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Zu große Schwankungen - Was sollte ich vom Diabetologen fordern
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am 22.09.2022 10:24:29 | IP (Hash): 346895093
Beim Durchwühlen des Forums ist mir aufgefallen, dass die großen BZ-Schwankungen immer wieder Thema sind und als 'schlecht' in Bezug auf Spätschäden aufgezählt werden.
Es steht immer noch Typ2 bei mir, wobei Eigeninsulinproduktion die große Unbekannte bei mir ist! Vor 1,5 Jahren wurde ich vom Diabetolgen auf Insulin umgestellt, da die orale Therapie zu keiner Verbesserung der BZ-Werte führte. Ohne Tabletten waren die genauso mies und es ersparte mir ein Haufen Nebenwirkungen.
Am Anfang war es nur Lantus zur Nacht. Später kam dann noch Mahlzeiteninsulin dazu. Erst Abends, weil ich dort den höchsten Anstieg hatte. Später dann auch ein wenig Morgens und nun auch Mittags, wenn der gemessene BZ-Wert über 150 mg/dl liegt.
Die BZ-Kurve mit dem Sensor bringt aber zu Tage, dass ich nach den Mahlzeiten regelmäßig gut und gerne über die 250 - 300 mg/dl raufschieße und der ganz große Pik dann ca. 1 Stunde anhält und dann wieder nach unten geht, wo ich dann zwischen 100 und 140 (je nach Bewegung) vor der nächsten Mahlzeit lande. Für die Beratung sehen die Werte 'gut' aus. Im Hinblick auf Spätschäden habe ich aber bestimmt extreme Schwankungen.
Gut, der Hba1c liegt mit Durchschnitt 7,9 auch zu hoch. In der Beratung wird aber das Spritzschema beibehalten, weil eine höhere Dosierung laut Beraterin zur Unterzuckerung führen könnte und 7,9 bei Typ 2 ein sehr guter Wert ist..
Auch die Verlegung des Insulinspritzens auf 30 Minuten vor die Mahlzeit bringt wenig Besserung. Der Pik von 250 - 300 mg/dl bleibt bestehen, verschiebt sich nur zeitlich.
Auf KH während der Mahlzeiten möchte ich nicht verzichten, weil alles andere zu Heißhungerattacken außerhalb der regulären Mahlzeiten führt und dann in stetiger Gewichtszunahme endet. Hatte ich schon durchprobiert. Ich kam auf + 15 kg in 3 Wochen und brauchte 3 Monate wieder runter auf Normal.
Im Schnitt vertilge ich pro Mahlzeit 30 - 40 g KH. In Restaurants esse ich im Schnitt einmal pro Monat, wo mir die KH dann allerdings unbekannt sind.. Laut BZ-Wert danach, liegen die dort aber wesentlich höher. ;)
Liebe Grüße
Laurana
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am 22.09.2022 13:41:34 | IP (Hash): 467290368
Laurana schrieb:
Die BZ-Kurve mit dem Sensor bringt aber zu Tage, dass ich nach den Mahlzeiten regelmäßig gut und gerne über die 250 - 300 mg/dl raufschieße und der ganz große Pik dann ca. 1 Stunde anhält und dann wieder nach unten geht, wo ich dann zwischen 100 und 140 (je nach Bewegung) vor der nächsten Mahlzeit lande. Für die Beratung sehen die Werte 'gut' aus. Im Hinblick auf Spätschäden habe ich aber bestimmt extreme Schwankungen.
Gut, der Hba1c liegt mit Durchschnitt 7,9 auch zu hoch. In der Beratung wird aber das Spritzschema beibehalten, weil eine höhere Dosierung laut Beraterin zur Unterzuckerung führen könnte und 7,9 bei Typ 2 ein sehr guter Wert ist..
Ein Hba1c von 7.9% ist bei einem Typ2er jenseits der 70 oder 80 Jahre akzeptabel, aber sicher nicht "sehr gut".
Ich würde ein Gespräch mit dem Arzt einfordern und ihm klar machen, dass du unbedingt niedrigere Werte möchtest...
Ne, stimmt nicht, ich würde selber an den Einstellungen drehen, bis die Werte so sind , wie ich es möchte... aber das ist eine Sache, die du selber entscheiden musst. Vor drohenden Unterzuckerungen warnt dich ja der Sensor!
