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Frage zu BZ-Werten
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am 29.07.2021 23:42:11 | IP (Hash): 417292777
Ja, die absoluten Werte würde ich auch nicht als in Stein gemeißelt betrachten und da ja der Gewebezucker gemessen wird, ist da auch eine zeitliche Verzögerung dabei. Aber ich denke, der relative Verlauf, die Schwankungen sind schon ziemlich genau abgebildet. Und da ist es immer so, dass der Wert um 20-30 Punkte absinkt. -
am 29.07.2021 23:56:48 | IP (Hash): 220553996
hier hast Du ne Grafik von durchschnittlichem gesundem BZ Verlauf von Stunden vor bis Stunden nach dem Essen https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 30.07.2021 00:02:30 | IP (Hash): 646757739
Frank183 schrieb:
Allerdings fällt eine Weile danach der Pegel ganz langsam aber kontinuierlich über 3-4 Stunden auf 70 runter. Müsste da nicht die Fettverbrennung einsetzten und den Pegel stabil halten? Oder gibt es da noch so ein "Nachdieseln" vom Insulin?
Hallo Frank,
bitte akzeptiere einfach: Du hast keinen Diabetes, du hast alimetäre Hypoglykämie. Die ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass Insulin bei dir verspätet und dann überschießend zu viel ausgeschüttet wird. Bei allen möglichen Erklärungsversuchen kann dir niemand die genaue Ursache und sagen und niemand weiß wirklich, was genau dabei schief läuft.
Aber klar ist, je weiter der BZ nach oben geht, desto stärker sinkt er danach ab. Also ist auch ganz klar, was du dagegen tun kannst, nämlich den BZ mit deinem Essen so wenig wie möglich nach oben zu treiben. Höre auf, über das warum und wieso nachzugrübeln und alle mögliche Theorien aufzustellen, die dich sowieso nicht weiter bringen und kümmere dich um die Praxis.
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, Rainer -
am 30.07.2021 12:04:52 | IP (Hash): 740336692
Wissen Wollen, wie leistungsfähig die eigene Insulinproduktion noch ist, steht meistens im Hintergrund solcher Versuche, wie hier angedacht. Dabei wird übersehen, dass der BZ nur sehr mittelbar von der Insulinproduktion abhängt, denn gesteuert wird der unmittelbar ausschließlich von der Leber.
Alles Insulin geht zuerst in die Leber und wird darin zum größten Teil auch gleich verbraucht. Klar kann die Leber keine zu kleinen Lieferungen ausgleichen, aber sie kann von dem jeweils angelieferten diabetisch gestört jede Menge mehr raus lassen, als eigentlich gebraucht wird.
Gleiches gilt für die Glukose. Auch davon geht alles, was der Darm liefert, zuerst in die Leber, und auch davon wird das meiste darin be- und verarbeitet und gesund nur immer so viel in den Kreislauf rausgelassen, wie gerade gebraucht wird, diabetisch gestört jede Menge mehr.
Die diabetische Störung, die den tendenziell immer höheren BZ macht, steckt irgendwo (bisher noch nicht entdeckt) in den Steuerungs-Prozessen und mag sich mit zunehmendem BZ gerne selbst verstärken.
Auf der anderen Seite lässt sie sich mit gezielt gesund niedrigem BZ erstaunlich weit zurückdrehen, funktioniert also im Schwankungsbereich des gesunden BZ nach einigen Wochen auch wieder praktisch vollautomatisch. Wer sich dann mal wieder eine deutlich größere KH-Last einverleibt, kann oft beim neugierigen Messen der Spitze sehr viel weniger über gesund ablesen, als eigentlich erwartet.
Wer das dann allerdings regelmäßiger ausnutzt, ist wohl meistens bald wieder im vollen Störungsmodus mit dem munter immer höher ansteigenden BZ.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 30.07.2021 12:45:35 | IP (Hash): 417292777
hjt_Jürgen schrieb:
hier hast Du ne Grafik von durchschnittlichem gesundem BZ Verlauf von Stunden vor bis Stunden nach dem Essen https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
Super, 1000 Dank!!! So eine Darstellung habe ich schon ewig gesucht, aber nicht gefunden. Das werde ich mir jetzt mal ganz genau anschauen.
VG
Frank -
am 30.07.2021 13:58:56 | IP (Hash): 417292777
Rainer schrieb:
Hallo Frank,
bitte akzeptiere einfach: Du hast keinen Diabetes, du hast alimetäre Hypoglykämie. Die ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass Insulin bei dir verspätet und dann überschießend zu viel ausgeschüttet wird. Bei allen möglichen Erklärungsversuchen kann dir niemand die genaue Ursache und sagen und niemand weiß wirklich, was genau dabei schief läuft.
Hallo Rainer,
ja, das ist mir völlig bewusst, dass ich keine Diabetes habe. Das habe ich auch nie gedacht oder behauptet. Aber "normal" ist das bei mir halt auch nicht. Und ich gehe davon aus, dass sich das auch medikamentös nicht steuern oder einstellen lässt, deshalb muss ich das sehr strikt über die Ernährung lösen. Aber: dafür muss ich halt wissen, was "normal" ist und was nicht, damit ich meine Ernährung dahin gehend auch steuern kann. Und es ist immer grundsätzlich hilfreich, die "Mechansimen" zu verstehen. Aber wie gesagt, ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass ich kein Diabetiker bin.
