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Nüchternzucker hoch Hba1C jedoch gut?!

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    am 12.08.2020 10:11:54 | IP (Hash): 267938407
    Hallo zusammen,

    bei mir wurde am 23.07.2020 nüchtern Blut abgenommen. Dabei war der Nüchternzucker bei 111. Der Arzt hat dann den Hba1C nachgeprüft und dieser lag bei 5,3%. Ich habe den Arzt seit dem 23.07.2020 gewechselt (Umzug). Bei dem neuen Arzt wurden am 05.08.2020 die Blutwerte auch überprüft. Nüchternzucker lag bei 101 und Hba1C bei 5,17%. Seit dem 23.07 habe ich mehr Sport gemacht und mehr auf meiner Ernährung geachtet.
    Nun mein Problem: Wenn ich selber morgens messe (nüchtern) habe ich Werte zwischen 98-110. Also eher etwas hoch als normal. Wie kann es sein, dass mein HBa1C dann bei 5,17% (ca. 91 mg/dl) liegt? Ich müsste ja dann rechnerisch oft im unterzucker sein, um auf den guten HBa1C von 5,17% Wert zu kommen - da die Morgenwerte ja so hoch sind. Bin ich gefährdet? Der zweite Arzt meinte ich muss mir keine Gedanken machen.
    Ich bin männlich, 35 Jahre alt, Schlank (91KG, 195CM).
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    am 12.08.2020 10:22:27 | IP (Hash): 664728660
    Hallo Wowa,

    du weißt, dass die Handmessgeräte eine Abweichung von +/-15% erlauben? Einige Markengeräte werden damit beworben, dass sie mit einer Abweichung von +/-8% auskommen. Auf jeden Fall können deine selbst gemessenen Nüchternwerte eine entsprechende Messdifferenz ausweisen.

    Darüber hinaus ist beim NBZ hauptsächlich interessant, wo er sich gewöhnlich aufhält. Einzelne Ausreißer nach oben lassen sich oft nicht erklären und sind auch nicht besonders wichtig. Insofern solltest du zwar weiter auf deine Ernährung und regelmäßige Bewegung achten, mehr würde ich aber nicht für notwendig halten. Eine jährliche Kontrolle der BZ-Werte bei deinem Arzt würde Sinn machen.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 12.08.2020 10:23:12. Grund: .
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    am 12.08.2020 11:44:28 | IP (Hash): 267938407
    Danke Rainer für deine Antwort. Naja heutzutage spricht man ja sofort von Pre Diabetes wenn man solche nüchtern Zuckerwerte hat. Genau vor einem Jahr hatte ich nüchtern Zuckerwerte beim Arzt von circa 80 und einen HB A1C Wert von 5,3 % d.h. ich habe jetzt einen niedrigeren hba1c Wert und einen höheren nüchtern Zucker Wert. Den Zucker messe ich schon seit circa zwei Wochen und dieser bewegt sich immer um den Dreh herum 100-110.

    Ich habe das Gefühl, je weniger und gesünder ich am Abend esse desto höher ist der nüchtern Zucker - so verrückt es auch klingt. So, als ob der Körper den Zucker selber in der Nacht erhöht. Ich fühle mich super morgens hab absolut keine Beschwerden. Aber heute wird uns ja gepredigt, dass ab einem Zuckerwert von 100 schon Gefahr droht.

    Übrigens ist der Zuckerwert circa 2 Stunden nach dem Essen völlig in Ordnung und liegt im Bereich 90-100 manchmal sogar unter 90. D.h. die Schaltzentrale im Körper scheint zu funktionieren.
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    am 12.08.2020 12:20:41 | IP (Hash): 664728660
    Ich denke, bei dir funktioniert alles bestens.

    Weiter beobachten ist gut - allerdings nicht täglich, sondern allenfalls monatlich oder nur quartalsweise.
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    am 15.08.2020 13:31:20 | IP (Hash): 868794470
    Seite einigen Tagen trage ich einen FSL 2 und kann das nur empfehlen!
    Das Fingerpieken find ich nicht gerade super und das Frickeln mit den Teststreifen nervt. Abgesehen davon erhält man mit den "angebauten" Sensoren interessante Einblicke in den Verlauf des BZ.

