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C-Peptid stark gesunken

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    am 10.06.2020 14:35:24 | IP (Hash): 1275318831
    Vorsicht lang :-(
    Ich bin so verunsichert. In meiner zweiten Schwangerschaft wurde bereits in der 21. SSW über den OGTT Diabetes festgestellt (nüchtern 4,5/ 1 Std. 10,38/ 2 Std. 9,37). Da ich sehr schmal gebaut bzw. wohl eher untergewichtig bin (1,56m, 43kg) stand der Verdacht für Typ 1 im Raum. Das wurde im September über Antikörper (welche weiß ich nicht) aber ausgeschlossen.
    Mit der passenden Ernährung bin ich immer im vorgegebenen Wertebereich geblieben und hatte einen traumhaften hbA1c von 4,7.
    Wie von der Ärztin prophezeit, sind die Zuckerwerte ab der 38. SSW wieder abgefallen, also typisch für Schwangerschaftsdiabetes. Danach habe ich auch nicht mehr gemessen.
    5 Monate nach der Geburt war ich nun zum Nachsorge-OGTT. Leider waren auch hier die Werte wieder erhöht (nüchtern 5,1/ 1 Std. 11,9/ 2 Std. 8,7). Die Ärztin fiel aus allen Wolken. Ich natürlich auch und wurde mit den Worten verabschiedet, Sie haben Diabetes.
    Mein hbA1c ist inzwischen auf 5,4 gestiegen (im September in der SS noch bei 4,7). Und was meine Ärztin mir überhaupt nicht erklären kann, dass mein c-Peptid-Wert nun bei 1,3 liegt. Dieser war im September bei 4,9.
    Sie hat mich dadurch extrem verunsichert. Unter 1 dürfte er wohl nicht fallen, sagte die Ärztin.
    Ich mache mir große Sorgen, warum meine Werte nun alle höher sind als in der Schwangerschaft und warum dieser große Unterschied beim c-Peptid zustande kommt.
    Ich stille meinen Sohn noch voll. Das verbraucht ja auch viel Energie. Am Ende wären meine Werte jetzt noch höher ohne stillen.
    Ich habe wahnsinnige Angst, dass sich meine Werte weiter verschlechtern oder dass sogar irgendwas seltenes dahinter steckt.
    Die Wahrscheinlichkeit für Schwangerschaftsdiabetes ist ja schon gering. Es danach zu behalten, noch geringer. Aber mit meinem Untergewicht falle ich ganz und gar aus dem "Standard".
    Ich weiß, dass meine Werte jetzt nicht außerordentlich schlecht sind, aber die rasche Veränderung in dem dreiviertel Jahr macht mir Kopfzerbrechen :-(

    Nach der Geburt gab es einige Komplikationen - Kaiserschnitt, Darmverschluss und dann Infektionen der Narbe. Habe dann im ersten Viertel Jahr vier mal Antibiotika nehmen müssen. Kann das vielleicht auch ein Grund sein, dass meine Zuckerwerte nun wieder höher sind und der c-Peptid so stark gesunken?

    Ich bin echt ratlos. Habe viel gelesen, aber nichts vergleichbares gefunden.
    Ich würde mich über Meinungen und Ratschläge freuen.

    Danke!
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    am 10.06.2020 16:14:33 | IP (Hash): 1579799731
    Hallo EmEd,

    in deinem Beitrag stecken etliche falsche Aussagen. Wenn man die richtig stellt, dann kannst du die Sache schon sehr viel ruhiger sehen.

    1. Mit den Werten nüchtern 5,1/ 1 Std. 11,9/ 2 Std. 8,7 hast du noch lange keinen Diabetes. Diabetes wäre es erst ab einem 2-Stunden-Wert von 11,1mmol/l oder einem Nüchternwert von 7,8 oder einem HbA1c von 6,5%. Du darfst dich nicht an den Werten für SS-Diabetes orientieren, die sind zum Schutz des ungeborenen Babys sehr viel strenger.

