Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Blaue Flecken nach dem Spritzen

  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 81
    Mitglied seit: 07.09.2016
    am 12.07.2021 13:43:34 | IP (Hash): 1625900979
    Hallo Ihr Lieben,
    nach wie vor spritze ich einmal Mahlzeiteninsulin am Abend und Langzeit über die Nacht. Orale Medikamente nehme ich gar keine, da ich keins vertragen habe.
    Seit einiger Zeit habe ich nun aber Rund um den Bauchnabel blaue Flecken und jede Insulinspritze brennt fürchterlich.
    Nun habe ich heute gelesen, dass wenn es brennt und sich blaue Flecken bilden, man im Muskelgewebe gelandet ist bzw. die Nadel zu lang oder zu oft verwendet wurde.
    Also ich wechsel meine Nadeln für jede Injektion und ich hab wohl die kürzesten mit 4 mm, aber egal welches Insulin ich spritze, das starke Brennen bleibt.
    Am Anfang hab ich es für normal gehalten, da ja auch z. B. die Trombosespritzen, die man bei Operationen erhält auch tierisch brennen und blaue Flecken verursachen.^^
    Aber aus Unterhaltungen mit anderen, sei das wohl eher selten mit dem Brennen? Gut, Brennen hin oder her. Mich stören die blauen Flecken. Meine Haut am Bauch sieht eh seit meiner Zwillingsschwangerschaft vor 20 Jahren eher wie eine Kraterlandschaft aus, sehr vernarbt, da überall gerissen war. Die rechte Seite vom Bauchnabel fällt zudem noch flach, da ich da eine große, sehr feste Fettgeschwulst habe, in die ich wohl nicht reinstechen sollte. Alles andere ist jetzt von mehr oder weniger großen blauen Flecken verziert, so dass die abendliche Wahl schwerfällt.

    Wie kann ich die besser verhindern? Von meinem Arzt hab ich die Anweisung, nur rund um den Bauchnabel zu spritzen, so dass ich mich eine andere Stelle nicht traue, da ich nicht weiß, wie sich das auf den BZ-Spiegel auswirkt..
    Oberschenkel habe ich kaum Fett, vom vielen Ausdauersport (Skaten + Rennrad). Am Hintern würde noch gehen, da hab ich ein wenig mehr Fett, als am Bauch oder an den Oberschenkeln :D

    LG
    Laurana
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 12.07.2021 14:50:53 | IP (Hash): 1559310040
    Laurana schrieb:
    Von meinem Arzt hab ich die Anweisung, nur rund um den Bauchnabel zu spritzen, so dass ich mich eine andere Stelle nicht traue, da ich nicht weiß, wie sich das auf den BZ-Spiegel auswirkt.

    Warum probierst du es nicht einfach aus?

    Der BZ kann dabei nicht sehr viel anders sein, die Auswirkungen sind nur minimal. Gefährlich wird so ein Ausprobieren also nicht. Was sich etwas ändern kann, ist die Zeit die das Insulin braucht, um von der Spritzstelle im Blut anzukommen. Beim Basalinsulin wird sich eine andere Spritzstelle deshalb kaum einen Unterschied machen. Bei dem Mahlzeitinsulin musst du vielleicht den Spritz-Ess-Abstand etwas vergrößern.

    Wenn du mit deinem jetzigen Spritzschema gut zurecht kommst, dann wäre bestimmt auch Ozempic oder ein anderer GLP1-Rezeptor-Agonist gut geeignet. Falls ja, dann bräuchtest du nur noch wöchentlich zu spritzen. Eventuell reicht es aber nicht ganz aus und du müsstest zusätzlich noch Basalinsulin spritzen. Aber das musst du mit deinem Arzt besprechen und dann austesten. Übrigens steht ein Basalinsulin kurz vor der Zulassung, dass nur wöchentlich gespritzt werden muss. Wenn das in einem halben oder einem Jahr verfügbar ist, dann könntest du damit deine Probleme enorm verringern.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 12.07.2021 16:45:19. Grund: .
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.07.2021 18:15:05 | IP (Hash): 1054604821
    Ab und zu hab ich mit täglich 5-10mal Bauchpieken so alle paar Wochen mal nen blauen Fleck. War häufiger, als ich mir für's Spritzen noch ne Speckwulst gehalten hab.
    An ärztlichen Ortsempfehlungen hatte ich schon alles von nem Ring mit 2 cm Abstand vom Nabel und 5 cm breit rund rum oder nur unterhalb des Nabels bis nur oberhalb des Nabels. Und nach Möglichkeit nicht immer dieselbe Stelle.

    Nicht immer dieselbe Stelle befolge ich (meistens) als einziges. Und wo ich meinen BZ in sehr engen Grenzen führe, müsste ich Unterschiede messen können, wenn der Pieks näher am Nabel schneller wirkte, als seitlich rechts oder links Richtung Hüften. Aber bis jetzt habe ich da in über 10 Jahren keinen Unterschied beobachten können. Jedenfalls mit Analoginsulinen.

