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Liprolog wirkt nicht?

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    am 08.06.2020 19:57:39 | IP (Hash): 1347230370
    Diabetes-2 habe ich seit ca. 2008. Erstmal konnte ich mich mit Metformin helfen, dann kan Victoza dazu. Irgendwann war auch damit Schluß, Tageswerte waren stabil zwischen 250 und 350 unabhängig davon, was. wann und wieviel ich esse. Jetzt habe ich noch Lantus. Bei in dieser Konstellation - Metformin+Victoza+Lantus - haben sich die Tageswerte bei 130-160 eigependelt, wiederum egal wann, was und wieviel ich esse. Setze ich Victoza oder Lantus ab, schießen die Werte in die Höhe bis 400-450.

    Nun hat mir die Ärztin noch Liprolog dazu verschrieben, weil sie die Werte noch weiter senken will, warum auch immer (mit ca. 150 bin ich vollkommen zufrieden). Das Problem dabei ist allerdings, dass ich gar keine Wirkung von diesem Medikament sehe. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob, wann und wieviel ich davon spritze. Nur wenn ich zuviel nehme, spühre ich eine leichte Übelkeit. Der Zuckerwert geht aber nicht runter. Ich habe vorgeschlagen, etwas mehr Lantus zu spritzen, dessen Wirksamkeit offensichtlich ist. Nein, sage Frau Doktor, es soll weitehin Liprolog rein. Mit dem Zeug spiele ich schon seit 3 oder 4 Monaten, und es bringt gar nichts.

    Kann es sein, dass mein Diabetes noch nicht reif für Liprolog ist bzw. dass die Behandlung mit dem Medikament zu früh angefangen hat? Soll es erst in einem etwas weiter fortgeschrittenen Stadium genommen werden?
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    am 08.06.2020 21:29:11 | IP (Hash): 1590471592
    Dein Diabetes is voll reif ;)

    Dein BZ spielt nach Deiner Schilderung vorwiegend im Bereich von 150 nüchtern und zwischen den Mahlzeiten und 250 in den Spitzen etwa ne Stunde nach den Mahlzeiten und gerne auch mal bisschen höher. HBA1c also eher 9 als 8 oder behandlungsmäßig optimale 7 und besser.
    Generell wirst Du in dem Bereich bis zum Doppelten an Medikation brauchen von dem, was jemand mit Deiner Statur und Deinem täglichen Bewegungspensum und Deinem Essen bei BZ nüchtern um 100 und in den Spitzen nach den Mahlzeiten bis 200 mg/dl brauchen würde.

    Liprolog ist nicht irgendein Medi, das man einfach 3mal täglich nimmt. Sondern es ist Insulin, und zwar kurzwirksames. Es soll das Insulin ersetzen, das Dir zu den Mahlzeiten fehlt. Und zwar nicht pauschal, sondern passend vor allem zur jeweiligen KH-Menge.
    Die Liprolog-Menge hat gepasst, wenn der BZ nach dem Liprologauslauf etwa 3-4 Stunden nach dem Spritzen wieder auf der Höhe ankommt, auf der Du vor dem Essen gespritzt hast.

    Weil niemand weiß, wie viele Einheiten Liprolog Du für 1 BE brauchst, hat Deine Ärztin Dir zum Anfangen ganz bestimmt eine Dosis verordnet, die praktisch noch nichts bewirkt. Und dazu solltest Du’s wahrscheinlich alle 2-3 Tage um 1 oder 2 Einheiten erhöhen. Oder wiederkommen, und sie wollte. Das ist das ganz normale Spiel, das Du in Bezug auf ein gewünschtes Ergebnis beschleunigen und in Bezug auf Dein Verständnis für Deinen Diabetes verstärken kannst, indem Du selbst systematisch beobachtest, welcher Futter-, Bewegungs- und Medi-Input wann welchen Werte-Output macht. Hilft Dir und der Ärztin, wenn Du’s fortlaufend aufschreibst. Denn nach 3 Tagen wissen die wenigsten von uns noch genau, wie das mit dem BZ und den Scheiben Brot und den Klößen oder Kartoffeln oder Nudeln 4 Tage zurück wirklich gelaufen ist.

