Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 96
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 17.09.2020 18:36:21 | IP (Hash): 1507672927
    Hallo an alle,

    ich habe seit 22 Jahren Diabetes Typ 2 und nehme seitdem Metformin und Glimepirid. Meine Nierenwerte sind nicht so gut und nun soll ich das Metformin ganz weglassen und mich mit dem Gedanken anfreunden, Insulin zu spritzen. Das Zeug heißt Toujeo uns soll keine Unterzuckerung hervorrufen. Stimmt das oder hat mich mein Hausarzt diesbezüglich angeschwindelt, um mir die Angst zu nehmen?

    Ich war die ganzen Jahre gegen Insulin, weil das noch dicker machen soll und ich schon genug auf den Rippen habe (auch medikamentenbedingt). Ich habe momentan auch Angst, es kommt ja das Wochenende, dass ich ohne Metformin, einen sehr hohen Blutzucker bekommen könnte. Kann ich alles auffangen und einen moderaten Zuckerwert halten, wenn ich erst mal komplett auf Kohlenhydrate verzichte?

    Ich hab echt Schiss, weil ich auch noch andere, chronische Krankheiten habe. Manche Tabletten MÜSSEN einfach bleiben, aber ich habe jetzt schon oft gehört und gelesen, dass gerade Metformin sehr schlecht für die Nieren sein soll. Vielleicht normalisiert der Nierenwert sich alleine schon dadurch, wenn ich das jetzt weglasse.

    Also, Toujeo oder kein Insulin und low carb MIT Glimepirid?

    Vielen Dank!


    LG Gudrun

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 1430
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 17.09.2020 20:23:41 | IP (Hash): 1266445687
    Hallo Gudrun,

    Toujeo ist ein Langzeitinsulin, was ca. 24 Std. gleichmäßig wirkt.
    Das Unterzuckerungsrisiko ist nicht gleich null, aber doch sehr gering. Es kann mal zu leichten Unterzuckerungen kommen, aber schwerere Unterzuckerungen sind bei richtiger Anwendung (keine Überdosierung) sehr sehr sehr unwahrscheinlich.

    Bei Mahlzeiteninsulin ist dagegen die Unterzuckerungsgefahr schon deutlich stärker gegeben. Wahrscheinlich hast du das im Hinterkopf. Aber bei Langzeitinsulin ist die Unterzuckerungsgefahr deutlich geringer.

    Zu deinen anderen Fragen kann ich dir nicht helfen, das können Rainer und Jürgen besser. Bin selbst kein Typ2er.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.09.2020 20:37:14 | IP (Hash): 1992541842
    Sorry, aber 22 Jahre nach der Diagnose Typ 2 noch mit Metformin und Glimepirid - da kannst Du von Glück sagen, wenn Deine Nierenwerte nur ein bisschen schlechter sind. Und mit Deinem ausdrücklichen Verzicht auf eine mögliche deutlich gesündere Behandlung mit Insulin hast Du dir den Schlamassel halt selbst eingebrockt.

    Jetzt geht es also an’s möglichst gesunde Auslöffeln, und da ist Toujeo schon ein guter erster Schritt. Denn wahrscheinlich werden Metformin und Glimepirid bei Dir längst keine nennenswerte Blutzucker-Wirkung mehr zeigen.
    Als es in den ersten Jahren noch gut funktioniert hat, hat Glimepirid Deine damals noch brauchbar funktionierende eigene Insulinproduktion jeden Tag über ihre Grenzen hinaus angetrieben und damit sicher zuerst auch brauchbare Blutzuckerwerte geliefert. Die andere Seite der Medaille war in den ersten Jahren sicher häufiger Hunger und eine muntere Gewichtszunahme. Aber inzwischen wird Deine eigene Insulinausgabe kaum noch nennenswert funktionieren, und so kann das Glimepirid auch nichts mehr blutzuckermäßig nennenswert antreiben, allenfalls noch fettmäßig.
    Metformin bremst die Zuckerausgabe der Leber. Aller Zucker, der ins Blut geht, muss zuerst durch die Leber. Die gibt gesund immer nur so viel aus, wie gerade gebraucht wird. Mit Typ 2 immer mehr zu viel. Wenig Zuviel kann Metformin noch ganz gut bremsen, aber mit sehr viel mehr Zuviel ist es schlicht weit überfordert.

