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Ärzte nehmen das nicht ernst! Hoher BZ postprandial (nach dem Essen)
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am 05.11.2021 15:50:39 | IP (Hash): 1264716062
Hallo,
ich finde den alten Thread nicht mehr, also nochmal.
In den letzten 2 Jahren habe merklich am Bauch zugenommen, ohne irgendetwas an der Ernährung oder Sport (bin aktiv) zu ändern. Fand ich merkwürdig.
Bei Recherche zu Diabetes erfuhr ich nebenbei, dass meine Mutter Diabetikerin ist, sie muss Spritzen verwenden (wusste ich bislang nicht).
Ich habe ein Gerät gekauft und seither oft gemessen, meist doppelt, um sicherzugehen. (Hände gewaschen, nicht gedrückt).
Ich bin 62, mein HbA1 ist 5,15 aktuell. Nüchtern-BZ zwischen 85 und 95.
Ich esse keine Süßigkeiten, trinke sehr selten etwas Wein und rauche nicht.
Rekord war einmal 1 Std nach Essen Werte über 280, nach 2 Std immer noch 200 - 220 (Kartoffelpüree mittlere Menge mit etwas Fisch).
Normalerweise geht der Wert nach 1 Std auf ca 170 -190, nach 2 Std auf ca 130 - 150.
Ich esse viel Vollkorn, trotzdem kann ich praktisch keinen Reis oder Nudeln essen. Weissbrot und Kartoffeln scheinen das schlechteste in Bezug auf den BZ für mich zu sein.
Das hat mich doch gewundert und gefällt mir nicht.
Ich war seither bei drei Ärzten (Diabetologen) wegen dieser hohen postprandialen BZ-Werte.
ALLE haben gleichermaßen abgewiegelt und mir erzählt:
- Ihr HbA1 ist in Ordnung, Sie müssen somit nichts tun.
- Sie messen wahrscheinlich falsch, das Gerät zeigt nicht richtig an.
- Werte von 200 und mehr nach einer Stunde sind normal.
- Ihnen passiert nichts, es gibt dadurch keine Schäden langfristig.
- Es gibt keine Möglichkeit, diese Werte zu beeinflussen, da Sie keinen Diabetes haben.
Dagegen gibt es genügend Infos, dass diese Werte sehr wohl schädlich sind.
https://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2018/181205.html
Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen dazu interessieren, da ich das Problem angehen möchte.
Bearbeitet von User am 05.11.2021 15:52:18. Grund: vertippt -
am 05.11.2021 16:45:26 | IP (Hash): 1638405967
Laut der DDG hat man Diabetes:
Bei einem Nüchtern-Wert ab 126mg/dl
Ab einem HbA1C von 6,5%
Oder beim OGTT beim 2-Stunden-Wert ab 200mg/dl, der 1-Stunden-Wert zählt dort gar nichts.
Von Diabetes bist du nach diesen Kriterien noch eine ganze Spur entfernt. Aber ein Prädiabetes wäre definitiv möglich. Der einmalige 280er Wert könnte auch Zufall gewesen sein, Messungenauigkeit, Stress, Infekt etc. Aber Prädiabetes verstärkt sich auch immer weiter bis zum Diabetes, wenn man nix macht. Erst steigen i.d.R. die Spitzen nach dem Essen, dann Nüchternzucker und HbA1C.
Bei einer Diabetesdiagnose wird meist als Ziel ein HbA1C bis 6,5% oder zum Teil auch 7,5% angestrebt. Nüchternwerte bis 120mg/dl (manchmal auch bis 140mg/dl) und ggf. bei den 2-Stunden-Werte unter 160mg/dl. Erst wenn diese Ziele nicht erreicht werden, werden häufig erst Medikamente verordnet.
Im Prädiabetischen Bereich werden i.d.R. gar keine Medikamente verordnet, da kommt dann als Empfehlung, gesunde Ernährung, Bewegung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht. Auch bei einer Diabetes-Diagnose im frühen Stadium werden diese drei Dinge vorgeschlagen.
