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Hypo / Ohnmacht
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am 18.03.2021 12:24:30 | IP (Hash): 1581250880
Folgende pauschale Frage für die Nacht:
Wenn ein schwerer Hypo im Schlaf nicht bemerkt wird, ab wann fällt man in Ohnmacht?
Merkt man dazu etwas bzw. reagiert der Körper vorher noch, so dass man evtl. noch reagieren kann? Wenn mein Partner dies nicht bemerkt, was passiert dann?
Hat schon jemand solch eine Situation durchgemacht? -
am 18.03.2021 13:18:47 | IP (Hash): 1593243821
Pauschal gilt, dass man nach Möglichkeit Hypos allgemein und schwere Hypos sowieso vermeiden sollte. An Deinem Eversense wirst Du sehen, dass Dein BZ nicht aus mehreren Stunden waagerecht bei 80-100 plötzlich bei der Nacht einen Zacken um 20-30 und noch mehr mg/dl nach unten macht.
Konkret hat bei mir der Dok 18 mg/dl getestet, den meine Frau zum Aufwecken bestellt hat. Da hatte ich vor dem Schlafengehen meine Tagesdosis Lantus gespritzt und war dann wie üblich eingeschlafen. Mit der Wiederholung kurze Zeit später hab ich dann beim Google Lantus Lows gefunden mit der Erklärung, dass der gute Stoff unter unglücklichen Umständen komplett wenigstens so schnell wirken kann wie schnelles Analoginsulin. Glücklicherweise praktisch nur in der ersten Stunde nach dem Spritzen.
Also spritze ich seitdem mein Lantus immer wenigstens 1 Stunde vor dem Zubettgehen. Und ich teile die Tagesdosis auf morgens und abends auf, weil ich im Falle des Falles die Schnellwirkung ja aufessen muss. Und das fällt mir in der Größenordnung von 1 Mahlzeit leichter als von 2.
Wenn ich nicht schlafe, kann ich an kleinen Veränderungen meines Gesichtsfeldes erkennen, dass mein BZ dann nach meinem Fingerpieks (Deiner würde vielleicht aus demselben Blutstropfen 40 oder 70 messen) meistens so zwischen 50 und 60 ist. Da gönne ich mir dann ein Boms.
Wenn ich das mal übersehe, fällt mir zwischen 50 und 40 die Konzentration auf Schreibe wie diese immer schwerer, und ich fühle mich echt mies. Da gönne ich mir dann 2 Bömse und muss mich zusammenreißen, dass ich nicht den ganzen Beutel ausfresse, weil das miese Gefühl auch noch gern wenigstens ne Stunde bleibt, nachdem der BZ die Hypogrenze nach oben passiert hat.
Für wenn Du unsicher bist, woran Du eine Hypo erkennst, solltest Du ein Wahrnehmungstraining machen.
Etwas mehr Info hier https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/komplikationen/akut-komplikationen/hypoglykaemie.html
Einer CGM Anzeige von ner Hypo in der Nacht würde ich nur glauben, wenn ich parallel am Tag mit Fingerpieks geprüft hätte, dass beide Anzeigen einigermaßen übereinstimmen. So hatte das Libre bei mir häufig viele Stunden in der Nacht unter 50 und sogar unter 40 (ab 40 lo), wo bei gleicher Anzeige am Tag der Fingerpieks 80 und viiíel mehr auswies. Wäre also ganz schön blöd gewesen, wenn ich mich wg dem Libre lo noch nachträglich unterzuckert gefühlt hätte ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 21.03.2021 09:54:55 | IP (Hash): 1581250880
Hallo Jürgen,
zuerst Danke für Deine ausführliche Erläuterung!
Die Möglichkeit Hypos zu vermeiden, ist uns sicherlich allen bekannt, wenngleich sie auch trotzdem immer wieder vorkommen. Was dabei zu tun ist, ist sicherlich auch allen klar.