    Bei uns mit Diabetes werden die Nieren vor allem anderen durch zu hohen Blutzucker geschädigt und durch zu große Blutzucker-Schwankungen zwischen dem Blutzucker vor dem Essen und in der Spitze um etwa 1 Stunde nach dem Essen.
    Mit der Toujeomenge, die Dein Arzt Dir als Anfangs-Dosis verordnet hat, wird der hohe Blutzucker insgesamt am weiteren Ansteigen gehindert. In den nächsten Wochen wird er die Dosis weiter erhöhen, bis ihr eine insgesamt behandlungsmäßig vernünftige Blutzuckerhöhe erreicht. Klar kannst Du dabei kräftig mithelfen, indem Du Deine KH-Portionen deutlich verkleinerst oder auch ganz weg lässt. Damit verkleinerst Du auch die Blutzuckerspitzen und Blutzuckerschwankungen.

    Ein gutes Behandlungsziel ist der Langzeitwert HBA1c um 7. Das wäre an Deiner Stelle mein nächstes Ziel.
    Das war jetzt ein bisschen viel, aber für Deinen Blutzucker in einer für Deine Nieren unschädlichen Höhe wirst Du dir noch manche weiter Info einverleiben müssen. Daumendrück für gutes Gelingen!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
     3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5069
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 17.09.2020 20:42:45 | IP (Hash): 1552368151
    Hallo Gudrun,

    zuersr mal die Klarstellung bezüglich Metformin. Metformin schadet nicht den Nieren, aber bei schlechten Nierenwerten kann es mir Metformin Probleme geben, deshalb sollte es dann abgesetzt werden.

    Toujeo ist ein Basalinsulin, dasseinmal täglich gespitzt werden muss und mit der Basalversorgung die eigentliche Therapie mit Glimepirid unterstützt. Mit nur Basalinsulin sind Unterzuckerungen wirklich nicht sehr währscheinlich. In der richtigen Dosis wirkt es bestimmt auch besser als das Metformin.

    Komplett auf KH zu verzichten, ist kein sinnvoller Weg. Meistens reicht es aus, die KH moderat zu reduzieren und Schnell ins Blut gehende KH (weißmwhlprodukte, Kartoffeln, Reis, Nudeln, ... nur in geringen Mengen zu essen. Dafür kannst du viel Gemüse und auch etwas mehr Eiweiß und Fett zu dir nehmen. das ist gut für deinen BZ und für das Gewicht. Man muss mit Insulin nicht zwingend zunehmen.

    Alles Gute, für die Umstellung auf Toujeo, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 17.09.2020 20:43:28. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 96
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 18.09.2020 01:22:02 | IP (Hash): 1507672927
    hjt_Jürgen schrieb:
    Sorry, aber 22 Jahre nach der Diagnose Typ 2 noch mit Metformin und Glimepirid - da kannst Du von Glück sagen, wenn Deine Nierenwerte nur ein bisschen schlechter sind. Und mit Deinem ausdrücklichen Verzicht auf eine mögliche deutlich gesündere Behandlung mit Insulin hast Du dir den Schlamassel halt selbst eingebrockt.

    Jetzt geht es also an’s möglichst gesunde Auslöffeln, und da ist Toujeo schon ein guter erster Schritt. Denn wahrscheinlich werden Metformin und Glimepirid bei Dir längst keine nennenswerte Blutzucker-Wirkung mehr zeigen.
    Als es in den ersten Jahren noch gut funktioniert hat, hat Glimepirid Deine damals noch brauchbar funktionierende eigene Insulinproduktion jeden Tag über ihre Grenzen hinaus angetrieben und damit sicher zuerst auch brauchbare Blutzuckerwerte geliefert. Die andere Seite der Medaille war in den ersten Jahren sicher häufiger Hunger und eine muntere Gewichtszunahme. Aber inzwischen wird Deine eigene Insulinausgabe kaum noch nennenswert funktionieren, und so kann das Glimepirid auch nichts mehr blutzuckermäßig nennenswert antreiben, allenfalls noch fettmäßig.
    Metformin bremst die Zuckerausgabe der Leber. Aller Zucker, der ins Blut geht, muss zuerst durch die Leber. Die gibt gesund immer nur so viel aus, wie gerade gebraucht wird. Mit Typ 2 immer mehr zu viel. Wenig Zuviel kann Metformin noch ganz gut bremsen, aber mit sehr viel mehr Zuviel ist es schlicht weit überfordert.