    Bearbeitet von User am 15.08.2020 13:33:08. Grund: Typo
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    am 18.08.2020 13:42:11 | IP (Hash): 834677684
    Danke für deine Rückmeldung Rainer. Ich lese hier halt immer wieder dass der Hba1C wert - wenn er gut ist, wenig aussagt.

    Ich habe nach dem Essen kaum werte über 140.

    Meine Frage. Gibt es eine Erklärung dafür dass bei gesunden Menschen der morgen Zucker erhöht ist ohne dass diese Menschen eine Vorstufe einer diabetes haben? Wie besprochen messe ich nie werte unter 100 am Morgen.

    Ist der Hba1c werte also doch noch so aussagekräftig?
    Bearbeitet von User am 18.08.2020 14:50:02. Grund: Rechtschreibung
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    am 18.08.2020 15:11:14 | IP (Hash): 1318109534
    Hallo,

    deine Werte sind super.

    Doch, der HbA1C sagt aus, dass deine Werte die allermeiste Zeit des Tages in einem sehr sehr guten Bereich liegen. Kurzfristige Schwankungen insb. kurze Spitzen nach dem Essen, falls vorhanden, kann er nicht immer berücksichtigen. Da du ja mehrfach perfekte Werte nach dem Essen gemessen hast, kannst du echt beruhigt sein.

    Wann misst du denn deinen Blutzucker? Im Liegen im Bett oder stehst du auf? Schon allein durch dieses Aufstehen schüttet der Körper Hormone aus, die den Blutzucker erhöhen. Viele Typ1er müssen sich daher Aufsteh-Insulin spritzen, direkt wenn sie aufstehen.
    Bei mir ist es persönlich so, dass mein Blutzucker durchs Aufstehen um ca. 20-30mg/dl ansteigt, aber da ich Diabetes habe, nicht wieder abfällt. Bei anderen Diabetiker steigt er z.B. noch viel stärker an.
    Auch bei Gesunden steigt der Blutzucker kurzfristig an, die Bauchspeicheldrüse schafft es dann aber wieder, den Blutzucker zu senken.

    Zudem werden in der Nacht ab ca. 3 Uhr langsam bestimmte Hormone ausgeschüttet, die denn Körper dazu bringen, langsam wach zu werden und fit für den Tag. Auch diese Hormone erhöhen wieder den Blutzucker minimal bei Gesunden, bei Diabetikern müssen diese schauen, wie sie mit Insulin diesen ungleichen Bedarf decken können. Wenn es dich interessiert kannst du ja mal nach Dawn-Phänomen googlen. Dieses beschreibt genau die Phase, wo der Körper am meisten Insulin benötigt aufgrund der Hormone am frühen Morgen.

    Mach dich also nicht verrückt.

    LG July
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    am 18.08.2020 16:38:24 | IP (Hash): 834677684
    Hallo also ich bin gerade im Urlaub In Italien. Ich habe ein großes Stück Pizza und nach circa 15 Minuten eine große Kugel Eis (in Waffel und Pappsüß) gegessen. Folgende Werte habe ich zeitlich nach der Kugel Eis messen können.
    Nach ca:
    20 Minuten 159
    45 Minuten 154
    60 Minuten 128
    90 Minuten 89
    120 Minuten 135
    140 Minuten 119
    180 Minuten konstant bei ca 118
    200 Minuten bei 100

    Wie kann denn so ein Zickzackverlauf erklärt werden?


    Bearbeitet von User am 18.08.2020 19:07:07. Grund: Aktualisiert
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    am 19.08.2020 16:07:52 | IP (Hash): 1318109534
    Ich würde alle Werte komplett als unauffällig bezeichnen.

    Die vorangegangene Pizza besteht neben jede Menge Kohlenhydrate (Teig) auch aus jeder Menge Fett (Käse, Belag). Dadurch verzögert sich der Blutzuckeranstieg. Darum könnte es sein, dass zuerst die erste Spitze durch das Eis und einen kleinen Anteil der Pizza zu stande kam und dann die zweite Spitze durch den verzögerten Anteil der Pizza.

