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Neu und unsicher was BZ Spitzen angeht
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am 27.02.2022 12:16:31 | IP (Hash): 2104708867
Hallo liebes Forum,
ich bin absoluter Frischling und habe seit zwei Monaten die Diagnose Typ1 - mit 42 Jahren.
Aktuell spritze ich nur Basalinsulin mit 4-6 EH pro Tag.
Aber so richtig Rund läuft es noch lange nicht - das ist sicher auch zu viel verlangt.
Ich komme mir vor wie ein Kolibri der ständig essen muss um keine Hypos zu bekommen. Mir fehlt die Erfahrung welche Frühstücke bei mir passen (ich esse Quark, Chiasamen und Obst - wahrscheinlich zu viel Obst?), habe aktuell nach dem Essen Werte von 250 und mehr und sorge mich deswegen (sind diese Spitzen normal wenn man kein Bonus spritzt? Können so Langzeitschäden entstehen? Wie schnell sollte ich wieder in den unter 200 Bereich?) und lande dann relativ rapide wieder im 80er Bereich. Diese Schwankungen begleiten den ganzen Tag und machen mich natürlich unsicher.
Mein Wunsch wäre eine konstantere BZ Einstellung - aber vielleicht ist das ohne Bolus schwer machbar? Mein Streben nach Konstanz und Perfektion läuft wohl eher konträr zur Diabetes :D
Ich wäre froh, wenn Ihr mir Eure Meinung zu den Werten über 250 nennen könnt, und bin froh über jeden Einsteiger-Tip, das ist ja schon ein komplexes Thema....was sind Eure liebsten Hypo Snacks? Was esst Ihr vor dem Schlafengehen, um Hypos zu vermeiden?
Durch die krassen Hypos weiss ich auch noch nicht, wie ich das Thema Sport integrieren kann und soll - jede Bewegung (Spazieren.....) "kostet" gleich 100 Punkte und ich lande schnell im Unterzucker.
1000 Dank für Eure Ideen und Meinungen - ich freu mich!
Viele Grüße!
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.02.2022 14:58:56 | IP (Hash): 1552659777
diabetesinfo.de is von Typ 1 für Typ 1
Schäden gibt's erst nach mehreren Jahren.
Hier mal der Verlauf vom durchschnittlichen gesunden BZ bei ner Mahlzeit https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar einschließlich der möglichen Streubreite.
Nachtrag:
Wo Dein Diabetes offenbar am langsamen Anfangen ist, hast Du noch in nennenswertem Umfang produzierende Beta-Zellen. Und wahrscheinlich würdest Du am besten fahren, wenn Du auf die Rücksicht nehmen würdest. Vor allem z.B. mit Deinem nüchtern-BZ und dem nach dem Auswirken vom Essen zwischen den Mahlzeiten, dem postabsorptiven. In diesen Zeiten geht es den Betas am besten im völlig gesunden Bereich bis maximal 90 mg/dl. Und für Gesunde fängt Unterzucker erst bei 50 mg/dl an.
Hab zwar selbst Typ 2, aber vor so um 20 Jahren von einem Typ 1 gelernt, meine KH-Portionen so zu begrenzen, dass ich 1-2-3 Stunden nach jedem Essen maximal 140-120-100 messen konnte. Mit noch produzierenden Betas ist das der Bereich, in dem die Blutzuckerautomatik häufig wieder für eine mehr oder weniger lange Zeit super (mit)funktioniert.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 27.02.2022 15:43:21. Grund: Nachtrag -
am 27.02.2022 16:14:23 | IP (Hash): 2104708867
Vielen Dank für die Links und Deine Einschätzung!
Mein Ziel ist auch meine Betas zu schützen, wo es nur geht.... ich weiss aber aktuell noch nicht so genau wie. Nach den länger sicher viel zu hohen BZ Werten (ich denke 2 Jahre mindestens) in der Zeit vor der Diagnose fängt mein Unwohl-Unterzucker Gefühl leider schon bei 90 an....
