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Insulinmenge
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am 01.01.2022 16:48:27 | IP (Hash): 1061713699
Hallo,
ich bin T2-Diabetiker und spritze vor jeder Mahlzeit
nach einem Plan meines Diabetologen 12 - 18 Einheiten Liprolog.
Die Einheiten werden abhängig vom Wert vor der Mahlzeit gespritzt.
Nun meine Frage:
Wenn ich morgens ein Nüchternwert von 100-150 habe, soll ich 14 I.E spritzen.
Das Problem ist,das ich gar kein Frühstück zu mir nehmen will.
Aus Angst zu unterzuckern , esse ich jetzt trotzdem.
Hat jemand einen Tipp was ich da machen kann?
Kann ich das Morgeninsulin weglassen oder weniger spritzen?
Mit meinen Arzt habe ich das Thema schon dsikutiert,aber leider keine befriedigende Antwort erhalten. -
am 01.01.2022 17:37:07 | IP (Hash): 1056991757
Der Spritzplan lässt nur wenig Spielraum für Flexibilität, da sollte man immer die gleiche Menge Kohlenhydrate pro Mahlzeit essen. Da wäre eine richtige ICT, mit BE-Faktoren, etc. flexibler, allerdings auch komplizierter zu lernen.
Ein wenig kann man aber auch mit Spritzplan variieren.
Bei deinem Spritzplan spritzt du das Liprolog sowohl als Mahlzeiteninsulin wie auch als Korrekturinsulin. Ich vermute stark, dass dein angestrebter Zielbereich 100-150 sein soll, oder?
Wenn das so ist, ist bei der Menge an Insulin im Bereich von 100-150 nur das Mahlzeiteninsulin gemeint. Das bedeutet, isst du mit diesem Wert nix, brauchst du theoretisch auch kein Liprolog spritzen. Das musst du allerdings austesten, bei einigen Typ2ern scheint der Blutzucker am Morgen ohne Essen immer weiter anzusteigen.
Bist du vor deinem Frühstück höher mit dem Blutzucker, bespielweise bei 160, dann schaust du dir die Spritzmenge in deinem Plan an, willst du dann nix essen, brauchst du kein Mahlzeiteninsulin, nur das Korrekturinsulin. Das Mahlzeiteninsulin ist die Menge an Insulin, die du bei 100-150 spritzt. Alles was jetzt bei einem höheren Blutzucker noch zusätzlich gespritzt wird, ist das Korrekturinsulin. Also als Rechnung: Menge auf deinem Plan - 14 IE. Wenn du nix isst, dann brauchst du nur diese zusätzliche Menge spritzen, meist sind das 1-2 IE, wenn dein Blutzucker eine Stufe höher ist. Das musst du aber auf deinem Plan nachschauen.
Genauso kannst du es übrigens handhaben, wenn du mal nur die Hälfte deiner üblichen Portion isst. Dann schaust du dir das Mahlzeiteninsulin an, wie bei dir bspw. 14 IE. Isst du nur die Hälfte, spritzt du nur die Hälfte der 14 IE, in dem Fall 7 IE. Bist du vor dem Essen zu hoch, spritzt du nur die Hälfte deines Mahlzeiteninsulins, aber zusätzlich die normale Menge laut Plan Korrekturinsulin. Die Rechnung wäre dann 14/2 (für das Mahlzeiteninsulin) + Menge auf deinem Plan - 14 (für das Korrekturinsulin)
Wichtig ist, meist hat man für Morgens, Mittags und Abends unterschiedliche Mahlzeitenfaktoren. Schau mal auf deinem Plan, ob das bei dir der Fall ist. Du musst dann immer als Mahlzeiteninsulin den Wert nehmen, der bei deinem Zielbereich von 100-150 pro Mahlzeit angegeben ist.
Und ganz wichtig, am Anfang von solchen Versuchen immer nach einer gewissen Zeit nochmal den Blutzucker messen, ob es tatsächlich gepasst hat und immer Hypo-KEs dabei haben. Weil das ist nur die Theorie, ob das bei dir persönlich so funktioniert, kann niemand vorhersagen, das musst du ausprobieren. Und noch etwas, solltest du dich während der Insulinwirkung stärker bewegen als sonst, kann schon Spaziergang, etc. sein, dann braucht man i.d.R. sowieso weniger Insulin, sonst unterzuckert man. Das solltest du bei deinen Versuchen mitberücksichtigen. -
am 01.01.2022 17:47:19 | IP (Hash): 1463131992
Normal spritzen wir alle nicht nach Plan, sondern danach, was jede/r einzelne von uns dafür braucht, dass der BZ zur nächsten Mahlzeit wieder in der Höhe ist, in der er/sie ihn haben will. Und das probieren wir einfach systematisch aus. Das geht mit Essen genauso wie mit Nichtessen.
