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Erhöhte Blutzuckerwerte

  • Gabi

    Rang: Gast
    am 26.08.2008 13:27:45
    Hallo, liebe Experten,

    bei mir wurden in letzter Zeit ständig schwankende BZ-Werte festgestellt.
    Aus diesem Grund habe ich jetzt ein BZ-Messgerät bekommen und mache einen
    Monatsstatus.

    Meinen Nüchternwerte, vermute ich mal, sind eigentlich normal - so zwischen 5,5 und 6,5 mmol.
    Tagsüber schwanken die Werte zwischen 5,0 und 7,2 mmol.
    Abends 2 Std. nach dem Abendbrot steigen die Werte sehr an, so zwischen 7 und 9,2.

    Ich habe immer morgens nüchtern, und dann vor dem Essen und 2 std. danach gemessen.

    Muß ich mir nun schon Sorgen machen ? Könnte es eine Ins.Resistenz sein ?
    Ich habe Hashimoto, und da kommt das wohl häufiger vor.

    Im April hatte ich einen OGTT, aber der war i.O., leider wurde kein Insulin bestimmt.

    Ich wäre für ein paar ratschläge eurerseits dankbar.

    Liebe Grüsse
    Gabi
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 26.08.2008 18:56:17
    Moin Gabi,

    stoffwechselgesunde Menschen wachen mit 3,4-4,5 mmol/l auf, haben etwa 1 Stunde nach dem Essen von 3 und mehr Scheiben Brot (Mehl=Zucker!) grade mal an die 6,7 oder kurz darüber, praktisch nie über 7,8 und sind 2 Stunden nach dem Essen längst wieder zurück bei um 4,5.

    Statt mir Sorgen zu machen, würde ich an Deiner Stelle meine leicht defekte Blutzucker-Automatik mit meinem Essverhalten so unterstützen, dass mein BZ 1-2-3 Stunden nach jedem Essen unter 7,8-6,7-5,6 bleiben würde, besser noch insgesamt 1 mmol/l niedriger.

    Bisdann, Jürgen
  • Gabi

    Rang: Gast
    am 27.08.2008 09:32:32
    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für die Info.
    Ich behaupte eigentlich von mir, sehr gesund zu leben.
    Ich esse sehr viel Obst, Gemüse, Joghurt,Fisch.

    Meinst Du, die höheren Werte liegen nur am Essen?
    Sollte ich nicht doch noch mal einen OGTT
    machen lassen ?

    LG
    Gabi
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 27.08.2008 11:22:01
    Hi Gabi,

    die erhöhten Werte liegen daran, dass Du -wie viele Menschen- eine genetische Veranlagung für eine Glucoseintoleranz, die sich zum Diabetes entwickeln kann, besitzt. Diese wird gefördert durch zunehmendes Alter (was keine aufhalten kann) und Ernährung (was jeder beeinflussen kann).

    Was Jürgen meint, ist dass Du diese bei Dir ja vorhandene Disposition durch entsprechende Ernährung aufhalten bzw. abschwächen kannst.
    Die Frage ist nun: Was ist Du zu diesen gesunden LM noch dazu? Isst Du Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln in den bei uns üblichen Mengen noch dazu isst Du nur Gemüse, Obst, Milchprodukte, Fleisch...

    Letzteres hieße, Du hättest alles ausgereizt. Ersteres hieße, Du kannst die stark KH-haltigen LM, insbesondere die mit 'schnellen' KH (wie Stärke z.B.) noch reduzieren oder weglassen.

    Als Tipp gibt es auf www.index-essen.de eine Tabelle. Alles, was eine Glykämische Last < 5 hat, ist gut, davon viel essen. Alles was von 5 - 10 hat, wenig esen, über 10: meiden. Wenn die GL nicht erwähnt ist, sich an dem KH-Gehalt orientieren. So als Richtschnur: Nicht wesentlich mehr als 1g KH pro KG Körpergewicht. Und viel Eiweiß, macht satt und kurbelt die Verbrennung an. Und einfach mal ein paar Tage essen und messen und so essen wie Jürgen es beschreibt: 1h/2h/3h unter 140/120/100.
    Dabei spielt ja Menge des LM, Essgeschwindigkeit, Fettgehalt, Bewegung etc. eine Rolle.
    Der OGTT bringt evtl. etwas mehr Klarheit, aber sicher wenig Entwarnung...
    Gruß
    Franziska
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 27.08.2008 12:12:25
    Moin Gabi,

    eine gesunde Blutzucker-Automatik gleicht alle Blutzucker-Schwankungen in dem engen beschriebenen Rahmen aus, egal wie viel Zucker (Särke in allem aus Mehl, Kartoffeln und Reis ist auch nichts anderes als Zucker) und Fruchtzucker man sich einverleibt. Dabei besteht diese Automatik nicht aus einem einzelnen Organ, sondern aus einer Vielzahl von Regelkreisen, an denen eine Vielzahl von Organen beteiligt ist, und nur ein Bruchteil dieses umfassenden Regelprozesses ist bisher bekannt und noch weniger erforscht. Keine dieser Störungen kann die Medizin bisher reparieren oder heilen. Alle diese Störungen kann die Medizin bis heute medikamentös (20%) zusammen mit der aktiven Mitarbeit der Betroffenen (80%!) nur so weit ausgleichen helfen, dass der Blutzucker ideal in so engen Grenzen verläuft, wie das die natürliche Automatik gerne besorgen würde, wenn sie nicht diabetisch defekt wäre.