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!

    Bearbeitet von User am 08.06.2020 21:32:38. Grund: Ergänzung
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    am 08.06.2020 22:13:02 | IP (Hash): 1347230370
    Dass Liprolog nicht wirkt habe ich deshalb gedacht, weil die Werte auf das übliche Niveau von ca. 160 zurückkehren, gang gleich, ob ich spritze oder nicht bzw. wieviel ich spritze. Vieleicht war das einfach zu wenig, ich habe mit 2 bis 20 Einheiten gespielt. Morgens nehme ich nach der Verordnung 10 Einheiten. 3-4 Stunden nach dem Frühstück habe ich wieder meine 160 mg/dl. Wenn ich nicht 10, sondern mehr, weniger oder gar nichts nehme, sind das wieder 160. Komisch, aber naja, ist halt so.
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    am 08.06.2020 23:15:20 | IP (Hash): 1590471592
    Vielleicht probierst Du einfach mal, mit wieviel mehr als 10 Du dann statt wieder auf 160 auf 140 oder 120 kommst? Also 2 Einheiten mehr, und vielleicht 3-4 Stunden weiter 159 messen. Und dann noch 2 Einheiten mehr und vielleicht 129 messen. Und das Ganze in diesem Hausnummernbeispiel mehrfach mit 14 IE wiederholen und im Schnitt 140 messen. Kann aber genauso gut sein, dass das nicht mit 14, sondern erst mit 20 oder noch mehr Einheiten passiert. Hilft nix außer systematisch ausprobieren. Daumendrück!

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    am 09.06.2020 00:04:42 | IP (Hash): 1189057514
    creasot schrieb:
    Dass Liprolog nicht wirkt habe ich deshalb gedacht, weil die Werte auf das übliche Niveau von ca. 160 zurückkehren, gang gleich, ob ich spritze oder nicht bzw. wieviel ich spritze. Vieleicht war das einfach zu wenig, ich habe mit 2 bis 20 Einheiten gespielt. Morgens nehme ich nach der Verordnung 10 Einheiten. 3-4 Stunden nach dem Frühstück habe ich wieder meine 160 mg/dl. Wenn ich nicht 10, sondern mehr, weniger oder gar nichts nehme, sind das wieder 160. Komisch, aber naja, ist halt so.



    Misst du immer erst nach 3-4 Stunden?
    Vllt sind mit dem Insulin die 1-2 Stunden Werte bereits etwas besser als komplett ohne Insulin.

    Wichtig ist, dass du langsam erhöhst und schaust, wie das ganze sich auswirkt.
    Solange du nicht komplett unterzuckerst, kann die Dosis nicht zu hoch gewesen sein ;)
    Einfach langsam ausprobieren, dass dauert mit unter lange.

    Wie hoch bist du denn vor dem Essen? Man sollte vor dem Essen ca. bei 100-120 sein und das ganze auch 3-4 Stunden nach dem Essen (Ausnahme schwer verdauliche Gerichte) wieder erreichen.

    Ich merke übrigens, wenn meine Basaldosis zu gering ist, dass ich deutlich schlechter auf Korrekturen/Mahlzeiteninsulin anspreche. Habe allerdings keinen Typ2. Wenn ich die Basaldosis dann erhöhe und der BZ wieder etwas besser aussieht, dann wirkt bei mir auch die Korrektur bzw. das Mahlzeiteninsulin deutlich besser bzw. so, wie es sollte.