    Bei uns mit Diabetes werden die Nieren vor allem anderen durch zu hohen Blutzucker geschädigt und durch zu große Blutzucker-Schwankungen zwischen dem Blutzucker vor dem Essen und in der Spitze um etwa 1 Stunde nach dem Essen.
    Mit der Toujeomenge, die Dein Arzt Dir als Anfangs-Dosis verordnet hat, wird der hohe Blutzucker insgesamt am weiteren Ansteigen gehindert. In den nächsten Wochen wird er die Dosis weiter erhöhen, bis ihr eine insgesamt behandlungsmäßig vernünftige Blutzuckerhöhe erreicht. Klar kannst Du dabei kräftig mithelfen, indem Du Deine KH-Portionen deutlich verkleinerst oder auch ganz weg lässt. Damit verkleinerst Du auch die Blutzuckerspitzen und Blutzuckerschwankungen.

    Ein gutes Behandlungsziel ist der Langzeitwert HBA1c um 7. Das wäre an Deiner Stelle mein nächstes Ziel.
    Das war jetzt ein bisschen viel, aber für Deinen Blutzucker in einer für Deine Nieren unschädlichen Höhe wirst Du dir noch manche weiter Info einverleiben müssen. Daumendrück für gutes Gelingen!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.




    Sorry, aber 22 Jahre nach der Diagnose Typ 2 noch mit Metformin und Glimepirid - da kannst Du von Glück sagen, wenn Deine Nierenwerte nur ein bisschen schlechter sind. Und mit Deinem ausdrücklichen Verzicht auf eine mögliche deutlich gesündere Behandlung mit Insulin hast Du dir den Schlamassel halt selbst eingebrockt.

    Das war kein Schlamassel von mir gemacht, ganz im Gegenteil - ich habe mehr verzichtet, als jemand, der Insulin verwendet. Wie gesagt, ich hab noch andere, chronische Krankheiten, die eine Unterzuckerung verschleiern können, deswegen habe ich mir sozusagen eher den Arsch aufgerissen.

    Mein Langzeitwert HBA1c war letzten Monat 7,7. Okay, ich hatte schon bessere Werte, aber so schlimm war er dann doch nicht.

    WICHTIG: Heißt es eigentlich, dass, wenn man einmal so eine Nierenschwäche hat, dass dann alle Therapie nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben ist? Kommt die Dialyse ganz sicher?!


  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 96
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 18.09.2020 01:36:56 | IP (Hash): 1507672927
    Hallo Rainer,

    und das Toujeo alleine würde nicht ausreichen?

    Jetzt habe ich das Wochenende vor mir und mir fehlt doch seit einschließlich heute Abend abrupt das Metformin. Was ist wenn ich extrem hoher Blutzucker bekomme? Anscheinend macht sich mein Arzt diesbezüglich wohl keine Sorgen, dann sonst hätte er doch was gesagt.

    Ich bin echt komplett durch den Wind. :(
    Ich darf kein Fleisch mehr essen, kein Fisch - nichts was Eiweiß enthält, keine tierischen Fette etc. Ich solle praktisch zum Veganer werden. Überwiegend Salat und Gemüse und KH kann ich zumindest übers Wochenende gar nicht essen, weil das Metformin fehlt.

    Ich bin so fertig - mir schwirrt so viel im Kopf herum. Durch meine Psychopharmaka (Depression mit Angststörung, seit 30 Jahren) habe ich so zugenommen und war froh, dass ich all die Jahre, wenigstens nicht weiter zugenommen habe. Meine Angst diesbezüglich vorm Insulin, ist also gut begründet. Dann habe ich noch Bluthochdruck, der auch immer mehr entgleist und trotzdem hat er von meinen Blutdruckmedis, auch davon noch eines gestrichen. Und ein Diuretikum, fällt nun auch weg.

    Also, heute: kein Metformin mehr, kein HCT 25mg und vom Torasemid 10 mg, nur noch eine halbe Tablette. Diese Medis wären nicht gut für die Nieren.

