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Low Carb oder low fat?
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am 18.05.2022 20:03:53 | IP (Hash): 1142502420
Hallo zusammen,
vorgestern wurde bei mir Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Lag an Übergewicht und wenig Bewegung. Der Arzt hat mir zwei Medikamente verschrieben (Metformin und Forxiga), das wars, ansonsten keine Tipps zur Ernährung.
Nun möchte ich aber auf jeden Fall meine Ernährung umstellen. Ich habe dazu viel recherchiert, aber es gibt da wohl keine einheitliche Richtlinie. Manche empfehlen low carb. Andere wiederum sagen, dass schließlich das Fett verantwortlich ist für die Krankheit und man solle lieber auf low fat gehen. Da es bei mir um starkes Übergewicht geht, leuchtet es mir erstmal ein, dass Fett gemieden werden sollte. Die low carb Fraktion wiederum sagt, gesundes Fett (ungesättigt) sei völlig ok und man sollte es essen.
Da hier ja sicher Praktiker sind, würde ich mich über Erfahrungen aus der Praxis freuen. Eher Fett oder KH reduzieren? -
am 18.05.2022 20:45:11 | IP (Hash): 980570203
Hallo Eddy,
bei Diabetes sind natürlich die Kohlenhydrate entscheidend, also low carb richtig.
Fett enthält natürlich weit mehr Kalorien pro g, und ist bei Übergewicht natürlich schlecht.
Man kann sogar mit völligem Verzicht auf Kohlenhydrate abnehmen, die berühmt-berüchtigte Atkins-Diät, wirklich gesund ist das aber nicht.
Wärest Du bereit grob die Werte mitzuteilen, damit man etwa weiß, wo Du stehst?
Alter ca.
BMI ca.
HbA1c
Lg
Hape1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2022 21:05:24 | IP (Hash): 1142502420
Hallo Hape,
erstmal Danke.
Natürlich hier sind die mir bekannten Werte:
53 Jahre
125 KG
1,85m
der Wert beim Blutabnehmen: 9,9 (denke das ist HbA1c)
BMI weiß ich grad nicht, aber ist mit Sicherheit ungünstig.
Gruß
Eddy -
am 18.05.2022 21:23:45 | IP (Hash): 1660870137
eddy_berlin schrieb:
der Wert beim Blutabnehmen: 9,9 (denke das ist HbA1c)
Hallo Eddy,
in Berlin kann das auch der Nüchtern-BZ mit 9,9mmol/l {178mg/dl} sein. Das wäre aber in beiden Fällen ziemlich hoch.
Bei Diabetes ist der Umstieg auf eine Low Carb Ernährung sinnvoller. Damit kannsgt du etwas für einen besseren BZ und für die Abnahme tun. Dass Fett pro g mehr als doppelt so viel kcal hat, wirkt sich nicht negativ aus. Da Fett viel besser und langanhaltender sättigt als die KH, brauchst du davon weniger, um satt zu werden. Du kannst dich ja auch mal mit LCHF (Low Carb High Fat) beschäftigen. Viele können damit sehr gut abnehmen und dem BZ tut so eine Ernährung sehr gut. Du kannst es aber auch mit moderater KH-Reduzierung, z.B. mit LOGI versuchen.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.05.2022 21:24:40. Grund: BBCodes2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2022 21:42:39 | IP (Hash): 1142502420
Hallo Rainer,
danke dir. Ich denke mal das mit 9,9 war der HbA1c Wert, da der in Richtung 6 gehen soll, was da wohl der Normalbereich ist.
Warum ich frage liegt auch an einem Youtuber, der hat einige Videos zu Diabetes gemacht und rät von Fett völlig ab. Er sprach von einem Arzt der seine Patienten mit einer Reisdiät geheilt hätte. Reis + weisser Zucker +noch irgendwas, aber eben fast kein Fett. Hat mich auch überrascht mit dem weissen Zucker...
OK ich werde mich mal mit den genannten Vorschlägen beschäftigen.
Gruß
Eddy1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2022 22:24:14 | IP (Hash): 1660870137
eddy_berlin schrieb:
Er sprach von einem Arzt der seine Patienten mit einer Reisdiät geheilt hätte. Reis + weisser Zucker +noch irgendwas, aber eben fast kein Fett. Hat mich auch überrascht mit dem weissen Zucker...
