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Anfängerfrage zur Hypo/und leichte Probleme mit FSL3
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am 13.08.2022 21:21:34 | IP (Hash): 132832425
Hallo zusammen,
da ich erst erst seit Februar 2022 "dabei" bin, habe ich wahrscheinlich eine absolute Anfängerfrage.
Und zwar:
Steuert der Körper eigentlich bei einer Hypo aktiv dagegen, durch Freisetzung von Glucagon aus den Alphazellen? Sprich "merkt" der Körper das etwas nicht stimmt und versucht schon einmal gegenzuregeln?
Ich merke Hypos nämlich zum Glück recht früh (ab ca. 75). Mir ist dabei aufgefallen, dass sich der Körper anders verhält, je nachdem ob ich eine "Punktlandung" mit meinem Insulin zur 75 schaffe oder ob ich mich verschätzt habe und noch aktives Insulin vorhanden ist.
Ist kein Insulin mehr vorhanden, merke ich bei 75 kaum etwas, ist hingegen noch Bolusinsulin vorhanden, beginnen ab 75 die typischen Hyposymptome wie Herzrasen und Schwitzen. Der Körper scheint sich also des Problems bewusst zu sein und schon aktive Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wie der Freisetzung von Adrenalin, was dann zu den besagten Symptomen führt.
Ein kleines Problem habe ich mit Free Style Libre 3, und zwar schießt der bei fallenden BZ nach dem Essen gerne mal übers Ziel hinaus und bimmelt bei unter 70 Alarm, obwohl keine Hyposymptome vorhanden sind. Messe ich dann blutig nach, wird ein BZ zwischen 90-100 angezeigt, also dahin wo ich ungefähr auch hin wollte. Nach einer halben Stunde scheint Libre selber zu merken, dass der Wert unlogisch war und passt die Kurve wieder automatisch an. Ist bei mir bei bisher jeden Sensor der Fall, hat noch jemand das Problem?
Danke.
Bearbeitet von User am 13.08.2022 21:27:39. Grund: Rechtschreibung -
am 13.08.2022 22:01:17 | IP (Hash): 1318962512
Fangen wir beim Libre an. Wie alle CGMs misst das in der Gewebeflüssigkeit. Der Zucker da drin hinkt dem im Blut immer um 20 Minuten hinterher. Das versuchen alle Anbieter mit der Software auszugleichen. So ganz passt das höchst selten, aber dann fällt das meistens nicht besonders auf, weil der BZ meistens schön hoch verläuft. Aber mit mehreren Stunden am Tag um oder sogar unter 100 mg/dl stoßen die Systeme alle an Grenzen. Und da warnen sie lieber zu früh vor einer Hypo, als wenn ihnen nachgesagt würde, dass sie das zu spät täten.
Beim Hypo-Gefühl haben die meisten von uns eine Bandbreite, die von vielen Faktoren abhängt. So kann ich bei bei meinem aktuellen Gerät bei knapp über 50 erste Anzeichen wahrnehmen, wie etwa eine gröbere Farbdarstellung hier am Moni, aber sowas wie Du’s schreibst, erst unter 30 mg/dl. Aber ich hab auch manchmal die Moni-Anzeichen bei um 60 oder bei 30 noch überhaupt nix auffälliges.
In unserem Wanst funktioniert praktisch alles in Regelkreisen, auch die BZ-Steuerung. Und alle Regelkreise haben die Tendenz, ne Fehlfunktion eines Mitspielers auszugleichen. Glukagon geht bei uns immer. Beim Insulin sind wir die wichtigen Mitspieler, und selbstverständlich gibt’s mehr Glukagon, wenn zuviel Insulin. Wenn passend Insulin, dann auch entsprechend weniger Glukagon :)
Hey, wir haben alle mal angefangen :)
Schauma https://www.blood-sugar-lounge.de/coaching/genauigkeit-von-cgm-systemen-ansprueche-an-das-kontinuierliche-glukosemonitoring-cgm/
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 13.08.2022 22:14:07. Grund: Nachtrag1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 13.08.2022 22:55:34 | IP (Hash): 132832425
Danke Jürgen für deinen Beitrag :-).
Dann bin ich ja beruhigt, dass zumindest die Alphazellen noch funktionieren.
Ich versuche den BZ eigentlich nüchtern immer so zwischen 85-110 zu halten. Wird er nüchtern über 120 werde ich aktiv und spritze eine Einheit Novo Rapid. Gerade Abends habe ich aber eine höhere Wirkung auf Insulin, sodass ich befürchten muss, dass ich zu tief lande und auch keinen Pen für halbe Einheiten habe. Dann esse ich dazu eine halbe Einheit BE, sodass ich dann wieder ungefähr bei 100 rauskomme. Bisher fahre ich damit eigentlich ganz gut. -
am 14.08.2022 07:04:37 | IP (Hash): 2069665279
Ich versuche generell den BZ um die 100 mg/dl (Zielwert)zu halten.
