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Gibt es eine optimale BZ-Einstellung/Nahrungsaufnahme bei Polyneuropathie?
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am 02.08.2022 21:08:05 | IP (Hash): 1006139165
Guten Abend alle miteinander,
Ich bin seit November 2003 Typ2-Diabetiker und habe mittlerweile zwei große Dämpfer bekommen. 1.: chron. Niereninsuffizienz (2020) und 2.: Polyneuropathie (vor 2 Monaten…bereits 2003 leicht beginnend).
17 Jahre lang wurde ich so recht und schlecht mit Metformin behandelt. Seit meinem totalen Nierenzusammenbruch 2020, an dem ich fast gestorben wäre, werde ich mit Insulin behandelt. Obwohl mein Hba1c die letzten beiden Jahre niemals höher als 6,8 war, haute mich jetzt schlagartig die PNP auf den Boden. Auf einmal sehr starke Schmerzen in beiden Beinen mit Brennen, starken Muskelzuckungen, elektr. Stiche usw. Daraufhin Check beim Neurologen mit dem Ergebnis, dass sich die Situation seit 2003 leider nicht unwesentlich verschlechtert hat. Eine Regeneration der kaputten Nerven scheidet leider aus, lediglich eine Behandlung der Schmerzen sei laut Neuro möglich.
Jetzt suche ich die optimierte Einteilung der Mahlzeiten, um sowohl die BZ-Spitzen als auch die Unterzuckerungen so weit wie nur irgend möglich auszuschalten. Ich möchte von mir aus das Möglichste tun, um die PNP aufzuhalten.
Hat mir denn jemand von euch das Patentrezept hierfür??
Wichtig: bislang täglich drei Mahlzeiten. Schnelles Insulin zu jeder Mahlzeit. Zur Nacht spritze ich zusätzlich Toujeo (Basal).
Danke vielmals für eure Hilfestellung/Tipps!
Bleibt gesund… -
am 02.08.2022 22:31:17 | IP (Hash): 1057708023
Generell macht Low Carb oder LOGI sehr viel weniger große BZ-Ausflüge und Schwankungen, als die normal als gesund angepriesene Ernährung.
Das Patentrezept ist einfach: Du hast es, seit Du Deinen BZ messen und mit 2 Insulinen steuern kannst. Du müsstest nur endlich anfangen, es zu nutzen!
Liest sich jetzt gemein, ich weiß. Und geht auch nicht nach Doktors Ansage, denn für den Doktor ist alles bei uns Fernsteuerung. Der schaut alle Quatale drauf und "rät" ne Veränderung von irgend nem Faktor.
Für unsere Gesundheit ist aber kein Faktor wichtig, sondern DIE Menge an Insulin, mit dem DAS Essen auf unserem Teller nach dem Auswirken des Bolus-Insulins 2-3 Stunden weiter in der Höhe ausläuft, in der es vor dem Essen gestartet ist. Das kann nur jede/r von uns für sich selbst systematisch austesten - und dann eben anwenden.
Keine Ahnung, wo Dein BZ aktuell normal spielt, aber Dein Ziel sollte sein, den so nah wie möglich an oder sogar in den Bereich des gesunden zu senken. Hier ein bewährtes Rezept dafür ohne Insulin https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf das Du natürlich um Deine Insulin-Möglichkeit erweitern kannst :)
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 03.08.2022 00:25:30 | IP (Hash): 299194457
Wärest Du bereit einige Fragen (in etwa) zu beantworten, damit man sich ein Bild machen kann?
Alter, BMI, Nüchtern-BZ, Krea (Niereninsuffizienz), Diabetes-Medikamente außer Insulin, Toujeo-Dosis, Dosis des schnellen Insulin mit Mittel?
Ich meine (Privatmeinung), dass alles, was den HbA1c niedrig hält, auch günstig für die PNP ist. (Können hier andere auch anders sehen).
Nach allem, was ich so gelesen habe, ist ein Low-carb-Ernährung bei Diabetes mellitus Typ 2 günstig.