    LG
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    am 01.11.2020 21:38:56 | IP (Hash): 1282935450
    Nach einiger Zeit melde ich mich zurück mit einem kleinen Bericht. Liprolog hilft doch, sogar sehr, allerdings erst ab 24-26 Einheiten von Liprolog 100. Je nach Menge und KH-Inhalt nehme ich bis 30 Einheiten und auch jenseits davon - und schon sind meine Werte ziemlich OK. Über 200 bin ich so gut wie nie mehr. Vor dem Essen - 100-120, 2 Stunden danach - bei 160-180 und später - wieder bei 100-120.

    Jetzt habe ich Liprolog 200 verschrieben bekommen. Soll ich dann die Hälfte davon spritzen, nämlich nicht mehr 30 Einheiten, sondern nur 15?
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    am 01.11.2020 22:14:32 | IP (Hash): 396511554
    creasot schrieb:
    Jetzt habe ich Liprolog 200 verschrieben bekommen. Soll ich dann die Hälfte davon spritzen, nämlich nicht mehr 30 Einheiten, sondern nur 15?

    Natürlich nicht, du musst auch mit Liprolog 200 30IE spritzen.

    Dass das nur halb so viel Flüssigkeit ist, braucht dich gar nicht zu interessieren. Für die Abgabe der richtige Flüssigkeitsmenge pro Einheit sorgt dein Pen. Das Liprolog 200 gibt es auch nur im Fertigpen, damit es keine Verwechslung geben kann.
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    am 21.11.2020 21:21:21 | IP (Hash): 1282935450
    Ich melde mich kurz wieder mit dem Thema Liprolog.

    Zwischen Mahlzeiten bewege ich mich nun stabil bei ca. 120. Nach dem Essen steigt der Zucker ziemlich schnell (nach 0,5 bis 1 Stunde) auf Werte von 250-270, dabei spielt es keine Rolle, wie viel Liprolog ich gespritzt habe und wie hoch der Zuckerspiegel vor dem Essen war. Beim Frühstück ist es besonders krass: selbst nach einem Salatteller bekomme ich einen Schuss von 100 auf 250 oder mehr.

    Danach fällt der Zucker wieder, nun aber klar nach Liprolog-Dosis. Je mehr gespritzt wurde, desto schneller und tiefer ist der Fall. Es ist sogar paar mal zu Unterzuckerung gekommen.

    Spritzen tue ich immer ca. 15 Minuten vor dem Essen. Ist es falsch? Soll ich vielleicht damit noch früher anfangen oder sind solche Sprünge wenn nicht in Ordnung, dann zumindest nicht soooo schädlich?
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    am 21.11.2020 22:45:09 | IP (Hash): 1744940336
    Auch wenn schnell drauf steht, wirkt bei vielen von uns son Insulin nicht so schnell wie in der Werbung. Wie wenig schnell, hat mich mal tief erschüttert. So hab ich mich vor meine Scheibe Brot mit Käse zum Frühstück gesetzt, 120 gemessen, passend für das Brot gespritzt und dann erst in 10-Minuten-Schritten und nach ner halben Stunde bei der ersten deutlich sichtbaren Senkung auf 110 in 5-Minuten-Schritten gemessen und schließlich bei um 90 mg/dl 40-50 Minuten nach dem Spritzen endlich mein Brot gegessen. Hab mir also ab da einen Spritz-Ess-Abstand zum Frühstück von 40-50 Minuten geleistet und von da an einen BZ-mäßig sehr viel günstigeren Start in den Tag gewonnen. Zu den übrigen Tageszeiten reichten 15-20 Minuten, die ich zuvor natürlich auch so ausgetestet hatte.
    Einfach so X Nummern Minuten machen und in 2 oder 3 Stunden vom Ergebnis überraschen lassen ist nicht so mein Ding.

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    am 22.11.2020 12:26:27 | IP (Hash): 1282935450
    Exakt beim Frühstück ist es so! Danke, dann bin ich wieder beruhigt.
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    am 24.11.2020 16:40:13 | IP (Hash): 348257371
    creasot schrieb:
    Ich melde mich kurz wieder mit dem Thema Liprolog.