Mein Eversense zu lesen und zu verstehen ist für Mittlerweilen selbstverständlich, wenngleich
die Werte gegenüber einer blutigen Messung zu wünschen übriglassen..!
Was mir nicht klar ist, wenn Du Deine Lantus Tagesdosis auf 2x aufteilst, wie kommst Du dann über die Nacht und wie sind Deine Morgenwerte?
D.h. doch dass Du bei einer Tagesmenge von 20 IE Lantus abends 10 und Morgen 10 spritzt?
Trotzdem bleibt hier meine Frage immer noch offen, die ich gerne nochmals wiederhole:
Wenn ich, ohne vorher an einer Hypo aufzuwachen, ins Koma falle, wie geht es dann weiter.
Entweder ich habe keinen Partner oder der wacht nicht auf.
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am 21.03.2021 10:35:28 | IP (Hash): 1284853449
Es kommt vor, dass jemand allein zuhause häusliche Pflege mit 3 Besuchen am Tag hat. Da ist der Pflegedienst dann immer für die Medigabe und das Bereiten der Mahlzeit zuständig. Die betroffene Person bekommt dann also den Bolus eingejagt und das Essen vorgesetzt. Und dann kommt es immer mal wieder vor, dass zu essen vergessen wird und dass der Bolus ohne Essen für Lichtaus reicht.
Wenn die Person sich vorher wg Miesfühlen ins Bett oder aufs Sofa gelegt oder in nem bequemen Sessel geparkt hat, kein Problem. Statt des Essens liefert die Leber vom niedrigen BZ beschleunigt Glukose aus ihrem Speicher (um n halbes Pfund), und die Augen gehen nach ein paar Minuten bis vielleicht maximal ner Stunde wieder auf. Der Kopf brummt dann gerne noch ein paar Stunden weiter.
Problem ist, wenn die betroffene Person beim Lichtaus keine von außen stabile Position hat, z.B. auf nem Stuhl ohne Armlehnen. Wenn sie dann da runter kippt, rumpelt es und macht so in Mehrfamilienhäusern auf sich aufmerksam. Dann klingeln die Nachbarn, und wenn sich darauf nichts regt, rufen sie den Rettungsdienst. Und wenn das Licht bei dessen Eintreffen immer noch aus ist, legt der nen Zugang und lässt Glukose ein. Spätestens da gehen die Augen dann wenige Minuten weiter wieder auf, und die Person flucht noch etwas matt "Scheiße", wenn zum wiederholten mal passiert, oder fragt beim ersten etwas verständnislos ob des fremden Auflaufs, "was ist passiert?"
Mies ist, wenn man das miese Gefühl vorher völlig misachtet und sich vom Lichtaus auf der Kellertreppe oder ähnlich gefährlichen Landemöglichkeiten
"überraschen" lässt oder wie ein berühmtes Vorbild im Suff mit der Schnauze in ne Pfütze fällt :(
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 22.03.2021 08:29:59 | IP (Hash): 1476682830
Fips schrieb:
Hallo Jürgen,
Trotzdem bleibt hier meine Frage immer noch offen, die ich gerne nochmals wiederhole:
Wenn ich, ohne vorher an einer Hypo aufzuwachen, ins Koma falle, wie geht es dann weiter.
Entweder ich habe keinen Partner oder der wacht nicht auf.
Wenn Du Glück hast , zählst Du zu den Personen, die bei einer starken
Unterzuckerung (bewusstlos) anfangen laut zu stöhnen. Das hören in jedem
Falle die Nachbarn ...auch ein Haus weiter.
Man hört oft ".... er ist an einem diabetischen Schock(Unterzuckerung) gestorben".
Ob das so immer richtig ist?? Ich hab es noch nicht ausprobiert ....
Auch wird gesagt, das man Gehirnzellen verliert. Wie viele? Keine Ahnung.
Wenn man alleine wohnt, und dieser Zustand sich öfters wiederholt,
warum auch immer, sollte man vlt. darüber nachdenken, sich einen ausge-
bildeten Diabetes-Schutzhund zuzulegen.
