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Habe wohl Diabetes Typ II..., bestenfalls?!
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am 10.07.2022 09:05:34 | IP (Hash): 904909621
Guten Morgen. NBZ 200.
Ziemlich ernüchternd, zumal ich gestern 1,5h nach dem Abendessen 150 hatte und sogar mit nur 110 ins Bett gegangen bin?.
Habe heute von 14 IE auf 16 IE Toujeo erhöht.
Gibt es Möglichkeiten gegen ein ausgeprägtes Dawn-Syndrom?
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LADA Typ I, noch in der Einstellung mit dem Langzeitinsulin Toujeo. -
am 10.07.2022 10:39:06 | IP (Hash): 2057483810
ALLE Insuline wirken völlig GLEICH: Wenn das einzelne Molekül im Blut ist, hat es eine Halbwertzeit von knapp 5 Minuten. D.h. nach 5 Minuten ist da nur noch die Hälfte der Wirkung, nach 10 Minuten nur noch ¼ usw.
Die Unterschiede in den Wirkkurven machen die Formulierungen/Suppen, in denen wir es spritzen. Die sorgen dafür, dass es als Bolus möglichst schnell in den Blutkreislauf gelangt, oder möglichst langsam als Basal.
Die einfachste Möglichkeit, den Übergang ins Blut zu beschleunigen, ist die Verdünnung, also statt U 100 halt U 50 oder noch dünner. Haben die Eifrigen unter denen mit Typ 1 mit gutem Erfolg zu den Zeiten gemacht, als noch für jedes Spritzen die Spritze aufgezogen werden musste. Das Prinzip ist einfach: Über die größere Oberfläche des gespritzten größeren Ballons kann mehr vom Inhalt schneller in das aufnehmende Gewebe.
Wer nen großen Bolus heute beschleunigen will, nutzt dasselbe Prinzip, indem er die große Dosis splittet und gleichzeitig auf mehrere Ballons verteilt, und damit die verteilende Oberfläche im Gewebe vergrößert.
Sanofi hat dieses Prinzip vom Lantus zum Toujeo für die etwas gleichmäßigere und etwas längere Wirkung schlicht umgekehrt, also den selben Wirkstoff auf weniger Flüssigkeit konzentriert. Das heißt, das ist eher positive Nebenwirkung.
Die angestrebte Hauptwirkung ist die erhebliche Verringerung des Injektionsvolumens. Denn reichlich Menschen mit Typ 2, aber auch immer mehr mit Typ 1, brauchen 100 und mehr Einheiten Basal am Tag, und die machen mit U 100 schon recht schmerzhafte Ballons.
Zu Deinen 200 wirst Du hier wahrscheinlich die Idee kriegen, dass Du in der Nacht so zwischen 1 und 2 Uhr in die Nähe von 50 mg/dl gekommen sein musst, und dass die 200 sowas wie ne überchießende Gegenregulation waren.
Wenn dem so wäre, würde sich verbieten, was für weniger Dawn sonst noch zu bieten wäre, nämlich das Verlegen des Toujeo vom Morgen auf den Abend, damit Du den Tag nicht mit der auslaufenden Wirkung beginnst.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 10.07.2022 12:46:21 | IP (Hash): 904909621
Danke für deine ausführliche Antwort.
Die 12 IE Einstiegsmenge, die ich beim Ersttermin beim Diabetologen gleich verordnet bekam, hab' ich abends zw. 22.00 - 22.30 Uhr gespritzt. Da hatte sich an den hohen NBZ-Werten morgens leider auch nichts geändert .
Aber ich will jetzt mal geduldig bleiben und meinem Körper die nötige Zeit geben...
Was ich hier bislang so rausgelesen habe, waren ja die bisherigen 12 und 14 IE Basal eine vergleichsweise geringe Dosis. Damit wird man wegen Dawn sicherlich auch noch nicht zu einer abschließenden Einschätzung kommen können..
Übrigens, ich hatte glaube ich von Dir gelesen Jürgen, dass Du mal bei 400 NBZ und Hba1c von 15 "ins Geschäft eingestiegen" bist... Wie kann man bei solchen Werten "nur" ein Typ II sein??? Das klingt ja eigentlich nach einem Bauchspeicheldrüsen-Totalausfall, wenn bei mir 11,1 schon ein Totalausfall darstellen?!