    Zwischen Mahlzeiten bewege ich mich nun stabil bei ca. 120. Nach dem Essen steigt der Zucker ziemlich schnell (nach 0,5 bis 1 Stunde) auf Werte von 250-270, dabei spielt es keine Rolle, wie viel Liprolog ich gespritzt habe und wie hoch der Zuckerspiegel vor dem Essen war. Beim Frühstück ist es besonders krass: selbst nach einem Salatteller bekomme ich einen Schuss von 100 auf 250 oder mehr.

    Danach fällt der Zucker wieder, nun aber klar nach Liprolog-Dosis. Je mehr gespritzt wurde, desto schneller und tiefer ist der Fall. Es ist sogar paar mal zu Unterzuckerung gekommen.

    Spritzen tue ich immer ca. 15 Minuten vor dem Essen. Ist es falsch? Soll ich vielleicht damit noch früher anfangen oder sind solche Sprünge wenn nicht in Ordnung, dann zumindest nicht soooo schädlich?



    Insulin benötigt Zeit um zu wirken, auch bei den immer schneller werdenen Mahlzeiteninsulinen.
    Liprolog ist ein schnelles Mahlzeiteninsulin, jedoch auch hier viele Patienten einen SEA (Abstand zwischen Spritzen und Essen). Ich selbst benutze Fiasp, das ist ein nochmal schnelleres Insulin. Aber auch hier benötige ich je nach Ausgangswert, Kohlenhydratart und Tageszeit unterschiedliche SEA.

    Hast du ein Libre? Ich habe meine geeigneten SEA Abstände wie folgt rausgefunden.
    Mit normalen Ausgangswert, eine bestimmte Mahlzeit essen und mit geringen Abstand vorher spritzen. Dann schauen, wie die Kurve aussieht. Steigt der Wert zu stark an, habe ich um weitere 5 min verlängert. Immer so weiter, bis es gepasst hat. Also kein zu starker Abfall zwischen Spritzen bis Essensbeginn und dann kein zu starker Anstieg.
    Wichtig, bei mir bspw. ist Reis ein wenig schwierig. Ich steige hier gerne stark an, mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich mit 45 min SEA der Blutzucker vor dem Essen ca. um 20mg/dl abfällt (also schon stärker, aber noch nicht in die Hypo) jedoch dann steil ansteigt. Das ist das beste, was ich persönlich mit Reis erreichen kann. Das Bsp. verdeutlicht, man kann nicht endlos den SEA verlängern, sonst rutscht man vor dem Essen zu stark ab.

    Meine persönliches Ziel - bis auf bei Reis, da klappt es bei mir nicht so gut - ist ein Anstieg um max. 60-80mg/dl vom Ausgangswert.
    Sollte der Ausgangswert unter 100 sein, verkürze ich den SEA entsprechend, sollte der Wert recht hoch sein, verlängere ich den SEA deutlich. Das ist allerdings alles ein wenig ausprobieren. Vor paar Tagen hatte ich erst vor dem Essen einen Wert von 180 und dann sollte es auch noch Reis sein. Der SEA betrug dann fast 1,5 Stunden und damit hat es dann super hingehauen. Aber bitte, sowas nicht einfach so nachmachen, sondern langsam austesten, wie lange man persönlich braucht.