Wenn Du nicht frühstücken und zum Mittagessen z.B. 100-140 messen willst, kannst Du doch einfach schauen, in welcher Höhe du ohne Liprolog zur Frühstückszeit zum Mittag auskommst. Wenn um 100-140, lässt Du's Liprolog morgens halt einfach weg. Wenn deutlich höher, fängst Du mit 2 Einheiten an und erhöhst alle 2-3 Tage eben ohne Frühstück um weitere 2, bis Du zum Mittag meistens unter 140 misst.
Aber wenn Ihr’s schon diskutiert habt und er Dir keine für Dich logisch nachvollziehbare Antwort gegeben hat, hast Du schon einen interessanten Diabetologen ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 02.01.2022 08:50:29 | IP (Hash): 240542329
Hallo!
Ich möchte niemand zu nahe treten, ich brauche zur Zeit noch kein Insulin.
Habe aber gelesen, dass es hier Mitglieder gibt die sich vor oder nach dem
Essen Spritzen müssen. Das heißt doch, dass man sich dann mehrmals messen
muss. Darum geht es jetzt, Wie weit werden die Finger dadurch strapaziert,
meine bei täglich 3mal messen lassen doch die Gefühle nach. Kuppen können
doch dann blau anlaufen, habe sehr großes Mitgefühl für diese Menschen hier
in diesem Forum. Alleine dadurch mache ich alles, nur nicht in eine solche
Situation zu kommen. Hoffe aber sehr, dass es auch Mitglieder gibt, die
durch Gesundheitszustand keine Insulin mehr benötigen.
Andreas -
am 02.01.2022 09:47:29 | IP (Hash): 1684151463
1. Mein Ding sind nicht die Kuppen, sondern die Bäuche meiner Fingerbeeren, also die Fläche, die eben auch für Fingerabdrücke genutzt wird. Also eher nicht die Spitzen, wie ich sie z.B. hier für die Tastatur brauche. Meine Pieksflächen haben sich so aus den Stellen ergeben, an denen das Pieksen für mich am erträglichsten ist. Und dann nehme ich auch am wenigsten ungern die Finger, bei denen mich das Pieksen am wenigsten stört, sind bei mir in der Reihenfolge kleiner, Ring- und Mittelfinger. Und schließlich stelle ich meine Piekser so ein, dass der Pieks keine echte Verletzung hackt, sondern nur eben für 2 kleine Tröpfchen Blut reicht, den ersten zum gründlichen Abwischen und den zweiten für den Teststreifen.
2. Mit systematischem Messen lernen wir, wie unser BZ unter welchen Bedingungen verläuft, und dann reicht, wenn wir uns nach diesem Verlauf richten und nur so häufig und dann messen, wie wir persönlich dafür brauchen, dass wir in der Spur bleiben.
Das ist nicht nur für Insulin interessant, sondern auch bei Menschen wie Dir, wenn Du dir mit Deiner Essenauswahl und Portionierung einen möglichst gesunden BZ machen willst. Hier hast Du eine super Anleitung dazu https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
3. Wenn Du Deinen BZ vorrangig mit der Auswahl und Portionierung von Essen und dem gezielten Einsatz von Bewegung im Rahmen der Anleitung hältst, hast Du gute Chancen, erst in vielen Jahren oder überhaupt nicht auf Insulin vorrücken zu müssen. Daumendrück :)
Nachtrag:
Zu 3 kann man auch gelangen, wenn man schon mit Insulin angefangen hat und entsprechend der Anleitung systematisch schaut, wie man den gesunden BZ-Bereich mit möglichst wenig bis keinem Insulin erreichen und halten kann. Weil man mit Insulin die Teststreifen verordnet bekommt und die sonst teuer selbst zahlen muss, ist das für viele die einzig gangbare Möglichkeit.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 02.01.2022 09:55:07. Grund: Nachtrag1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 02.01.2022 15:22:43 | IP (Hash): 240542329
Hallo Jürgen!
Danke für die ausführliche Beschreibung, das stimmt was Du sagst mit Essen und Sport.
Merke auch mit dem Umstellen vom Essen, lässt Heißhunger auch nach. Noch possitiver,
die Portionen die ich früher gegessen habe schaffe ich nicht mehr. Vieleicht habe ich zu
Radikal umgestellt, kannst Du mir Bitte sagen ob Dies OK ist.
Morgens Scheibe Mischbrot mit Magerquark+Schuss Marmelade.
Mittags meistens nichts, Abends nur noch Gemüse. Oder Spinat mit Fisch oder Reis+
Gemüse+Spinat.
Denke wenn man sich an alles hält, Informationen über das Essen. Wird es doch möglich
sein, wieder possitive Werte zu Bekommen. Denke so wie bei mir, zur Zeit 5,5 wenn
ich das hälte. Bis zum nächsten Test, rechne ich damit dass ich Metformin absetzen kann.
Aber das müßte doch dann so ähnlich, beim Insulin auch so sein. Unter 6,6 dass
man dann ohne Insulin auskommt.
Habe wenig Ahnung darüber, falls ich falsch liege Bitte ich um Nachsicht.