    Weil alle Medikamente gröber wirken, als gezieltes Ess- und Bewegungsverhalten, und weil alle Medikamente neben der gewünschten immer auch unerwünschte Wirkungen haben, macht unabhängig von jeder Diagnose Sinn, den eigenen BZ eben gezielt mit Ess- und Bewegungsverhalten so weit wie möglich in gesunden Grenzen zu halten. Wenn der BZ-Messer dabei als gesund deklarierte Lebensmittel als überhaupt nicht so gesund ausweist, liegt das an der blödsinigen Gesund-Deklaration, der wir seit gut 30 Jahren ohne jeden medizinisch belegten sachlichen Grund zu folgen gelernt haben :-(

    Bisdann, Jürgen
  • Gabi

    Rang: Gast
    am 27.08.2008 12:13:26
    Hallo Franziska,

    vielen lieben Dank für Deine Ratschläge.
    Jetzt habe ich verstanden, was Ihr meint.
    Ich bin halt noch ein Frischling auf diesem Gebiet.

    Ich esse schon auch Brot und Kartoffeln.
    Da ich voll berufstätig bin, und wir keine Kantine haben, nehme ich zum Frühstück in der Regel Brot mit, dazu einen Joghurt oder Obst.
    Ich werde mich auf der von Dir empfohlenen Seite mal schlau machen.

    Herzlichen Dank für Eure Hilfe.
    Gabi
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 27.08.2008 14:16:16
    Hallo Gabi,

    kann ich gut verstehen, war für mich vorher auch alles kein Thema. Da ich eher schlank bin und mich viel bewege, dachte ich nie, dass ich jetzt schon einen Diabetes entwickeln könnte. Ich habe auch gerne Schokolade genascht und anderes Süßes, aber auch gerne Reis, Kartoffeln, musste ja nicht auf das Gewicht achten.
    Von daher war es schon eine Umstellung für mich. Man staunt eben auch, wo überall KH drin sind und wie schnell die teilweise sein können (z.B. Weißbrot: rasant! Vollkornbrot nicht viel langsamer, da da oft MAlz reingebacken wird wegen der schönen Farbe!).
    Anfangs wirst Du vielleicht auch das Gefühl der Unterzuckerung haben, wenn Du weniger KH isst. Das dauert aber meist nur wenige Tage, dann gewöhnt sich der Körper, insbesondere das Gehirn an die niedrigeren BZ-Verläufe. Es ist übrigens auch nicht so 'stressig' für den Körper. Denn starke Schwankungen im BZ-Verlauf erhöhen die körpereigene Cortisolausschüttung, die ihrerseits wieder den BZ erhöht und auch nicht so gesund ist.

    Mit der Zeit wird es aber immer leichter und angenehmer, ja berechenbarer (weniger Heißhungerattacken auf Süßes, stattdessen ein echter Hunger oder eben richtig satt). Und es gibt unheimlich vieles zu essen, was flache BZ-verläufe macht. In unserer Zivilisation sind wir sehr stark auf Brot und ander Nährmittel getrimmt, die wir eigentlich nicht unbedingt in diesen Mengen brauchen. Dazu kommt der Trend der letzten JAhre, dass alles immer fettarmer, aber immer süßer wird. Das geht mit Getränken los und Milchprodukten und geht mit Fertiglebensmitteln weiter. Dabei schmecken naturbelassene LM so gut, wenn man sich dran gewöhnt hat.
    Mein Lieblingsbuch ist (auch wenn ich gleich wieder Haue von einem gewissen Thomas hier kriege...) 'Glücklich und schlank' von Dr. Worm, findest Du unter www.logi-methode.de
    Es gibt viele Low-Carb-Seiten, die sich alle ähneln. Dieses ist eine davon, die ich einfach sehr eingängig finde. Zusammen mit der Tabelle bist Du dann gut gewappnet und hast einen Haufen Anregungen.
    LG
    Franziska
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 28.08.2008 00:52:30
    zu erwähnen währe vieleicht auch noch ein gewisser statistischer zusammenhang zwischen diabetes typ1 und hashimoto. beides autoimunerkrankungen von thomas2002
  • Gabi

    Rang: Gast
    am 28.08.2008 09:10:01
    Nochmals vielen lieben Dank für Eure Anregungen und wertvollen Tipps.