    2. Auch der oGTT ist von der Tagesform abhängig und kann an verschiedenen Tagen unterschiedliche Werte bringen. Dein Eindruck, die oGTT-Werte wären stark gestiegen, ist nicht richtig. Sie zeigen einfach nur die natürlich auftretenden Schwankungen. Dass das HbA1c von 4,7 auf 5,4 gestiegen ist, ist ebenfalls erklärbar. Dieser Wert bildet den durchschnittlichen BZ der letzten 10 ... 12 Wochen ab. Wenn dein BZ erst kurz vor der ersten HbA1c-Bestimmung angestiegen ist, dann sieht man das in dem Wert noch nicht.

    3. Dein Nüchternwert vom c-Peptid ist total normal. Aus dem kannst du auch nicht viel ersehen, lediglich dass Nüchternwerte unter 0,5 Typ1 vermuten lassen. Dein Wert von 4,9 war wahrscheinlich unter irgendeiner Belastung (nicht nüchtern, großer Stress, ...). Wenn so ein Wert auftritt, dann ist übrigens Typ1 absolut ausgeschlossen, da braucht es keine Antikörpertests.

    Klar sind deine Werte nicht ganz in Ordnung, aber auf keinen Fall so, dass du dich krank fühlen musst. Die beschriebenen Komplikationen können durchaus mit dafür verantwortlich sein. Kümmere dich so entspannt wie möglich um dein Kind und lass die Ärztin in einem halben Jahr erneut die Werte prüfen. Wenn sie dann nicht weiter nach unten gegangen sind, musst du eventuell etwas gegensteuern. Wenn sie weiter gestiegen sind, was hoffentlich nicht der Fall ist, dann kannst du langsam anfangen dir etwas Sorgen zu machen. Aber nur ein bisschen, mit Diabetes kann man mit ein bisschen Umsicht und Achtsamkeit gut zurecht kommen.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 10.06.2020 17:05:30. Grund: .
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    am 11.06.2020 08:08:58 | IP (Hash): 1480537167
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort. Deine Worte beruhigen mich doch.
    Ich verstehe nur die Ärztin nicht, warum sie gleich Bonn Diabetes spricht. Ich habe extra gefragt, ob es gleich Diabetes oder eine gestörte Toleranz ist.

    Der HbA1c wurde in der Schwangerschaft mehrmals kontrolliert und lag auch noch kurz vor der Geburt bei 4,7. Also müssen die Blutzuckerwerte ja wirklich erst nach der Entbindung angestiegen sein. Eigentlich sollten sie ja dann sogar wieder niedriger sein. Das bereitet mir noch Kopfzerbrechen.

    Aber ich kann es wahrscheinlich nur abwarten und immer wieder mal messen. Bis jetzt ging alles. Hab bewusst man die "bösen" Sachen ausprobiert (Pizza, Döner, Marmelade, Pfannkuchen etc. - alle Werte unter 7,8). Nur bei Kroketten mit paniertem Fisch und Saft oder Basmatireis waren die Werte mal über 8.
    Aber wenn ich das richtig verstanden hab, kann das auch bei gesunden Menschen mal durchaus vorkommen?

    Viele Grüße und einen schönen Tag :-)
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    am 11.06.2020 12:52:01 | IP (Hash): 243740587
    Ich muss noch mal schreiben. Das Chaos im Kopf ist wieder perfekt.
    Meine Hausärztin hat den Befund der Diabetologin bekommen. Dort steht als Diagnose drin "Verdacht auf Diabetes mellitus Typ 1 beim Erwachsenen".
    Als Epikrise: "Abfall des C Pepita von 4,9 auf 1,3, damit noch Insulin vorhanden, aber kein Hyperinsulinimus wie bei Insulinresistenz als Ursache für den verzögerten BZ Abbau."

    Also wenn ich das richtig deute, dann vermutet die Ärztin jetzt doch wieder einen Typ 1?