Viele Grüße
Frank -
am 30.07.2021 15:50:42 | IP (Hash): 1579799700
Hallo Frank,
ich habe aber anhand deiner fragen das Gefühl, dass du es dir viel zu kompliziert machst. Durch die Antworten und Erklärungen, wie es bei T1-Diabetikern oder bei T2-Diabetikern funktioniert, die eigentlich für dich uninteressant sind, wird es dann noch eine Tick komplizierter. Für dich kann lediglich interessant sein, was Diabetiker essen, wenn sie ihren BZ so wenig wie möglich steigen lassen wollen. Aber das ist im Grundsatz auch schnell erklärt: wenig KH und wenn dann welche mit viel Ballaststoffen und dann unter Beachtung der Gesamtkalorien mehr Fett und mehr Eiweiß. Welche Sachen du dann essen kannst, die dir natürlich auch schmecken müssen, musst du ausprobieren. Mit dem Libre hast du dafür schon mal einen guten Tachozeiger. Aber auch ohne BZ-Messgerät dürfte das gut funktionieren, wenn du darauf achtest, dass es dir 3...4 stunden nach der Mahlzeit möglichst gut geht.
Mache es dir einfacher, nicht immer nur kompliziert um 10 Ecken. In diesem Sinn verlinke ich dir auch noch eine Kurve für den Glukose- und Insulinverlauf bei Gesunden in Abhängigkeit von den Mahlzeiten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Insulin#/media/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg (aus Wikipedia, Insulin).
Du siehst dort, dass immer Insulin im Blut vorhanden sein muss, das ist die Basalversorgung. Die muss sein, weil Insulin noch mehrere andere Aufgaben zu erledigen hat. Zu den Mahlzeiten steigt die Insulinmenge an, wodurch der BZ gesenkt wird. Bei dir ist die Insulinkurve nur etwas nach rechts verschoben, der Anstieg setzt zu spät ein und hört nicht rechtzeitig wieder auf. Deshalb hast du zu hohe BZ-Spitzen und nach 3...4 Stunden zu niedrigen BZ - ist doch ganz einfach und überschaubar, oder?
Alles Gute und viel Erfolg, Rainer -
am 30.07.2021 16:37:35 | IP (Hash): 740336692
Wie Du in der Grafik schön sehen kannst, wird Insulin nach dem Essen gesund spitzenmäßig deutlich vor dem BZ-Anstieg ausgeliefert. D.h. diese Insulinausgabe wird NICHT von der Glukose im Blut ausgelöst, sondern schon vorher von Hormonen in der Darmwand beim Durchgang der Glukose ins Blut. So trifft die sich dann mit der für sie gerade bestellt passenden Insulinmenge in der Pfortader auf dem kurzen Weg in die Leber zur Verarbeitung und Aufbereitung und just in time Weitergabe in den Ganzkörperumlauf.
Wenn nun mit der gerne so genannten Rechtsverschiebung der Insulinantwort weniger vom eigentlich notwendigen Insulin mit der Glukose in der Pfortader zusammentrifft, fehlt da dann eben auch welches für die ordentliche Aufbereitung und Verarbeitung in der Leber, und die gibt dann entsprechend mehr als notwendig an Glukose in den Ganzkörperumlauf. Wenn die auf dem Weg dann jeweils kurz vorm Kreislaufschluss dann beim Pankreas durchkommt, bestellt sie sich ihr Insulin direkt selbst.
Das ist die ganz normale Fein- und Nachregulation, mit der der BZ-Spitzen nach dem Essen bis 140-160 meistens völlig unauffällig ausgeglichen werden.
Wenn da nun aber größere Glukosemengen ankommen, weil der erste Teil der Insulinantwort auf die neue Glukose viel zu klein war und nun richtig viel mehr Insulin von der Glukose direkt angefordert wird, ist dieser Teil der Regelung häufig überfordert und neigt mit zunehmender Anforderung zu immer mehr zuvieler Insulinausgabe. Macht in der Grafik einen höheren Insulinberg weiter rechts vom normalen, also eben Rechtsverschiebung.
Diese Rechtsverschiebung ist auf dem Weg zum Typ 2 eigentlich völlig normal und auch die damit oft einhergehende alimentäre Hypo, mit der die Betroffenen meistens so um 1-3 Stunden nach dem Essen plötzlich wieder Heißhunger entwickeln. Die meisten Betroffenen messen natürlich nicht, sondern fressen einfach, womit sich das Problem dann mit der Zeit praktisch von allein löst. Denn mit insgesamt steigendem BZ bleibt der dann auch nach dem Essen immer höher hängen.
Nach diesem etwas komplizierten Umweg müsste auch Deine komplizierte Denke verstehen, dass und warum Rainers Vorschlag zu Deinem Essen optimal ist :)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 02.08.2021 22:29:53 | IP (Hash): 1685843451
1000 Dank, Ihr helft mir ganz enorm!!
Es gibt leider noch kein Forum für alimentäre Hypoglykämie und Diabetologen interessiert das nicht
Die sagen nur "keine Diabetes, fein, der nächste bitte!"
Deshalb suche ich mir eben Rat bei Menschen, die sich mit Insulin und Blutzucker gut auskennen... -
am 03.08.2021 09:16:18 | IP (Hash): 938371277
Frank183 schrieb:
Es gibt leider noch kein Forum für alimentäre Hypoglykämie und Diabetologen interessiert das nicht
Die sagen nur "keine Diabetes, fein, der nächste bitte!"
Deshalb suche ich mir eben Rat bei Menschen, die sich mit Insulin und Blutzucker gut auskennen...
Da haben die Diabetologen auch vollkommen Recht: DIE gibt's nämlich gar nicht. Es gibt nur DEN Diabetes. Klugsch...modus aus.
Und an Foren leben immer weniger, und von den wenigen sind halt viele auch schon wenigstens scheintot, wenn's da manche Woche völlig ohne neuen Eintrag gibt. Allein für Diabetes gab's "früher" mal mehr und wie dieses hier auch schonmal mit 100 Einträgen pro Tag.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.