Eine Ernährung, bei der man die Aufnahme höherer Kohlenhydrat-Mengen mit Insulin "wegspritzt", erhöht in jedem Fall das Risiko dabei eine Dosis zu erwischen, die zur lebensgefährlichen Unterzuckerung führen könnte.
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am 03.08.2022 13:24:53 | IP (Hash): 1006139165
Hallo Hape,
Natürlich beantworte ich Deine Fragen sehr gerne.
Alter: 67 Jahre
BMI: 23,6
Nüchtern-BZ: zwischen 120 und 140
Kreatinin: aktuell 2,07
GFR: 32 Liter
Toujeo-Dosis um 22:00 Uhr: 7 Einheiten
Diabetes-Medikamente außer Insulin: Jardiance 10 mg 1x täglich
Dosis Novo-Rapid im Mittel: 13 Einheiten
aktueller Hba1c: 6,5 (Ende April: 6,2)
Falls noch Fragen sind, bitte melden. -
am 03.08.2022 19:53:51 | IP (Hash): 987347671
Bin neugierig: Dein HbA1c gilt für Ü60 als ausgezeichnet und eigentlich schon fast als Versicherung gegen Nierenschäden. Hast Du den immer schon im Bereich 6,5 und besser gepflegt?
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 03.08.2022 22:28:00 | IP (Hash): 1006139165
Tja…leider nein. In den vielen Jahren mit Metformin-Behandlung schwankte der HbA1c meistens zwischen 7 und 8. Zweimal hatte ich auch Ausreißer sowohl nach oben als auch nach unten. Nur wenige Male war der Hausarzt unzufrieden mit mir.
Ich ärgere mich schwarz darüber, dass ich nicht schon vor einigen Jahren selbst auf die Umstellung auf Insulin gedrängt habe. Jetzt habe ich 2-fach die Quittung für meine Nachlässigkeit erhalten. Meine durch den Diabetes vorgeschädigten Nieren vertrugen die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und Ibuprofen (wegen einer Hodenentzündung) nicht, und quittierten nur wenige Stunden nach Einnahme der ersten Antibiotika-Tablette komplett ihren Dienst. In zwei notwendigen KHS-Aufenthalten konnte mir in letzter Minute das Leben gerettet werden (dem Stuttgarter Katharinenhospital gebührt an dieser Stelle mein ganz großer Dank).
Heute weiß ich, dass viele Hausärzte keine Ahnung von Diabetes haben und deshalb viel zu nachlässig/unvollständig die vierteljährlichen Untersuchungen vornehmen. Zudem wird aus Kostengründen auf eine vollständige Abnahme der wichtigsten Blutwerte verzichtet (die letzte Abnahme meiner Nierenwerte erfolgte vor 7 Jahren…damals Kreatinin 1,4. Eine Überweisung zum Nephrologen ist nicht erfolgt!). Zudem wurde ich vom HA niemals zu einem Diabetologen überwiesen.
Dasselbe passierte mit meiner PNP. Wenige Wochen nach Diagnose Diabetes im Nov. 2003 war ich beim Neuologen zur Untersuchung. Bereits damals war eine Entwicklung der PNP erkennbar. Obwohl damals schon der Neurologe eine abermalige Vorstellung wenige Monate später wünschte, wurde dies vom HA komplett ignoriert. Ergebnis ist bekannt!
Mittlerweile speichere ich jegliche Blutwertemessungen und Untersuchungsberichte ab. Somit bin ich nach allen Seiten hin aussagekräftig. Leider hilft mir das wegen meiner Nieren- und Nervenschädigung nicht mehr. Zur Verantwortung ziehen kann ich niemand mehr, aber Konsequenzen daraus ziehen sehr wohl.