    Kann es denn ein beginnender Typ 1 sein? Wie sind denn die Anzeichen dafür?
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    am 11.06.2020 14:51:23 | IP (Hash): 766285679
    Guck mal z.B. hier unter 3.:
    https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef2/lbef_cpeptid.htm

    Bist du ganz sicher, dass du bei der 4,9 nüchtern warst? Falls ja, kannst du dich eventuell daran erinnern, ob du vor der Blutabnahme großen Stress hattest? Steht irgendwo die Maßeinheit dabei? Wobei die Aussage bei 1,3nmol/l noch unverständlicher wäre. Steht im Laborbericht dabei, in welchem Bereich der Wert normal liegen müsste?

    Die Vermutung der Diabetologin kann ich nicht nachvollziehen. Wenn sie das vermutet, dann wird sie weitere Untersuchungen folgen lassen. Denen kannst du wahrscheinlich ganz in Ruhe entgegen sehen. Falls wirklich Typ1-Entwicklung rauskommen sollte, dann wäre die sehr zeitige Entdeckung allerdings ein großer Vorteil.

    Beste Grüße, Rainer


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    Bearbeitet von User am 11.06.2020 15:38:04. Grund: .
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    am 12.06.2020 17:57:44 | IP (Hash): 1883821700
    Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine Antwort und den hilfreichen Tipp. Du hast recht, ich habe noch mal meine Unterlagen durchgeschaut. Bei der ersten Blutentnahme war ich allem Anschein nach nicht nüchtern (im Zuckerbuch wurde als erstes der Wert eine Stunde nach dem Frühstück eingetragen). Und ich meine mich jetzt auch erinnern zu können, sodass es Marmeladenbrot an dem Tag gab :-)
    Also kann man die beiden Werte ja gar nicht mit einander vergleichen. Das beruhigt mich sehr.

    Das c-Peptid ist in "ug/l" angegeben.

    Viele Grüße!
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    am 12.06.2020 21:22:53 | IP (Hash): 1156028619
    Hallo EmEd,

    dann bleibt alles so, wie ich es gesagt habe und du kannst weiteren Untersuchungen gelassen entgegen sehen.

    Ich drück dir die Daumen, dass sich deine BZ-Werte im nächsten halben Jahr wieder verbessern oder zumindest nicht schlechter werden.

    Alles Gute, Rainer
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    am 15.06.2020 15:12:13 | IP (Hash): 764504886
    Wie haltet ihr das nervlich nur aus?
    Ich hab das Gefühl, dass ich mich gerade in einem Teufelskreis befinde. Jeder sagt, ich soll erst mal abwarten, vielleicht geht es ja wieder weg.

    Rainer hat so aufbauende Worte geschrieben, an denen ich mich gerne festhalten würde. Seit Samstag habe ich nach allen Hauptmahlzeiten 1 Stunde nach dem Essen Werte über 8. Seitdem mache ich mich nur noch verrückt und bin schon beim Essen total aufgeregt, weil ich weiß, dass ich danach wieder messen "muss".
    Die nervliche Anspannung lässt die Werte wahrscheinlich ohnehin höher gehen :-(
    Ich kann den Gedanken an Diabetes aber einfach nicht weg schieben.

    Ich hab das Gefühl, dass es kaum jemanden gibt, der direkt nach der Schwangerschaft Diabetes behalten hat.

    Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit einer Darmaufbaukur? Das ist noch meine letzte Hoffnung, dass durch die viermalige Antibiotika-Einnahme vielleicht alles aus dem Gleichgewicht geraten ist, was nun vielleicht die höheren Zuckerwerte begünstigt :-(

    Danke für's Zuhören!
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    am 15.06.2020 15:46:49 | IP (Hash): 1358455158
    Vielleicht würden Deine Gespräche mit Dir selbst entspannter verlaufen, wenn Du Dir versichern würdest, dass Millionen Menschen mit ihrem Diabetes sehr gut auskommen?
    Und dass Du das bestimmt auch könntest und würdest, wenn Du tatsächlich einen entwickeln würdest?