    Wie soll ich das alles nur packen. :(

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5069
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 18.09.2020 07:04:32 | IP (Hash): 1559310033
    Hallo Gudrun,

    dein Arzt versucht, deine geschädigten Nieren zu schützen. Das ist sehr gut und sehr wichtig, weil sich Schäden an den Nieren nicht rückgängig machen lassen. Man kann lediglich versuchen, die weitere Schädigung aufzuhalten. Du solltest dich übrigens unbedingt auch zu einem Nephrologen überweisen lassen. Hausärzte sind keine Spezialisten für kaputte Nieren. Der Nephrologe kann dir bestimmt auch bessere Empfehlungen geben, was du noch alles essen darfst.

    Wegen dem fehlenden Metformin brauchst du dir keine so großen Sorgen zu machen. Metformin ist zwar ein gute Diabetesmedikament, es wirkt aber nicht besonders stark. Wenn du es weglässt, dann steigt der BZ vielleicht etwas mehr an, er wird aber nicht entgleisen.

    Toujeo alleine reicht nicht aus. Damit wird nur die Basalversorgung von Insulin sicher gestellt. Für die Mahlzeiten brauchst du dann extra was. Glimepirid macht das zwar, es ist aber kein gutes Medikament. Sinnvoll wäre wirklich zusätzliches Mahlzeitinsulin. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten. Sinnvoll wäre für dich vielleicht ein SGLT2-Hemmer. Der verspricht zusätzlichen Nierenschutz, zusätzliche Entwässerung für deinen BD und weniger Probleme mit der Gewichtszunahme. Lass dir von deinem Arzt beim nächsten Besuch doch mal erklären, was bei dir gegen einen SGLT2-Hemmer spricht. Alleine reicht der aber auf keinen Fall aus, zusammen mit Toujeo wäre das vielleicht möglich.

    Wie schlimm steht es denn um deine Nieren, wie niedrig ist deine eGFR? Liegt die noch über 45 oder bereits darunter?

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 96
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 18.09.2020 07:48:36 | IP (Hash): 1507672927
    Rainer schrieb:
    Hallo Gudrun,

    dein Arzt versucht, deine geschädigten Nieren zu schützen. Das ist sehr gut und sehr wichtig, weil sich Schäden an den Nieren nicht rückgängig machen lassen. Man kann lediglich versuchen, die weitere Schädigung aufzuhalten. Du solltest dich übrigens unbedingt auch zu einem Nephrologen überweisen lassen. Hausärzte sind keine Spezialisten für kaputte Nieren. Der Nephrologe kann dir bestimmt auch bessere Empfehlungen geben, was du noch alles essen darfst.

    Wegen dem fehlenden Metformin brauchst du dir keine so großen Sorgen zu machen. Metformin ist zwar ein gute Diabetesmedikament, es wirkt aber nicht besonders stark. Wenn du es weglässt, dann steigt der BZ vielleicht etwas mehr an, er wird aber nicht entgleisen.

    Toujeo alleine reicht nicht aus. Damit wird nur die Basalversorgung von Insulin sicher gestellt. Für die Mahlzeiten brauchst du dann extra was. Glimepirid macht das zwar, es ist aber kein gutes Medikament. Sinnvoll wäre wirklich zusätzliches Mahlzeitinsulin. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten. Sinnvoll wäre für dich vielleicht ein SGLT2-Hemmer. Der verspricht zusätzlichen Nierenschutz, zusätzliche Entwässerung für deinen BD und weniger Probleme mit der Gewichtszunahme. Lass dir von deinem Arzt beim nächsten Besuch doch mal erklären, was bei dir gegen einen SGLT2-Hemmer spricht. Alleine reicht der aber auf keinen Fall aus, zusammen mit Toujeo wäre das vielleicht möglich.

    Wie schlimm steht es denn um deine Nieren, wie niedrig ist deine eGFR? Liegt die noch über 45 oder bereits darunter?

    Beste Grüße, Rainer
    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.




    ""dein Arzt versucht, deine geschädigten Nieren zu schützen. Das ist sehr gut und sehr wichtig, weil sich Schäden an den Nieren nicht rückgängig machen lassen. Man kann lediglich versuchen, die weitere Schädigung aufzuhalten. Du solltest dich übrigens unbedingt auch zu einem Nephrologen überweisen lassen. Hausärzte sind keine Spezialisten für kaputte Nieren. Der Nephrologe kann dir bestimmt auch bessere Empfehlungen geben, was du noch alles essen darfst.""