Deshalb würde ich nicht lange nach einer Diagnose bzw. Hilfe von den Ärzten suchen. Die Diagnose würde nämlich nichts erstmal ändern. Es werden in den allerwenigsten Fällen gleich Tabletten verschrieben, sondern erst wird die Basis (Ernährung, Bewegung, Gewichtsabnahme) versucht. Das kannst du auch selbst sofort machen, indem du auch bspw. deine Ernährung umstellen. Nicht nur Zucker, sondern alle Kohlenhydrate (in Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln, aber auch bspw. in Obst) erhöhen den Blutzucker. Daher sollte man diese in der Menge reduzieren und stattdessen die Gemüse-, Eiweiß und/oder Fettmenge erhöhen. Ballaststoffe genauso wie Fett verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten und der Blutzucker steigt nicht so schnell an. Wenn ich mir dein Essen anschaue: Kartoffelpürree (jede Menge Kohlenhydrate pur) und ein wenig Fisch, dann wundert mich ein starker Anstieg bei einem bekannten (Prä-)Diabetes gar nicht. Wenn du jetzt blutzuckerfreundlicher essen möchtest, kannst du bspw. ein Gemüse-Kartoffel-Pürree herstellen, indem du einen Teil der Kartoffeln durch bestimmte Gemüsesorten wie Kürbis, Karotten, Sellerie, etc. ersetzt. Zudem würde ich deutlich mehr Eiweiß wie Fisch, mageres Fleisch, Milchprodukte, Eier in den Speiseplan hinzufügen. Das sättigt zusätzlich.
Ich persönlich gehe nach der Tellermethode vor, indem eine Mahlzeit aus 50% Gemüse, 25% Eiweiß und 25% Kohlenhydrat-Beilagen besteht. In deinem Beispiel wäre es bspw. ein großes Stück Fisch, das Gemüse-Kartoffel-Pürree und zusätzlich noch Gemüse was zu dem Fisch passt.
Es gibt aber auch andere Methoden wie Logi oder LCHF.
Bewegung unmittelbar nach einer Mahlzeit hilft häufig auch, den Blutzuckeranstieg geringer ausfallen zu lassen.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2021 17:02:29 | IP (Hash): 1854291739
Wenn Deins als Diabetes behandelt würde, würde der Dok nach den fachoffiziell ordentlichen Standards nix dran ändern. Aber hier mal was Du super gezielt und systematisch selbst machen kannst, damit Dein Blutzucker nicht weiter munter in die Höhe wächst https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.11.2021 17:18:43 | IP (Hash): 1264716062
Hallo,
Danke für deine Nachricht!
Ich esse bereits sehr gezielt, viel Protein, und die KHs nach Möglichkeit erst nach Training/Aktivität.
Das mit dem Püree war nur zum Test, wie weit die Werte hochgehen, genauso wie Nudeln, Reis usw. Ich habe das jeweils mehrmals probiert und die Werte notiert. Deswegen ja meine Fragen hier.
Problem ist, dass eine LowCarb-Ernährung auf Dauer nicht unbedingt gut ist, z.B. werden die Schilddrüsenwerte negativ beeinflusst. Und wenn man Sport macht und trainiert, ist man mit wenig KHs auf Dauer nicht leistungsfähig.
Ich habe Keto und LowCarb früher ein paar Mal ausprobiert. Anfangs fühlt man sich wohl, aber nach einiger Zeit geht es mit der Energie und dem Fokus bergab. Gilt jetzt nur für mich, andere haben vielleicht bessere Erfahrungen damit gemacht.
Mir geht es aber hauptsächlich um die Spitzenwerte. Gibt es eine Möglichkeit, diese nur im Peak etwas zu reduzieren? Für die Fälle, in denen man mehr KHs essen möchte (z.B. Einladungen etc).
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am 05.11.2021 17:24:38 | IP (Hash): 1638405967
Solltest du vor deinem Test mit dem Kartoffelpürree, die letzten Tage wenig Kohlenhydrate gegessen haben, ist der Anstieg dadurch bedingt. Deshalb sollte man bspw. auch vor einem OGTT genügend Kohlenhydrate essen.