    Heißt nicht, dass das bei allen so ist, sondern nur dass es so sein kann. Was auf den eigenen Bauch tatsächlich zutrifft, lässt sich nur im jeweiligen Selbstversuch entdecken. Gutes Gelingen!

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 593
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 12.07.2021 20:29:04 | IP (Hash): 385273895
    Hallo Laurana,

    kann es sein, dass Du Dich öfter mit Körperlotion eincremst? Oder desinfizierst Du Deine Spritzstelle? Brennen beim Spritzen kommt nämlich oft vom Desinfektionsmittel oder eben von Lotions. Du kannst auch über dem Bauchnabel spritzen. Rechts und links im Abstand von ca. 3 cm vom Bauchnabel und auch 5 - 6 cm darüber und in der Mitte.

    Gruß,
    Biggi
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 593
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 12.07.2021 20:31:34 | IP (Hash): 385273895
    Noch was ist mir eingefallen: das Mahlzeiteninsulin immer in den Bauch und das Basalinsulin in die Oberschenkel. Hier kannst Du eine Grafik einsehen, welche die Bereiche für die Spritzen sehr gut zeigen.

    https://www.bd.com/de-de/products/diabetes-care/diabetes-learning-centre/insulin-injection/basics-of-insulin-injection/injection-regions

    Gruß,
    Biggi
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 12.07.2021 21:37:47 | IP (Hash): 1054604821
    Danke für die anschauliche Grafik! Sie zeigt schöne große Flächen zur Aufnahme von Insulin. Allerdings wurde das zu den Entstehungszeiten dieser "Lehre" noch mit schönen langen Nadeln eingejagt, die möglichst viel Fettgewebe brauchten. Und die Wirkkurven der damals üblichen Insuline brauchten wenigstens die "moralische" Unterstützung durch die "Spritzstellen-Geographie", die ich allerdings nirgendwo systematisch und gezielt messend belegt gefunden habe.

    In der Arbeit mit Kindern mit Typ 1, die halt entsprechend kleinere Flächen haben, haben sich alle in der Grafik gekennzeichneten und viele weitere als nutzbar zur Injektion und für die Insulinpumpen erwiesen, die da immer häufiger eingesetzt werden. Und bei den wenigstens um 8.000 Litern Blut, die unser Herz 24/7 pro Stunde in Ruhe - in Bewegung sind's schnell mal 16.000 und mehr - durch den Kreislauf pumpt, gibt es wahrscheinlich keine Stelle im und am Körper, von der aus ein einmal ins Blut gelangtes Insulin-Molekül länger als 5 Minuten bis in die Leber braucht.

    Bedeutet aus meiner Laiensicht: Die Spritzstelle ist wenigstens für die bei uns heute üblichen Analoginsuline in Bezug auf den Wirkverlauf egal.

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 12.07.2021 21:41:47. Grund: Ergänzung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 88
    Mitglied seit: 07.10.2017
    am 15.07.2021 17:53:22 | IP (Hash): 1526816846
    Hallo Laurana,

    Brennen bei der Insulininjektion kommt meist vor, wenn das Insulin zu kalt ist. Deshalb sollte der Insulin-Pen mit der angebrochenen Ampulle nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

    Das Injektions-Areal, das dir dein Arzt zugewiesen hat, ist viel zu klein. Da muss es zu Dellen, gelben und blauen Flecken und Verhärtungen kommen. Und gerade wenn man in diese hineinsticht, ist die Insulinwirksamkeit nicht mehr kalkulierbar. Nimm in jedem Fall den ganzen Bauch für die Injektionen und wechsle dauernd die Stellen. Die Wirksamkeitsunterschiede sind so klein, dass sie nicht merkbar sind.

    Anfangs solltest du beide Insuline in den Bauch spritzen. Wenn du eine gute Schulung hinter dir hast, wirst du auch in den Oberschenkel oder in den Arm spritzen können. Allerdings nicht das Verzögerungsinsulin, wie der veraltete BD-Artikel schreibt (noch aus der Zeit der NPH-Insuline), sondern das Mahlzeiteninsulin. Durch das Erlernen des Spritzens in den Muskel kannst du den Wirkungseintritt des Insulins beschleunigen, was natürlich nur beim Mahlzeiten (Bolus)-Insulin Sinn macht - das sollte aber geschult sein.

    LG Geri

  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 15.07.2021 18:39:34 | IP (Hash): 491400888
    Bin neugierig: in welchen Schulungen wird zum Spritzen in Muskeln angeleitet? Hast Du dazu mal nen Link?

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 593
    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 15.07.2021 20:56:46 | IP (Hash): 385273895
    Du irrst Jürgen, da ich bis Ende April in den Schulungen war und bis dahin auch spritzte, sind das genau die richtigen Stellen. Immer nur um den Nabel herum verhärtet die Stellen im laufe der Zeit, also immer im Uhrzeigersinn großzügig um den Nabel herum - siehe Grafik.

    Gruß,
    Biggi
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 15.07.2021 21:04:33 | IP (Hash): 464032550
    und hatte ich Dir da nicht zugestimmt???

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.