    Sowohl Pizza als auch Eis in Summe haben ordentlich viele Kohlenhydrate, bei deinen Werten kannst du echt beruhigt sein.
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    am 19.08.2020 16:18:52 | IP (Hash): 1405894044
    Pass auf das du nicht zum hypochonder wirst. Bei dir sieht alles gesund aus.
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    am 19.08.2020 16:38:20 | IP (Hash): 834677684
    Danke euch Ihr wart wirklich hilfreich. Ich werde es einfach Einmal im Jahr beobachten.
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    am 19.08.2020 17:15:06 | IP (Hash): 1390397251
    Wowa schrieb:
    Wie kann es sein, dass mein HBa1C dann bei 5,17% (ca. 91 mg/dl) liegt? Ich müsste ja dann rechnerisch oft im unterzucker sein, um auf den guten HBa1C von 5,17% Wert zu kommen - da die Morgenwerte ja so hoch sind. Bin ich gefährdet?


    Zu Deiner Rechenfrage noch mal ausdrücklich: Spitzen, die kürzer als etwa 3-4 Stunden anhalten, bildet der HBA1c-Wert nicht ab. Die Verzuckerung der Blutkörperchen wird erst ab um 3-4 Stunden irreversibel.
    Die ca. 91 mg/dl meinen also den Durchschnitt von Deiner 24-Stunden-Verlaufsgrafik-Schlange, von der alle höheren Ausflüge geköpft sind, die nicht wenigstens gut 3 Stunden angehalten haben. Und das passt dann auch ohne Unterzuckerungen, oder? Also auf BZ-mäßig viele unauffällige Jahre!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 19.08.2020 18:36:47 | IP (Hash): 834677684
    Danke! Heißt im Umkehrschluss, dass der hba1c wert zeigt, wie gut und schnell der Körper mit Spitzen umgehen kann.

    Hier noch ein interessantes Video dazu: https://youtu.be/2l80su1zCLc
    Bearbeitet von User am 20.08.2020 03:06:47. Grund: .
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    am 21.08.2020 13:03:46 | IP (Hash): 1952713176
    Was ich noch bezüglich meinem hohen nüchtern Zucker erwähnen wollte: ich frühstücke beinahe nie. D.h. mein erstes Essen nach dem Abendessen findet um 12:30 Uhr statt. Ich habe also seit Jahren eine Pause von circa 18 Stunden zwischen Abendessen und dem nächsten Mittagessen am nächsten Tag. Ich denke es trifft wahrscheinlich einige Leute - der Körper muss sich morgens vorbereiten da er kein Frühstück bekommen und das erste Essen erst um 12:00 Uhr stattfindet und erhöht morgens immer den Zucker.
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    am 30.10.2020 08:21:06 | IP (Hash): 72970431
    Ich mache auch Intermittent Fasting. Zwischen der Mahlzeit abends um 20/21 Uhr und der nächsten vergeht bei mir - je nach Tag und Laune ;-) - ca. 16 bis 19 Stunden.

    Bei mir wurde kürzlich ein Nüchternwert von 98 mg/dl und ein Hba1c von 5,1 Prozent gemessen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich vor einer Blutuntersuchung noch selten so aufgeregt war. Könnte mir vorstellen, dass das den Nüchternwert noch einmal um einige Milligramm in die Höhe getrieben hat.

    Ich finde auch, man fühlt sich mit dem Intermittent Fasting einfach wohler. Schon in meiner früheren Kindheit habe ich nie gefrühstückt, weil ich morgens nie was essen konnte und auch nicht das Gefühl hatte, das bis zum Mittagessen nach holen zu müssen. Also mache ich praktisch schon seit meiner Kindheit intermittierendes Fasten ;-)

    Habe übrigens gelesen, dass Low-Carb-Diäter morgens (nüchtern) den höchsten Wert haben - sog. Dawn Phänomen. Ob das bei Intermittent Fasting auch der Fall ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht könnten sich Rainer und/oder Jürgen dazu nochmal äußern.

    Schönes Wochenende Euch Allen!
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    am 30.10.2020 11:34:07 | IP (Hash): 886205370
    Stress kann wohl was ausmachen. Bei uns haben Leute mit BZ über 100, meist auch einen hba1c von über 5,5.
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    am 30.10.2020 11:55:51 | IP (Hash): 72970431
    Hallo Daniela!

    Ja, das kann ich mir schon vorstellen.

