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Erfahrungen mit Sitagliptin

  • Franziska

    Rang: Gast
    am 29.07.2008 16:39:39
    Hallo, poste hie rnun seit ca. einem Jahr mit und weiß auch seitdem von meinen erhöhten BZ-Werten, die auch im OGTT bestätigt wurden. Bislang kam ich mit KH-armer Ernährung (max. 40 g KH/Tag) und Bewegung ganz gut hin, streng nach der 140/120/100 er Regel.
    Seit ein paar Monaten klettert aber der Nüchtern-BZ regelmäßig auf 120 und die 1h pp-Werte schnell auf 160, auch wenn kaum KH drin waren. Bei eiweßreichem Essen war ich 3h später oft noch bei 130. Nüchtern bin ich nie (außer nach dem Sport kurzfristig) unter 100 gekommen.
    Die erhöhten Werte kommen sicher von einer genetischen Komponente (in jeder Generation mütterlicherseits mindestens 1 Diabetiker) und dadurch, dass ich lebenslang BZ-treibende Hypophysenhormone nehmen muss.
    Eine Insulinresistenz habe ich eher nicht, da HOMA niedrig und das Nüchtern-C-Peptid meist unter der Norm ist. Ich habe einfach zu wenig Insulin.

    Nun hatte ich essensmäßig keine Luft mehr (BMI 18,5) und noch öfter als 3 x/Woche Sport schaffe ich nicht.
    Metformin habe ich nicht vertragen, aber mit meinem Endo besprochen, dass ich nun Sitagliptin nehme.

    Ich nehme es nun 2 Wochen und muss sagen, dass ich recht beeindruckt bin:

    Schon am gleichen Tag waren die 1h pp-Werte unter 130 und die 2h-pp-Werte unter 120. Das blieb auch so. Ab der zweiten Woche waren auch die Morgens-Nüchternwerte stets unter 100. Das ist doch schon mal was!

    Vertragen habe ich es bisher gut, keine NW beobachtet, außer der, dass ich erheblich schneller satt bin. Vermutlich hatte ich doch schon einen ordentlichen GLP-1-Mangel?

    Leider gibt es noch nicht viele Daten über die Langzeitverträglichkeit, was macht diese dauerhafte DPP4-Hemmung usw.
    Andererseits gibt es viele Daten über die Langzeitwirkung von hohen BZ-Verläufen...

    Ich probier's mal weiter.

    Gruß
    Franziska

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 29.07.2008 19:32:50
    suuuuuuuuuupieh :-) Klar bist Du Beta-Tester! Daumendrück, dass es möglichst lange so klappt! von Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 30.07.2008 13:44:16
    Hallo Franziska,

    auch ich drück dir die Daumen, dass das lange so bleibt.

    Deine Aussage, dass du essenmäßig keine Luft mehr hast, hat mich stutzig gemacht. Versuchst du etwa, dich low-carb und low-fat zu ernähren? Das geht auf die Dauer bestimmt nicht gut.

    Irgendwoher musst du deine Kalorien bekommen und es ist nicht sinnvoll, die fast nur als Eiweiß aufzunehmen. Alles Eiweiß, was dein Körper gerade nicht benötigt, wandelt die Leber umständlich und uneffektiv in Glukose um und die braucht dann das gleich Insulin wie gegessene KH. Das ganze braucht viel mehr Zeit, deshalb hast du weniger Spitzen, aber der Stoffwechsel wird damit sehr stark belastet.

    Aus meiner Sicht ist die einzige Chance bei low-carb: keine Angst vor Fetten, auch nicht vor tierischen Fetten.

    Die Warnung „ja kein Fett und wenn dann höchstens mehrfach ungesättigte Fettsäuren“ wurde uns so oft und so stark eingetrichtert, dass das am Anfang jedem schwer fallen wird. Ich habe die Reduzierung der KH auch erst mit viel Olivenöl u.ä. versucht. Aber richtig geklappt hat es erst, nachdem ich meine Angst vor Fett abgelegt habe. Ich esse jetzt viel Butter - in Butter gedünstetes Gemüse schmeckt wunderbar. Das viertel Brötchen, dass ich mir zum Frühstück noch leiste, bekommt jetzt so viel Butter, wie vorher auf den 2 Brötchen insgesamt drauf war. Auch Eigelb enthält 2/3 Fett, deshalb sind Eier recht wertvoll. Probier es einfach mal aus. Du wirst sehen, low-carb kann auch Spaß machen und ist nicht nur eine nervige Diät, die man einhalten muss, um den BZ flach halten zu können.

