2-3 Monate einfallen:
Da ich wegen der momentanigen Situation auf Rat meiner Ärztin (Risikogruppe) so wenig wie möglich die Wohnung verlassen soll habe ich angefangen das Leitungswasser bei mir zu trinken. Dieses ist ziemlich kalkhaltig, ich habe auch öfters einen chemischen Geruch/Geschmack wahrgenommen (wohlmöglich Chlor).
Kalk und Chlor an sich sind kein Problem für die Nieren, aber regelmäßig eine größere Menge kann die Niere überbeanspruchen (hängt wohl von vielen Faktoren ab).
Und dann könnte es gut sein dass die Niere mehr Wasser ausscheidet um das Zeug loszuwerden, also auch weniger Wasser im Körper bleibt um den Blutzucker efektiv zu regulieren. Dann habe ich halt kurzzeitig nen hohen Blutzucker, dementsprechend die Symptome, aber dann werden Wasserreserven genutzt und ich fühle mich stark ausgetrocknet. Im Schnitt wäre der Langzeitwert dann wohl normal?
Ich werde meinen Wasserfilter nochmal in Betrieb nehmen (ich habe aufgehört den zu benutzen weil dann der Chemiegeschmack viel zu deutlich war). Aber wenn es wirklich Chlor war kann es gut sein dass es jetzt wieder "rein" ist, wird soweit ich weiss nur bei Verunreinigungen ins Trinkwasser gegeben.
Jetzt habe ich zumindest 2 mögliche Auslöser und stehe nicht mehr ganz so ratlos da, und kann sicher bei meiner Ärztin weitere Untersuchungen durchführen lassen!
Vielen Dank dafür!!!
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am 24.05.2020 15:47:24 | IP (Hash): 1983084227
Lamda01 schrieb:
Und dann könnte es gut sein dass die Niere mehr Wasser ausscheidet um das Zeug loszuwerden, also auch weniger Wasser im Körper bleibt um den Blutzucker effektiv zu regulieren.
An dieser Stelle denkst du falsch. Der BZ ist nicht von der Trinkmenge abhängig, sonst bräuchten wir als Diabetiker nur mehr zu trinken um den BZ zu senken. Das funktioniert definitiv nicht so. Auch mit weniger Flüssigkeit steigt der BZ nicht an.
Mit einem HbA1c von 5,4% und einem Nüchtern-BZ von 71mg/dl als genauen Laborwert brauchst du definitiv keinen oGTT. Diese Empfehlung wirst du nur von Purea bekommen, sie ist aber nicht seriös. Wie wärs, wenn du deine Gesundheit mal ein bisschen mehr ganzheitlich betrachtest. Das du deine Ernährung anpassen sollst, hat dir dein Körper doch ganz deutlich gesagt. Willst du denn wirklich nur mit exakter Diagnose und an einem bestimmten Laborwert auf deinen Körper hören? Ich glaube, du überschätzt die Möglichkeiten der Ärzte enorm. Die Verantwortung für deine Gesundheit kann dir kein Arzt abnehmen, die liegt in deiner Verantwortung.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 24.05.2020 16:33:43. Grund: . -
am 24.05.2020 23:15:26 | IP (Hash): 912338227
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann mach ruhig den oGTT. Den kannst du ja auch ganz easy am Wochenende alleine zu Hause machen, um Auffälligkeiten zielsicher aufzudecken. Einfach 100g Zucker in einem Glas Wasser auflösen und morgens auf nüchternen Magen nach ausreichend Schlaf zu dir nehmen und dann mit dem Blutzuckermessgerät eine Reihe erstellen nach Minute: 0 / 15 / 30 / 45 / 60 / 75 / 90 / 105 / 120. Dann weißt du sicher, ob irgendwas in Bezug auf Diabetes nicht in Ordnung ist.
Du musst bedenken, dass du hier mit manifestierten Diabetikern sprichst. Für diese ist ein HbA1c um 5.5% ein herausragend guter Wert. Allerdings schließt 5.5 einen Prädiabetes eindeutig nicht aus, da kurze Blutzuckerspitzen - und das ist ja gerade genau das, was den Prädiabetes am Anfang ausmacht - überhaupt nicht vom HbA1c abgebildet werden. Deshalb sprich für den Spezialfall Prädiabetes am besten auch mit informierten Prädiabetikern und nicht mit Diabetikern.