    Im Netz habe ich kürzlich ne Seite, entdeckt, die nennt bereits Hba1c-Werte zwischen 5,4 und 5,7 Prozent "hochnormal". Macht man beim Blutdruck genauso. Da heißt alles zwischen 130 und 139 (syst.) bzw. 85 und 90 (diast.) "hochnormal"

    Ergänzung: Hab jetzt kurz mal nachgelesen. Der Hba1c kann durch Stress angeblich ebenfalls beeinflusst werden. 2001 gab es eine Untersuchung an gesunden Medizinstudenten (ohne Diabetes). Der Prüfungsstress führte zu erhöhten Hba1c-Werten, die einige Monate danach wieder signifikant gefallen sind. Aber 2001 ist halt auch lange her, daher den Bericht m.E. mit Vorsicht genießen! :-)
    Bearbeitet von User am 30.10.2020 12:06:45. Grund: Ergänzung
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    am 30.10.2020 15:27:21 | IP (Hash): 486017064
    Wahrscheinlich muss man dann für Klarheit doch nen ogtt machen...dir alles gute
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    am 30.10.2020 15:35:15 | IP (Hash): 797292722
    Mitglied schrieb:
    Hallo Daniela!

    Ja, das kann ich mir schon vorstellen.

    Im Netz habe ich kürzlich ne Seite, entdeckt, die nennt bereits Hba1c-Werte zwischen 5,4 und 5,7 Prozent "hochnormal". Macht man beim Blutdruck genauso. Da heißt alles zwischen 130 und 139 (syst.) bzw. 85 und 90 (diast.) "hochnormal"

    Ergänzung: Hab jetzt kurz mal nachgelesen. Der Hba1c kann durch Stress angeblich ebenfalls beeinflusst werden. 2001 gab es eine Untersuchung an gesunden Medizinstudenten (ohne Diabetes). Der Prüfungsstress führte zu erhöhten Hba1c-Werten, die einige Monate danach wieder signifikant gefallen sind. Aber 2001 ist halt auch lange her, daher den Bericht m.E. mit Vorsicht genießen! :-)



    Hast du zu dieser Studie eine Quelle.
    Erhöht heißt ja nicht zwangsläufig, dass sich die HbA1C Werte im diabetischen Bereich aufgehalten haben. Wenn die Medizinstudenten vorher einen HbA1C von 5,0 hatten und in der Prüfungszeit 5,3, dann war er auch "erhöht" gegenüber den 5,0 vor der Prüfungsphase.
    Und dass Dauer-Stress einen Einfluss auf die Blutzuckerwerte haben kann und wenn dieser dann anhält über mehrere Wochen und dadurch die Blutzuckerwerte die komplette Zeit etwas höher liegen als sonst, dann spiegelt es sich natürlich auch im HbA1C wieder.
    Kurzfristiger Stress hat jedoch keinen Einfluss auf den HbA1C.
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    am 04.11.2020 12:43:58 | IP (Hash): 72970431
    Hallo July!

    Die habe ich. Siehe hier: https://www.bmj.com/rapid-response/2011/10/28/psychosocial-stress-may-be-cause-increased-hba1c

    Allerdings wird auf konkrete Zahlen nicht eingegangen und die Frage, was denn letztendlich "signifikant" für die Experten bedeutet, ist ja auch eher eine Frage der individuellen Definition. Manche würden vielleicht schon Erhöhungen im Bereich von 0,3 Prozent als "signifikant höher" bezeichnen.

    Fakt ist aber, dass die Studie als mögliche alternative Ursache von erhöhten HbA1c-Werten "Psychosozialen Stress" bei gesunden Nicht-Diabetikern und Diabetikern angibt. Zudem besagt sie, dass bei Nicht-Diabetikern während der Prüfungszeit die Hba1c-Werte "signifikant höher" lagen und nach der Prüfungszeit wieder "deutlich niedriger ausfielen". Wie sich Stressperioden auf Diabetiker auswirken, wird in der Studie nicht näher beleuchtet.

    Das würde aber unterm Strich bedeuten, wie Du bereits geschrieben hast, dass bei länger andauernden Stressperioden das HbA1c sowohl bei Gesunden als auch Diabetikern fälschlich zu hoch ausfallen könnte. Angenommen ich hatte mehrere Woche "aktiv", also regelmäßig (größeren) Stress, könnte demzufolge auch ein gesunder Wert von z.B. 5 % in Wirklichkeit nur bei 4,8/4,9 % (oder noch niedriger) liegen. Interessant, wie ich finde!
    Bearbeitet von User am 04.11.2020 13:02:51. Grund: Korrektur und Ergänzung
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    am 04.11.2020 15:23:24 | IP (Hash): 23349907
    Mitglied schrieb:
    Hallo July!

