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C-Peptid stark gesunken

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 10.06.2020
    am 10.06.2020 14:35:24 | IP (Hash): 1275318831
    Vorsicht lang :-(
    Ich bin so verunsichert. In meiner zweiten Schwangerschaft wurde bereits in der 21. SSW über den OGTT Diabetes festgestellt (nüchtern 4,5/ 1 Std. 10,38/ 2 Std. 9,37). Da ich sehr schmal gebaut bzw. wohl eher untergewichtig bin (1,56m, 43kg) stand der Verdacht für Typ 1 im Raum. Das wurde im September über Antikörper (welche weiß ich nicht) aber ausgeschlossen.
    Mit der passenden Ernährung bin ich immer im vorgegebenen Wertebereich geblieben und hatte einen traumhaften hbA1c von 4,7.
    Wie von der Ärztin prophezeit, sind die Zuckerwerte ab der 38. SSW wieder abgefallen, also typisch für Schwangerschaftsdiabetes. Danach habe ich auch nicht mehr gemessen.
    5 Monate nach der Geburt war ich nun zum Nachsorge-OGTT. Leider waren auch hier die Werte wieder erhöht (nüchtern 5,1/ 1 Std. 11,9/ 2 Std. 8,7). Die Ärztin fiel aus allen Wolken. Ich natürlich auch und wurde mit den Worten verabschiedet, Sie haben Diabetes.
    Mein hbA1c ist inzwischen auf 5,4 gestiegen (im September in der SS noch bei 4,7). Und was meine Ärztin mir überhaupt nicht erklären kann, dass mein c-Peptid-Wert nun bei 1,3 liegt. Dieser war im September bei 4,9.
    Sie hat mich dadurch extrem verunsichert. Unter 1 dürfte er wohl nicht fallen, sagte die Ärztin.
    Ich mache mir große Sorgen, warum meine Werte nun alle höher sind als in der Schwangerschaft und warum dieser große Unterschied beim c-Peptid zustande kommt.
    Ich stille meinen Sohn noch voll. Das verbraucht ja auch viel Energie. Am Ende wären meine Werte jetzt noch höher ohne stillen.
    Ich habe wahnsinnige Angst, dass sich meine Werte weiter verschlechtern oder dass sogar irgendwas seltenes dahinter steckt.
    Die Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaftsdiabetes ist ja schon gering. Es danach zu behalten, noch geringer. Aber mit meinem Untergewicht falle ich ganz und gar aus dem "Standard".
    Ich weiß, dass meine Werte jetzt nicht außerordentlich schlecht sind, aber die rasche Veränderung in dem dreiviertel Jahr macht mir Kopfzerbrechen :-(

    Nach der Geburt gab es einige Komplikationen - Kaiserschnitt, Darmverschluss und dann Infektionen der Narbe. Habe dann im ersten Viertel Jahr vier mal Antibiotika nehmen müssen. Kann das vielleicht auch ein Grund sein, dass meine Zuckerwerte nun wieder höher sind und der c-Peptid so stark gesunken?

    Ich bin echt ratlos. Habe viel gelesen, aber nichts vergleichbares gefunden.
    Ich würde mich über Meinungen und Ratschläge freuen.

    Danke!
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    am 10.06.2020 16:14:33 | IP (Hash): 1579799731
    Hallo EmEd,

    in deinem Beitrag stecken etliche falsche Aussagen. Wenn man die richtig stellt, dann kannst du die Sache schon sehr viel ruhiger sehen.

    1. Mit den Werten nüchtern 5,1/ 1 Std. 11,9/ 2 Std. 8,7 hast du noch lange keinen Diabetes. Diabetes wäre es erst ab einem 2-Stunden-Wert von 11,1mmol/l oder einem Nüchternwert von 7,8 oder einem HbA1c von 6,5%. Du darfst dich nicht an den Werten für SS-Diabetes orientieren, die sind zum Schutz des ungeborenen Babys sehr viel strenger.

    2. Auch der oGTT ist von der Tagesform abhängig und kann an verschiedenen Tagen unterschiedliche Werte bringen. Dein Eindruck, die oGTT-Werte wären stark gestiegen, ist nicht richtig. Sie zeigen einfach nur die natürlich auftretenden Schwankungen. Dass das HbA1c von 4,7 auf 5,4 gestiegen ist, ist ebenfalls erklärbar. Dieser Wert bildet den durchschnittlichen BZ der letzten 10 ... 12 Wochen ab. Wenn dein BZ erst kurz vor der ersten HbA1c-Bestimmung angestiegen ist, dann sieht man das in dem Wert noch nicht.

