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Und wir Fingerpiekser?

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    am 27.08.2022 22:10:34 | IP (Hash): 1270600489
    Wenn es all die TIR-Technik vom Thread nebenan schon vor 30 Jahren gegeben hätte, hätte ich ALLES daran gesetzt, sie nutzen zu können. Stattdessen gab’s Piekse und Tagesprotokolle.

    Auf CGMmisch stelle ich mir heute so eine Protokollseite mit einer senkrecht aufsteigenden Timeline vor mit auf einer Seite dem aufsteigenden CGM Graph und parallel in ihren jeweiligen Zeiten Einträge, was gespritzt gegessen und gemacht wird.
    Warum? Um zu sehen, wie das konkrete Tun die Kurve vom BZ bewegt?

    Aber mit Loop brauchen wir das doch überhaupt nicht mehr. Denn damit steuert der BZ autopilotet sich doch praktisch selbst.

    Und jetzt fragt so ein up-to-date Autopiloter, dessen System gerade abgek..t ist, Opa Jürgen, was er tun soll. -
    Was sollte ich dem dann sagen? Der wüsste ja wahrscheinlich nicht mal seinen aktuellen BZ. Schlimmer, der wüsste doch wahrscheinlich nicht mal, was BZ ist, denn wozu sollte er mit Autopilot davon noch Ahnung haben?

    Mal ohne Quatsch:
    Meinen ersten kleinen Zusammenstoß mit der medizinischen Neuzeit hatte ich vor nem guten Jahr mit dem Arztwechsel in meiner Stammpraxis: Da wollte mein viel zu guter HbA1c überprüft werden, und ich sollte doch bitte mein Messgerät mitbringen. Hab ich auch gemacht. "Aber wo ist hier der USB-Anschluss???"

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 27.08.2022 22:24:17 | IP (Hash): 705993429
    Hab' leider mal wieder nicht ansatzweise verstanden, was Du mit alledem sagen willst?!

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    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
    Bearbeitet von User am 27.08.2022 23:04:34. Grund: Ergänzung
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    am 27.08.2022 23:11:31 | IP (Hash): 1270600489
    Deswegen hab ich’s ja auch nicht in Deinen Fred geschrieben :)

    Ich hab tatsächlich in so um 20 Jahren Papierzeit A5-Ringbuchladungen an Tagesprotokollen vollgeschrieben, bei dem "kämpfen" in meinem Beitrag in Deinem Fred in meiner Erinnerung wohl das mit der 24-Stunden-Uhr. Ich hatte irgendwann endlich angefangen zu begreifen, dass die Zeit in vielfacher Hinsicht eine Rolle dafür spielte, wie mein BZ auf welche "Eingaben" von mir reagierte. Also hab ich ne 24-Stunden-Uhr auf ne Seite gedruckt, pro A4 Blatt 4 Seiten, und die handschriftlichen Eintragungen in die Zeiten hatten natürlich was Strahlenförmiges. Abartig genug für jemanden drüber zu lästern, der nicht mal BE und IE für morgens+mittags+abends in sein offizielles Diabetiker Tagebuch eingetragen kriegte und das immer den Tag vor seiner Quartalsbesprechung voll schrieb.

    Anyway, Protokollseiten in meiner Art haben mir über die Jahre immer deutlicher gezeigt, dass der Wert, den ich aktuell messe oder beim Libre sehe, das Ergebnis von 5 und mehr Stunden Vorlauf ist, also von ALLEM, was ich in dieser Zeit vorher (nicht+)gemacht hab. Weit mehr als die Idee vom zutreffenden Abwiegen der KHs und Multiplizieren mit dem für die Tageszeit wirklich(!) passenden KE-Faktor.
    Klar war das ne Menge Aufschrieb, aber schon beim Aufschreiben hat es immer häufiger geklickt, und zwar für immer längere Abfolgen. Also nicht nur für die letzten 2 Stunden, sondern für 5,6,7,8 und mit Basal dazu noch länger mit dem Ergebnis, dass Piekswerte, die zu den letzten 2 oder 3 Stunden nicht passen wollten, aus der längeren Abfolge verständlicher und über immer längere Zeiten immer reproduzierbarer wurden.

    Und auf der umfassenden persönlichen Grundlage auch immer steuerbarer :)

    n8 :)
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    am 28.08.2022 08:20:11 | IP (Hash): 652002657
    hjt_Jürgen schrieb:

    Aber mit Loop brauchen wir das doch überhaupt nicht mehr. Denn damit steuert der BZ autopilotet sich doch praktisch selbst.