Von den BZ Werten her käme ich sicher auch mit 2EH oder sogar tageweise ohne Insulin aus - die schmerzenden Beine und damit verbunden schlaflosen Nächte werden aber nur mit Insulin besser. Zwei Jahre ohne Schlaf wegen Schmerzen waren hart. Die Schmerzen wurden schnell besser, ich hab sogar durchgeschlafen seit Jahren das erste Mal- ich hab aber testweise nach vier Wochen das Insulin wegen der Hypos abgesetzt- die Werte waren tatsächlich vertretbar - die Beine aber nicht :(
Und so finde ich es gerade gar nicht so einfach den für mich richtigen Weg zu finden....ist aber ja auch einfach echt komplex....Seit einer Woche hab ich den Libre3 - der gibt mir zumindest ein dickes Stück Sicherheit auch mal herumzutasten was geht und was nicht.
Deine Links sind super - da wühl ich mich gern durch - viele Dank :)
Bearbeitet von User am 27.02.2022 16:27:48. Grund: vertippt -
am 27.02.2022 17:01:44 | IP (Hash): 664729083
NewbieTyp1 schrieb:
Ich wäre froh, wenn Ihr mir Eure Meinung zu den Werten über 250 nennen könnt, und bin froh über jeden Einsteiger-Tip, das ist ja schon ein komplexes Thema....was sind Eure liebsten Hypo Snacks? Was esst Ihr vor dem Schlafengehen, um Hypos zu vermeiden?
Durch die krassen Hypos weiss ich auch noch nicht, wie ich das Thema Sport integrieren kann und soll - jede Bewegung (Spazieren.....) "kostet" gleich 100 Punkte und ich lande schnell im Unterzucker.
Hallo Newbie,
ohne Bolus kannst du hohe Spitzen nach der Mahlzeit mit der Ernährung, z.B. weniger KH, mehr Ballaststoffen, mehr Fett und Eiweiß erreichen. Die 250 sind aber, falls sie nur manchmal vorkommen, auch kein Hals- und Beinbruch.
Deine Hypoangst ist nur mit Basalinsulin wahrscheinlich ziemlich unbegründet. Wenn du basal 4 ... 6 Einheiten eines 24-Stunden-Insulins spritzt, dann wären das pro Stunde lediglich ca. 0,2 Einheiten, mit anderen Basalinsulinen aber auch nicht mehr als 0,5 Einheiten. Mit so einer geringen Menge Insulin kannst du nicht in eine schwere Hypo kommen. Leichte Hypos sind übrigens kein Problem, Schäden für Herz und Gehirn sind nur bei schweren Hypos zu befürchten. Solange der BZ nicht unter weit unter 60mg/dl absinkt, kann nicht viel passieren. Das du jetzt am Anfang "falsche Hypos" spürst, weil dein BZ über längere Zeit zu hoch verlaufen ist, ist kein Problem. Da musst du durch, es gibt sich aber auch relativ schnell.
Das Libre könnte für dich in Bezug auf die Hypoangst ein zusätzliches Problem werden. Die Dinger zeigen den BZ selten zu hoch an, häufig aber etwas zu niedrig. Abweichungen von 10 ... 20 mg/dl treten oft auf. Wenn dich dein Gerät mit 70 warnt, dann miss lieber noch mal blutig gegen, ehe du dir unnötige Sorgen machst und umsonst gegenfutterst.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 27.02.2022 20:32:27. Grund: BBCodes -
am 27.02.2022 17:46:26 | IP (Hash): 2104708867
Lieber Rainer,
vielen Dank für Deine Gedanken!!
Genau, ich messe blutig gegen und wenn ich mich unwohl fühle, also im 80 Bereich, esse ich aktuell eine Vollkornkeks oder so, um wieder in meine Komfort Zone zu kommen. 56 war mein niedrigster gemessener Wert, das hat mir aber schon gereicht :D
Die richtigen Lebensmittel für den Alltag muss ich noch finden - ich habe jahrelang kaum Zucker gegessen und esse hauptsächlich Obst, Gemüse, Milchprodukte und Vollkorn in kleinen Mengen.
Es widerstrebt mir, MAOAM oder so gegen niedrigen BZ zu essen - wenn ich doch die letzten Jahre gesunde Ernährung so zelebriert habe...irgendwie komme ich im Moment auch überhaupt nicht mit drei Hauptmahlzeiten hin, sondern snacke zwischendrin gegen niedrigen BZ, was natürlich kontraproduktiv ist.