Ausnahmen sind kein Problem bei deiner Ernährung solange sie Ausnahmen bleiben, siehe Einladung. Senken könntest du die dort entstandene Spitze am Besten mit ein wenig Bewegung kurz nach dem Essen, falls es möglich ist.
Zu deiner Ernährung, da musst du individuell herausfinden, was für dich möglich ist. Vielleicht hilft dir schon Vollkornprodukte, vielleicht kannst du auch die Fett-/Eiweißmenge noch mehr erhöhen. Da musst du für dich das richtige Maß finden. Das tut auch bei einer möglichen Diabetesdiagnose dir kein Arzt vorgeben können, sondern dass musst du dann für dich individuell alleine herausfinden.
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am 05.11.2021 18:49:26 | IP (Hash): 633108556
D20 schrieb:
Hallo,
Ich esse bereits sehr gezielt, viel Protein, und die KHs nach Möglichkeit erst nach Training/Aktivität.
Probiere es mal genau anders rum, erst essen und dann direkt danach Bewegung und Sport. Das könnte die Spitze abfangen.
Bei mit hat die Tageszeit großen EInfluss, am Abend machen mir KH inzwischen fast nix mehr aus beim BZ
[/quote] -
am 05.11.2021 19:30:48 | IP (Hash): 1854291739
Frei nach Hans Lauber Messen+Essen+Laufen in "Fit wie ein Diabetiker" :)
Hab hier schon oft von der Hunde-Oma geschrieben. BZ in der Spitze ne Stunde nach jedem Essen 250 und mehr mg/dl. Am Essen ließ sich nichts ändern, denn das kam von Essen-auf-Rädern und wurde vom Pflegedienst auf- und zubereitet.
Nach dem Essen pflegte die Oma um ne Stunde im Schaukelstuhl zu ruhen und anschließend bei jedem Wetter 20-30 Minuten mit dem Hund zu gehen. Mit zuerst Hundegang und dann Ruhen hatte sie einen völlig gesunden BZ-Verlauf. Mir war damals die Überredung zu der Reihenfolge mit dem für die alte Frau sehr einsichtigen Argument gelungen, dass die alte Hundedame genauso wie sie bald nach dem Essen ihr kleines Geschäft verrichten müsste. Hat super funktioniert.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 05.11.2021 21:14:27 | IP (Hash): 33536811
Wer sonst keine Sorgen und Probleme hat, der kann sich welche machen.
Der nüchtern BZ für einen 62jährigen ist in Ordnung.
Wenn der BZ nach dem Essen hoch geht und nach 2 oder 3 Stunden wieder runter,
ist doch alles gut. -
am 05.11.2021 21:46:38 | IP (Hash): 1854291739
Dex schrieb:
Wer sonst keine Sorgen und Probleme hat, der kann sich welche machen.
Der nüchtern BZ für einen 62jährigen ist in Ordnung.
Wenn der BZ nach dem Essen hoch geht und nach 2 oder 3 Stunden wieder runter,
ist doch alles gut.
Sorry, aber genau das ist es nicht. Die gesunde Differenz von Tal zu Gipfel beim gesunden BZ-Verlauf sind max 40-50 mg/dl. Alles und vor allem weit darüber hinaus gilt als eigenständiges Herzkreislauf-Risiko.
Für mehr Risiko gibt es sogar ne recht einfache praktisch technische Erklärung: Jedes Teil Glukose bindet 5 Teile Wasser. Mit schwankendem BZ verändert sich folglich das notwendige Volumen in den Zellen, und zwar mit gewaltig schwankendem auch gewaltig schwankend. Und der Ausgleich erfolgt normal durch die Zellwände, die aber nur für den Ausgleich im gesunden Rahmen gewachsen sind - mit vielleicht 10-20% Toleranz.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 05.11.2021 21:48:19. Grund: . -
am 05.11.2021 23:20:43 | IP (Hash): 33536811
Entschuldigung, so gut kenne ich mich mit Zellen nicht aus.
Der Kollege D20 schreibt, die Ärzte nehmen ihn nicht ernst. Warum nicht, was haben die Diabetologen denn gemessen und untersucht, weißt Du das ?