Bearbeitet von User am 22.09.2022 13:43:19. Grund: .2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.09.2022 15:03:01 | IP (Hash): 346895093
Bis zu einem gewissen Teil drehe ich an den Werten schon selbständig. Allerdings nur sehr zaghaft, da ich mir immer sehr unsicher bin, was die KH angeht.
Wieviel Einheiten pro g KH ist bei mir eine große Unbekannte und ich glaube man kann die Fragezeichen schon immer sehen, wenn ich messe.^^
Da ich auch mal mehr, mal weniger KH zu den einzelnen Mahlzeiten habe, wollte ich die schon beim Spritzen davor berücksichtigen. Manchmal sind es 10 g, manchmal aber auch gut gerne mal 100 g (in Restaurants).
Meine Beraterin möchte das nicht ändern. Es ist doch egal, ob ich die KH vor dem eigentlichen Essen schon gegenreguliere oder vor der nächsten Mahlzeit, da dann ja der BZ höher ist, was laut Schema mehr Insulin erfordert.
Ich finde es aber blöd 5 - 6 Stunden mit zu hohen Zuckerwerten rumzulaufen.
Ich sollte wohl den Arzt wechseln?
Viele Grüße
Laurana
Bearbeitet von User am 22.09.2022 15:23:08. Grund: Ergänzung -
am 22.09.2022 16:00:19 | IP (Hash): 467290368
Laurana schrieb:
Meine Beraterin möchte das nicht ändern. Es ist doch egal, ob ich die KH vor dem eigentlichen Essen schon gegenreguliere oder vor der nächsten Mahlzeit, da dann ja der BZ höher ist, was laut Schema mehr Insulin erfordert.
Ich finde es aber blöd 5 - 6 Stunden mit zu hohen Zuckerwerten rumzulaufen.
Deine Beraterin hat keine Ahnung... Sie muss aber auch nicht mit den Folgen leben...
Laurana schrieb:
Ich sollte wohl den Arzt wechseln?
Wenn der Arzt genauso unfähig ist, ja!
Bearbeitet von User am 22.09.2022 16:00:47. Grund: Zitat1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 22.09.2022 16:12:33 | IP (Hash): 346895093
Nein, unfähig nenne ich ihn nicht. Er ist sogar selbst Diabetiker (allerdings Typ1).
Da er aber mehrere Male selbst sehr schwer an Corona erkrankt war und seit dem nicht mehr in der Praxis ist, ist es eh fraglich, ob er überhaupt nochmal wiederkommt. Und wenn ja, wann.. Ich möchte jetzt auch nicht noch ein weiteres Jahr nur von der Beraterin betreut werden.
Viele Grüße -
am 22.09.2022 17:55:06 | IP (Hash): 249596444
Hallo Laurana,
Ich glaube auch, dass die Beraterin wenig Ahnung und wenig Lust hat. Ein HbA1C von 7,9 ist echt zu hoch, egal wie alt jemand ist. Heute 70-Jährige wollen schließlich mit 80, 85, 90 auch keine Schäden an Augen, Nieren, Füßen etc. haben.
Zum Thema selbst dran drehen:
Na ja, ich mit Typ 1 ohne eigene Insulinproduktion drehe und manage selbst. Ich weiß, wieviele Kohlenhydrate geschätzt das Essen hat und wieviele Insulineinheiten ich vorher dafür spritzen musss. (BE-/KE-Faktor)
Ich kenne meinen Korrektur-Faktor. Wenn 3 Stunden nach dem Essen der Wert zu hoch ist, weiß ich wieviel ich nachspritzen muss. Umgekehrt wenn zu niedrig, wieviele Kohlenhydrate nachessen.
Wenn allerdings wie bei dir nach dem Essen der Wert bis 350 hochschießt und du später von selbst zwischen 100 und 140 landest, brauchst du ja kein Korrektur-Insulin. Dann würdest du tatsächlich unterzuckern, müsstest Kohlenhydrate nachlegen, was möglicherweise wieder zu zu hohen Werten, also Schwankungen, führt.
Du solltest dir einen guten neuen Diabetologen suchen. Die meisten bieten Schulungen an. Da lernt man, wie man selbst managt. Kohlenhydrate schätzen, seine Faktoren ermitteln und vieles mehr.