    3. Dein Nüchternwert vom c-Peptid ist total normal. Aus dem kannst du auch nicht viel ersehen, lediglich dass Nüchternwerte unter 0,5 Typ1 vermuten lassen. Dein Wert von 4,9 war wahrscheinlich unter irgendeiner Belastung (nicht nüchtern, großer Stress, ...). Wenn so ein Wert auftritt, dann ist übrigens Typ1 absolut ausgeschlossen, da braucht es keine Antikörpertests.

    Klar sind deine Werte nicht ganz in Ordnung, aber auf keinen Fall so, dass du dich krank fühlen musst. Die beschriebenen Komplikationen können durchaus mit dafür verantwortlich sein. Kümmere dich so entspannt wie möglich um dein Kind und lass die Ärztin in einem halben Jahr erneut die Werte prüfen. Wenn sie dann nicht weiter nach unten gegangen sind, musst du eventuell etwas gegensteuern. Wenn sie weiter gestiegen sind, was hoffentlich nicht der Fall ist, dann kannst du langsam anfangen dir etwas Sorgen zu machen. Aber nur ein bisschen, mit Diabetes kann man mit ein bisschen Umsicht und Achtsamkeit gut zurecht kommen.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 10.06.2020 17:05:30. Grund: .
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    am 11.06.2020 08:08:58 | IP (Hash): 1480537167
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort. Deine Worte beruhigen mich doch.
    Ich verstehe nur die Ärztin nicht, warum sie gleich Bonn Diabetes spricht. Ich habe extra gefragt, ob es gleich Diabetes oder eine gestörte Toleranz ist.

    Der HbA1c wurde in der Schwangerschaft mehrmals kontrolliert und lag auch noch kurz vor der Geburt bei 4,7. Also müssen die Blutzuckerwerte ja wirklich erst nach der Entbindung angestiegen sein. Eigentlich sollten sie ja dann sogar wieder niedriger sein. Das bereitet mir noch Kopfzerbrechen.

    Aber ich kann es wahrscheinlich nur abwarten und immer wieder mal messen. Bis jetzt ging alles. Hab bewusst man die "bösen" Sachen ausprobiert (Pizza, Döner, Marmelade, Pfannkuchen etc. - alle Werte unter 7,8). Nur bei Kroketten mit paniertem Fisch und Saft oder Basmatireis waren die Werte mal über 8.
    Aber wenn ich das richtig verstanden hab, kann das auch bei gesunden Menschen mal durchaus vorkommen?

    Viele Grüße und einen schönen Tag :-)
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    am 11.06.2020 12:52:01 | IP (Hash): 243740587
    Ich muss noch mal schreiben. Das Chaos im Kopf ist wieder perfekt.
    Meine Hausärztin hat den Befund der Diabetologin bekommen. Dort steht als Diagnose drin "Verdacht auf Diabetes mellitus Typ 1 beim Erwachsenen".
    Als Epikrise: "Abfall des C Pepita von 4,9 auf 1,3, damit noch Insulin vorhanden, aber kein Hyperinsulinimus wie bei Insulinresistenz als Ursache für den verzögerten BZ Abbau."

    Also wenn ich das richtig deute, dann vermutet die Ärztin jetzt doch wieder einen Typ 1?

    Kann es denn ein beginnender Typ 1 sein? Wie sind denn die Anzeichen dafür?
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    am 11.06.2020 14:51:23 | IP (Hash): 766285679
    Guck mal z.B. hier unter 3.:
    https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef2/lbef_cpeptid.htm

    Bist du ganz sicher, dass du bei der 4,9 nüchtern warst? Falls ja, kannst du dich eventuell daran erinnern, ob du vor der Blutabnahme großen Stress hattest? Steht irgendwo die Maßeinheit dabei? Wobei die Aussage bei 1,3nmol/l noch unverständlicher wäre. Steht im Laborbericht dabei, in welchem Bereich der Wert normal liegen müsste?

    Die Vermutung der Diabetologin kann ich nicht nachvollziehen. Wenn sie das vermutet, dann wird sie weitere Untersuchungen folgen lassen. Denen kannst du wahrscheinlich ganz in Ruhe entgegen sehen. Falls wirklich Typ1-Entwicklung rauskommen sollte, dann wäre die sehr zeitige Entdeckung allerdings ein großer Vorteil.