Ich glaube ich muss lernen, etwas entspannter mit der Thematik umzugehen. Ich habe mich mein Leben lang unkaputtbar gefühlt und meinen Körper nicht in Frage gestellt - das macht ja auch was mit der Psyche, plötzlich ein "rohes Ei" zu sein mit nem zweiten Vollzeit Job der BZ Überwachung :D
Umso schöner sind die Ratschläge von Euch - vielen Dank dafür!! -
am 28.02.2022 09:34:02 | IP (Hash): 691491297
Interessantes Bild: Die meisten von uns haben wohl mal wie rohe Eier angefangen ;)
Du hast oben vermutet, dass Du Deinen höher als gesunden BZ schon über Jahre hast.
Worauf stützt Du die Vermutung? Und wenn dem so wäre, würde das eher für einen Typ 2 sprechen.
Was für ein Arzt oder Facharzt hat Dir mit welchen Untersuchungsergebnissen den Typ 1 diagnostiziert?
Ich frage deswegen, weil es wohl auch Fälle gibt, in denen NICHTS außer dem Blutzucker auffällig ist. In denen also vor allem Insulin und Blutfette völlig gesund normal sind und in denen medikamentöses Absenken des Blutzuckers Beschwerden macht.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 28.02.2022 09:34:02 | IP (Hash): 691491297
wieder mal verdoppelt
Bearbeitet von User am 28.02.2022 09:34:51. Grund: wieder mal verdoppelt -
am 28.02.2022 12:21:10 | IP (Hash): 1040372874
NewbieTyp1 schrieb:
ich habe jahrelang kaum Zucker gegessen und esse hauptsächlich Obst, Gemüse, Milchprodukte und Vollkorn in kleinen Mengen.
!
Was leider viele nicht wissen ( ich wusste es auch nicht) Obst ist keineswegs so Gesund wie es immer heißt. Zumindest nicht in rauen Mengen vertilgt. Im Obst steckt Fructose eine Zuckerart ist zumindest bezüglich Diabetes noch schlimmer ist als der übliche Haushaltszucker.
Hinzu kommt das die Industrie Fruktose auch in vielen fertigen Lebensmitteln zusetzt. Da kann man sehr schon in einen ungesunden Bereich rutschen ganz ohne es zu Wissen.
Milchprodukte sind auch oft voller Zucker (und Fructose) , da muss man echt aufpassen. -
am 28.02.2022 18:21:49 | IP (Hash): 2104708867
Oh man es tut mir Leid- mein Log in funktioniert ums Verrecken nicht mehr - daher neu angemeldet.... geht ja gut los mit mir :( Entschuldigt!!!
Lieber Jürgen,
circa 1 1/2 Jahre hatte ich folgende Symptome:
ständige Nieren- und Blasenentzündungen, verschwommene/ unscharfe Sicht, Energielevel gleich Null. Meine restless legs sind so schlimm geworden, dass ich
kaum geschlafen habe die letzten 1 ½ Jahre wegen schmerzender Beine (mit Insulin wieder besser geworden)….zudem musste ich alle 45 Minuten aufs Klo.
Ich war bei X Ärzten, wegen dauernden Rückenschmerzen – es wurde mehrfach Blut abgenommen – aber scheinbar fand keiner meine Bz Werte auffällig.
Meine Urologin meinte vor nem Jahr schon „wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich auf Diabetes tippen“ – aber den Langzeitzucker hat nie jemand bestimmt.
Meine Gyn hat dann kurz vor Weihnachten irre hohe Glucose Werte im Urin festgestellt und mich an eine Diabetische Praxis verwiesen.
Ich hab drei verschiedene Antikörper, daher Typ 1 Diagnose.
Der Langzeitzucker war 7.5 – also durch meine bewusste Ernährung noch nicht sooooo ausser Rand und Band, aber natürlich deutlich zu hoch – ich bin 42 und wieg 45 Kilo und bin normalerweise sportlich aktiv und esse wie ein Streber 😃😃...
Ich hab dann 4 Wochen Asabaglar mit 6 EH gespritzt – ich meine aber, das ist fast zu viel.
Hab dann wegen der nächtlichen Hypos testweise abgesetzt für 14 Tage – aber als mein Zyklus dann den BZ so hochgetrieben hat, habe ich wieder angefangen.