    Und jetzt fragt so ein up-to-date Autopiloter, dessen System gerade abgek..t ist, Opa Jürgen, was er tun soll. -
    Was sollte ich dem dann sagen? Der wüsste ja wahrscheinlich nicht mal seinen aktuellen BZ. Schlimmer, der wüsste doch wahrscheinlich nicht mal, was BZ ist, denn wozu sollte er mit Autopilot davon noch Ahnung haben?



    Eine Pumpe gibt es im Allgemeinen aber erst nach mindestens einem Jahr ICT... also genug Zeit zumindest die Grundlagen zu lernen.
    Für AAPS muss man 10 Objektives durcharbeiten - dauert 3-4 Monate, um den Loop vollumfänglich nutzen zu können. Ohne fundiertes Wissen, klappt das nicht - es sei denn, man verfügt über die entsprechenden Programmierkenntnisse und umgeht diese, was aber extrem dumm wäre.
    Zu den kommerziellen Loopsystemen gehört auch eine entsprechende Schulung.
    Jedes Loopsystem hat eine Rückfallebene bei Problemen - Basalraten und Faktoren müssen hinterlegt werden. Läuft dann vielleicht etwas unrund, aber läuft, und das reicht auch...

    Ich habe übrigens zu allen Komponenten (außer der Pumpe) ein in wenigen Minuten bis Stunden einsetzbares Backup. Ist die Pumpe defekt, müsste ich eine meiner alten Pumpen in Betrieb nehmen und der dann eventuell manuell eingeben, was der Loop vorschlägt...

    Normalerweise ist eine Ersatzpumpe spätestens nach 24 Stunden da.

    Ein Rückfall zur ICT für längere Zeit (länger als einen Tag) wäre da für mich schon schwieriger. Moderne Basal-Insuline habe ich noch nie verwendet. Einen Tag kann man super mit alle 2-3 Stunden kurzwirksames Insulin überbrücken, aber länger wird sehr anstrengend.

    Aber grundsätzlich hast du nicht unrecht. Gerade bei kleinen Kindern gibt es ja sofort eine Pumpe. Mit der Ypsopump und CamAPS (ab einem Jahr zugelassen) können die theoretisch auch sofort loopen. Wenn da was kaputtgeht, hilf nur ein Besuch in der Ambulanz... Aber bei Kleinkindern erstmal ein Jahr ICT zu üben, wäre auch schlecht...


    Bearbeitet von User am 04.09.2022 17:20:50. Grund: Tipfehler
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    am 28.08.2022 09:28:09 | IP (Hash): 652002657
    Jetzt mal übertrieben...
    Wenn wir die Technik und Möglichkeiten nicht nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen, könnten wir ja auch gleich zur CT mit tierischem Insulin, Mehrwegspritzen und Urin kochen zurückkehren.
    Alternativ in Höhlen im Wald leben und wieder zu Jägern und Sammlern werden...
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    am 28.08.2022 10:34:28 | IP (Hash): 1630468828
    ThomaS1968 schrieb:
    Hab' leider mal wieder nicht ansatzweise verstanden, was Du mit alledem sagen willst?!



    Geht mir auch so. Unter dem Schulaufsatz würde bestimmt stehen "Thema verfehlt".

    Oder er war beim Schreiben schon etwas unterzuckert, jedenfalls ziemlich wirres Geschreibsel.
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    am 28.08.2022 11:16:49 | IP (Hash): 1410834155
    HeikeOV schrieb:
    Jetzt mal übertrieben...


    Da is schon was dran. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auf absehbare Zeit, also z.B. in den nächsten 10 Jahren, wenigstens alle mit Typ 1 in den Genuss der neuen Technik kommen.

    Allerdings wird die neue Technik mit ihren erheblich niedrigeren BZ-Verläufen mit erheblich weniger großen Schwankungen neue Maßstäbe setzen und damit neue Anforderungen an die Art ICT stellen, wie sie bislang vermittelt wird.

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    am 28.08.2022 11:50:11 | IP (Hash): 652002657
    hjt_Jürgen schrieb:
    Allerdings wird die neue Technik mit ihren erheblich niedrigeren BZ-Verläufen mit erheblich weniger großen Schwankungen neue Maßstäbe setzen und damit neue Anforderungen an die Art ICT stellen, wie sie bislang vermittelt wird.