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am 22.03.2021 09:56:51 | IP (Hash): 1271894315
Tragbare Geräte zur BZ-Kontrolle (die ersten wie beim Handy eher Ziegelsteine) wurden entwickelt, um an Wochenenden, wenn die meisten Labore in kranken Häusern nicht besetzt waren, einfache Schnapsleichen von solchen Schnapskonsumenten unterscheiden zu können, die Lichtaus wg Unterzucker hatten. Aufwecken aus dem Unterzucker war schließlich sehr viel schneller und einfacher zu bewekstelligen, als ne Ausnüchterung.
Als das Testen dann zunächst mal Ende der 70ger Anfang der 80ger Jahre in kranken Häusern auch ohne Labor ging, hätte die Diabetes-Statistik einen Riesensprung an Überlebenden verzeichnen müssen, wenn diese ganze verrückte Hypo- und Schock-Schreibe auch nur ein bisschen zutreffen würde. Deswegen können wir die Horror Stories getrost als Fake News abstempeln.
Klar ist ne Hypo meistens unangenehm, und je niedriger, umso unangenehmer, aber wirklich gefährlich eigentlich nur dann, wenn man da gerade mit einem Fahrzeug unterwegs ist, und sei es auch nur mit einem Fahrrad. Denn die Einschätzungen der eigenen Bewegung und die der Bewegungen in der unmittelbaren Umgebung laufen mit immer weniger mg/dls immer "besoffener" ab. Und das kann(!) schon bei um 50 mg/dl rum einsetzen.
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Bearbeitet von User am 22.03.2021 09:58:06. Grund: Ergänzung -
am 22.03.2021 19:18:35 | IP (Hash): 1476682830
hjt_Jürgen schrieb:
Deswegen können wir die Horror Stories getrost als Fake News abstempeln.
Klar ist ne Hypo meistens unangenehm, und je niedriger, umso unangenehmer, aber wirklich gefährlich eigentlich nur dann, wenn man da gerade mit einem Fahrzeug unterwegs ist, und sei es auch nur mit einem Fahrrad. Denn die Einschätzungen der eigenen Bewegung und die der Bewegungen in der unmittelbaren Umgebung laufen mit immer weniger mg/dls immer "besoffener" ab. Und das kann(!) schon bei um 50 mg/dl rum einsetzen.
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der hat nicht nach einer normalen Unterzuckerung gefragt.
Bevor Du von Fake usw. schreibst solltest Du einfach mal nachfolgenden
Link lesen
https://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2009/091027c.html
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am 22.03.2021 20:22:42 | IP (Hash): 1271894315
Ich habe schon viele Studien zum weiten Thema Diabetes gelesen, aber bislang nicht EINE einzige gesehen, die klar und eindeutig schwere Hypos oder Hypos überhaupt als Todesursache ausgewiesen hätte. Da wird immer von Wahrscheinlichkeiten ausgegangen, und wenn das Ableben eines Menschen mit Diabetes keine andere wahrscheinlichere Ursache gehabt haben kann, weil er ja alle anderen Medis nach Vorschrift genommen hat und nur mit Insulin keine vorschriftsmäßige Wirkung erzielt werden kann, wird es Unterzucker gewesen sein. Und im Artikel gibt es zum Beleg der populären Behauptung auch keinen einzigen Link.
Dass eine Hypo ein bestehendes Risiko verstärkt, steht außer Frage. Selbstverständlich dann womöglich auch in einem kritischen Moment in fataler Weise als Tüpfelchen auf dem i. Aber das Tüpfelchen für den großen Rest vom i verantwortlich machen, steht schon für ein seltsames Verständnis von Verhältnismäßigkeit. Und daraus darauf schließen wollen, dass normal gesunde Menschen mit Diabetes allein mit so einem Tüpfelchen ableben müssten, ist für sich genommen schon mehr als absurd. Sorry, aber das hat die Qualität von den Lemmingen, die in der Disney-Wildnis kollektiefen Selbstmord begehen ;)
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