Andreas
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am 02.01.2022 21:32:25 | IP (Hash): 1136766244
cebuaner schrieb:
Hallo!
Ich möchte niemand zu nahe treten, ich brauche zur Zeit noch kein Insulin.
Habe aber gelesen, dass es hier Mitglieder gibt die sich vor oder nach dem
Essen Spritzen müssen. Das heißt doch, dass man sich dann mehrmals messen
muss. Darum geht es jetzt, Wie weit werden die Finger dadurch strapaziert,
meine bei täglich 3mal messen lassen doch die Gefühle nach. Kuppen können
doch dann blau anlaufen, habe sehr großes Mitgefühl für diese Menschen hier
in diesem Forum. Alleine dadurch mache ich alles, nur nicht in eine solche
Situation zu kommen. Hoffe aber sehr, dass es auch Mitglieder gibt, die
durch Gesundheitszustand keine Insulin mehr benötigen.
Andreas
Bei einer ICT werden mindestens vier blutige Messungen empfohlen pro Tag, eine vor jeder (Haupt-)Mahlzeit und eine vor dem Schlafengehen. Wer Auto fährt, muss vor jeder Fahrt ebenfalls messen. Dazu kommt Sport, Krankheit, Unterzuckerung,... Die Krankenkasse haben häufig als Richtwert für eine ICT oder Pumpentherapie 600 TS/Quartal veranschlagt. Das bedeutet 6,5 TS pro Tag. Mit dieser Therapie waren dann auch weniger normnahe Einstellungen möglich, mehr Unterzuckerung, etc. Seit einigen wenigen Jahren haben sich die kontinuierlich messenden Sensoren durchgesetzt und sind bei Typ1 schon Standard, auch viele insulinpflichtige Typ2er mit ICT und die beim Diabetologen betreut werden, können mittlerweile ein Libre bekommen. Dann reduziert sich die Anzahl an blutigen Messungen deutlich und hat auch die Einstellung und Verständnis über den Blutzuckerverlauf deutlich verbessert.
In der stationären Einstellphase in der Diabetesklinik Bad Mergentheim waren 8 blutige Messungen pro Tag Pflicht. Und ja, da sind die Finger ziemlich zerstochen. Ich hatte ja jetzt auch zwei Tage, wo mein Sensor nur fehlerhafte Werte angezeigt hatte. Da habe ich z.T. stündlich nachgemessen, da ich Hypos schlecht wahrnehme. Es gibt ein paar Tricks, Cremes, gute Stechhilfen und natürlich jetzt die Sensoren. Ich weiß nicht, wie es aussehen würde, wenn ich dauerhaft blutig messen müsste, ich durfte gleich mit Sensor starten.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 03.01.2022 04:35:49 | IP (Hash): 240542329
Hallo July!
Danke für Antwort, bei mir geht es um Langzeit Diabetes. Bedeutet das bei mir nur
alle 3Monate Blutzucker Werte durchgeführt werden. Aber zur eigener Kontrolle, lasse
ich mich wöchentlich von meinem Sohn. Der in der Pflege Arbeitet messen, falls die
Werte in die höhe schießen sofort Handeln kann. Aber Medikamente nehme ich alle,
die Ärztin mir verschrieben hat.. Habe diesen Monat wieder Termin, freue mich schon
rießig. Hoffe dass mit meinen Werte, Metformin auf Pause gesetzt wird. Wurde schon
letzten Monat, Bluthochdruck Medikament von Ärztin abgesetzt. Denn durch Abnehmen,
sind auch gleichzeitig Werte vom Blutdruck gefallen. Dies sind für mich schon Teil-
erfolge.
Lanzetten und Meßstreifen, habe ich günstig von Online Apotheke erhalten. Ebenso
Gerät wurde mir kostenlos zur verfügung gestellt.
Andreas
Bearbeitet von User am 03.01.2022 04:50:56. Grund: Beitrag erweitert. -
am 03.01.2022 10:08:56 | IP (Hash): 1331907618
Du hast Deinen Diabetes schon super zurück geschraubt, und das ist gleichzeitig eine super Behandlung für den Krebs. Deswegen habe ich dazu auch extra einen Thread "Krebs und Typ2" angefangen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 03.01.2022 10:25:18 | IP (Hash): 240542329
Hallo Jürgen!
Vielen Dank für Deine Infos, gehört jetzt nicht hierher. Letzten Monat wieder Krebsuntersuchung
gehabt, alles ok genauso wie der Ultraschall. Nächste Untersuchung Krebs wieder in 3Jahren,
Ultraschall alle 6Monaten. Stimmt schon, was ich seit Oktober geschafft habe ist schon gut.
Meine Daten sahen bis Ende Dezember so aus, Gewicht 93KG habe dies unterschritten.
Blutzucker, heute Morgen Nüchtern gemessen 5,6 mmol. Mit Gewicht komme ich zur Zeit
nicht unter 91KG, obwohl ich Training erhöht habe. Am Essen kann es nicht liegen, esse
sehr Fettarm.
Andreas