Jetzt spritze ich vier EH – auch mit Hyps und habe gestern 2 morgens und 2 abends ausprobiert – gestern Nacht vier Libre Alarme – ein echter, drei falsche…..
Mein Langzeitzucker ist jetzt 6.0 nach 6 Wochen – damit ist das Thema für meine Ärztin durch, aber ich will meine Betas so lange wie möglich schützen und meinem Körper all die Unterstützung geben,
die er braucht. Das finden Ärzte ja immer ein bisschen nervig – wenn man alles verstehen will – daher bin ich froh Euch gefunden zu haben 😃
Für Sport muss ich irgendwie auch den richtigen Zeitpunkt und Modus finden – abends geht der Schuss ja richtig nach hinten los mit Hypos ☹
Liebe Grüße!! -
am 28.02.2022 19:26:31 | IP (Hash): 1929080750
hjt_Jürgen schrieb:
Du hast oben vermutet, dass Du Deinen höher als gesunden BZ schon über Jahre hast.
Und wenn dem so wäre, würde das eher für einen Typ 2 sprechen.
Hallo Newbie,
das sehe ich nicht so. Das passt durchaus zu Typ 1, Spezialfall LADA. Auch die von dir beschriebene schnelle und starke Remission unter Insulin passt gut zu LADA.
Ich verstehe nicht, weshalb dich Jürgen mit so einer Aussage verunsichern will, obwohl er es eigentlich viel besser wissen müsste. Mit dem Nachweis mehrerer Diabetes-Antikörper ist die Diagnose sowieso glasklar.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 01.03.2022 10:47:23. Grund: BBCodes -
am 28.02.2022 19:27:19 | IP (Hash): 1184939585
Ich war damals in einer ähnlichen Situation. Habe einen Typ3c, der ähnlich wie ein Typ 1 Lada ist.
Abasaglar und Sport ging bei mir gar nicht, auch bei so geringen Mengen. Ich habe schon häufiger Berichte von Abasaglar/Lantus gelesen, wo jeglicher Sport nicht verhinderbare Hypos ausgelöst hat. War bei mir ähnlich, mit dem Wechsel des Basalinsulins lief es dann wie es sollte. Muss bei dir natürlich nicht so sein, aber Abasaglar ist dafür bereits bekannt.
Die hohen Spitzen nach dem Essen sind tatsächlich für deine restlichen Betas nicht so gut. Es gibt auch Berichte von anderen Typ1 Lada die berichten, dass nach den hohen Blutzuckerspitzen gerne mal eine Hypo gekommen ist. Das ganze kann man mit geringen Mengen Bolusinsulin tatsächlich verhindern. Wichtig wäre dafür unbedingt ein Boluspen mit 0,5 IE Schritten. 1 IE Schritte sind da zu grob. -
am 28.02.2022 19:31:12 | IP (Hash): 1184939585
hjt_Jürgen schrieb:
Du hast oben vermutet, dass Du Deinen höher als gesunden BZ schon über Jahre hast.
Worauf stützt Du die Vermutung? Und wenn dem so wäre, würde das eher für einen Typ 2 sprechen.
Was für ein Arzt oder Facharzt hat Dir mit welchen Untersuchungsergebnissen den Typ 1 diagnostiziert?
Einen Typ1 der fehldiagnostiziert mit Typ2 Diabetes wurde, ja gibt es häufig. Aber ein Typ2 der versehentlich als Typ1 diagnostiziert wurde, ist eine extreme Seltenheit.
Und ja, Typ1 Lada entwickelt sich häufig auch über Jahre und einige berichten schon vorab von diabetesbedingten Symptomen, die mit Insulin weggingen. -
am 28.02.2022 19:41:05 | IP (Hash): 2104708867
Oh, das ist ja toll, dass Du ähnliches berichtest!!
Man muss sich echt erstmal neu sortieren und das Leben neu ausrichten, Wahnsinn.
Klar- ein mini Bolus wäre sicher schlau - eigentlich war meine Hoffnung, möglichst lange ohne auszukommen - aber der "Beta-Schutz" sollte ja eigentlich wichtiger sein...
Scheinbar muss man echt sein eigener Arzt sein und bei seinem Arzt einfach sagen, was man möchte - die Gedanken um die genaue Medikamentierung und Marschrute muss man scheinbar selber machen... -
am 28.02.2022 20:00:34 | IP (Hash): 691491297
NewbieTyp1.1 schrieb:
Oh man es tut mir Leid- mein Log in funktioniert ums Verrecken nicht mehr - daher neu angemeldet.... geht ja gut los mit mir :( Entschuldigt!!!
