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sera: Neu hier und lernend

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 30.06.2021
    am 01.07.2021 08:28:50 | IP (Hash): 756661533
    sera: Neu hier und lernend
    Hallo,
    ich bin neu hier, denn meine Diagnose Diabetes ist auch neu. Mir geht es nicht gut und ich finde keine Hilfe (Arzttermine liegen 1-2 Monate in der Zukunft oder ich bekomme keine Termin, viele Ärzte sind auch im Urlaub.)

    Erst einmal einiges zu meiner Person:
    Ich bin 55 Jahre alt, BMI bei Diagnosestellung: 27,9. Und ich rauche.
    Seit einiger Zeit habe ich einen „tauben“ großen Zeh und Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie Miktionsstörungen (Blase/Stuhl). Da sich die Beschwerden verschlimmerten ging ich (endlich) zum Arzt. Bekam Physio und ein MRT der LWS. Letzteres brachte keine Erkenntnisse, auch der Gynäkologe fand keine Ursache. Die Physio hat mir aber sehr geholfen, die Rückenschmerzen sind fast weg.
    Mir wurde auch Blut abgenommen, dies sind meine schlechten Werte:

    Erythrozyten: 5,20 Tpt/l; Norm: 3,90-5,15
    Leukozyten: 12,5 Gpt/l; Norm: 3,90-10,2
    Nüchtern-Plasmaglucose: 8,15 mmol/l; Norm: unter 5,6
    HbA1c: 6,7 %; Norm: unter 6,1
    HbA1c (IFCC): 50 mmol/l; Norm: unter 43
    Mittlere Glucose (ADAG): 8,06 mmol/l
    Kreatinin: 85 µmol/l; Norm: unter 83
    GFR (MDRD): 69 ml/minm²; Norm: über 90
    Triglyceride: 3,78 mmol/l; Norm: unter 2,0
    Cholesterin gesamt: 7,95 mmol/l; Norm: unter 5,2
    LDL- Cholesterin: 5,01 mmol/l; Norm: 2,60-3,40
    Vitamin B12: 238 pg/ml; Norm: 200-1000

    Die Ärztin hat ganz schön mit mir geschimpft: Diabetes, gestörter Fettstoffwechsel und mir geraten, ich soll meine Ernährung komplett umstellen und natürlich nicht rauchen. Ich habe das erst einmal ein paar Tage sacken lassen und dann geschaut, wie meine neue Ernährung aussehen könnte. Die Ärztin hatte mir geraten alle tierischen Fette wegzulassen, Vollkorn, Obst und Gemüse zu essen. Gegessen habe ich dann erst einmal gar nichts, ich hatte keine Lust. Nach zwei Tagen hatte ich dann aber doch ganz schön Hunger und den Tag mit Haferflocken (mit Wasser) angefangen. Ich aß einen ganzen Teller und blieb hungrig, 2 Stunden noch einen Teller und nicht satt. Irgendwann eine Scheibe Vollkornbrot mit veganem Käse+Apfel, Hunger blieb und mein Magen war voll bis oben hin. Dann fing mein Verdauungssystem an zu rebellieren. Sodbrennen, Blähungen, Durchfall. Und am selben Tag noch bekam ich zu dem tauben Zeh Parästhesien in beiden Beinen ab Knie abwärts. Am schlimmsten sind die Missempfindungen an den Füßen. (Auf Watte gehen. Ameisenkribbeln.)
    Diese Missempfindungen habe ich nun 1,5 Wochen, den Durchfall auch. (3 kg abgenommen). Sicher habe ich eine Gastritis, dagegen bekam ich Pantoprazol. Ich nehme es aber nicht, weil ich um Vitamin B12-Substitution bat. – Die Ärztin meinte, das wäre nicht nötig, gab mir aber ein grünes Rezept (Tabletten) dafür. - Für die Ärztin steht fest: Die Polyneuropathien sind verursacht durch meinen Diabetes. Kann das tatsächlich sein? (HBa1c im Jahre 2021: 6,7 %, 2019: 5,9 %)
    Mögliche Ursache für die Missempfindungen könnten aber meiner Meinung nach auch ein wenig Wasser in den Füßen sein. (Hab ich immer im Sommer.) Und ich tippe auf B12 – Mangel. Habe jetzt 2 Tabletten genommen und schlafe endlich mal 6 Stunden und das sogar am Stück, das Kribbeln wird dann für ein paar Stunden auch weniger. – Mich machen diese Missempfindungen fertig, dieses Kaugummi-Gefühl an den Fußsohlen lässt mich unsicher gehen und jeder Schritt regt mich zum Grübeln an.

