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Unterzuckerung vor dem Schlafen, obwohl ich zum Abendessen zuwenig gespritzt habe
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am 26.01.2021 21:44:17 | IP (Hash): 1213709443
Hallo,
ich weiss, jeder Körper mit Diabetes reagiert anders auf Insulin und Lebensmittel,
vielleicht könnt ihr mir trotzdem sagen, ob ich gestern falsch gespritzt / gerechnet habe, oder
etwas nicht bedacht habe?
Ich hatte gestern abend vor dem Essen einen Wert von 69:
Zuessen gabs als "Vorspeile" einen 300g Fertigsalat mit Möhren, Mais, Kopfsalat mit Dressing
mit insgesamt 15 kH.
Zum Hauptgang 100g Vollkornnudeln (65KH pro 100 Gramm) und dazu Bolognesse Soße mit 20 kH
und Zum Abschluss einen Apfel.
Ich kam insgesamt auf 100 kH + Apfel
Aufgrund der Unterzuckerung von 69 hatte ich statt 10 Einheiten (ich rechne mit 10 kH = 1 Einheit)
nur 8 gespritzt (Um 19 Uhr).
Um 22 Uhr hatte ich mein Toujeo (18 Einheiten) gespritzt.
Um 23 Uhr vor dem Zubettgehe, dachte ich, ich wäre bei 150 oder höher, war jedoch bei 79.
Wie kam ich wieder in die leichte Unterzuckerung?
In der Zwischenzeit hab ich fast nur vor dem Computer gesessen und einmal für 20 min. Töpfe abgewaschen, also kaum köroerliche Betätigung.
Eine Verzögerung des Blutzuckeranstiegs
durch das Fett der Blognesse schließe ich aus, die hatte nur 2,8g Fett pro 100 ml, bei 350ml Bolognesse
mal grad 10 g Fett.
Hätte ich wegen der Unterzuckerung am Anfang und den ganzen Ballaststoffen
durch die Nudeln und dem Salat sogar statt der 2 sogar 3 Einheiten weniger spritzen sollen?
Oder wirkt diese Honeymoon Phase bei mir evtl. weiterhin, wo mein Körper
noch selber kleinwenig Restinsulin produziert für eine kurze Zeit (Diagnose Typ 1 im Mai letzten Jahres)?
Danke
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am 26.01.2021 22:07:45 | IP (Hash): 102950921
Sorry, aber weder 69 noch 79 sind in meinen alten Laienaugen Unterzucker. Und wo bei mir mit Gabe um 19 Uhr um 23 Uhr der Bolus ausgewirkt hätte, hätte ich das als postabsorptiven Wert genommen und wäre damit vollkommen ruhig schlafen gegangen.
Aber wie Du Deine Werte interpretierst, ist natürlich Deine Sache. Und wenn Du postabsorptiv 100 anstrebst, darfst Du natürlich auch nur für bis auf 100 spritzen. Also in Deiner Rechnung 12 oder 13 KH/IE. Was spricht dagegen?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 26.01.2021 22:10:12 | IP (Hash): 1879538561
Ich kann dir nur sagen, wie es bei mir ist.
Gemüse bis zu einer gewissen Menge decke ich persönlich gar nicht ab. Das würe insb. den Salat betreffen. Je nach Schulung hieß es entweder 200gr Gemüse pro Mahlzeit oder aber 500gr Gemüse pro Tag sind anrechnungsfrei. Wobei bspw. Mais, ggf. musst du austesten auch Möhren und Tomaten den Blutzucker schon ordentlich ansteigen lassen und gespritzt werden müssen.
Ich vertrage nur wenige Sorten Gemüse, aber ich muss bspw. Tomaten und Butternutkürbis mit Insulin abdecken. Karotten, Fenchel, Zucchini, Auberginen, Sellerie, Gurke muss ich bis zu einer bestimmten Menge jedoch nicht abdecken.
Bei mir persönlich ist es so, dass ich für Nudeln (kein Vollkorn) zweimal spritzen muss. Heißt ich spritze vor dem Essen bzw. bei so einem tiefen Wert erst nach ca. der Hälfte des Essens, den ersten Teil und dann nach zwei oder drei Stunden den zweiten Teil (oder aber mit Pumpe gebe ich den zweiten Teil verzögert über 3, 4 oder 5 Stunden je nachdem ab). Bei mir ist es nämlich so, dass die Nudeln sofort und zusätzlich nach ca. 3-4 Stunden den Blutzucker ansteigen lassen. Ggf. ist das ja bei dir genauso. Da hilft nur austesten. Bei einigen wirken Nudeln wie schnelle KEs, bei einigen wirken die Nudeln sehr verzögert. Oder halt mit zwei Hügeln, wie bei mir.