    Solltest du mit Liprolog (Insulin Lispro) am Morgen gar nicht zurecht kommen, könntest du deinen Diabetologen nach Lyumjev (Ultra Rapid Insulin Lispro) fragen. Das ist ein nochmal schnelleres Insulin, jedoch mit gleichen Insulinart. Ich kenne etliche Typ1er die beim Frühstück Fiasp (Fast Insulin Aspart) spritzen, und den restlichen Tag dann Novorapid (Insulin Aspart). Das Lyumjev ist jetzt total neu und das zweite "Turbo-Insulin" statt Aspart halt mit Lispro. Man sollte nicht zu häufig die Insulinsorten wechseln, aber bei diesen Paaren ist es kein Sortenwechsel. So, dass du ohne Probleme - sollte Der Diabetologe mitspielen - mal das Lyumjev ausprobieren könntest.
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    am 24.11.2020 18:11:47 | IP (Hash): 1282935450
    Super, danke für den Tipp! Ich werde die Frau Doktor ganz vorsichtig darauf ansprechen, damit sie sich nicht beleidigt oder übergangen fühlt. Aber eigentlich soll sie bei Libre-Auswertung schon mal sehen, wie stark der Zuckerspiegel nach der ersten Mahlzeit des Tages steigt.

    Gleichzeitig möchte ich mich langsam von Victoza verabschieden. Dieses Medikament spritze ich seit 6 Jahren und habe nicht mehr das Gefühl, dass es überhaupt was bringt. Ich senke die Dosis kontinuierlich. Von 1,8 mg bin ich innerhalb von einem Jahr auf 1,02 mg heruntergegangen.

    Lantus bleibt natürlich bei 32-34 IE, stört ja ehe nicht.
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    am 24.11.2020 23:34:22 | IP (Hash): 396512642
    creasot schrieb:
    Gleichzeitig möchte ich mich langsam von Victoza verabschieden. Dieses Medikament spritze ich seit 6 Jahren und habe nicht mehr das Gefühl, dass es überhaupt was bringt. Ich senke die Dosis kontinuierlich. Von 1,8 mg bin ich innerhalb von einem Jahr auf 1,02 mg heruntergegangen.

    Kannst du mir mal verraten, was das soll? Wenn du die Dosis von Victoza fast halbierst, kann es natürlich auch nicht mehr voll wirken.

    Ob es noch wirkt und ob es noch erheblich wirkt, kannst du ganz einfach heraus bekommen: lasse es weg und sieh nach, was deine BZ-Werte machen, besonders die nach den Mahlzeiten. Dazu brauchst du kein heimliches Ausschleichen. Wenn du feststellst, dass du es unbedingt brauchst, dann nimmst du es wieder, sinnvollerweise in der vollen Dosis.

    Es wäre möglich, dass du nicht mehr genug Eigeninsulin hast und dass Victoza deshalb nicht mehr wirkt. Das kannst du aber - siehe oben - ganz exakt feststellen. Du kannst aber nicht einfach Victoza weglassen oder heimlich reduzieren. Du musst dann Mahlzeitinsulin nehmen und zwar zu jeder Mahlzeit und in der passenden Dosierung nach ICT. Wie du mit deinen Diabetesmedikamenten spielst ist vielleicht lustig - sinnvoll ist es wirklich nicht.
    Bearbeitet von User am 24.11.2020 23:35:32. Grund: .
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    am 25.11.2020 17:45:14 | IP (Hash): 1282935450
    Früher wirkte Victoza tatsächlich. Anfangs hatte ich mit 1,2 mg gute Werte. Dann wurden sie immer schlechter und schlechter, Hb1C - bei 11 und dann bei 12. Nüchternwert über 200, nach Gras-Frühstück - 300, nach einem "normalen" Frühstück - fast 400. Auch Werte über 400 (bis 450-470 am hellsten Tage) waren eine Seltenheit. Erhöhung von Victoza auf 1,8 hatte rein gar nichts gebracht, Insulinbehandlung aber schon. Selbst wenn der Thread so heißt, wirkt Liprolog doch sehr gut.

    Als 1,8 Victoza überhaupt keine Wirkung mehr zeigte, hat mir die Diabetologin vorgeschlagen, es komplett wegzulassen. Aber irgendwie war ich unsicher und dachte, es bringt was, wenn ich das Medikament immer weniger einspritze.