    Das mit dem Nephrologen, wird er sicher noch machen.

    ""Wegen dem fehlenden Metformin brauchst du dir keine so großen Sorgen zu machen. Metformin ist zwar ein gute Diabetesmedikament, es wirkt aber nicht besonders stark. Wenn du es weglässt, dann steigt der BZ vielleicht etwas mehr an, er wird aber nicht entgleisen""

    Das beruhigt mich doch sehr. Ich glaube ich war gestern insgesamt nur bei 600 Kalorien. Ich würde auch mein ganzes, weiteres Leben, ohne KH leben, wenn ich nur alles ungeschehen machen könnte. Lieber nie mehr KH, als Dialyse.

    ""Toujeo alleine reicht nicht aus. Damit wird nur die Basalversorgung von Insulin sicher gestellt. Für die Mahlzeiten brauchst du dann extra was. Glimepirid macht das zwar, es ist aber kein gutes Medikament. Sinnvoll wäre wirklich zusätzliches Mahlzeitinsulin. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten. Sinnvoll wäre für dich vielleicht ein SGLT2-Hemmer. Der verspricht zusätzlichen Nierenschutz, zusätzliche Entwässerung für deinen BD und weniger Probleme mit der Gewichtszunahme. Lass dir von deinem Arzt beim nächsten Besuch doch mal erklären, was bei dir gegen einen SGLT2-Hemmer spricht. Alleine reicht der aber auf keinen Fall aus, zusammen mit Toujeo wäre das vielleicht möglich.""

    Vom SGLT2-Hemmer habe ich noch nie etwas gehört und werde meinen Arzt darauf ansprechen. Danke für deine wertvolle Tipps.

    ""Wie schlimm steht es denn um deine Nieren, wie niedrig ist deine eGFR? Liegt die noch über 45 oder bereits darunter?""

    Was eGFR bedeutet, kann ich dir gar nicht sagen. Ich kenne nur meinen Kreatininwert, der war im August: 1,56 und am letzten Dienstag ist er noch mal kontrolliert worden und da war er bei 2,06.







    .




    Bearbeitet von User am 18.09.2020 07:57:30. Grund: Fehler
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 18.09.2020 18:17:22 | IP (Hash): 1982793653
    Gudrun schrieb:
    [Das war kein Schlamassel von mir gemacht, ganz im Gegenteil - ich habe mehr verzichtet, als jemand, der Insulin verwendet. Wie gesagt, ich hab noch andere, chronische Krankheiten, die eine Unterzuckerung verschleiern können, deswegen habe ich mir sozusagen eher den Arsch aufgerissen.

    Mein Langzeitwert HBA1c war letzten Monat 7,7. Okay, ich hatte schon bessere Werte, aber so schlimm war er dann doch nicht.


    Da hab ich mich wohl gründlich missverständlich ausgedrückt. Denn ich hatte nicht gemeint, dass Du Dein Leben lang hungern, sondern "nur" Deinen Blutzucker im möglichst gesunden Rahmen halten solltest.
    Ein guter Teil davon lässt sich mit weniger bis keinen KHs leisten. Wie viel ist individuell verschieden. Auch etwas mit insgesamt weniger Essen. Auch da ist wie viel individuell verschieden. Ein weiterer guter Teil mit gezielt eingesetzter Bewegung möglichst immer direkt nach dem Essen. Auch da ist wie viel individuell verschieden - und häufig ist die Bewegung zu einigen dieser Zeiten aus den verschiedensten Gründen nicht möglich.
    Mit einzelnen oder allen Maßnahmen zusammen kann der Blutzucker manchmal schon ohne Medis völlig gesund verlaufen, muss er aber nicht. Wann immer nicht, ist der dann noch verbleibende höher als gesunde Blutzucker mit möglichst passender Medikation so gesund auszugleichen, wie man das will.