Grundsätzlich muss das ganze jetzt aber nichts mit der Mahlzeit an sich zu tun gehabt haben. Sonstige Einflüsse sind bspw.:
- Rezeptor Up - Regulierung (wenn man die Tage zuvor weniger Kohlenhydrate und somit weniger Insulin benötigt hat, als sonst. Dann reagiert der Körper empfindlicher auf Insulin und man benötigt somit weniger)
- Sport am Nachmittag und jetzt am Abend darausresultierender Muskelauffülleffekt
- Magen-Darm-Probleme, die die Nahrungsverwertung einschränken
- generell beginnende Krankheit (hohe oder tiefe BZ Werte)
- bei Frauen auch Hormone
- Gewichtsabnahme
- Eigenleistung der Bauchspeicheldrüse (ist nicht immer berechenbar, wann sie mal was dazugibt und wann nicht, wenn noch Eigenproduktion besteht)
- ggf. auch Stress (auch hier sind hohe oder tiefe Werte möglich)
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.01.2021 22:23:33 | IP (Hash): 1879538561
hjt_Jürgen schrieb:
Sorry, aber weder 69 noch 79 sind in meinen alten Laienaugen Unterzucker. Und wo bei mir mit Gabe um 19 Uhr um 23 Uhr der Bolus ausgewirkt hätte, hätte ich das als postabsorptiven Wert genommen und wäre damit vollkommen ruhig schlafen gegangen.
Aber wie Du Deine Werte interpretierst, ist natürlich Deine Sache. Und wenn Du postabsorptiv 100 anstrebst, darfst Du natürlich auch nur für bis auf 100 spritzen. Also in Deiner Rechnung 12 oder 13 KH/IE. Was spricht dagegen?
Bei Hyposymptomen werden diese definitiv als Unterzuckerung gewertet.
Je nach Schulung wird die Unterzuckerungsgrenze auf 70 oder 60 festgelegt.
Vor dem Schlafengehen haben Typ1er i.d.R. einen Zielwert von 100, 120 oder sogar noch drüber. Also ich hätte definitiv bei 69 auch weniger gespritzt und bei 79 definitiv noch etwas gegessen vor dem Schlafengehen. Der Blutzucker kann jederzeit plötzlich in der Nacht noch abfallen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.01.2021 22:24:53 | IP (Hash): 1213709443
hjt_Jürgen schrieb:
Sorry, aber weder 69 noch 79 sind in meinen alten Laienaugen Unterzucker. Und wo bei mir mit Gabe um 19 Uhr um 23 Uhr der Bolus ausgewirkt hätte, hätte ich das als postabsorptiven Wert genommen und wäre damit vollkommen ruhig schlafen gegangen.
Aber wie Du Deine Werte interpretierst, ist natürlich Deine Sache. Und wenn Du postabsorptiv 100 anstrebst, darfst Du natürlich auch nur für bis auf 100 spritzen. Also in Deiner Rechnung 12 oder 13 KH/IE. Was spricht dagegen?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Mir wurde immer gesagt, 80 bis 120 sei der Zeilbereich. Unter 80 würden leichte Unterzuckerung beginnen.
Kurze Annekdote:
Ich hab den Diabetes sehr wahrscheinlich von meiner Mutter, die schon seit vielen Jahren daran erktankt ist, ich habe mehrmals mit ansehen müssen, wie sie morgens mit 30-40 wach wurde, nicht ansprechbar war und geistesabwesend durchs Haus gewandert ist (Kein Schlafwandeln). Das hat mich immer einwenig verstört, sie hilflos zu sehen. Mein Vater und ich (wenn ich zu Besuch bin) müssen sie dann immer richtig festhalten, manchmal wehrt sie sich auch und ihr Cola geben. Davor habe ich Angst, dass mir das auch mal passiert. Ich wohne alleine und hätte niemanden, der mir Cola einflössen könnte.
Daher kann ich einfach unter einem Wert von 100 nicht ruhig schlafen gehen. -
am 26.01.2021 22:26:26 | IP (Hash): 1213709443
July95 schrieb:
hjt_Jürgen schrieb:
Sorry, aber weder 69 noch 79 sind in meinen alten Laienaugen Unterzucker. Und wo bei mir mit Gabe um 19 Uhr um 23 Uhr der Bolus ausgewirkt hätte, hätte ich das als postabsorptiven Wert genommen und wäre damit vollkommen ruhig schlafen gegangen.
Aber wie Du Deine Werte interpretierst, ist natürlich Deine Sache. Und wenn Du postabsorptiv 100 anstrebst, darfst Du natürlich auch nur für bis auf 100 spritzen. Also in Deiner Rechnung 12 oder 13 KH/IE. Was spricht dagegen?
Bei Hyposymptomen werden diese definitiv als Unterzuckerung gewertet.
Je nach Schulung wird die Unterzuckerungsgrenze auf 70 oder 60 festgelegt.
Vor dem Schlafengehen haben Typ1er i.d.R. einen Zielwert von 100, 120 oder sogar noch drüber. Also ich hätte definitiv bei 69 auch weniger gespritzt und bei 79 definitiv noch etwas gegessen vor dem Schlafengehen. Der Blutzucker kann jederzeit plötzlich in der Nacht noch abfallen.
Achso, ich hatte dann noch einen weiteren Apfel und ein Stück Traubenzucker sofort genommen, vor dem Schlafengehen.