Zitat Manchmal is das so. Mich hat der Apparat vor vielen Jahren auch nicht mehr rein gelassen. Bis dahin Jürgen, seitdem hjt_Jürgen ;)
Wenn Du einige Blutabnahmen hattest, musst Du einige sehbehinderte Ärzte unterhalten, denn die Blutzuckerwerte werden da seit über 20 Jahren von den Labors immer automatisch mitgeliefert. - Gratuliere zur Gyn!
Aber zur Sache:
Wie Du an der gesunden Kurve sehen kannst, verläuft bei einigen der BZ völlig gesund im niedrigen Bereich zwischen 50 und 60 mg/dl. Weil meiner das auch macht, mag ich beim Libre u.ä. Geräten die Alarme nicht, die spätestens ab 70 einsetzen und häufig nachgepiekst gerne noch deutlich höher.
Ehrlich? An Deiner Stelle würde ich drauf verzichten, denn bei Deinen Insulinmengen sind ernsthafte Hypos deutlich unter 40-30 mg/dl völlig ausgeschlossen. Und wenn Du bei 70 schon wieder hochfutterst und damit Deinen BZ dann wieder über 100 schiebst, haben Deine restlichen Betas nie Gelegenheit, sich zwischendurch ein bisschen auszuruhen.
Dein Libre zeigt Dir schön die jeweilige Verlaufskurve an. Damit hab ich mich z.B. zu mehr intensiverer Bewegung direkt nach dem Essen motiviert, vor allem nach etwas mehr an KH.
Weil meine alten Beine infolge Polio nicht mehr funktionieren, drücke ich mich hier vor dem Moni im Schreibtischsessel auf den Armen in den Stand. Schön langsam hoch und wieder runter und wieder hoch und wieder… jeweils 10 mal. Und nach 20-25 solcher 10er Grüppchen konnte ich während meiner Librezeit schön sehen, wie der Aufstieg irgendwo zwischen 120 und 140 aufhörte und die Kurve in die Waagerechte überging. Ohne meine Stehaufmännchen erst ne gute halbe Stunde weiter und bei 180-200.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 28.02.2022 20:27:40 | IP (Hash): 2104708867
Ja ich mache im Moment immer 50 Kniebeugen nach dem Essen 😅 es ist halt einfach ein Prozess, Sicherheit mit den neuen niedrigeren Werten zu bekommen… würdest du mir raten das Thema Bolus proaktiv bei meiner Ärztin anzusprechen?
Spricht etwas gegen einen frühen Bolus oder sollte ich das möglichst herauszögern?
Toll, dass du deine Wege zu Bewegung findest um deine Einschränkungen herum!
Viele Grüße! -
am 28.02.2022 20:43:56 | IP (Hash): 1184939585
Der Libre ist eine enorme Erleichterung. Jürgen kam selbst damit nicht klar, ich würde aber an deiner Stelle nicht darauf verzichten. Wichtig wäre, dass du auch hin und wieder blutig gegenmisst um das System kennenzulernen. Der Libre zeigt den Blutzucker um ca. 15min verzögert gegenüber der blutigen Messung an, weil es nicht den Blutzucker sondern den Gewebezucker misst. Diese Verzögerung muss man beachten. Aber sonst ist der Libre - wenn er gut misst - eine sehr gute Hilfe.
Mit Bolusinsulin hat man halt prinzipiell eine etwas höhere Hypogefahr als nur mit Basalinsulin. Aber da es bei dir sein kann, dass deine Beta-Reste auf Hochtouren die PP-Spitzen runterdrücken wollen, können sie dich auch in eine Hypo führen. Da ist also auch ohne Bolusinsulin Hypo-Risiko dabei. Da du ja sowieso einen Libre Sensor hast, würdest du ja im Falle der Fälle ja gewarnt werden.
Ansonsten wirst du mit Lada Diabetes über kurz oder lang nicht um Mahlzeiteninsulin umherkommen. Aber je besser man die Reste unterstützt, umso länger kann die Restfunktion auch erhalten bleiben. Und selbst nur ein wenig Restfunktion stabilisiert bei vielen (nicht allen) den Blutzucker doch merklich.