Bei der Verhinderung von Diabetes T2 ist es von absolut entscheidender Bedeutung, die Störung im Prästadium zu erkennen. Dann hat man tatsächlich allein durch eine Lebensstiländerung die realistische Chance, dass sich die Krankheit nicht - und womöglich niemals - manifestiert. In meinem Fall wurde die Störung im Prästadium durch oGTT erkannt trotz unauffälligem HbA1c (5.4%). Das Ganze ist jetzt bald 7 Jahre her und ich habe durch Lebensstiländerung eine Stabilisierung erreichen können.
Derzeit führe ich nach langer Zeit mal wieder eine Testphase zur Kontrolle durch mittels FreeStyle Libre 2. Der Nüchternwert bleibt weiter auffällig, der Durchschnittswert dagegen bleibt unauffällig. Insgesamt scheint es also weiterhin stabilisiert zu sein.
Was Diabetiker wie Rainer immer wieder unterschätzen, ist die aktivierende Wirkung der genauen Kenntnis einer Störung. Dass du es also genau wissen willst, kann ich nur unterstützen. Solltest du es dann schwarz auf weiß sehen, dass etwas nicht stimmt, wirst du wahrscheinlich eine Motivationsschub erleben, der dir bei der Lebensstiländerung enorm helfen wird. Bei mir war es genau so und der Erfolg gibt mir Recht.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.05.2020 08:57:12 | IP (Hash): 647029900
Sorry das ist mir jetzt zuviel hier. In meinen Jahren im Labor, haben wir gelernt, dass unter 5,7 ein diabetes ausgeschlossen wird und eine prädiabetische störung auch sehr unwahrscheinlich ist. Dafür ist der Bereich 5,7 bis 6,5 zuständig wo eine Kontrolle des Nbz bzw oggt induziert ist. Irgendwas scheinen wir im Labor falsch gemacht haben. Sorry wenn ich jemanden durch meine falschen Erklärungen irritiert habe. -
am 25.05.2020 11:05:31 | IP (Hash): 1300205702
Ein Labor muss sich nach Vorgaben richten. Die Vorgabewerte für die Einstufungen von Gesund bis Diabetes sind erstens willkürlich gesetzt: Sie entsprechen keinerlei irgendwie körperlich wahrnehmbaren oder untersuchungsmäßig festellbaren Veränderungen. Da ist nirgendwo ne physisch feststellbare Schwelle. Nüchtern 126 mg/dl ist Diabetes, 125 kein Diabetes. Da ist außer dem Unterschied von 1/100 Gramm pro Liter Blut NIX feststellbar. Aber auch nicht, wenn man den Grenzwert erst bei 140 setzen und den mit nem Nüchternwert meistens um 80 vergleichen würde.
Und zweitens sind die Werte verwaltungshistorisch gewachsen und "nicht unbedingt" medizinisch sachlich aufeinander abgestimmt. Ein einfaches Beispiel: Ein OGTT-2-Stunden-Wert unter 140 ist als gesund definiert, nicht einmal Prädiabetes. Aber ich kenne niemanden, der einigermaßen regelmäßig 2 Stunden nach dem Essen um 130 misst und nicht morgens nüchtern über 125 kommt.
Beim HBA1c kommt erschwerend hinzu, dass es sich dabei um den Durchschnitt vom Durchschnitt über 10-12 Wochen handelt. Wenn man sich die BZ-Kurve über die Zeit vorstellt, muss man davon alle Berge und Täler abschneiden, die zeitlich kürzer als um 3 Stunden sind, und vom Rest dieser Schlange den Mittelwert nehmen. Das ist der HBA1c, und der kann auch noch unter 5,5 in keiner Weise ausschließen, dass da von den abgeschnittenen Bergen welche die Grenzwerte zu Prädiabetes oder gar Diabetes überschritten haben. Da kann nur die Wahrscheinlichkeit bewertet werden: Mit niedrigerem Durchschnitt sind auffällig hohe Berge unwahrscheinlicher.
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.05.2020 12:21:05 | IP (Hash): 647029900
Komplizierter habe ich noch nie einen Text gelesen🤣 ich denke mal die Übersetzung ist, dass der hba1c zur Diagnose nach deiner meinungs wegen de dargestellten Durchschnittswert, nichts taugt. -
am 25.05.2020 12:32:35 | IP (Hash): 1300205702
Ok, und wie ist das dann mit dem gesunden OGTT-2-Stundenwert von 139, wo wenigstens viele, wenn nicht die meisten, die da um 130 messen, morgens nüchtern über 125 messen und damit diagnosereif für Diabetes sind?
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!