    Nachher werde ich erst einmal einkaufen und die gewohnten Lebensmittel einkaufen. Was habe ich immer so gegessen: morgens 2 Brötchen mit Butter, Honig, Käse, Wurst oder Fisch. Wurst werde ich nicht kaufen. Mittags z.B. wirklich nicht viel Fleisch (keine Handvoll, kein Schwein, gerne Huhn). Kokosmilch anstatt Sahne, Ingwer, Äpfel, Rosinen waren oft dabei. Rosinen klemme ich mir nun. Gemüse im Eintopf, schon lange keine Mehlschwitzen mehr. Fleisch gab es nicht täglich, gerne aß ich Hirsegerichte, die machen angenehm satt und auch lange. Zwischendurch aß ich gern mal einen Apfel, nachmittags ein Marmeladenbrot (fällt nun weg), abends gar nichts. Ich nehme nun auch keine Produkte mit Zucker zu mir, habe ich mir in den letzten 2 Wochen abgewöhnt, Kuchen, Joghurt, Cola etc. mochte ich sowieso nie sonderlich. Ich werde nun mehr Gemüsesnacks zu mir nehmen und Salate. Das tat ich vorher nicht.
    Zu meinem gewohnten Essen (mit kleinen Änderungen) werde ich nun erst einmal zurückkehren, damit meine Verdauung sich bessert und ich werde mich gleichzeitig um meine Nikotinsucht kümmern. Ich hatte es tatsächlich geschafft, drei Tage nicht zu rauchen, am Dienstag aber wieder angefangen.
    Ich bewege mich mehr, mache meine Physiotherapie-Übungen 2x am Tag+ mindestens 30 min schnelles Gehen.

    Achso, dieses ist vielleicht wichtig: Ein paar Tage vor der Blutabnahme bekam ich bei einem anderen Arzt meine erste Biontec-Impfung. Ich war am Folgetag sehr müde. Ab dem zweiten Tag danach fit wie ein Turnschuh, das hielt einige Tage an. Mein Immunsystem war sicher sehr beschäftigt.
    Leider habe ich vor der Blutabnahme auch geraucht, ich bin durch meine Durchschlafstörung oft sehr früh auf. Zwischen Aufstehen und Blutabnahme lagen 4 Stunden und ich habe mich sehr gelangweilt mit meinem grünen Tee und doofer Weise dann geraucht.
    Ich habe mir ein Blutzuckermessgerät „schenken“ lassen. Leider nur 10 Teststreifen, die nun verbraucht sind. Während meiner kurzen Nikotinabstinenz hatte ich nicht einen auffälligen Wert. Z.B. Nüchtern (morgens) 5,3; 2 h nach dem Frühstück 7,3.

    Jetzt habe ich mir ziemlich viel von der Seele geschrieben, das tat mir gut, half mir beim Reflektieren und Pläne schmieden für eine Veränderung meiner Lebensweise. (Ein wenig hat sich ja schon verändert. 😊 )

    Freuen würde es mich sehr, wenn der eine oder andere von Euch Anmerkungen und Tipps geben würde.

    Vielen Dank fürs Lesen!


  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 22.05.2021
    am 01.07.2021 09:01:25 | IP (Hash): 1078314253
    Ich bin bei weitem kein Experte, aber Ameisenkribbeln hab ich öfters in Zusammenhang mit Durchblutungsstörung gelesen, die aber auch vom Rauchen ausgelöst werden kann.


    Bin mal gespannt, was andere so schreiben. 🙈
    Bearbeitet von User am 01.07.2021 09:02:17. Grund: geändert
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 319
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 01.07.2021 11:22:31 | IP (Hash): 241674883
    Hallo,

    also ein langzeit Zucker von 6,xxx sollte noch keine so deutlich spürbaren Auswirkungen haben. Ich bin zwar noch ein wenig jünger habe aber selbst mit einem HB1a von weit über 10 noch nix großartiges gemerkt. Und mein Arzt hat noch nie mit mir geschimpft, er war nur höchst besorgt, aber das nur nebenbei.

    Am Zucker allein werden seine Probleme wohl nicht liegen, dagegen angehen solltest du aber trotzdem bevor es schlimmer wird.

    Informiere dich mal zum Thema Low Carb Ernährung. Salat und Gemüse ist schon mal gut. Haferflocken eher nicht, die gelten zwar als Diabetes Essen sind sie aber höchstens als Zutat. Wenn du versuchst dich nur mit Haferflocken satt zu essen nimmst du extrem viel Kohlenhydrate also Zucker zu dir.

    Ein gutes Frühstück besteht z. B. aus Joghurt oder Skyr. Beerrn also Himbeeren Brombeeren Erdbeeren dazu ein paar Haferflocken.

    Ansonsten keine Angst vor Fett und Fleisch, das hilft beim satt werden. Natürlich sind magere Fleischsorten und Fisch besser aber wenn man die Leber entfernten will muss man nicht auf Fett verzichten sondern auf Zucker und kohlenhydrate. Viele Obstsorten und vor allem auch Fruchtsäfte sind da sehr ungünstig. Auch vollkorn heißt nicht automatisch wenig KH, man sagt oft es sind bessere KH die langsamer ins Blut gehen das ist aber sehr individuelle und auch wenn es länger dauert sie gehen ins Blut. Also besser wo es geht auf KH verzichten statt nur "schlechte" gegen "gute" kh zu ersetzen.
    Du hast schon den richtigen Weg eingeschlagen aber es liegen da halt noch einige fehlimformation auf dem Weg.

    Ich drücke dir die daumen das es klappt, Ermahnung umstellen und rauchen reduzieren oder besser ganz aufhören ist halt schon eine Herausforderung aber für die Gesundheit kann man es schaffen.

    Gruß Tobias