Für die Praxis ist natürlich zusätzlich Bolus-Insulin und mehr Pennadeln teurer. Allerdings ein guter Arzt sollte dich bei diesem Schritt unterstützen. -
am 28.02.2022 20:50:47 | IP (Hash): 2104708867
Genau, mir gibt es Sicherheit zu wissen, wenn kein Alarm, dann alles ok 😆 bei Alarm messe ich Blutig gegen und sitze im Zweifel aus. Die Verzögerung hab ich auch schon gemerkt… der libre erleichtert mich sehr- ich muss nur wenn ich mehr Erfahrung habe sehen, ob ich nachts den Alarm deaktiviere - ich hab oft Fehlalarm wenn ich mal wieder die Gewebsflüssigkeit wegquetsche😁 -
am 28.02.2022 21:00:49 | IP (Hash): 691491297
Gelernt hab ich über viele Jahre, dass intensivere Verbrennung nach dem Essen den zuvielen Zucker im/aus dem Blut verbrauche und verbrenne.
Dann hab ich ne alte Familienangehörige über ihre immer dementeren Jahre zuhause betreut, bis sie halt ins Heim musste. Sie hatte nen Hund und pflegte mit dem 3 mal am Tag eine ihrer festen Gassi-Runden zu gehen, langsam und mit häufigem Stehenbleiben und Quatschen mit anderen Frauchens und Herrchens.
Ursprünglich hatte sie nach den jeweiligen Mahlzeiten erst um ne Stunde in ihrem Schaukelstuhl geruht und sich dann zu ihrer Hunderunde aufgemacht. Damit hatte sie nach dem Essen ne Kurve bis 250 und mehr und nach der Hunderunde häufig immer noch über 150.
Hab ihr dann "beibringen" können, dass der Hund genauso wie sie jeweils direkt nach dem Essen aus der Hose müsste. Das hat sie damals tatsächlich "gefressen". Und damit hatte sie von da an völlig gesunden Blutzucker. Wenn sie sich nach dem Hundegang insgesamt ne gute Stunde nach dem Essen dann in ihren Schaukelstuhl setzte, war der BZ meistens um 100 bis 80. Völlig ohne Medis.
Eine Erklärung dafür ist eigentlich recht einfach mit der Halbwertzeit von Insulin im Blut. Nach 5 Minuten im Blut haben wir bei 4 Einheiten nur noch die Wirkung von 2, nach 10 Minuten nur noch von 1.
Vor dem Hintergrund ist selbstverständlich wichtig, ob das Herz in Ruhe die durchschnittlichen 5 Liter pro Minute pumpt oder mit etwas Bewegung 10 bis 15 (max um 25). Mit mehr Litern pro Minute kommt das Insulin in der Zeit seiner Wirksamkeit mit entsprechend mehr Rezeptoren in Kontakt.
Und wo mit 5 Litern pro Minute je Liter Hausnummer 0,1 mg/dl Glukose abgeliefert werden können, zusammen 0,5 mg/dl, können 15 Liter pro Minute 1,5 mg/dl bei völlig gleichem(!) BZ abliefern. De facto wirkt dieselbe Menge Insulin mit mehr Bewegung deswegen intensiver, weil sie während ihrer wirksamen Zeit mehr Aufnahmemöglichkeiten erreicht.
Zum Alarm: Wahrscheinlich wirst Du nicht um einige schlaflose Nächte rumkommen. Aber ich weil von vielen unter denen mit Typ 1, die sich TIR (Time in Range BZ in der Spitze max 170 und im Tal bis unter 70) mäßig ausrichten, dass sie ihren nächtlichen Alarm nach einigem Einüben ausstellen.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 28.02.2022 21:21:44 | IP (Hash): 691491297
NewbieTyp1.1 schrieb:
Genau, mir gibt es Sicherheit zu wissen, wenn kein Alarm, dann alles ok 😆 bei Alarm messe ich Blutig gegen und sitze im Zweifel aus. Die Verzögerung hab ich auch schon gemerkt… der libre erleichtert mich sehr- ich muss nur wenn ich mehr Erfahrung habe sehen, ob ich nachts den Alarm deaktiviere - ich hab oft Fehlalarm wenn ich mal wieder die Gewebsflüssigkeit wegquetsche😁
https://www.jadediabetes.com/ finde ich auf Dauer seeeehr viel nützlicher als alle Alarme!