Bearbeitet von User am 26.01.2021 22:28:02. Grund: Genauere Zeitangabe -
am 26.01.2021 22:38:44 | IP (Hash): 1879538561
Bateriemann schrieb:
Achso, ich hatte dann noch einen weiteren Apfel und ein Stück Traubenzucker sofort genommen, vor dem Schlafengehen.
Ich hätte persönlich bei einem 79er Wert i.d.R. keinen Traubenzucker genommen, da das den Blutzucker erst stark ansteigen lässt, dieser aber nicht lange anhält. Und 80 ist ja noch kein gefährlicher Unterzucker. Der Apfel hält auch nicht so lange an. Besser wäre an so einer Stelle bspw. ein Brot mit Käse oder Wurst, was den Blutzucker länger oben hält.
Hast du denn einen Sensor? Bspw. ein FreeStyle Libre? Damit könntest du deine Blutzuckerverläufe über den gesamten Tag sehen und lernst deutlich besser, wie du persönlich auf bestimmte Lebensmittel reagierst. Auch ist es etwas anderes ob die 79 einigermaßen stabil sind oder ob die 79 steigend oder fallend sind. Ich persönlich gehe kaum noch nach dem reinen Blutzuckerwert sondern schaue mir immer die Kurve dazu an. Manchmal gibt es bei 70 nur einen halben Schokoriegel (5gr KH), manchmal bereits bei 100 einen Saft (20gr KH). Je nachdem wie die Situation und halt der Verlauf ist.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.01.2021 22:41:35 | IP (Hash): 102950921
Nach den Erfahrungen klar, dass Du nicht unter 100 haben willst. Aber dann musst Du halt schön systematisch tagtäglich und mahlzeitlich Buch zu Deinem Input und den anschließenden Werten mit dem Ziel führen, diese Untergrenze nicht zu unterschreiten. Und bis auf das Monatsphänomen bei Frauen hat Judy Dir schon fein aufgelistet, was Deine Buchführung für die jeweils voraufgegangenen 5 Stunden beinhalten muss, damit Du es für den jeweils aktuellen Bolus berücksichtigen kannst. Und wenn nach Deiner Rechnung 10 KH/IE zu zu wenig BZ führen, musst Du das Verhältnis natürlich ändern, bis es passt. Hat Deine Mutter offensichtlich nicht gemacht.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 26.01.2021 22:51:11 | IP (Hash): 1213709443
July95 schrieb:
Bateriemann schrieb:
Achso, ich hatte dann noch einen weiteren Apfel und ein Stück Traubenzucker sofort genommen, vor dem Schlafengehen.
Ich hätte persönlich bei einem 79er Wert i.d.R. keinen Traubenzucker genommen, da das den Blutzucker erst stark ansteigen lässt, dieser aber nicht lange anhält. Und 80 ist ja noch kein gefährlicher Unterzucker. Der Apfel hält auch nicht so lange an. Besser wäre an so einer Stelle bspw. ein Brot mit Käse oder Wurst, was den Blutzucker länger oben hält.
Hast du denn einen Sensor? Bspw. ein FreeStyle Libre? Damit könntest du deine Blutzuckerverläufe über den gesamten Tag sehen und lernst deutlich besser, wie du persönlich auf bestimmte Lebensmittel reagierst. Auch ist es etwas anderes ob die 79 einigermaßen stabil sind oder ob die 79 steigend oder fallend sind. Ich persönlich gehe kaum noch nach dem reinen Blutzuckerwert sondern schaue mir immer die Kurve dazu an. Manchmal gibt es bei 70 nur einen halben Schokoriegel (5gr KH), manchmal bereits bei 100 einen Saft (20gr KH). Je nachdem wie die Situation und halt der Verlauf ist.
Noch besitze ich kein FreeStyle Libre. Mein Dabetologe hat das Thema kurz angesprochen. Ich meine er hätte gesagt, dass er erstmal schauen möchte, wie ich mit Diabetes zurecht komme, bevor er einen Antrag stellen würde.
Danke für den Hinweis mit Brot, wenn ich sehr müde war vor dem schlafen gehen, hatte ich mir bisher aus Bequemlichkeit nur nen Apfel mit Traubenzucker genommen. Dann nun immer Brot.
Bearbeitet von User am 26.01.2021 22:54:52. Grund: Person erwechselt -
am 26.01.2021 22:54:08 | IP (Hash): 1213709443
hjt_Jürgen schrieb:
Nach den Erfahrungen klar, dass Du nicht unter 100 haben willst. Aber dann musst Du halt schön systematisch tagtäglich und mahlzeitlich Buch zu Deinem Input und den anschließenden Werten mit dem Ziel führen, diese Untergrenze nicht zu unterschreiten. Und bis auf das Monatsphänomen bei Frauen hat Judy Dir schon fein aufgelistet, was Deine Buchführung für die jeweils voraufgegangenen 5 Stunden beinhalten muss, damit Du es für den jeweils aktuellen Bolus berücksichtigen kannst. Und wenn nach Deiner Rechnung 10 KH/IE zu zu wenig BZ führen, musst Du das Verhältnis natürlich ändern, bis es passt. Hat Deine Mutter offensichtlich nicht gemacht.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Ja, ich führe täglich Buch, über gemessene Werte und gespritze Einheiten.