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HbA1 gut, aber hoher Blutzucker nach dem Essen. Arzt meint, kein Problem?

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    am 10.05.2021 17:28:01 | IP (Hash): 918309530
    Hallo,
    möchte kurz meine Lage schildern: bin 61, sportlich, NR, NT, gesund essend, allgemein fit. Meine Mutter hat Diabetes.
    Ich bin berufsbedingt und privat seit ein paar Jahren immer knapp vor einem Burnout. Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun. (Mein Hausarzt würde mich jederzeit zur Kur schicken. Ich will aber nicht).

    Mein aktueller HbA1 ist 5,3 (2020) bzw 5,1 (2021). Nüchternzucker ist zwischen 85 und 90.

    Seit ca. 1 Jahr wurde es immer mehr, dass ich nach einem Essen mit rel viel KHs sehr müde werde, teilweise bin ich sofort eingeschlafen und hatte dann eine Art Fieberträume. Habe auch etwas am Bauch zugenommen und die Sehkraft ist leicht schlechter geworden.
    Habe mir ein Meßgerät gekauft (Safe AQ) und viel gemessen (doppelt zur Kontrolle).

    Damit festgestellt, dass ich auf Weissbrot, Reis, Haferflocken stark reagiere. Nach 1 Std habe ich Werte von ca 170 - 210, nach 2 Std dann ca. 130 - 140. Und das ohne Süßigkeiten und nur normale Mengen.

    Heute beim Diabetologen, er meinte, solange der HbA1 in Ordnung ist, soll ich mir keine Gedanken machen. Er ging nicht auf meine obigen Messungen ein, meinte, da haben Sie falsch gemessen. Habe ich sicher nicht, messe auch doppelt zur Kontrolle, ca. 100 Messungen bisher.

    Da ich als sportlicher Mensch KHs brauche, stört mich die Sache jetzt stark. Zur Zeit halte ich mich mit Mengen und KHs allgemein zurück, aber das ist kein Dauerzustand.

    Was meint ihr? Soll ich zu einem anderen Arzt gehen? Sind die Werte wirklich unbedenklich? Ich dachte bisher, man soll nach dem Essen Werte bis höchstens 140 haben.











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    am 10.05.2021 18:10:25 | IP (Hash): 1328348555
    WAS hättest Du konkret von einem in Deinen Augen guten Arzt erwartet?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 10.05.2021 18:48:56 | IP (Hash): 918309530
    Ich habe erwartet, dass er auf exakt meine Frage bzgl der Spitzen nach dem Essen eingeht.

    Laut meinen Infos (als Laie natürlich) ist es nämlich nicht so unbedenklich, wenn man regelmäßig, über längere Zeit, diese Spitzen hat. Auch wenn der Langzeit-Wert in Ordnung ist.
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    am 10.05.2021 19:22:50 | IP (Hash): 1328348555
    Unsere Herausforderung mit Typ 2 ist, dass die Behandlung sich am Standard der guten Behandlung mit Typ 1 orientiert.

    Also nüchtern und vor dem Essen 100-140 mg/dl und nach dem Essen völlig offen.
    Sehr guter Standard beim Typ 1 ist nüchtern und vor den Mahlzeiten 80-120 mg/dl und in den Spitzen nach dem Essen nicht über 200.

    Deine Messwerte liegen von wenigen kleinen Ausreißern abgesehen im sehr guten Behandlungsbereich, und das völlig ohne Medis! Und so lange das bei Dir so funzt, kannst Du von keinem Arzt eine ernsthafte Behandlung erwarten. Denn fachoffiziell geht schon nicht verbindlich sehr gut.

    Natürlich kannst Du selbst jede Menge tun, z.B. nach dieser vieltausendfach weltweit bewährten Anleitung https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Daumendrück :)

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    am 10.05.2021 19:32:22 | IP (Hash): 918309530
    Danke für deine Antwort!

    Ich habe natürlich keine Behandlung erwartet oder gewünscht - ich nehme ja selber keine Medikamente regelmäßig ein.

    Also ist das so richtig: ich kann jeden Tag, auch mehrmals, auch längerfristig, Spitzen um 200 haben, und das ist in keiner Weise ein Problem?