    Alles Gute und weiter viel Erfolg, Rainer
  • Molly

    Rang: Gast
    am 30.07.2008 14:31:07
    ... ja und wie sieht dann der Cholestrinspiegel aus lieber Rainer..
    von Molly
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 30.07.2008 16:40:58
    Hallo Molly,

    dazu kann ich dir hier eine schöne Langzeitstudie anbieten:

    http://content.nejm.org/cgi/content/full/359/3/229

    Mit Mittelmeerdiät und low-carb-Ernährung lassen sich größere Erfolge bei der Gewichtsabnahme erzielen, als bei der allgemein proklamierten low-fat-Ernährung, die für uns Diabetiker so schädlichen ist, weil sie eben auch eine high-carb-Ernährung ist .

    Dabei hat gerade bei den Blutfetten die low-carb-Ernährung am allerbesten abgeschnitten. Mit ihr ergaben sich:
    - die höchste Steigerung des (guten) HDL-Wertes mit 8,4 mg/dl bei etwa gleichbleibendem LDL-Werten in allen 3 Gruppen,
    - damit eine enorme Verbesserung des HDL/LDL-Verhältnisses und
    - die höchste Senkung der Triglyzerine mit 23,7 mg/dl.

    Der Cholesterinspiegel wird vielleicht bei höherem Fettverzehr steigen, aber besonders eben das gute HDL-Cholesterin. Eigentlich geht es ja gar nicht um die Cholesterinwerte, sondern um das Herzinfarktrisiko. Darüber, dass dieses mit einer low-fat-Ernährung nicht signifikant gesenkt werden kann, liegt ebenfalls eine riesige Langzeitstudie vor. Also meine Meinung ist: keine Angst vor Fetten und nicht durch hohe Cholesterinwerte irre machen lassen, solange nur das HDL ansteigt und vielleicht sogar die Triglyzerine sinken.

    Rainer
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 30.07.2008 22:50:35
    Danke Euch!

    Rainer, Du hast Recht, ohne Fett geht bei mir gar nichts, sonst würde ich noch weiter abnehmen und das will ich nicht mehr, bin schlank genug,

    Die KH die ich zu mir nehme, kommen aus Milch und Milchprodukten, etwas Obst und ganz wenig aus Getreide, sonst Gemüse und Salate.
    Ich trinke Vollmilch mind. 3,8% Fett, esse Joghurt mit 10% Fett und nehme ordentliches Öl auf den Salat und Nüsse... auch Avocado schmeckt mir, die ist auch schön fettig. Ich habe auch keine Angst vor einer Bratwurst....

    Insgesamt bekommt mir das gut und mein Cholesterin gesamt liegt bei 160, das LDL und Triglyceride niedrig und das HDL schön hoch, bilderbuchmäßig. Auch habe ich noch keinen Bluthochdruck. So hoffe ich, dass die leicht erhöhrten BZ bei mir nicht so viel schaden. Bin gespannt, wie lange es mit Sitagliptin geht, im Moment macht das echt Spaß. Ich weiß aber dass Diabetes eine progredient verlaufende Erkrankung ist und dann werde ich irgendwann auch mal Insulin brauchen. Das kriege ich dan auch noch hin, im Moment wärs für mich (wegen der vielen Hormone, die ich schon nehme und aufeinander abstimmen muss) schön, wenn es noch etwas dauerte.

    LG

    Franziska
  • Ojima

    Rang: Gast
    am 31.07.2008 02:15:17
    Hallo Franziska,
    laß Dich bitte EKG-mäßig gut und gewissenhaft kontrollieren, es kann(!), muß nicht zu Abweichungen im EKG kommen, die sich dann in Herzrythmusstörungen zeigen können. Auch Halsschmerzen und ungewohnte Kopfschmerzen können drin sein. Paß bitte gut auf Dich auf . Wenn Du jedoch irgendwann auf Insulin umsteigen mußt , keine Sorge: das bekommst Du auch geregelt. Ist viel besser zu handeln als Tabletten.
    Viele Grüße Ojima
    ...die auch mal mit Januvia gearbeitet hat....
  • Franziska

    Rang: Gast
    am 31.07.2008 15:03:20
    Hi Ojima,

    welcher Art waren diese Rhythmusstörungen und waren die vorher nicht da, also nachweislich durch das Sitagliptin? Wie lange hast Du es genommen bis zum Auftreten?

    Von den Kopfschmerzen weiß ich (könnte eine Folge der schnellen BZ-Senkung sein) und ebenso von den Erkältungen, die aber nur in einer Studie auftreten. Die könnten eine Folge der DPP4-Hemmung sein.

    Für mich ist es jetzt erst mal angenehm, da ich wie gesagt, schon 6 verschiedene Hormone nehme und aufeinander abstimmen muss...und da muss ich mit dem Sitagliptin nichts berücksichtigen!
    von Franziska