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am 03.08.2022 23:17:18 | IP (Hash): 987347671
Da hast Du ja schon einiges an miesen Erfahrungen gemacht, und ein paar bessere hast Du hoffentlich noch vor Dir. Eines meiner Vorbilder ist dieses Diabetes Urgestein http://www.diabetes-book.com/bernstein-life-with-diabetes/ Doc Bernstein. Und gleich zu Anfang seiner Vorstellung schreibt er den Grundsatz, dem er nach seiner Meinung verdankt, dass er noch lebt: Er hat seinen Diabetes nicht beim Dok abgegeben, sondern sich selbst drum gekümmert. Dabei hat er viele Jahre immer mehr diabetische Plagen auf sich versammelt und die …um eine lange Geschichte zu verkürzen… mit den Tagen zum Stillstand gebracht, wo er angefangen hatte, seinen BZ völlig im mehr als gesunden Bereich zu halten. Die meisten von 24 Stunden deutlich unter 100 mg/dl mit extrem kleinen Schwankungen um nur 20-30 mg/dl in der Spitze nach dem Essen. Liest sich für Dich bestimmt jetzt krass. Aber ehrlich? Wenn ich Schwierigkeiten mit meiner Niere hätte, würde ich alle mir möglichen Hebel für meinen HbA1c unter 5 mit so kleinen Schwankungen in Bewegung setzen. N8 :)
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am 04.08.2022 00:46:35 | IP (Hash): 299194457
Polyneuropathie ist eine Erkrankung mit mindestens 2 Dutzend möglichen Ursachen. Insofern ist es denkbar, dass nicht Diabetes mellitus die alleinige Ursache dafür ist. Sogar eine Niereninsuffizienz allein kann ebenfalls eine Polyneuropathie auslösen.
Natürlich hätte ein Hausarzt bei einem Krea von 1,4 reagieren müssen, - auch wenn es nicht weit vom Normalwert entfernt ist.
Nicht alle Hausärzte sind Dummköpfe. Allerdings dürfte sicher so sein, dass ein Facharzt für Innere Medizin sich besser auskennt, da er 5 Jahre im Krankenhaus auf internistische Abteilungen gearbeitet haben muß. So wie ein niedergelassener Chirurg sicherlich besser mit einem Skalpell umgehen kann als ein Allgemeinarzt.
Leitlinine der Diagnostik und Therapie bei Polyneuropathie findet man hier: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-067l_S1_Diagnostik-Polyneuropathien_2020-04.pdf
Lg Hape
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am 04.08.2022 15:49:37 | IP (Hash): 1006139165
HbA1c unter 5??
Ich habe von meinem Hausarzt (erfahrener Internist) und meiner Nierenärztin mit gleichzeitiger Ausbildung zur Diabetologin folgende Aussagen betreffend Langzeitzucker:
Hausarzt: Du musst Dich unbedingt in einem Bereich von 6,8 bis max. 7,4 bewegen. Dies wären die neuesten Erkenntnisse u. Empfehlungen. Ein HbA1c unter 6,8 wäre mit Unterzuckerungen „erkauft“ und deshalb für mich schädlich!
Nierenärztin/Diabetologin: ich akzeptiere bei ihnen alle HbA1c-Werte zwischen 6,2 und 7,2. Niedere und höhere Werte sind für ihren Diabetes und ihre kranke Nieren nicht akzeptabel!
Sodele…soll ich jetzt noch immer auf Werte von 5 zuarbeiten? Was würdest Du an meiner Stelle machen?? Ärger mit der Nierenärztin einhandeln? -
am 04.08.2022 16:00:57 | IP (Hash): 1006139165
Ich habe nicht behauptet, dass alle Hausärzte Idioten sind. Ich habe gesagt, dass viele davon von Diabetes keine Ahnung haben. Das ist ein großer Unterschied.
Übrigens: für meine Behauptung gibt es genug Beweise in meinem Umfeld.
Natürlich liegt es in der Hand der Patienten, selbst für ihr Wohlergehen zu sorgen und nicht alles dem Arzt zu überlassen. Da führt kein Weg dran vorbei.
Leider ist es aber so, dass einem dieses erst dann so richtig bewusst wird, wenn’s einem schlecht geht. Auch ich gehör(t)e zu diesen Menschen. Jetzt bleibt mir leider nur noch, so weit wie möglich der Situation gerecht zu leben, und die Ratschläge der Ärzte umzusetzen. Solch widersprüchliche Aussagen meiner beiden Ärzte, wie oben bereits erwähnt, sind allerdings weder dienlich noch hilfreich. Da stehe ich gewaltig im Zwiespalt. Leider.