    Ich muss gestehen, dass ich nach Deinen gut 20 Jahren mit Tabletten eher von HBA1c 10 und mehr ausgegangen bin. Auch weil Schwierigkeiten mit den Nieren infolge zu hohen Blutzuckers häufiger mit HBA1c über 8-10 vorkommen. Und in dem Rahmen hätten Deine Tabletten längst praktisch keine nennenswerte Wirkung mehr. Wobei ich Glimepirid wg seiner Überlastung der noch funktionierenden Beta-Zellen nach wie vor ablehne, auch bei Deinem sehr viel besser als erwarteten Behandlungsergebnis.

    Weil ich selbst nur eine Niere habe und die - zum Glück nicht zuckerbedingt - zur Zeit meiner Diabetes Diagnose vor fast 30 Jahren reparaturbedürftig war, hatte ich von Anfang an auf einen HBA1c um 7 geachtet, seit um 20 Jahren ausschließlich mit Insulin. Und seitdem ich dann vor gut 10 Jahren von mehreren seltenen zuckerbedingten Nieren-Fällen mit HBA1c 6-7 gelesen hatte, halte ich meinen BZ im völlig gesunden Rahmen mit HBA1c unter 5,5.
    Vor 6 Jahren hab ich übrigens über 20 kg abgeschmolzen, und das hat sehr viel einfacher funktioniert, als alle meine früheren Versuche mit höherem HBA1c.

    Aber mal abgesehen von alledem würde ich an Deiner Stelle als nächstes einen Termin mit einem Nephrologen machen. Denn hoher Blutdruck kann die Nieren wenigstens ebenso schädigen wie hoher Blutzucker, und der ist bei Dir ja gar nicht sooo hoch. Der kann auch qualifiziert was zur wahrscheinlichen Ursache für Deine auffälligen Werte sagen und damit dann auch qualifizierter zu den Aussichten sprechen.

    Noch was ganz praktisches für hier im Forum. Ich klicke jetzt auch auf Zitieren. Und dann lösche ich aus dem Zitat alles bis auf die Stelle, auch die ich mich beziehen will. Das macht die Sache überschaubarer.


    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
     3 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 96
    Mitglied seit: 24.07.2014
    am 18.09.2020 20:57:11 | IP (Hash): 1507672927
    hjt_Jürgen schrieb:

    Ich muss gestehen, dass ich nach Deinen gut 20 Jahren mit Tabletten eher von HBA1c 10 und mehr ausgegangen bin. Auch weil Schwierigkeiten mit den Nieren infolge zu hohen Blutzuckers häufiger mit HBA1c über 8-10 vorkommen. Und in dem Rahmen hätten Deine Tabletten längst praktisch keine nennenswerte Wirkung mehr. Wobei ich Glimepirid wg seiner Überlastung der noch funktionierenden Beta-Zellen nach wie vor ablehne, auch bei Deinem sehr viel besser als erwarteten Behandlungsergebnis.



    Einen Wert von 9 oder gar 10, hatte ich noch nie gehabt. Immer so um die 7 herum. 7,7 ist schon eher schlechter.

    hjt_Jürgen schrieb:

    Vor 6 Jahren hab ich übrigens über 20 kg abgeschmolzen, und das hat sehr viel einfacher funktioniert, als alle meine früheren Versuche mit höherem HBA1c.



    Ich glaube, das ist für mich erst mal das beste, was ich machen kann, weil ich weiß, das der Diabetes per se, auf eine Gewichtsabnahme - und sei es erst mal nur 2-3 kg wären, sehr schnell, sehr positiv reagiert. Ich mache mir Hoffnungen, dass ich mit einer KH-armen Ernährungsumstellung, alles wieder hinbekomme. Denn: Wenn der Blutzuckerwert gut eingestellt ist, dann ist auch der Blutdruck wieder okay. Das eine greift in das andere - und ich glaube, dass ich es schaffe, denn so eine drastische Situation hatte ich ja noch nie. Und meine Nieren sind mir wichtiger, als KH. Auch tierische Produkte werde ich immens reduzieren müssen.

    hjt_Jürgen schrieb:

    Noch was ganz praktisches für hier im Forum. Ich klicke jetzt auch auf Zitieren. Und dann lösche ich aus dem Zitat alles bis auf die Stelle, auch die ich mich beziehen will. Das macht die Sache überschaubarer.



    Ich kann es tatsächlich nicht mehr. War schon lange nicht mehr hier - ich hoffe, es hat geklappt. Das sehe ich aber leider erst JETZT, wenn ich auf "absenden" klicke. :)