    Die habe ich. Siehe hier: https://www.bmj.com/rapid-response/2011/10/28/psychosocial-stress-may-be-cause-increased-hba1c

    Allerdings wird auf konkrete Zahlen nicht eingegangen und die Frage, was denn letztendlich "signifikant" für die Experten bedeutet, ist ja auch eher eine Frage der individuellen Definition. Manche würden vielleicht schon Erhöhungen im Bereich von 0,3 Prozent als "signifikant höher" bezeichnen.

    Fakt ist aber, dass die Studie als mögliche alternative Ursache von erhöhten HbA1c-Werten "Psychosozialen Stress" bei gesunden Nicht-Diabetikern und Diabetikern angibt. Zudem besagt sie, dass bei Nicht-Diabetikern während der Prüfungszeit die Hba1c-Werte "signifikant höher" lagen und nach der Prüfungszeit wieder "deutlich niedriger ausfielen". Wie sich Stressperioden auf Diabetiker auswirken, wird in der Studie nicht näher beleuchtet.

    Das würde aber unterm Strich bedeuten, wie Du bereits geschrieben hast, dass bei länger andauernden Stressperioden das HbA1c sowohl bei Gesunden als auch Diabetikern fälschlich zu hoch ausfallen könnte. Angenommen ich hatte mehrere Woche "aktiv", also regelmäßig (größeren) Stress, könnte demzufolge auch ein gesunder Wert von z.B. 5 % in Wirklichkeit nur bei 4,8/4,9 % (oder noch niedriger) liegen. Interessant, wie ich finde!



    Danke. Werde ich mir mal anschauen.
    Signifikant sagt nichts über die Höhe der Veränderung aus. Sondern besagt, dass diese Veränderung zwischen den zwei Testreihen (während Prüfungszeit vs. Normale Zeit) kein Zufall ist, sondern dass es hier definitiv einen Zusammenhang zw. HbA1c-Veränderung und Stress gibt.
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    am 14.12.2020 19:29:00 | IP (Hash): 969825936
    Hallo zusammen, ich bin zufälligerweise auf diesen Beitrag gestoßen und mich würde der Artikel mit den Studenten in der Klausurphase auch sehr interessieren. Wenn ich auf diesen Link klicken, kommt bei mir allerdings ein anderer Beitrag, aber auch von 2001. Was mache ich falsch? Oder liegt ein Fehler beim Link vor?
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    am 14.12.2020 20:14:37 | IP (Hash): 1156027528
    Hallo Franzi,

    sieh noch mal genau hin.

    Der Link führt nicht zum Artikel selbst, sondern zur "Rapid Response" mit eben dieser Überschrift und dem Inhalt mit Quellenangaben, von denen dich die [4] am meisten interessieren dürfte. Bei mir funktioniert der Link wenigstens so:
    https://www.bmj.com/rapid-response/2011/10/28/psychosocial-stress-may-be-cause-increased-hba1c

    Die Studie selbst, auf die dort verwiesen wird, findest du mit der Suchfunktion auch ganz schnell: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9695900/
    Den Volltext gibt es allerdings nicht kostenlos.

    Bearbeitet von User am 14.12.2020 22:01:02. Grund: .
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    Mitglied seit: 22.08.2013
    am 16.12.2020 10:24:59 | IP (Hash): 393072325
    Hallo!

    Wenn ich starken Stress habe, sind meine Blutzuckerwerte oft auch höher. Ich vermute, dass die Leber da mehr ausschüttet als eigentlich notwendig, und wenn das über längere Phasen der Fall ist, dürfte sich das auch auf den HbA1c niederschlagen. So eine Examensphase dauert ja auch einige Wochen.

    Viele Grüße
    Susanne
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    am 16.12.2020 10:56:02 | IP (Hash): 72970431
    Hallo Susanne!

    Ja, Stress erhöht den Blutzucker und chronischer Stress kann sich im ermittelten Hba1c-Wert niederschlagen, der ja die durchschnittliche Verzuckerung der Hämoglobinmoleküle in den letzten 8 bis 12 Wochen widerspiegelt. Wie in der Studie angegeben (ein Danke an Rainer an dieser Stelle!) kann chronischer Stress auch bei Gesunden unter Umständen zu erhöhten Hba1c-Werten führen.

    LG
    DT