    Und dass Du den wenn, dann aber nicht mit aller Gewalt auch noch möglichst schnell damit einladen wolltest, dass Du immer Essen in der Zusammensetzung auf den Teller packst, dass da dann in der Stundenspitze unbedingt ne 8 und mehr auf der Uhr stehen muss? - Daumendrück :)

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 15.06.2020 15:52:46 | IP (Hash): 363002210
    EmEd schrieb:
    Ich hab das Gefühl, dass es kaum jemanden gibt, der direkt nach der Schwangerschaft Diabetes behalten hat.

    Doch , die gibt es, du wärst nicht die einzige.

    Wenn da nicht der Einwand wäre, dass du gar keinen Diabetes hast. Vergiss bitte die Werte aus der SS, die sind sehr viel strenger als normal. In einer Stunde nach der Mahlzeit wären 7,8 (140mg/dl) total in Ordnung. Wenn da 8,9 (160mg/dl) raus kommen, dann ist das auch noch ziemlich gesund. Nach 2 Stunden sollten dann möglichst 6,7 (120mg/dl) erreicht sein.

    Hier hast du mal eine Grafik, was für den BZ nach der Mahlzeit normal ist:
    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
    Sieh dir nicht nur die fette Mittellinie an, sondern betrachte den gesamten normalen Bereich, der bis 8,9 (160) gehen darf. Diabetes (nicht SS-Diabetes) geht erst bei viel höheren Werten los. Dazwischen gibt es noch einen großen Bereich, den man als leichte Störung betrachten kann. Dass du die Entwicklung weiter beobachtest, ist sehr gut. Dass du dich von den vertretbaren Werten stressen lässt, ist schlecht - Stress an sich erhöht ebenfalls den BZ.

    Ich wünsche dir eine große Portion Ruhe und Gelassenheit, Rainer
    Bearbeitet von User am 15.06.2020 15:54:02. Grund: .
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    am 15.06.2020 20:27:14 | IP (Hash): 1266447864
    Hallo,

    also vergiss auf jeden Fall die Grenzwerte für Schwangerschaftsdiabetes. Die haben nichts mit den Grenzwerten für "normalen" Diabetes zu tun.
    Ein "normaler" Diabetes -außerhalb der Schwangerschaft - wird diagnostiziert, wenn
    1) der Nüchternwert min. 126mg/dl bzw. 7 mmol/l ist
    2) 2x ein Gelegenheitsblutzucker von min. 200mg/dl bzw. 11,1 mmol/l gemessen wurde
    3) der HbA1C von min. 6,5%
    4) im Ogtt ein 2-Stunden-Wert von min. 200mg/dl bzw. 11,1 mmol/l

    Sollte ein Kriterium eine Diagnosegrenze überschreiten und das nicht nur erheblich (bei einem BZ von 500 oder einen HbA1C von 13 ist die Diagnose klar), dann muss nochmal ein weiteres Kriterium oder das gleiche getestet werden, damit die Diagnose steht.

    So, und jetzt zu deinen Werten, Stress kann den BZ enorm erhöhen. Also höre einfach mit der Testerei ein paar Tage auf. Und dann nur hin und wieder, wenn es dich beruhigt.
    Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch komplett stoffwechselgesunde Menschen mal Spitzen von 160mg/dl-180mg/dl (also 8,9 bis 10mmol/l) haben können insb. nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten.

    Noch was, jedes Messgerät hat eine gewisse Toleranz. Ab 100mg/dl bzw. 5,6 mmol/l dürfen die Werte um +-10% abweichen. Darum sind sie für eine Diagnose überhaupt nicht geeignet.