Viele Grüße, Zuckerhut
Bearbeitet von User am 22.09.2022 17:55:58. Grund: Ergänzung1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.09.2022 09:47:01 | IP (Hash): 1405651971
Meiner Meinung nach sollte man sich nicht an einer Person festklammern, nur weil man offensichtlich keine Alternativen zur Verfügung hat.
Ich selbst habe dreimal Diabetologen-Praxis gewechselt, weil ich in zwei Praxen nicht ernst genommen worden bin und die Kommunikation zwischen uns nicht stimmte. Erst in der dritten Praxis, wo ich derzeit bin, werde ich ernst genommen und wir unterhalten uns auch über mehrere Therapiemöglichkeiten, wie man zu einem guten Wert kommen kann. Mittlerweile bin ich bei dem Langzeitwert von 6,9 % angelangt. Vorher hatte ich die Werte so um 8 % und mehr gehabt.
Seitdem ich Glukose-Sensor FreeStyle Libre 3 trage, haben sich die Werte stetig verbessert und man lernt dadurch auch den eigenen Körper besser kennen.
Vielleicht wäre es eine Möglichkeit für dich.... -
am 24.09.2022 21:43:27 | IP (Hash): 1830583378
Wichtig wäre eine Umstellung von festen Spritzplan zu ICT mit KE/BE-Faktoren.
Als erstes ist es wichtig, dass du die KE berechnen kannst. Erster Schritt.
Zudem sollte dein Basalinsulin stimmen. Mit einem HbA1C von 7,9% sehe ich hier auch mögliches Verbesserungspotenzial. Die Menge an Basalinsulin passt, wenn du ohne zu Essen nicht unterzuckerst im Tages/Nachtverlauf. Wichtig hier die Werte um 0-3 Uhr, aber auch mittag und nachmittag, das sind typische Zeiten für mögliche niedrige Werte.
Wenn das passt, wäre der nächste Schritt deinen KE-Faktor zu ermitteln. Die meisten haben im Tagesverlauf unterschiedliche Faktoren morgens hoch, mittag niedrig, abends dazwischen. Bspw. nur als Beispiel!!: 3-1-2. Würdest du jetzt mit diesen Faktoren früh 3 KE essen, dann bräuchstest du in diesem Beispiel 9 IE, am Mittag mit 3 KE jedoch nur 3 IE und abends mit 3 KE 6 IE.
Die KE-Faktoren sollte der Arzt mit dir festlegen. Theoretisch könnte man die Faktoren auch selbst bestimmen, indem du schaust, bei wie viel gegessenen KE deine Insulinmenge nach Plan passt. Dann Insulinmenge/KE=KE-Faktor. Das ist aber als Neuling nicht zu empfehlen.
Dass dein Blutzucker selbst nach dem Essen irgendwann wieder runterkommt ist bei Typ2 nicht ungewöhnlich. Du hast schließlich noch eigenes Insulin, was langsam und allmählich dann doch irgendwann wirkt.
Ich denke mit Diabetes gibt es zwei Möglichkeiten der guten Insulintherapie:
- fester Spritzplan und immer fester Kohlenhydratmenge
- ICT mit unterschiedlichen Kohlenhydratmengen und darauf abgestimmt Insulinmenge
Die Möglichkeit fester Spritzplan und flexible Kohlenhydratmenge funktioniert nicht. Wird bei einem Insulinplan bspw. von 4 KE pro Mahlzeit ausgegangen und daran orientieren sich die Insulinmengen, dann passt es bei 4 KE. Isst man weniger KEs unterzuckert man, isst man mehr überzuckert man.
Auch die Variante nur mit dem schnellen Insulin zu korrigieren, also vor der Mahlzeit nur zu spritzen, wenn der Blutzucker zu hoch ist, sonst vor der Mahlzeit nicht spritzen, funktioniert zumindest bei dir nicht mehr ausreichend. Ich vermute mal stark, dass du momentan diese Möglichkeit nutzt. Deine regelmäßig viel zu hohen PP-Werte zeigen aber, dass du hier definitiv auch medikamentös eingreifen musst und zwar schon vor der Mahlzeit. Nicht nur als "Feuerwehr" hinterher.
Zur ICT findest du hier übrigens sehr gute Informationen
https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/ict.html
https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/mahlzeiteninsulin.html
https://diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/mahlzeiteninsulin/mahlzeitenbolus-test.html