Unglaublich!
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LADA Typ I, noch in der Einstellung mit dem Langzeitinsulin Toujeo.
Bearbeitet von User am 10.07.2022 12:49:40. Grund: Ergänzung -
Lena8107
Rang: Gastam 10.07.2022 12:51:46 | IP (Hash): 394321721
Ja, da gibt es Möglichkeiten.
Ich spritze z.B. bei hohen Morgenwerten ein paar Einheiten Bolus direkt nach dem Aufstehen.
Aber du bist noch in der Einstellphase und da brauchst du einfach etwas Geduld, das wird nicht von heute auf morgen perfekt laufen.
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am 10.07.2022 13:41:46 | IP (Hash): 2057483810
ThomaS1968 schrieb:
Übrigens, ich hatte glaube ich von Dir gelesen Jürgen, dass Du mal bei 400 NBZ und Hba1c von 15 "ins Geschäft eingestiegen" bist... Wie kann man bei solchen Werten "nur" ein Typ II sein??? Das klingt ja eigentlich nach einem Bauchspeicheldrüsen-Totalausfall, wenn bei mir 11,1 schon ein Totalausfall darstellen?!
Es sind auch schon Menschen mit Typ 2 noch selbst zu Fuß in kranken Häusern aufgelaufen, weil sich sich mies gefühlt und nicht mehr zu helfen gewußt haben, mit BZs über 1k!
Weil er über 400 bis dahin selbst noch nicht erlebt hatte und alles unbekannte sehr interessant fand und seine Geräte damals alle noch schön neu waren, hat mein damals junger Hausarzt da prompt meinen Wanst erstmal mit dem Echolot auf irgendwelche Auffälligkeiten untersucht. Hat links keine Niere gesehen und mich deswegen prompt an den Nephrologen überwiesen.
Der hatte natürlich ein noch schöneres Gerät und großen Spaß an meiner Schilderung der vergeblichen Suche seines jungen Kollegen nach meiner linken Niere. Ja, die linke Niere versteckt sich oft ein bisschen hinter’m Magen. Da muss man dann… , und indem fuhr er mit seinem Scanner son bisschen um die linke Schwimmhilfe rum und … "Da ist tatsächlich keine Niere!"
Dann hat er die existierende eingehende betrachtet und mir erzählt, dass die von ihrer Größe her wahrscheinlich von Anfang an meine einzige gewesen ist, und dass die gewaltige Fortsätze für erheblich vermehrten Flüssigkeitsumsatz gebildet hätte. Das würde auf wenigstens die letzten 2 Jahre mit dem BZ um und über 400 hinweisen.
Hatter recht gehabt: Spätere Rekonstruktionen meiner damaligen Tagesabläufe ergaben so um die 15 Liter Trinken am Tag. Die hatten sich natürlich über wenigstens die 3-4 Jahre noch wieder vorher eingeschlichen: Nicht nur ich hatte mich langsam an immer mehr gewöhnt, sondern auch mein Familienumfeld. Wirklich aufgefallen ist das erst im Nachhinein, als ich dann mit dem BZ im normalen Bereich plötzlich nicht mehr dauernd son 2-Tassen-Pott Kaffee ab dem Frühstück nachgefüllt brauchte ;)
Du siehst, war noch weit weg von Totalausfall - und ist bei Dir auch wohl noch lange keiner. Sonst hättest Du vor Deinem Insulinanfang nur noch rückwärts gegessen ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 10.07.2022 13:44:26 | IP (Hash): 1497254427
wie Lena richtig schriebt bist du noch in der Einstellphase und es ist jetzt die Aufgabe des Arztes heraus zu finden welche Ursachen dafür verantwortlich sind. Da werden sicherlich noch Teste vorgenommen werden wie gut die Organe noch arbeiten, wie der Stoffwechsel ist, das Immunsystem , und auch die Verdauung spielt dabei eine große Rolle.
Du solltest auch nachts eine Messung durchführen und für den Arzt notieren.
Bei der Apotheken-Umschau gibt es eine hilfreiche Seite die sich mit deinem Problem beschäftigt.