Für Novorapid gibt's einen Halbschritt-Kinderpen ;-) NovoPen(R) Demi.
Ich selber bemerke Hypos kleiner/gleich 50 mg/dl.
Drama in der Schulung ! Ab 30 wird's kritisch betr. Krampfgefahr. Fand mein Diabetologe nicht witzig, sondern hat mich ermahnt. Eine seiner Patientin ist aus dem Bett gefallen und hat sich die Knochen gebrochen, ein Patient die Wirbelsäule.
Das FreeStyle Libre ist nicht meins, von Anfang an nicht bei der Markteinführung.
Alle drei bis vier Stunden zu messen (anstatt minütlich siehe aktuelle Fernsehwerbung) ist vollkommen ausreichend, da eine Hauptmahlzeit eben ca. 3 h (und länger) zur Verdauung braucht und sich verzüglich trifft mit dem Novorapid mit einer Wirkungsdauer mit Peak 3 h und auslaufend 5 h.
Bearbeitet von User am 14.08.2022 07:06:58. Grund: Textergänzung -
am 14.08.2022 11:50:00 | IP (Hash): 556556952
Sabine_11-20 schrieb:
Alle drei bis vier Stunden zu messen (anstatt minütlich siehe aktuelle Fernsehwerbung) ist vollkommen ausreichend, da eine Hauptmahlzeit eben ca. 3 h (und länger) zur Verdauung braucht und sich verzüglich trifft mit dem Novorapid mit einer Wirkungsdauer mit Peak 3 h und auslaufend 5 h.
Da muss ich widersprechen...
Die Werte alle 5 Minuten (beim Libre jede Minute) sind extrem hilfreich, wenn man damit umgehen kann - alleine schon, um zu verstehen, was den Blutzucker wie beeinflusst. Ohne wäre Loopen nicht möglich und auch eine inzwischen übliche Abgabeunterbrechung der Pumpe bei drohender Hypo wäre ohne nicht denkbar.
Und mal schnell auf die Uhr zu kucken, statt sich erstmal die Hände zu säubern, um zu messen, hat auch nicht zu verachtende Vorteile...
Novorapid ist aus heutiger Sicht ein echtes Schnarch-Insulin. Mit Lyumjev ist eine Abgabe ziemlich nahe am Zeitpunkt, zu dem es benötigt wird, möglich... aber nur wenn man auch den Blut-/Gewebezuckerverlauf kennt...
@Jürgen: ich bin mindestens 12-16 Stunden am Tag um oder unter 100mg/dl unterwegs. Mein Dexcom schreit selten zu früh, da gut kalibriert. Der Dexcom versucht aber auch nicht so stark die Zeitverzögerung rauszurechnen...
@Martin: Mein Immunsystem hat auch meine Alpha-Zellen niedergemacht - passiert bei vielen Typ1ern. Dadurch habe ich nur noch die zweite Phase der Gegenregulation mit Adrenalin und Cortisol, die aber erst deutlich später einsetzt...
Bearbeitet von User am 14.08.2022 12:32:08. Grund: Ergänzung -
am 14.08.2022 12:51:45 | IP (Hash): 1088839384
Alle CGMs liefern nicht einfach nur bei jedem Draufschauen einen Testwert, sondern VIEL WICHTIGER den Verlauf bis dahin. Beim einzelnen Fingerpieks ist nicht zu sehen, ob der BZ gerade waagerecht verläuft oder wie steil ansteigt oder sinkt.
So hab ich z.B. mit dem Libre sehr schön sehen können, wie mein BZ nach dem Essen beim stillen Absitzen hier am Moni einen schönen hohen Bogen beschrieben hat. Und wenn ich direkt nach dem Essen mich hier wiederholt aus dem Sitz in den Stand gedrückt hab so um die 200 mal, hab ich ein Abbrechen dieser Anstiegskurve auf halber Höhe sehen können.
Und wenn man wie Heike die fortlaufende BZ-Messung zur Steuerung einer weiteren Technik braucht, helfen da ein paar Fingerpiekse am Tag nur zu Abgleich und Kalibrierung.
Auf der anderen Seite haben alle INSULINER mit einem über Jahre zuverlässig in ihrem Rahmen verlaufenden alltäglichen BZ den vollautomatisch im Hintergrund auf ihrem inneren Schirm. Die Fingerpiekse nutzen sie wesentlich nur noch zur Bestätigung ihrer Steuerung und als Kontrollpunkte, an denen auffällt, wenn man vorher was Wichtiges zu beachten vergessen hat, oder auch, dass man gerade ne Grippe o.ä. ausbrütet.
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Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.