    Aber gut, ich versuche jetzt ganz ohne Victoza. So wie ich es jetzt verstehe, besteht dabei kein Risiko.
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    am 25.11.2020 18:03:05 | IP (Hash): 218823049
    Vergleichst Du eigentlich immer nur die HBA1c-Werte? Nie die täglichen BZ-Verläufe und welche Änderungen Du darin selbst im Rahmen von 2-3 Stunden direkt bewirken kannst?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 25.11.2020 18:15:52 | IP (Hash): 389568730
    creasot schrieb:
    Aber gut, ich versuche jetzt ganz ohne Victoza. So wie ich es jetzt verstehe, besteht dabei kein Risiko.

    Kein Risiko, außer dass der BZ dann weiter nach oben geht. Victoza und auch die anderen GLP-1-RA entfalten ihre Wirkung besonders nach den Mahlzeiten. Wenn Victoza bei dir doch noch wirkt, dann wirst du ohne es höhere BZ-Spitzen und keinen ausreichenden Rückgang des BZ nach den Mahlzeiten haben. Das musst du dann mit dem Mahlzeitinsulin regulieren.

    Hast du dich schon mal mit dem Spritzen von Mahlzeitinsulin beschäftigt, entsprechend den KH die du essen willst? Sehr gut kannst du das hier auf den Seiten für Fortgeschrittene machen:
    https://www.diabetesinfo.de/
    Sehr gut wäre auch eine entsprechende Schulung. Rede mal mit deine Diabetologin, ob sie dir eine geeignete Schulung für die Insulintherapie nach ICT anbieten kann.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 25.11.2020 20:02:49. Grund: .
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    am 25.11.2020 18:34:10 | IP (Hash): 1282935450
    hjt_Jürgen schrieb:
    Vergleichst Du eigentlich immer nur die HBA1c-Werte? Nie die täglichen BZ-Verläufe und welche Änderungen Du darin selbst im Rahmen von 2-3 Stunden direkt bewirken kannst?



    Seitdem ich Libre habe, messe ich BZ immer morgens beim Aufstehen, dann vor jedem Essen, damit ich Liprolog-Dosis einschätzen kann. Dann mehrmals nach dem Essen, um die Entwicklung zu verfolgen und ggf. die Taktik anzupassen.

    Vor Libre, als ich noch stechen musste, habe ich den Nüchternwert gemessen und dann 2 Stunden nach jedem Essen.
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    am 25.11.2020 19:08:45 | IP (Hash): 218823049
    Und reicht die Taktik inzwischen für 100-140 vor jeder Mahlzeit?

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    am 25.11.2020 21:28:20 | IP (Hash): 1282935450
    Absolut. Habe ich nie gedacht, dass es funktionieren wird, aber das tut es doch. Vor den Mahlzeiten habe ich meistens 100-120.

    Auch wenn Liprolog 200 identisch zu 100 sein soll, hatte ich an den ersten Tagen massive Ausbrüche nach oben. Danach hat der Körper anscheinend kapiert, dass er keine Wahl hat und dass Liprolog-100 nicht mehr kommt, und hat sich ziemlich schnell wieder beruhigt.

    Nachdem in den letzten 30 Jahren kein Arzt willens bzw. imstande war, mein Asthma zumindest minimal erfolgreich zu behandeln und die inzwischen weit fortgeschrittene Krankheit zu einer unerträglichen Tortur geworden ist, war ich in Sache Diabetes äußerst skeptisch. Ich hatte null Hoffnung gehabt, dass die BZ-Werte irgendwann überhaupt unter Kontrolle kommen. Zur Diabetologin bin ich nur deswegen gegangen, weil ich keinen Bock auf Streit mit dem Hausarzt hatte. Aber die Insulin-Behandlung hilft ja wirklich! Das zeigen objektive belegbare Auswertungen sowie von Tages- als auch von Langzeitwerten. Ist ja eine unbestrittene Tatsache.