    Das bedeutet dann aber auch, dass sich die Therapieziele ändern werden. Und ein wichtiges Argument für einen Pumpe (in den nächsten Jahren wird es fast nur noch loopfähige Pumpen geben), ist das Nichterreichen der Therapieziele unter ICT...
    Bearbeitet von User am 28.08.2022 12:05:21. Grund: Ergänzung
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    am 28.08.2022 12:19:08 | IP (Hash): 1410834155
    HeikeOV schrieb:
    Das bedeutet dann aber auch, dass sich die Therapieziele ändern werden. Und ein wichtiges Argument für einen Pumpe (in den nächsten Jahren wird es fast nur noch loopfähige Pumpen geben), ist das Nichterreichen der Therapieziele unter ICT...


    Ich bin mir recht sicher, dass Du mit Deiner versammelten Erfahrung heute ne ICT sehr viel zielführender für Dich modifizieren würdest, als Dir das beim Start mit der ersten Pumpe möglich war.

    Den großen Pumpenboom wird wenigstens hier in D die nächste GKV-Reform verschieben, die uns Richtung USA immer mehr Zuzahlungen abverlangen wird.

    Das Fingerpieksen könnte mit dem lange angekündigten Durchbruch bei den smarten Uhren weniger werden. Und wo die Träger sie dann für ihre Orientierung am Verlauf und nicht nur an den traditionellen ICT-Punkten nutzen, wird allein damit eine gewaltige allgemeine Ergebnis-Verbesserung möglich(!) werden.

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    am 29.08.2022 17:32:23 | IP (Hash): 1682505950
    Auch wenn ich nicht so wirklich weiß, was du uns mit deinem Thread sagen möchtest, @Jürgen und deshalb auch nicht weiß, ob jetzt meine Antwort so genau dazu passt.

    Ich und etliche andere verwenden xdrip. Das ist keine offizielle Diabetes-App, sondern eine App programmiert von Diabetikern für Diabetiker und diese ist einfach genial. Damit kann man sowohl Libre als auch Dexcom koppeln, zu den Blutzucker-Grafen kann man sich auch bei Eintrag von Kohlenhydraten und Bolusinsulineinheiten den geschätzten weiteren Blutzuckerverlauf unter Einbeziehung des aktuellen Verlaufs, aktives Insulin und aktive Kohlenhydrate vorhersagen lassen. Hierzu müssen natürlich Kohlenhydrat- und Korrekturfaktor sowie die Marke Bolusinsulin hinterlegt sein. Bei einigen scheint die Vorhersage sehr gut zu funktionieren, bei mir dank sehr unterschiedlicher Verdauung leider nicht so. Aber auch sonst sind die Auswertung und die Alarm- und Dokumentationsmöglichkeiten sehr gut.

    Aber auch hierzu benötigt man ein CGM. Die nicht-CGM Nutzer werden immer weniger, zum Glück ist das CGM bei Typ1 mittlerweile Standard und auch insulinpflichtige Typ2er haben meist zumindest einen Libre. Aber auch hier wird immer noch geschult, wie misst man einen Blutzucker. Ganz auf die Technik verlassen, kann man sich ja nicht. Und auch mit dem besten Sensor sind bei Aufwärmphase, komische Werte, schnell fallende Werte, in Unterzuckerungen, etc. eine Blutzuckermessung nach wie vor wichtig.



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    am 29.08.2022 20:14:27 | IP (Hash): 1994271761
    Tatsächlich ging’s mir bei meinem "Kämpfen" um sowas wie Deine App für mich im Kopf. Also aus immer mehr Erfahrungen immer zutreffender auf das schließen, was noch nicht sichtbar direkt anliegt, wie der Pieks jetzt gleich, und dann den nächsten, und dann ... Daraus hab ich irgendwann mal angefangen, Routine Piekse nach 3mal in der selben Größenordnung auf Stichpunkt (no pun ;) zu setzen. Schließlich hat mein völlig chaotisches Libre Jahr mir den endgültigen Schubs in diese Richtung gegeben. Und so hatte ich nach dem ersten Quartal auf Fingerpieks alle bis auf den um 22 Uhr rum auf Stichpunkt.
    Aktuell nix auf Stichpunkt, denn ich pflege gerade 2 größere entzündete Baustellen. Aber ich brauch dafür wenigstens keine 10 und mehr Piekse und komme mit 4-5 aus. Hab vorhin um 90 erwartet und 132 gemessen. Klar sind das Peanuts, aber wenn die App in der alten Rübe treffender funzt, ist das Leben bequemer :)

    Du siehst, Deine Antwort hat gepasst, und ich nutze die Gelegenheit auch gern mal für’n Kompliment: Mit Deinem Einstieg und den ersten Beiträgen hier im Rückspiegel finde ich absolut toll, was Du bisher für Dich geschafft hast :)

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