    Ich habe eigentlich auch gedacht, das z.B. Vollkornbrot sehr gesund sei.
    Genauso ist es mit dem Joghurt. Ich habe wegen des Gewichtes immer den 0,1 %
    genommen, bis ich bemerkte, das dort sehr viel Zucker drin ist.

    Ich werde mich in die KH-arme Ernährung erst mal einlesen müssen.

    Schön, das es dieses Forum gibt, und man sich gerade am Anfang ein paar Tipps holen kann.
    Ich war bisher im Hashimoto-Forum unterwegs, werde Euch aber sicher jetzt mal öfter "auf die Nerven" gehen.

    Liebe Grüsse und einen schönen Tag.

    Gabi
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 28.08.2008 09:54:17
    Hi Gabi,

    der Hinweis von Thomas ist richtig, Patienten mit HT haben öfter einen Typ 1. Also könnte man mal die Antikörper dafür messen (GADA, Islet, IA1 usw.), für den Fall. dass es ein sog.LADA (latent autoimmune diabetes of the adult) ist. Dann wüsstest Du, dass Du irgendwann mal Insulin brauchst.

    Ansonsten vielleicht zu der Frage, warum Diabetes so häufig ist: Wie Jürgen schon schreibt, ist Diabetes eher ein Symptom (nämlic zu hohe BZ) als eine genaue Beschreibung einer Erkrankung. Die Ursachen können nämlich ganz unterschiedlich sein und sehr komplex.

    Typ 1 autoimmun, Typ 2 meistens zunächstt eine Erhöhung der Insulinausschüttung (wegen Bewegungsmangel, falscher Ernährung, später Insulinresistenz) hin zu einer Erschöpfung der BSD. Dann gibt es noch zahlreiche Sonderformen (Schwangerschaftsdiabetes und genetische Formen).

    Nun kann es auch einen direkten Weg zur Erschöpfung der BSD geben ohne Hyperinsulinämie dazwischen. Und alle möglichen Kombinationsmöglichkeiten:

    Vereinfacht kann man so sagen: DIe Blutzuckerautomatik funktioniert auf der einen Seite über zahlreiche Hormone, die den BZ erhöhen. Dazu gehören Cortisol, SD-Hormone, insbesondere T3, Wachstumshormon, Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin, sogar die Geschlechtshormone erhöhen etwas. Alles Mechanismen, die dafür sorgen sollen, dass der BZ in einer Krisensituation nicht abfällt.
    Auf der BZ-senkenden Seite gibt es nur Insulin und Bewegung (also nur ein Hormon).
    Also etwas wenig. Evolutionstechnisch gesehen war das kein Nachteil, da sich Mnenschen früher viel mehr bewegt haben, sehr oft wenig zu essen hatten (da war dann die Insulinresistenz ein Vorteil! Weil dann die Nahrung besser verwertet wurde). Außerdem trat der Insulinmangel beim Typ 2 erst auf, wenn Kinder bereits geboren, d.h. diese Gene schon weiter gegeben waren.

    Wenn nun die BZ-erhöhende Seite zu stark wirkt (durch besagte Hormone und Stress, dazu Bewegungsmangel und zuviel insulinverbrauchende Nährstoffe, in erster Linie KH) dann kann die Insulin-Seite zu knapp werden.
    Also hilft erst mal nur, Insulin zu sparen (s.o. durch entsprechende Ernährung. Wie Du schon gesehen hast: KH runter, dafür darf auch das Fett hoch, damit Du satt wirst). Bewegung natürlich. Und evtl. irgendwann, falls es nicht mehr reicht, Medikamente, die die Insulinausschüttung fördern oder auch irgendwann Insulin selbst. Evtl. auch Medikamente, die die Resistenzverbessern, hilft besonders, wenn zu viel Insulin da ist. Aber die entsprechende Ernährung kann auch die Resistenz verbessern und Du kommst mit weniger Insulin aus.
    Falls Du doch einen OGTT machen lässt, bitte en Doc, dass er auch vorher und nachher das C-Peptid bestimmt. Dann sieht man, ob Du zu wenig oder schon zu viel Insulin (=Resistenz) hast.
    Ich selbst habe auch einen HT und habe trotz Thyroxin und T3 lange den BZ durch die Ernährung niedrig halten können, jetzt brauche ich aber noch Cortison und Wachstumshormon. Das ist mein Körper nicht gewohnt und die BSD schafft die Insulinmenge nicht mehr, also muss ich etwas unterstützen (mit Insulin). Ist bis jetzt für mich nicht so schlimm und leichter als ich dachte. Man wächst mit seienn Aufgaben...

    Ich denke aber dass bei Dir durch entsprechende Ernährungsumstellung und Bewegung Du den BZ-treibenden Effekt vom Thyroxin (nimmst Du auch T3??) sehr mildern kannst und Deine BZ-Werte bald verbessern wirst. Für die Nebenniere ist das auch gut (falls die bei Dir auch betroffen ist, ist ja nicht selten bei HT)

    LG

    Franziska