    LG
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    am 16.06.2020 14:02:35 | IP (Hash): 1158015198
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Die Schwangerschaftswerte sind wahrscheinlich wirklich im Kopf eingebrannt. Ich orientiere mich immer an den 7,8 nach dem Essen.
    Vor zwei Wochen nach dem Mittagessen (Nudeln) war mein Wert z.B. 6,9; heute ist er auch bei Nudeln bei 8,6). Das irritiert mich schon. Und es verunsichert mich insgesamt, dass die Werte jetzt immer höher liegen als vor ein paar Monaten in der Schwangerschaft.
    Ich stille mein Baby noch voll. Das verbrennt ja auch Energie. Das müsste die Werte ja zusätzlich noch absenken :-(

    Ich weiß, dass "alt eingesessene Diabetiker" über meine Werte lachen. Aber die Angst ist schon da, dass es sich jetzt immer weiter verschlechtert.
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    am 16.06.2020 22:36:42 | IP (Hash): 50128308
    Gott oh Gott.

    lass dich bloß nicht verrückt machen. Ich hab die Diagnose seit 1.April hbac1 11,9.

    Ich messe viel (50 mal die Woche zu allen gelegengeiten), esse meist gleich. Daher sind die werte gut vergleichbar.

    Bin männlich 40 Jahre 105kg, stattlich. Lowcarb Ernährung. Mal so ein paar sachen die ich gemessen habe.

    Nüchternblutzucker 6uhr
    5,5 normal "gesund"
    6,6 stress schlecht geschlafen
    6,7 harnweksinfekt (aber super geschlafen und ausgeruht)
    6,3 Allergie (Gräser, ganz schlimm)

    Bei Allergie oder Infekt (auch wenn es nur ein kleiner ist) kannst direkt ein mmol drauf rechnen, kommt stress noch mit bei wird es noch höher.

    Spielt auch eine Rolle wie deine Verdauung/stoffwechsel zur zeit "performt". 2 mal selbe essen (wiege ich ab) einmal von 5,4 auf 6,5 und einmal von 5,8 auf 5,6 (2 stunden nach dem essen, hab extra 2 mal gemessen weils weniger war).

    Nach dem Antibiotikum (war ein recht starkes reserve Zeug) hab ich auch erstmal so eine 18Fach Darmbazillenkur gemacht. Durchschnitt 7 Tage war 7,4mmol jetzt gehts langsam wieder zurück auf unter 6. Kann an der reparierten Darmflora liegen oder weil auch die Allergie nachgelassen hat.

    Stress haste, infekt hattest auch und ne allergie (wirste warscheinlich auch haben) Von daher liest sich das für mich völlig normal.

    Beim Glucosetest scheiterste auch wenn du ne zeit lang auf zucker/kohlenhydrate verzichtest oder davon weniger isst ;-)

    Tatsächlich sind die besten Tipps:
    1. Abwarten bis sich der körper selber einregelt (schwangerschaft bringt ja einiges durcheinander)
    2. Kein Stress machen (der ist ja zur zeit teilweise nicht vermeidbar)
    3. Kein Stress machen, mit tausendmal messen
    4. Kein Stress machen wenn der wert mal bei 9-10 ist (4 stunden danach halt nochmal messen und hände waschen nicht vergessen).
    5. Immer dran denken die Messgeräte sind "Schätzeisen" (Das macht meine Angaben teilweise auch recht sinnlos aber gibt halbwegs eine Richtung)
    4. Darmkur, die würde ich machen ;-)

    Viele Grüße und mach die keinen Stress :D

    Ulf
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    am 24.06.2020 09:12:09 | IP (Hash): 2034833714
    Hallo liebes Forum,

    ich muss noch mal nerven. Ich hatte gestern einen Termin bei meiner Diabetologin. Ich habe sie daher noch einmal nach den letzten Werten gefragt. Sie geht weiter davon aus, dass ich einen Typ 1 entwickel :-( Da ich eben so schlank (schon eher dürr mit 1,55m und 43kg) bin, kann das wohl kein Typ 2 sein. Sie hätte noch keinen Patienten Patienten gehabt, der so schlank Typ 2 bekommen hat.
    Mir ist ja klar, dass Typ meistens mit Übergewicht einhergeht, aber ist es denn bei schlanken wirklich so sehr ausgeschlossen.