Einfach mal reinlesen:
https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/diabetes/blutzucker/blutzucker-was-tun-gegen-hohe-morgenwerte-811477.html
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am 10.07.2022 13:58:56 | IP (Hash): 1570526895
Hallo Thomas
Wie mir hier schon bestätigt wurde habe ich ja keine Ahnung
aber
ICH würde jetzt erst mal ganz nach dem Fahrplan deines Arztes vorgehen.
Alles genau dokumentieren und deine Aufzeichnungen zusammen mit DEINEN Eindrücken dem Arzt übergeben. Der wird schon wissen wie es dann weiter gehen soll.
Jetzt schon mit Experimenten zu beginnen wäre meines Erachtens fahrlässig und wie soll der Arzt weiter verfahren wenn er sich nicht darauf verlassen kann das sein Fahrplan eingehalten wird.
Ich würde als Arzt sagen: dann mach doch deinen Kram allein - aber dann nicht rumheulen wenn es schief geht.
Du wirst doch nicht jetzt schon deine selbst beschriebene Geduld verloren haben?
Gruß
Peter
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Typ 2 - Medikation: Siofor 1x1000 - HbA1c: zZ 6,0 Stand 07/22 (ich arbeite weiter daran) -
am 10.07.2022 14:20:53 | IP (Hash): 904909621
Ja ihr Lieben, ich bleibe auf jeden Fall im Fahrplan. Habe vereinbaru gsgemäß auf 16 IE Toujeo erhöht und wenn der NBZ nicht unter die 154 geht, dann gehts auch erstmal weiter rauf. Ich bekomme ja zudem bald meine Sensoren und da gibts dann sicherlich noch konkreter Abrechenbares.
Heute zum Beispiel gabs gar kein Hypogefühl, weil ich mein Frühstück auf 11 Uhr verlegt habe. Ich habe da vermutlich in den Hungerast, der sich wohl aus der Wirkkurve von Toujeo nach 4h ergab, heute nun vor dessen Beginn hineingegessen?.
Jedenfalls scheine ich die 16 IE auch erstmal zu vertragen, denn bis jetzt hat sich erstmal auch kein weiteres Problem aufgetan.
Ich werd' auf keinen Fall an der Medikation herumbasteln, denn ich glaube zu wissen, dass der Körper ein "träges System", was in den langfristig einzustellenden Abläufen eine gewisse Nachlaufzeit benötigt.
Schwinge mich jetzt mal auf's Fahrrad und radel 'ne Stunde...
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LADA Typ I, noch in der Einstellung mit dem Langzeitinsulin Toujeo. -
am 10.07.2022 16:59:51 | IP (Hash): 2057483810
ThomaS1968 schrieb:
Heute zum Beispiel gabs gar kein Hypogefühl, weil ich mein Frühstück auf 11 Uhr verlegt habe. Ich habe da vermutlich in den Hungerast, der sich wohl aus der Wirkkurve von Toujeo nach 4h ergab, heute nun vor dessen Beginn hineingegessen?.
SUPER Idee! Bin neidisch, dass ich nicht drauf gekommen bin ;)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 10.07.2022 17:32:38 | IP (Hash): 904909621
Ja, danke für dein Lob Jürgen, das bedeutet mir was...
Morgens bis Ende Vormittag brauch' ich traditionell eigentlich erstmal nix, von daher war das kein großes Ding das Essen auf Brunchzeit zu verlegen.
Ansonsten merk' ich nix Negatives, nur die Meßwerte erinnern mich an meinen Diabetes...
Hab' heute Nachmittag mit meiner Guten, bei einer Kugel Eis mit ungesüßter Schlagsahne (Zucker+Fett!), gerade mal so resümiert, dass sich für mich und meine Frau das Leben, außer der noch genau zu bestimmenden Menge Insulin die ich einmal final benötige, eigentlich gar nicht merkbar verändert hat bzw. verändern wird.
Einwenig bewußter die Nahrungsaufnahme gestalten und an die Insulinaufnahme denken, aber so grundsätzlich kann das Leben durchaus weiterhin nach meinen Vorstellungen verlaufen. Vorraussetzung jaaa natürlich, der Zucker muss gebändigt werden und darf keinen Schaden anrichten...
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LADA Typ I, noch in der Einstellung mit dem Langzeitinsulin Toujeo.