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 28.02.2022 21:22:43. Grund: . -
am 28.02.2022 21:42:33 | IP (Hash): 2104708867
Im Job ist die Bewegung nach dem Essen nicht immer möglich und mich haben auch schon Kunden bei den Kniebeugen „erwischt“ 😁 aber es gibt schlimmeres…ich versuche es so oft es geht.
Time in Range aktuell: 1% über 250, 4% 180-250, 3% 54-69, def Rest in Range. Aber eben ohne „normales Essen“ wie einfache Kohlenhydrate und so.
Heute war ich den ganzen Tag in range bisher und war nicht über 160 und freue mich:) -
am 28.02.2022 21:44:25 | IP (Hash): 691491297
Gratuliere :)
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am 28.02.2022 21:47:00 | IP (Hash): 127362550
Gleich runtergeladen danke!! -
am 05.03.2022 12:22:08 | IP (Hash): 1227313524
hjt_Jürgen schrieb:
Ursprünglich hatte sie nach den jeweiligen Mahlzeiten erst um ne Stunde in ihrem Schaukelstuhl geruht und sich dann zu ihrer Hunderunde aufgemacht. Damit hatte sie nach dem Essen ne Kurve bis 250 und mehr und nach der Hunderunde häufig immer noch über 150.
Hab ihr dann "beibringen" können, dass der Hund genauso wie sie jeweils direkt nach dem Essen aus der Hose müsste. Das hat sie damals tatsächlich "gefressen". Und damit hatte sie von da an völlig gesunden Blutzucker. Wenn sie sich nach dem Hundegang insgesamt ne gute Stunde nach dem Essen dann in ihren Schaukelstuhl setzte, war der BZ meistens um 100 bis 80. Völlig ohne Medis.
Eine Erklärung dafür ist eigentlich recht einfach mit der Halbwertzeit von Insulin im Blut. Nach 5 Minuten im Blut haben wir bei 4 Einheiten nur noch die Wirkung von 2, nach 10 Minuten nur noch von 1.
Vor dem Hintergrund ist selbstverständlich wichtig, ob das Herz in Ruhe die durchschnittlichen 5 Liter pro Minute pumpt oder mit etwas Bewegung 10 bis 15 (max um 25). Mit mehr Litern pro Minute kommt das Insulin in der Zeit seiner Wirksamkeit mit entsprechend mehr Rezeptoren in Kontakt.
Und wo mit 5 Litern pro Minute je Liter Hausnummer 0,1 mg/dl Glukose abgeliefert werden können, zusammen 0,5 mg/dl, können 15 Liter pro Minute 1,5 mg/dl bei völlig gleichem(!) BZ abliefern. De facto wirkt dieselbe Menge Insulin mit mehr Bewegung deswegen intensiver, weil sie während ihrer wirksamen Zeit mehr Aufnahmemöglichkeiten erreicht.
Danke für den wertvollen Hinweis zur Halbwertzeit und Wirksamkeit von Insulin.
Das wirkt auf mich sehr inspirierend, den Fokus nach dem Essen wieder mehr auf Bewegung zu legen...
Bearbeitet von User am 05.03.2022 12:26:16. Grund: quote -
am 08.03.2022 21:24:50 | IP (Hash): 2104708867
Hallo Ihr Lieben,
ich freu mich:
ich war jetzt eine ganze Woche komplett in range :)
Nach dem Frühstück immer ein kleines Workout, Mittags und Abends sehr vernünftig gegessen - eigentlich nur "Gemüse+". Morgens und abends je 2 EH Abasaglar und morgens mit 85-95 aufgewacht.
Ich hoffe meine Betas fühlen sich wohl :)
Ohhhh und: ohne Hpyers echt auch keine Hypos - das ist so erleichternd! ich dümple dann einfach so bei 90 herum - auch mit Bewegung - grandios!
Danke Euch!
Bearbeitet von User am 08.03.2022 21:26:25. Grund: Ergänzung -
am 08.03.2022 21:48:02 | IP (Hash): 385466698
auf dass es noch möglichst lange so prima weiter funktioniert :)
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