    Auf meine Frage, ob man es denn noch mal über die Antikörper testen könnte (damit die Diagnose steht und ich auch Gewissheit habe), meinte sie nur, dass solche Tests sehr teuer sind und dafür meine Werte erst noch schlechter werden müssen. Toll, also erst mal warten, bis mein Körper schaden nimmt oder wie? Und Woche für Woche warten, ob sich die Werte verschlechtern? So könnte man doch von Anfang an anders in die Behandlung gehen.

    Im September wurde auf folgende Antikörper getestet: Insellzell-AK kleiner 1:10/ GAD II, GAD 65-AK kleiner 5.
    Da wurde mir gesagt, dass Typ 1 ausgeschlossen ist. Die Ärztin sagte mir, dass das keine Sicherheit für immer ist, aber in den nächsten Jahren wohl kein Thema sein wird. Mich verwirrt das einfach. Erst wird es ausgeschlossen, jetzt ist sie sich wieder sicher, dass es Typ 1 ist. Wenn ich es richtig gelesen habe, gibt es noch mehr Antikörper, die man testen kann. Was sagen mir denn die zwei Antikörper, die bei mir getestet wurden?

    Ach so, für die Ärztin ist der aktuelle C-Peptid-Wert von 1,35 ug/l auch ein Indiz auf Typ 1. Das wäre wohl untere Grenze.

    Es gibt ja auch diese Sonderform "LADA". Kann es auch in diese Richtung gehen? Ach so, die Ärztin meinte auch noch, dass es sozusagen egal wäre, welcher Typ es ist, da bei schlanken Menschen sowieso mit Insulin behandelt wird. Ist das so?

    Ich bin mit meinem Latein am Ende. Wahrscheinlich bleibt mir wirklich nichts anderes übrig, als abzuwarten, was aus den Werten wird. In den letzten zwei Wochen sind die Werte auch gestiegen. Nach einer Stunde hatte ich oft Werte über 8, nach zwei Stunden waren aber alle Werte wieder in Ordnung. Ich hoffe aber, dass lag am nervlichen Stress, weil ich mich so reingesteigert hab. Das Messgerät hab ich jetzt erst mal weg gelegt, um erst mal wieder runter zu kommen ;-)

    Danke, dass es das Forum als Kummerkasten gibt :-)
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    am 24.06.2020 09:55:56 | IP (Hash): 816120102
    Warum suchst Du eigentlich so verbissen nach dem Typ?

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 24.06.2020 18:45:17 | IP (Hash): 1669732400
    Hallo,

    also die Aussagen deiner Diabetologin sind so ganz sicher nicht richtig.
    Als erstes, gibt es bei Typ2 zwei Gruppen Typ2a: Übergewichtig Typ2b: normalgewichtig.
    Also ja, auch als normalgewichtige kannst du theoretisch auch Typ2 bekommen. Und nein, die bekommen dann auch nicht automatisch Insulin, sondern auch erstmal Ernährung, falls es dort was zu verbessern gibt, dann Tabletten und erst wenn das nicht hilft, Insulin.

    Zudem gibt es sogenannte Sonderformen, da wäre bei dir insb. der Mody-Diabetes (Typ3a) interessant. Das ist sozusagen eine Art Typ2-Diabetes (also kein Insulinmangel) bei jungen, normalgewichtigen Menschen, der i.d.R. vererbt wird, häufig haben viele Verwandten Diabetes, es gibt aber auch Spontanmutationen, dass es bei dir als erstes auftreten kann. Einige Formen (Mody hat 11 Unterformen) verlaufen langezeit sehr mild, so dass sie lange nicht erkannt werden, einige werden nach einem Schwangerschaftsdiabetes erstmalig entdeckt. Andere ähneln einen Typ1-Diabetes. Der ist nicht per se Insulinpflichtig. Sondern je nach Mody-Art reicht Diät. Häufig funktioniert auch Sulfonylharnstoff gut (Diabetes-Tabletten). Manche brauchen Insulin. Wichtig bei den Mody-Formen besteht keine Insulinresistenz (wie bei Typ2) und kein absoluter Insulinmangel (wie bei Typ1).