    Beste Grüße, Rainer


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    Bearbeitet von User am 11.06.2020 15:38:04. Grund: .
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    am 12.06.2020 17:57:44 | IP (Hash): 1883821700
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine Antwort und den hilfreichen Tipp. Du hast recht, ich habe noch mal meine Unterlagen durchgeschaut. Bei der ersten Blutentnahme war ich allem Anschein nach nicht nüchtern (im Zuckerbuch wurde als erstes der Wert eine Stunde nach dem Frühstück eingetragen). Und ich meine mich jetzt auch erinnern zu können, sodass es Marmeladenbrot an dem Tag gab :-)
    Also kann man die beiden Werte ja gar nicht mit einander vergleichen. Das beruhigt mich sehr.

    Das c-Peptid ist in "ug/l" angegeben.

    Viele Grüße!
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    am 12.06.2020 21:22:53 | IP (Hash): 1156028619
    Hallo EmEd,

    dann bleibt alles so, wie ich es gesagt habe und du kannst weiteren Untersuchungen gelassen entgegen sehen.

    Ich drück dir die Daumen, dass sich deine BZ-Werte im nächsten halben Jahr wieder verbessern oder zumindest nicht schlechter werden.

    Alles Gute, Rainer
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    am 15.06.2020 15:12:13 | IP (Hash): 764504886
    Wie haltet ihr das nervlich nur aus?
    Ich hab das Gefühl, dass ich mich gerade in einem Teufelskreis befinde. Jeder sagt, ich soll erst mal abwarten, vielleicht geht es ja wieder weg.

    Rainer hat so aufbauende Worte geschrieben, an denen ich mich gerne festhalten würde. Seit Samstag habe ich nach allen Hauptmahlzeiten 1 Stunde nach dem Essen Werte über 8. Seitdem mache ich mich nur noch verrückt und bin schon beim Essen total aufgeregt, weil ich weiß, dass ich danach wieder messen "muss".
    Die nervliche Anspannung lässt die Werte wahrscheinlich ohnehin höher gehen :-(
    Ich kann den Gedanken an Diabetes aber einfach nicht weg schieben.

    Ich hab das Gefühl, dass es kaum jemanden gibt, der direkt nach der Schwangerschaft Diabetes behalten hat.

    Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit einer Darmaufbaukur? Das ist noch meine letzte Hoffnung, dass durch die viermalige Antibiotika-Einnahme vielleicht alles aus dem Gleichgewicht geraten ist, was nun vielleicht die höheren Zuckerwerte begünstigt :-(

    Danke für's Zuhören!
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    am 15.06.2020 15:46:49 | IP (Hash): 1358455158
    Vielleicht würden Deine Gespräche mit Dir selbst entspannter verlaufen, wenn Du Dir versichern würdest, dass Millionen Menschen mit ihrem Diabetes sehr gut auskommen?
    Und dass Du das bestimmt auch könntest und würdest, wenn Du tatsächlich einen entwickeln würdest?

    Und dass Du den wenn, dann aber nicht mit aller Gewalt auch noch möglichst schnell damit einladen wolltest, dass Du immer Essen in der Zusammensetzung auf den Teller packst, dass da dann in der Stundenspitze unbedingt ne 8 und mehr auf der Uhr stehen muss? - Daumendrück :)

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 15.06.2020 15:52:46 | IP (Hash): 363002210
    EmEd schrieb:
    Ich hab das Gefühl, dass es kaum jemanden gibt, der direkt nach der Schwangerschaft Diabetes behalten hat.

    Doch , die gibt es, du wärst nicht die einzige.

    Wenn da nicht der Einwand wäre, dass du gar keinen Diabetes hast. Vergiss bitte die Werte aus der SS, die sind sehr viel strenger als normal. In einer Stunde nach der Mahlzeit wären 7,8 (140mg/dl) total in Ordnung. Wenn da 8,9 (160mg/dl) raus kommen, dann ist das auch noch ziemlich gesund. Nach 2 Stunden sollten dann möglichst 6,7 (120mg/dl) erreicht sein.

    Hier hast du mal eine Grafik, was für den BZ nach der Mahlzeit normal ist:
    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
    Sieh dir nicht nur die fette Mittellinie an, sondern betrachte den gesamten normalen Bereich, der bis 8,9 (160) gehen darf. Diabetes (nicht SS-Diabetes) geht erst bei viel höheren Werten los. Dazwischen gibt es noch einen großen Bereich, den man als leichte Störung betrachten kann. Dass du die Entwicklung weiter beobachtest, ist sehr gut. Dass du dich von den vertretbaren Werten stressen lässt, ist schlecht - Stress an sich erhöht ebenfalls den BZ.

    Ich wünsche dir eine große Portion Ruhe und Gelassenheit, Rainer
    Bearbeitet von User am 15.06.2020 15:54:02. Grund: .