    Warum heisst es dann in fast allen Medien, dass nach dem Essen die Werte nur bis 140, evtl bis max 160 steigen dürfen?

    Bin da etwas irritiert. Wie gesagt, ich bin Laie, ich möchte das eben richtig verstehen.
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    am 10.05.2021 19:49:01 | IP (Hash): 1328348555
    Der Link ist ne Anleitung für mein Mantra: max 140-120-100 mg/dl 1-2-3 Stunden nach dem Essen.

    Generell müssen wir Betroffene unterscheiden zwischen der normalen ärztlichen Behandlung des Diabetes und unserem Anspruch auf möglichst gesunde Behandlung.
    Die normale ärztliche Behandlung hat zum Ziel, den höher als gesunden Blutzucker im allgemein machbaren Rahmen so zu begrenzen, dass er sich mit dem Verursachen von möglichst wenigen Folgeschäden möglichst lange Zeit lässt.

    In diesem Rahmen ist der Typ 2 eine progrediente, also sich selbst verstärkende Erkrankung, bei der der BZ bei normal gesundem Bewegungs- und Essverhalten immer höher ansteigt und nach Übersteigen der dafür definierten Diagnosewerte mit über die Jahre zunehmend immer mehr Medis im weiteren Ansteigen gebremst werden soll.

    Wenn Du Remission willst, also gesunden BZ ohne Medis, kannst Du dir die nur selbst machen, z.B. nach dem verlinkten Rezept.

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    am 10.05.2021 19:49:02 | IP (Hash): 1328348555
    super, wieder mal verdoppelt
    Bearbeitet von User am 10.05.2021 19:50:05. Grund: verdoppelt
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    am 10.05.2021 20:01:39 | IP (Hash): 918309530
    Ok, eine Frage noch:
    Mahlzeiteninsuline sind also zum derzeitigen Zeitpunkt verfrüht/nicht erfoderlich wegen Nebenwirkungen?
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    am 10.05.2021 20:08:18 | IP (Hash): 385273895
    Hallo KTGS,

    habe Deine Einträge gelesen. Ich denke, dass Deine BZ-Spitzen nach den Mahlzeiten mit Deiner Ernährung zusammenhängt. Brot und Brötchen aus Weißmehl, weißer Reis, normale Nudeln, Kartoffeln in großen Mengen treiben Deinen Blutzucker hoch und das sind Deine Spitzen. Stelle deine Ernährung etwas um auf Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln höchstens 100 gr roh und Du wirst sehen, dass Deine BZ-Spitzen verschwinden.

    Insulin wiederum brauchst Du noch lange nicht. Deine Werte hängen mit Deiner Ernährung zusammen. Noch was, lasse alles, was Zucker behinhaltet so gut wie möglich weg, also Kuchen, Schokolade, Eis (höchstens 1 Bällchen und das mit Sahne). Probiers einfach. Ich drücke Dir die Daumen.

    Gruß,
    Biggi
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    am 10.05.2021 20:20:11 | IP (Hash): 1328348555
    Hier kannst Du lesen, wie sich die Typ 2 Behandlung nach den fachoffiziellen Richtlinien aufbaut https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/user_upload/05_Behandlung/01_Leitlinien/Praxisempfehlungen/2020/dus_2020_S01_Praxisempfehlungen_Therapie-Typ-2-Diabetes_Landgraf.pdf
    Und hier, wenn Englisch oder/und Google reichen ein gutes Stück medizinisch belegten Hintergrund zum Typ 2 https://www.bloodsugar101.com/diagnosing-diabetes
    Doch, ich hab schon in Deinem Eingangsbeitrag gelesen, dass Du glaubst, so viele KHs essen zu müssen, wie Du isst. Aber Du kannst versichert sein, dass spätestens ab 140 mg/dl ALLE Verbraucherzellen gut mit Glukose versorgt sind und alle medimäßige Begrenzung einschließlich Insulin nur die Einlagerung in Pufferspeichern bewirken und da gern auch den langfristigen in den Schwimmhilfen.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.