    Man kann theoretisch auch einen Typ1 Diabetes ohne Antikörper haben. Antikörper positiv= Typ1 sicher, keine Antikörper= kein sicherer Ausschluss von Typ1, eine kleine Anzahl an Diabetikern hat keine Antikörper.
    Es gibt verschiedene Antikörper, wobei ich mal wo gelesen habe, dass bestimmte Antikörper eher bei Kleinkindern positiv sind, andere bei Erwachsenen. GADA ist beispielsweise ein klassischer Antikörper der bei LADA häufig positiv ist. Hab jetzt leider keine Quelle dazu.
    ABER: dein C-Peptid Wert liegt bei 1,35ug/l (Referenzbereich ca. 0,8-1,9) Du liegst da definitiv nicht am unteren Grenze!!! Sondern genau passend. Absolut kein Hinweis irgendwie in Richtung Typ1!!!!! Deine Ärztin hat sie doch nicht mehr...

    Du darfst definitiv auch Werte über 8 bei der Mahlzeit haben. Das ist normal. Bis zu 10 (=180mg/dl) ist möglich, je nach Nahrungszusammensetzung, ohne gleich eine Stoffwechselstörung zu haben. Mit dem Stress, den du dir machst, sowieso. Da sind die Werte meistens nochmal deutlich höher.

    Pack dein Messgerät weg und beruhige dich. Das ist für dich absolut nicht gut, den Stress denn du dir jetzt unnötigerweise machst. Werden aufgrund des Schwangerschaftsdiabetes nicht sowieso nach der Schwangerschaft nochmal Kontrollen gemacht? Diese würde ich wahrnehmen, aber sonst mich nicht verrückt machen lassen.
    Sollte doch irgendwann die Werte steigen, würde ich mir definitiv eine andere Diabetologin suchen. Deine scheint wenig Ahnung zu haben.

    LG
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    am 26.06.2020 07:39:48 | IP (Hash): 873482622
    Hallo EmEd,

    ich habe einen frisch diagnostizierten Diabetes, Typ Lada. Also Typ 1 im Erwachsenenalter.
    Bei mir liegt der C-Peptid Wert bei 1,2. Da ich schlank bin und mich die Diabetologin hinsichtlich "Lifestyle" nicht zum Typ 2 zählen wollte, hat sie auch einen Antikörper-Test gemacht. Dabei kam raus, dass ich einen GAD-Antikörper Wert von 2000 U/ml habe. Unter 10 U/ml wäre ok.
    Damit hatte ich dann auch meine LADA-Diagnose.
    Vielleicht wäre es sinnvoll auch bei Dir zu testen, ob Antikörper gegen die Inselzellen der BSD vorliegen...
    Ich muss allerdings nachschieben, dass ich beim OGTT nach einer Stunde einen Wert von 255 mg/dl und nach 2 Stunden von 225 mg/dl hatte... da lag da schon die Diagnose Diabetes vor, man wollte aber noch wissen welcher genau. Der Langzeitwert liegt bei mir derzeit bei 5,5...
    Bei den Messwerten nach dem Essen soll ich nicht über einen Wert von 160 kommen, da sie diesen Wert bei mir als Nierenschwellenwert angegeben hat, also ab diesem Wert kann der Zucker nicht mehr im Körper behalten werden und wird über den Urin ausgeschieden...
    LG
    petra
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    am 27.06.2020 19:24:49 | IP (Hash): 1669732400
    Hallo Petra,

    du bist dann echt früh entdeckt worden. Super.
    Dein super HbA1C und auch dein noch super guter C-Peptid zeigen, dass deine Bauchspeicheldrüse ohne Essen noch gut die Nüchternblutzuckerwerte in einem sehr guten Bereich hält, oder? Wie sieht es damit aus?
    Nur bei größeren Belastungen wie größere Mahlzeiten und OGTT schafft es die BSD nicht mehr selbst und dies führt zu hohen Werte. Ist häufig bei einen Lada-Diabetes. Spritzt du denn etwas Mahlzeiteninsulin zur Unterstützung?

