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Prädiabetes / diabetes Typ 2 , welche Werte sind normal
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am 10.06.2020 15:28:47 | IP (Hash): 309599537
Liebe Community,
bei mir wurde 2014 "versteckter" Diabetes diagnostiziert. Seitdem bin ich mit Metformin ohne Komplikationen in Behandlung (morgens und Abends je 850mg).
Ich habe ein HbA1c aktuell von 5,5 und war bisher auch nie über 6. Ärzte waren bisher immer unterschiedlicher Meinung. Da ich aber des Weiteren unter PCO "leide" benutzte ich weiterhin Metformin. Ich wiege aktuell 80 kg und bin 162cm groß und Anfang 30.
Mein Nüchternblutzucker ist unterschiedlich. Ich habe den Blutzucker bisher nie ernst genommen, bis ich seit einigen Wochen meinen BZ angefangen habe zu messen. Nüchtern bekomme ich durchaus mal Werte über 100 (109, 106...) aber auch mal drunter bis 86.
Wie misst man denn wirklich den BZ richtig? Ich habe sehr viel dazu gelesen, ,mal steht 1 Stunde nach dem ersten Biss und mal steht 2 Stunden nach dem letzten Biss. Was ist richtig?
Da ich abnehmen möchte versuche ich mich gesund zu ernähren und hatte heute morgen Haferbrei mit einer Banane und Zimt zum Frühstück und habe 1 h danach 196 gemessen, was mir angst macht und 2h danach war der Wert bei 133. Mein Diabetologe meint 2h nach dem Essen sei 140 in Ordnung. Aber mir fällt auf, dass ich die Spitzen meistens bereits nach 1h erreiche und diese bei der 2. Stunde wieder abfallen. Wie kann ich das beurteilen? Ich bin ja schon seit 2014 in Behandlung mit Metformin und messe aber erst seit Kurzem und komme nach einer Stunde auf Werte über 140.
Muss ich mir sorgen machen? Hat noch jemand die Erfahrung gemacht, dass Haferflocken die BZ Werte in die Höhe treiben? Mein Hausarzt meinte übrigens ich solle aufhören zu messen.
LG Selina -
am 10.06.2020 16:20:42 | IP (Hash): 1579799731
Hallo Selina,
hier hast du eine gute Vorschrift zum Messen des BZ mit den entsprechenden Zielwerten für eine gute BZ-Führung:
https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Beim NBZ kommt es übrigens nur darauf an, wo der sich gewöhnlich aufhält. Einzelne zu hohe Werte kannst du streichen. Einzelne sehr niedrige Werte kommen eigentlich kaum vor, das werden dann eher Ungenauigkeiten bei der Messung mit dem Handmessgerät (erlaubte Toleranz +/-15%) sein.
Beste Grüße, Rainer
Bearbeitet von User am 10.06.2020 16:32:17. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.06.2020 16:27:43 | IP (Hash): 1189057514
Hallo Selina,
man misst den Nüchternblutzucker, wenn man kein Insulin spritzt, am Besten noch im Liegen im Bett. Wenn man aufsteht erhöhen Hormone den BZ nur aufgrund der Lageänderung.
Wenn man Insulin spritzt misst man häufig aufgrund begrenzter Teststreifen erst unmittelbar vor dem Frühstück den Wert um die Insulindosis danach zu berechnen, wobei mittlerweile viele Diabetiker auch ein kontinuierliches Messsystem verwenden.
Wann misst man nach der Mahlzeit. Das ist so die Frage und eine allgemeine Aussage ist schwierig.
Die Kohlenhydrate gehen mit unter schnell ins Blut, aber nicht bei jeder Mahlzeit gleich. Das ist das Problem. Bei schnell verdauten Lebensmitteln kommt die Spitze in der Regel nach 30 min bis 1 Stunde. Anschließend sinkt der BZ wieder ab. Viele Diabetologen empfehlen den 2-Stunden-Wert um zu schauen, wie weit deine Bauchspeicheldrüse selbst den BZ wieder senkt. 2-Stunden-Werte unter 140 sind sinnvoll. Häufig werden auch 160 oder gar 180 empfohlen.
Für den 1-Stunden-Wert gibt es keine festgelegten Kriterien. Manche orientieren sich an den Kriterien der Diabetes-Diagnose (mehrfach über 200=Diabetes) und schauen unter 200 zu bleiben. Andere schauen, dass sie immer unter der Nieren-Schwelle (also unter 180) bleiben. Wieder andere, auch hier ein zwei Vertreter sind viel strenger, sagen unter 140 nach 1-Stunde, unter 120 nach 2-Stunden..
Oder man legt mit dem Arzt ein allgemeinen Zielbereich fest, bspw. für INSULINER ist es häufig 70-180, in dem man möglichst lange sein möchte, oder auch 80-160..
Wie sehr möchte man sein Leben einschränken und an den Diabetes anpassen, dass ist so die Frage. Was kann man mit vertretbaren Aufwand erreichen. Welche Werte sind einem welcher Aufwand wert. Das sind so Fragen, die man sich selbst stellen muss.
Wichtig ist, dieser idealtypische Verlauf mit Spitze nach 1 Stunde kommt nicht bei allen Lebensmittel vor. Manche Lebensmittel brauchen deutlich länger bis sie verdaut werden und somit den BZ ansteigen lassen. Dies ist besonders bei ballaststoffreichen Lebensmitteln und fettreichen Lebensmitteln der Fall.
Ich habe Verläufe bspw. bei Nudeln, da kommt erst nur ein kleiner Anstieg die erste Stunde, dann geht das ganze wieder runter, z.T. auch für drei-vier Stunden perfekte Werte und dann steigt der BZ plötzlich Stunden später wieder stark an, weil ich dafür zu wenig Insulin gespritzt habe..
Hafer wirkt bei einigen gut, aber bei vielen bewirkt er das Gegenteil und lässt den BZ stark ansteigen. Dein Frühstück ist so oder so blutzuckertechnisch nicht optimal. Banane ist ein Obst, was verhältnismäßig viele Kohlenhydrate hat, zudem der Hafer, der auch Kohlenhydrate hat. Am Ende noch mit Milch zubereitet? Die hat auch Kohlenhydrate.
Statt Banane wären Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, etc.) generell besser geeignet, die haben deutlich weniger Kohlenhydrate.
Besser wäre blutzuckertechnisch früh Vollkornbrot mit Käse/Wurst, Rühreier etc. Da hast du auch Eiweiß und Fett drin, was den BZ langsamer ansteigen lässt. Langsame Anstiege schafft die Bauchspeicheldrüse deutlich besser zu regulieren als plötzlich starke Anstiege.
LG1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.