Hallo Eddy,
du wirst im Internet ganz viele Ernährungsempfehlungen für Diabetiker finden, die sich auch gegenseitig widersprechen. Allerdings gibt es auch nicht nur den einen einzigen Weg. Du musst den Weg finden, der dir am besten hilft und der gut zu dir passt. Immerhin musst du deine Ernährung für einen langen Zeitraum, für dein ganzes restliches Leben umstellen.
Die Empfehlung, die du da gefunden hast, ist allerdings eine von den schlimmsten. Betrachte so etwas immer mit einer Portion gesunden Menschenverstands, dann fallen die dümmsten Empfehlungen von alleine raus.
Alles Gute, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 18.05.2022 22:27:04. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.05.2022 13:03:18 | IP (Hash): 980570203
eddy_berlin schrieb:
Warum ich frage liegt auch an einem Youtuber, der hat einige Videos zu Diabetes gemacht und rät von Fett völlig ab. Er sprach von einem Arzt der seine Patienten mit einer Reisdiät geheilt hätte. Reis + weisser Zucker +noch irgendwas, aber eben fast kein Fett. Hat mich auch überrascht mit dem weissen Zucker...
OK ich werde mich mal mit den genannten Vorschlägen beschäftigen.
Zucker ist natürlich totaler Unsinn. Aber auch Reis ist leider hoch kohlenhydrathaltig.
Weitgehend verzichten mußt du auf alles Süßes. Gesüßte Getränke und Säfte, Süßigkeiten, Kuchen, Likör.
Leider sind aber auch die vier Hauptnahrungsmittel des Menschen Kohlenhydratprodukte, die dringend reduziert werden müssen: Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis.
Was bleibt da überhaupt noch?
Zuckertechnisch unproblematisch sind Fleisch, Fisch, Wurst, Käse, die meisten Gemüsesorten, und Eier.
Also, um das nochmal zu wiederholen: Als Diabetiker geht nur low-carb.
Ein brauchbare Tabelle über den Kohlenhydratgehalt findest Du hier:
https://gesunderezepte.me/wp-content/uploads/2015/11/grosse-kohlenhydrate-tabelle.pdf
Lg
Hape
Bearbeitet von User am 19.05.2022 13:08:02. Grund: Ergänzung2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.05.2022 14:18:08 | IP (Hash): 980570203
Und noch was, - auch, wenn Du nicht gefragt hast -,
Es heißt ja immer Sport. Da denken viele an Fitnessstudio. Das klappt meist sowieso nicht. Die gute Nachricht: In Deinem Alter und Deinem Gewicht ist Spazierengehen bereits Sport. Wenn Du in Dein Leben weitgehend täglich einen Spaziergang von 20-30 Minuten Dauer einbauen könntest, wäre das für den Diabetes sehr hilfreich. Wenn Du sehr unfit bist, kannst Du anfangs sehr langsam gehen, wenn Du noch gut zu Fuß bist, halt flotter gehen. -
am 19.05.2022 16:17:51 | IP (Hash): 1309166649
Naja ... gilt vielleicht bei ihm, aber nicht generell.
Ich bin 66 und schaue, daß ich jeden Tag entweder mindestens eineinhalb Stunden gehe oder mehrere Stunden E-Rad fahre. An meinen schlechten Werten ändert das nichts ... (vielleicht wären sie ohne das noch schlechter, ok.) -
am 19.05.2022 18:01:01 | IP (Hash): 1764102272
Warum probierst Du nicht selbst und systematisch aus, was bei Dir funktioniert?
Einfach mal zur Bewegung:
Die Hundeoma, von der ich hier schon häufig berichtet habe, ging 3mal pro Tag bei jedem Wetter 20-30 Minuten mit dem Hund.
Wenn sie nach dem Essen erst 1 Stunde im Schaukelstuhl ruhte und dann mit dem Hund ging, hatte sie beim Start mit dem Hund über 250 und nach der Runde 150-200 mg/dl.
Wenn sie die Hunderunde sofort nach dem Essen spaziert ist, ist ihr Blutzucker gar nicht erst so hoch angestiegen. Dann hab ich nach der Runde um 100 oder sogar darunter gemessen.
Und Du wirst nicht um systematisches Selbermessen rum kommen. Denn ohne spielst Du mit Dir selbst Blindekuh.
Das gilt ganz besonders auch für die Wirkunvon Essen auf Deinen BZ.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.