    Meistens wird die Nierenschwelle bei 180 angegeben. Manchmal auch bei 160, das ist auch individuell etwas verschieden. Ziel ist natürlich darunter zu bleiben, wobei kurze Spitzen an/über 160 bzw. 180 nicht sofort dazu führen, dass Zucker über den Urin ausgeschieden wird.

    EmEd hat Antikörper überprüft bekommen. Die waren negativ.

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    am 29.06.2020 10:34:18 | IP (Hash): 1275318832
    Danke für eure Antworten :-)

    Petra, wie ist es denn bei bei dir entdeckt worden?
    Von dem werten ist es ja ähnlich wie bei mir. Nur halt die Antikörper bei dir :-(
    Bei meinen stehen anderen Einheiten. GAD II/GAD 65 ist mit kleiner 5 IE/ml angegeben. Als Referenzwert steht kleiner 10. Und bei den Inselzell-AK steht kleiner 1:10 Titer (Referenz kleiner 1:10).

    Und July, von welchem Typ bist du betroffen?

    Viele Grüße :-)
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    am 29.06.2020 21:04:14 | IP (Hash): 1882391793
    Wenn du auch Werte an die 225-255 mg/dl (12,5-14,2 mmol/l) hast, dann bist du definitiv Diabetiker.
    Aber davon habe ich noch nix gelesen bei deiner Vorstellung. ??
    Oder auf welche Werte beziehst du dich?

    Die untersuchten Antikörper sind bei dir negativ. Da brauchst du dir erstmal keine Gedanken machen.
    Mehr als abwarten bleibt dir jetzt sowieso nicht. Leider. Sollte sich doch ein Diabetes entwickeln, kannst du das jetzt sowieso nicht wirklich verhindern. Insb. wenn es doch ein Lada ist. Früher oder später wird dann irgendein Wert eindeutig eine Diabetesdiagnose aufzeigen, sollte es wirklich irgendwann in Richtung Diabetes gehen. Sei es durch erhöhte PP-Werte (über 200mg/dl also 11,1mmol/l), steigende Nüchternwerte oder doch sinken des C-Peptids oder doch irgendwann positive Antikörper. Ein klassischer Typ1 ist es auf keinen Fall. (Bitte LADA=mit Restfunktion, langsamer Beginn; mit klassischer Typ1=eher abrupter Beginn, sehr wenig Restfunktion, sehr niedriges C-Peptid nicht verwechseln).
    Momentan sind absolut keine krankhaften Werte sichtbar. Das kann heißen, alles ist gut, aber bedeutet nicht, dass sich nicht doch langsam und schleichend irgendwann was entwickelt.

    Ich selbst habe sehr wahrscheinlich einen pankreopriven Diabetes (Typ3c) nachdem ich zwei Jahre davor eine Pankreatitis=Bauchspeicheldrüsenentzündung hatte. Auffällig mit erhöhten Nüchternwerten 135mg/dl (7,5mmol/l) und erhöhten HbA1C=6,5. Dann wurde OGTT gemacht, wobei ich "durchgefallen" bin mit zwei-Stunden Wert von 215 (11,9mmol/l), dann hatte ich definitiv die Diagnose Diabetes. Antikörper negativ, Insulin ist bei diesem Test nicht so stark angestiegen, wie es sollte, darum war klar definitiv "mässiger" Insulinmangel, jedoch kein klassischer Typ1. Wobei die Geschichte Typ1 bzw. Lada bei mir immer wieder hochkommt. Groß unterscheiden tun sich die Formen Typ1, Lada und pankreopriver Diabetes ja behandlungstechnisch dann nicht, ich brauche Insulin und Punkt. Kleine Feinheiten gibt es dann allerdings bei der Einstellung. Und da passe ich am meisten zu pankreopriven Diabetes und Lada. Typ2 und Tabletten bzw. Diät ist bei mir auf jeden Fall ausgeschlossen.

    lg